Archive for September, 2009

29.09.2009 von Gerhard Dilger
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Westerwelle wird´s schon richten

von Gerhard Dilger

Die “Bürgerrechtspartei” FDP gehört zu den dezidiertesten Fürsprechern des Putschistenregimes in Honduras – trotz Ausnahmezustand und Pressezensur.

Foto: dpa

Warum sich Gaby Weber trotzdem auf einen Außenminister Westerwelle freut, erklärt sie in den Lateinamerika-Nachrichten.

28.09.2009 von Gerhard Dilger
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Preis für Belo Horizonte

von Gerhard Dilger

Am Donnerstag verleiht der World Future Council, laut Eigendarstellung ein “globaler Rat aus weisen älteren Menschen, Denkern, Pionieren und jungen Führungsfiguren”, in Hamburg einen Preis an die brasilianische Großstadt Belo Horizonte.

Ausgezeichnet wird das Nahrungssicherheitsprogramm der Millionenstadt als “weltweit umfassendstes Gesetz zur Abschaffung von Hunger und zur Sicherung von bezahlbarer, gesunder Nahrung für alle Bürger”. Innerhalb von zehn Jahren, so die Organisatoren, sei die Kindersterblichkeit um 60 Prozent gesunken, die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die wegen Unterernährung ins Krankenhaus müssen, sogar um 75 Prozent. Film hier.

Entgegennehmen wird den Preis Patrus Ananias, brasilianischer Minister für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung. (Foto: Bruno Spada)

Danke, Romão!

28.09.2009 von Claudius Prößer
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Apathische Revolutionäre, abgründige Dienstmädchen

von Claudius Prößer
Schade. “Dawson – Isla 10″, Miguel Littíns Film über das Kon­zen­tra­tions­la­ger, das Pinochets Junta für hochrangige Politiker der Uni­dad Popular auf einer patagonischen Insel einrichtete, enttäuscht die Er­war­tun­gen. Und die waren hoch, denn noch gibt es nicht allzu viele Filme, die die Ereignisse rund um den Putsch von 1973 erzählen. Außer­dem ist Littín so etwas wie der Altmeister des chilenischen Films und ein einsamer dazu – zwischen ihm und den vielen Jungfilmern, die heute dank einer ver­gleichs­wei­se generösen Förderung ein Debüt nach dem anderen ab­lie­fern, klafft eine große, leere Lücke.

Leider ist Littín, was Erzähltechniken und Experimentierfreude angeht, auch irgendwo in den Siebzigern hängen geblieben. “Dawson – Isla 10″, der auf dem autobiografischen Buch des ehemaligen Häftlings Sergio Bitar beruht, ist ein Film ohne jede Überraschung, eine An­ein­an­der­rei­hung von Begebenheiten, die Bitar tagebuchartig auf­ge­schrie­ben hat, letztlich ein Kostümfilm, dessen Ende man schon vor­herweiter lesen

25.09.2009 von Knut Henkel
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Die demographische Bombe

von Knut Henkel

Kinder, nichts als Kinder braucht die kubanische Revolution, denn Kubas Bevölkerung ist am dem besten Weg zur ältesten der Region zu werden. Mit Förderprogrammen wollen Raúl und seine Tochter nun gegensteuern. Doch das wird nicht einfach.

Mariela Castro Espín legte bei ihrem derzeitigen Besuch in der Dominikanischen Republik den Finger in eine schwärende Wunde: die Fruchtbarkeit der Frauen in Kuba lasse zu wünschen übrig, so die kubanische Sexualexpertin. Die Tatsache, dass zu wenig Kinder in Kuba geboren würde, führe dazu, dass die Gesellschaft der größten der Antilleninsel älter und älter werde. Für die Tochter von Staatschef Raúl Castro durchaus besorgniserregend. Ohnehin ist es ein offenes Geheimnis in Havanna, dass sich auch auf höchsten politischen Ebenen darüber Gedanken gemacht wird wie man die Frauen animieren kann, wieder mehr Kinder in die revolutionäre Welt zu setzen. Kinderwagen sind überaus rar im Stadtbild von Havanna. Das liegt nicht nur daran, dass die Kaleschen… weiter lesen

25.09.2009 von Claudius Prößer
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Superpapa ante portas

von Claudius Prößer
Katholiken alle Länder, aufgehorcht: Chile kann bald einen Weltrekord ver­mel­den – die größte Karol-Wojtyla-Statue aller Zeiten. Errichtet werden soll das 13,5 Meter hohe Ungetüm (7,5 Meter Bronze-Papst, 6 Meter Sockel) ausgerechnet am Rande von Bellavista, dem Künstler- und Bo­he­me­vier­tel von Santiago . Seit die private Initiative vor wenigen Tagen pub­lik wur­de, regt sich freilich allenthalben Protest gegen den superpapa (so der Pub­li­zist Cristián Warnken im Blog des “Mercurio”).

