Archive for Oktober, 2006

31.10.2006 von Helmut Höge
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Inseln der Steine

von Helmut Höge

Die heute zu Kroatien gehörende Losinjer Inselgruppe in der Kvarner Bucht der Adria wird schon lange von Touristen heimgesucht. Neuerdings kaufen sich dort gerne betuchte Österreicher und Italiener leerstehende Bauernhäuser. Zwei Kölner Altlinke erwarben unlängst auf der Insel Mali Losinj direkt am Hafen des ehemaligen Fischerdörfchens Nerezine den ehemaligen Sitz der Gemeindeverwaltung und bauten ihn zu einem Hotel namens “Televrin” um. Der Ort hat heute keine eigene Verwaltung mehr. Den neben dem Besitzer eines Schiffsreparaturbetriebs mächtigsten Mann im Ort, Ferdinand, machten sie zu ihrem Geschäftsführer und den im Nachbardorf lebenden Heidelberger Philosophen und Regionalforscher Deny zu ihrem zweiten Mann vor Ort.

Nun sitzen die Touristen da auf der Terrasse und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein. Sie beobachten die vielen  Schmetterlinge auf den Lavendelbüschen hinter sich, lauschen den Zikaden in den Pinien über sich, halten nach Gänsegeiern am Himmel Ausschau (diese brüten auf der Nachbarinsel Cres) oder nach… weiter lesen

31.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (40)

von Helmut Höge

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Nur der Lichtbildkunst ihres Mannes, Fritz, zuliebe setzte sich Annelotte Schnakenberg auf diesen Poller an einem jugoslawischen Adria-Hafen. Ihr Mann ist Hausmeister einer Lampenfabrik in Ritterhude. Und bis zum Zerfall Jugoslawiens machte das kinderlose Ehepaar jedes Jahr dort mindestens einmal Urlaub.

31.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeister-”Strukturen” (7)

von Helmut Höge

Den Vogel in dieser Reihe hat Gabriele Goettle gestern abgeschossen, d.h. sie hat mir gezeigt, was eine Harke ist bzw. wo der Hammer hängt. Und zwar mit ihrem Porträt der Hausmeisterin Bea Fünfrocken. Wer von diesem taz-artikel nicht begeistert ist, der soll mir bloß vom Acker (blog) bleiben.

Ich habe heute die Autorin Gabriele Goettle nicht erreichen können, um sie zu fragen, ob ich den Text in diesen blog stellen darf, deswegen kann es sein, dass ich ihn in ein paar Tagen wieder rausnehmen muß. Das wäre zwar schade, aber immerhin nachvollziehbar, denn Gabriele Goettle macht seit Jahren Interviews in Form solcher Porträts, die sie nach einer Weile zu einem Buch zusammenstellt. Und vielleicht will sie deswegen nicht, dass Teile daraus vorab irgendwo online erscheinen. Weil mich dieses Interview mit Bea Fünfrocken aber so begeistert hat, wollte und konnte ich ihr Einverständnis einfach nicht abwarten:

Die Hausmeisterin

Eine Praktikerin

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31.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeister-”Strukturen” (6)

von Helmut Höge

So langsam geraten auch der offline-taz die Hausmeister ins Visier – und sei es nur wegen der albernen Uschi-Debatte (auch – noch alberner – “Unterschicht-Diskurs” genannt). Hier die diesjährige Ausbeute:

1. Aus einer Theaterrezension der taz-hamburg über die Science-Fiction-Lichtspiel-Operette “Kongress der Planetenvereinigung:”

Das dort eingefrorene wissenschaftliche Orchester taut auf, das Spektakel beginnt, unter musikalischer und humoristisch wissenschaftlicher Leitung des Fachmanns für die leichte Muse, Jaques Palminger, zu sehen ebenfalls auf Leinwand in der Rolle des Leiters des visuellen Kongresses und zuständig für Herzschmerz. Die Hausmeisterin Frl. Cooper verliebt sich nämlich abgöttisch in ihn, was höchstwahrscheinlich nicht gut geht, aber dann doch im Happy End mündet. “Das verrate ich aber noch nicht”, schmunzelt die Hausmeisterin-Darstellerin Lana Cooper. (Katrin Jäger)
2. Aus “hamburger szenen”:

Allgemein scheint der im Haus wohnende Hausmeister dem Hausmeisterdienst zu weichen. Niemand klagt darüber – es sei denn, der mobile Hausmeisterdienst verweigert sein Kommen über Gebühr lange.… weiter lesen

30.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (39)

von Helmut Höge

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Dieses Photo schickte uns Elsbeth Winkler aus Bochum. Es zeigt ihren Mann Günther, der Hausmeister in einem Gymnasium ist – auf einem Poller am Rhein sitzend. Ob das Hausmeisterkunst sei, das sollten wir selbst entscheiden, schrieb Elsbeth Winkler dazu.

30.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterprosa (34)

von Helmut Höge

Heute hat man anscheinend eine jahreszeitliche Veränderung realisiert: Das taz-café hat die Tische und Stühle aus dem Garten und vom Gehsteig reingeholt und damit die Draußensitz-Saison beendet, wo es nur Kännchen gibt.

