30.05.2013 von Christian Russau
Indigene Gruppen in Brasilien setzen sich gegen die Politikagenda von Bergbau, Staudammbauten und gegen die Verfassungsänderungen für indigene Territorien zur Wehr: Es geht ums Land.

"Richter, vor jedweder Entscheidung respektiere zuerst die Verfassung". Protest auf dem besetzten Baugelände von Belo Monte. Photo: Ruy Sposati
“Wir gehen hier nicht weg. Ihr werdet hierher kommen, um zu töten. Und wir werden hierbleiben, um zu sterben. Wir werden hier nicht weggehen, ohne angehört zu werden”, teilten die Indigenen Munduruku, Kayabi, Xikrin, Arara, Juruna, Kayapó, Xipaya, Kuruaya, Asurini und Parakanã auf dem Baugelände von Belo Monte, dem derzeit im brasilianischen Bundesstaat Pará im Amazonasgebiet am Fluss Xingu im Bau befindlichen 11 GW-Staudamm, an dem auch eine Reihe von europäischen Konzernen beteiligt sind, in einer öffentlichen Kundmachung mit.
Bei der Übergabe des richterlichen Räumungsbeschlusses vom 28. Mai, der die Indigenen aufforderte, das Baugelände binnen 24 Stunden zu… weiter lesen
27.05.2013 von Knut Henkel
Kohle ist eines der wichtigsten Exportprodukte Kolumbiens. Doch der schwarz glänzende Energieträger wird allzuoft unter Verletzung von Arbeits- und Umweltstandards abgebaut. Für die Kohle, die auch in Deutschland verheizt verheizt wird, wird aber auch vertrieben, bedroht und gemordet. Eine Tatsache, die deutsche Stromkonzerne weitgehend ignorieren, die aber auf den Hauptversammlungen von EON, RWE und Co. Thema war.
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12.05.2013 von Hildegard Willer
Die Stände bieten feil, was das Herz begehrt: Häuser in allen Bauphasen, vom Rohbau bis zu mehrstöckigen Geschäftshaus mit Spiegelglasfassade und Friseursalon, Autos (besonders beliebt: Pick-ups mit Vierradantrieb), ein Topf mit Goldtalern, Abschlussurkunden der renommiertesten Universitäten, Reisepaesse, und dazwischen immer wieder Bündel von Geld, Geld, Geld.Die Menschen drängen an die Verkaufsstände, besonders beliebt sind Geldscheine und Universtätstitel. All die Artikel gibt es als Miniaturen auf dem Jahrmarkt “Alasitas” in Puno zu kaufen. Mit dem Kauf alleine ist es jedoch nicht getan. Nur wenn man daran glaubt , wird der Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen. Die Verkäuferinnen segnen das gekaufte Kleinod über dem Weihrauch mit ein paar Aymara-Worten, besprengen es mit billigem Wein, schütten gelbes Konfetti dazu und überreichen es Dir in der unvermeidlichen Plastiktüte. Danach bringen viele das Gekaufte nochmal in die nahegelegene Kapelle, um es auch vom katholischen Priester segnen lassen. Doppelt genäht hält besser. Jedes Jahr Anfang Mai
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09.05.2013 von Christian Russau
Während am Xingu-Fluss im brasilianischen Amazonas-Gebiet über 150 Indigene eine der zentralen Baustellen für das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte besetzt halten und die brasilianische Regierung sich weigert, mit den protestierenden Indigenen in Dialog zu treten und zu verhandeln, geriet in der bayerischen Landeshauptstadt München der Versicherungskonzern Allianz in die Kritik wegen seiner Beteiligung am Staudammprojekt von Belo Monte.

Kayapó im Fluss Xingu (Aufnahme von Mai 2008). Photo: Verena Glass
Mehrere Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Brasilien und Deutschland protestierten auf der Jahreshauptversammlung der Aktionärinnen und Aktionäre der Allianz SE gegen die Beteiligung Deutschlands größten Versicherungskonzerns am Staudamm Belo Monte. Die Allianz hat Ende 2011 fünf Prozent der Versicherungssumme der Baukostensumme von rund acht Milliarden Euro übernommen und diese gegen Risiken versichert. Damit deckt die Allianz laut Berechnung der im Belo Monte Netzwerk zusammengeschlossenen Organisationen Baurisiken im Wert von umgerechnet 400 Millionen Euro ab. Die Organisationen… weiter lesen
02.05.2013 von Christian Russau
Das indigene Volk der Munduruku vom Oberen, Mittleren und Unteren Tapajós-Fluss im brasilianischen Amazonasgebiet setzt sich gegen die Staudammpläne Brasílias in der Tapajós-Region zur Wehr.