Hintergrund des Aufstell-Papstes, der einem anderen religiösen Wahr­zei­chen Santiagos, der Marienstatue auf dem Gipfel des San-Cris­tó­bal-Bergs, Konkurrenz machen wird, ist die Umstrukturierung des Viertels, in dem zwei private Hochschulen ihre Hauptquartiere be­zie­hen werden. Die beiden Universitäten – die Universidad San Sebastián und die Universidad Andrés Bello – sollen zusammen mit der tra­di­tions­rei­chen Jurafakultät der Universidad de Chile, die hier seit vielen Jahr­zehn­ten residiert, rund 7.000 Studenten anlocken und neben dem Bar­rio República ein weiteres Hochschulviertel in der… weiter lesen

21.09.2009 von Gerhard Dilger
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ZELAYA ZURÜCK IN HONDURAS

von Gerhard Dilger

87 Tage nach seiner gewaltsamen Entfernung aus dem Amt ist der honduranische Präsident Manuel Zelaya in seine Heimat zurückgekehrt.

Foto: dpa

Von der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa aus gibt er bereits Rundfunkinterviews, wie man über den Telesur-Livestream verfolgen kann.

Aktuelles bei laXXI und IPS, Hintergründe zu Putsch und Widerstand im vorzüglichen Honduras-Blog.

14.09.2009 von Benjamin Kiersch
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Chile in Kreuzberg am 19.09.

von Benjamin Kiersch


Wer mal (wieder) Choripán oder Pastel de Choclo probieren will oder Lust hat, Cueca oder Cumbia zu tanzen …

…sollte auf jeden Fall am Samstag, den 19.09. ab 14.00 bei der Fiesta zum „Dieciocho“, dem chilenischen Nationalfeiertag, vorbeischauen. Im Statthaus Böcklerpark, Prinzenstraße 1, 10969 Berlin. Kinderprogramm gibt’s von 14 – 16 Uhr, abends spielt die Cumbiaton-Combo La Mula. Zwischendurch gibt’s bestimmt den ein oder anderen Pisco Sour. Wer ganz viel Glück hat, kann einen Flug nach Santiago gewinnen. Oder den Pokal beim Cueca-Tanzwettbewerb … aber unbedingt ein frisches Taschentuch mitbringen!

¡Nos vemos!

11.09.2009 von Claudius Prößer
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Dawson kommt ins Kino

von Claudius Prößer
Miguel Littin soll sehr bedauert haben, dass der heutige 11. September, Jahrestag des Putsches von 1973, auf einen Freitag fällt. So konnte sein jüngster Film Dawson – Isla 10 nicht an diesem hochsymbolischen Datum anlaufen, denn auch in Chile wird das Kinoprogramm immer donnerstags erneuert. Bereits am Mittwoch freilich trat sich Chiles Politprominenz bei der Vorpremiere auf die Füße – inklusive Präsidentin Michelle Bachelet und ihrem Minister Sergio Bitar, der sich an diesem Abend selbst auf der Leinwand bewundern durfte. Verkörpert wird er in Littíns Film über das Gefangenenlager, das die Militärs für hochrangige Politiker der Unidad Popular auf der patagonischen Dawson-Insel eingerichtet hatten, von Benjamín Vicuña. Eine schlaue Besetzung, denn Vicuña ist der Shooting-Star des chilenischen Films, und so wird “Dawson – Isla 10″ trotz des sperrigen historischen Themas vermutlich auch viele junge Menschen in die Säle locken.

10.09.2009 von Claudius Prößer
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Mapuche sehen kein Land

von Claudius Prößer

Begräbnis des Mapuche-Aktivisten Jaime Mendoza (Bild: dpa)

Wie leicht man in diverse Fallen tappt, wenn man versucht, den Ma­pu­che-Konflikt in Chile in ein paar Absätzen zu beschreiben, zeigt ein jüngst im “Freitag” erschienener Bericht – an dem manches stimmt und man­ches leider gar nicht. Richtig ist, dass die Landbesetzungen in der Arau­canía, dem historischen Haupt-Siedlungsgebiet der Mapuche, in diesem Jahr deutlich zugenommen haben. Allerdings schwelt der Konflikt schon seit Jahren, und seit Jahren kommt es auch immer wieder zu Brandanschlägen oder Baumfällungen auf Ländereien von Forst­un­ter­nehmen oder privatem Großgrundbesitz. Nicht erst die Regierung von Michelle Bachelet hat damit begonnen, in der betroffenen Region po­li­zei­lich (das heißt in Chile: quasi-militärisch) aufzurüsten. Der am 12. Au­gust durch einen Schuss in den Rücken getötete Jaime Mendoza ist be­reits das dritte Opfer von Polizeigewalt seit dem Jahr 2002. (Hier und hier ein anschaulicher Abriss der Aus­ein­an­der­setzungen.)

Andererseits ist auch die Gewaltweiter lesen

08.09.2009 von Gerhard Dilger
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Chávez & Co. als Filmstars

von Gerhard Dilger

Mit seinem Auftritt auf dem Filmfestival von Venedig hat es Hugo Chávez sogar bis in die Yahoo-Nachrichten geschafft.

Er warb für Oliver Stones letzten Dokumentarfilm South of the Border.

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Stone setzt darin dem weit verbreiteten Zerrbild über Südamerikas linke Präsidenten ein rundum positives Panorama entgegen.

Kritik an den Latino-Ikonen darf man darin wohl ebensowenig erwarten wie feine Nuancen in Michael Moores Capitalism: A Love Story, aber als unterhaltsames Gegengift gegen die allgegenwärtige mediale Vernebelung sind die Agitprop-Dokus der beiden US-Regisseure sicher gut geeignet.