Detlef Kuhlbrodt fängt morgen mit seiner zeitlosen Kolumne “November” an.

An der Tür neben den Kaffeemaschinen im Ersten Stock, wo es in das zweite Treppenhaus zu den kalten Raucherecken geht,  hängt  ein Schild: “Bitte Tür schließen  – Wir frieren. Die Fotoredaktion dankt”

An einer der Kaffeemaschinen hängt ein Schild: “Die obere Heizplatte ist defekt!”

Mit der nun definitiv begonnenen Heizperiode fängt auch das Winter-Vorrätesammeln an bzw. hätte eigentlich schon abgeschlossen sein müssen. In der Lokalredaktion im Dritten Stock hängt ein Zettel am Regal neben dem Kopierer: “Dieser Papiervorat gehört übrigens der Berlinredaktion”.

29.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (38)

von Helmut Höge

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Diesen Poller baute der Hausmeister einer Versicherung in Hannover, indem er eine Stange in einen Eimer steckte, den er mit Beton auffüllte. Das Objekt stellte er anschließend vor einen vom Tiefbauamt gesetzten Poller. Vielleicht wollte er diesen mit seinem schützen?

29.10.2006 von Helmut Höge
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Windfall-Verluste

von Helmut Höge

Man kennt die Windfall-Profite, das sind unerwartete Gewinne – die “ard-boerse” spricht von “unverhofften Glücksfällen”, also von einem Glück, dass man im Vorfeld noch nicht zer- bzw. verhofft hatte. Es gibt jedoch auch das Gegenteil davon: Windfall-Verluste, die man ebensowenig im Vorfeld erwartet hat.  Mit diesen bekam  ich es einmal zu tun, nachdem ich eine thailändische Bordellbesitzerin für das Zeit-Magazin porträtiert hatte. Sie verlor wenig später ihren Laden, weil ihr deutscher Ehemann die Steuern nicht bezahlt hatte, und fuhr zum Anschaffen nach Westdeutschland. Ihre beiden Kinder – Ey und Eg – quartierte sie bei mir ein.

Das war alles kein Problem, die beiden waren gerade aufs Gymnasium übergewechselt und mehr als gut erzogen. Aber dann zerbrach dem Mädchen die Zahnspange, die sie täglich trug.

Die Mutter war nicht mehr krankenversichert und der Vater verschwunden. Ich fragte alle mir bekannten Zahnärzte, ob sie bereit wären, die Zahnspangenerneuerung auf meinem Krankenschein vorzunehmen.… weiter lesen

28.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (37)

von Helmut Höge

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Hier hat der Hausmeister eines Charlottenburger Wohnhauses vor dem Eingang zu einem Blumengeschäft einen Poller in die Gehwegplatten gedübelt, in den die Geschäftsinhaberin einen Stab mit einem Schild stecken kann, auf dem sie ihre besonders preisgünstigen Blumen annonciert. Da sie dies jedoch so gut wie nie tut, ist der weniger als kniehohe Poller eigentlich nur ein übles Hindernis für Fußgänger. Aber das gilt für die meisten Poller. Auch den Radfahrern sind sie oft schmerzhaft im Weg. Neulich fragte ich in einem großen Spielwarenladen, ob es beim Modelleisenbahnzubehör z.B. von Faller inzwischen auch Poller gäbe. “Nein!” sagte er junge Verkäufer, “und wenn, dann hätte ich sie auch schon längst aus dem Sortiment geschmissen. Überall stolpert man über diese Scheißdinger und andauernd stößt man mit dem Auto dran und holt sich eine Beule. Eine schreckliche Erfindung!”

28.10.2006 von Helmut Höge
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“Blumisch”

von Helmut Höge

Schon seit Wochen soll ich der Assistentin  helfen, eine der Pflanzen im Büro der Chefredakteurin, wo es aussieht wie in einem Gewächshaus, umzutopfen. Das ist quasi noch ein Überhangmandat aus meiner Aushilfshausmeistersommerperiode. Dabei gilt: Wer jetzt nicht umtopft, der tut es nimmermehr – bzw: der kann es auch bis zum Frühjahr lassen.

Die Hummeln und Wespen haben sich längst eingegraben und nur noch einige in Dauerstaaten lebende Bienen wagen sich kurz raus – an späte Balkonblumen z.B.. Bei den Topfpflanzen regt die nördliche Sonne ihre verinnerlichten Chloroplasten nicht mehr genug an, um groß Wachstum zu produzieren. “Jetzt ist die schönste Jahreszeit,” sagt der Vogelwart auf Trischen (in Schleswig-Holstein), denn die Vögel haben ihr “Brutgeschäft” erledigt, aller Zank und Ärger liegt hinter ihnen, sie  machen nun sozusagen Urlaub – bevor der Winter kommt und es wieder härter für sie wird. Ähnliches gilt auch für die Insekten und Pflanzen. Wir müssen uns… weiter lesen