Munduruku. Photo © Rebecca Sommer for Earth Peoples
“Wir sind äußerst empört über die Respektlosigkeit der brasilianischen Regierung”, so die Munduruku in einem am Montag, 29.4.2013, veröffentlichten Offenen Brief an die brasilianische Regierung und an die Gesellschaft.
Am Fluss Tapajós plant Brasília mehrere Großstaudämme – doch die betroffenen Munduruku lehnen diese vehement ab, werfen der Regierung vor, vollendete Tatsachen zu schaffen, brasilianisches und internationales Recht zu brechen, da sie, die betroffenen Indigenen, nicht wie von der ILO-Konvention 169 (die Brasilien unterzeichnet hat) gefordert, um ihre freie, vorherige und informierte Zustimmung befragt wurden: Die Munduruku fordern, “dass die Regierung die vorherige Konsultation indigener Völker, gemäß dem ILO-Übereinkommen 169, vor jeglicher Entscheidung, Untersuchung oder Bau von Staudämmen einhält.” Vor Kurzem erst hatte… weiter lesen
25.04.2013 von Christian Russau
Irgendwann ist immer das erste Mal. Diesmal hat es die Münchener Rück getroffen. Aktivistinnen und Aktivisten aus Brasilien und Deutschland haben vor und auf der Jahreshauptversammlung der Aktionäre der Munich Re, wie sie sich selbst nennt, gegen die Beteiligung der Münchener Rückan dem Staudamm Belo Monte protestiert.

Photo: Melanie Meyer. CC by 3.0
Mit Transparenten, Banner und Kampagnenflyern gegen die Beteiligung europäischer Konzerne am Bau des drittgrößten Staudammes der Welt im brasilianischen Amazonas-Gebiet protestierten die Demonstranten am Morgen vor dem Internationalen Congress Center München, – bevor sie sich dann in die Halle der Aktionärsversammlung begaben, um dort das ihnen durch den Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre übermittelte Stimm- und Rederecht wahrzunehmen. Der Vorstandsvorsitzende der Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, und die weiteren Vorstände mussten dann ebenso wie der Aufsichtsrat sich die Kritik der Aktivistinnen anhören.… weiter lesen
22.04.2013 von Gerhard Dilger
Passend zum Internationalen Tag der Mutter Erde möchten wir auf zwei neue Filme über das Megaprojekt Belo Monte hinweisen:
Mehr: Damocracy; Neue Wut
20.04.2013 von Knut Henkel
La Guajira, Cesar und Catatumbo heißen die Regionen Kolumbiens mit den größten Kohlevorkommen. Während im Verwaltungsdistrikt Cesar und auf der Halbinsel La Guajira bereits en Gros gefördert wird, ist der Widerstand in Catatumbo relativ erfolgreich. Jüngst ist ein Umweltgutachten kassiert worden – ein Signal an die Investoren. Doch auch in den Abnehmerländern mehren sich die kritischen Stimmen.
Unzureichend seien die vorgelegten Unterlagen und auch die vorgeschriebenen Konsultationen der Barí, eines kleinen indigenen Volkes, welches im Grenzgebiet von Venezuela und Kolumbien nördlich der Stadt Cúcuta leben, seien nicht erfolgt, so urteilte das kolumbianische Umweltministerium Ende Januar. Damit ist der Abbau von Steinkohle in der Region der Provinzstadt Tibú erst einmal auf Eis gelegt. In der Region, die noch von leidlich intaktem Regenwald bedeckt ist, leben rund 3000 Barí nach traditionellen Bräuchen.
Und die haben etwas gegen den Abbau der oft direkt unter der Humusschicht liegenden Steinkohle im offenen Tagebau . Die… weiter lesen
19.04.2013 von bettinahoyer

Rafael Correa bei der 13. Lateinamerika-Konferenz der Deutschen Wirtschaft / Foto: Hoyer
„Erlauben Sie mir zunächst einmal, Ihnen mein Land ein wenig vorzustellen“, sagt ein gut gelaunter Rafael Correa auf der 13. Lateinamerika-Konferenz der deutschen Wirtschaft, als er mit den Begrüßungsfloskeln durch ist.
Ecuador, das Land mit der weltweit größten Artenvielfalt, mit einer 3.000 Kilometer langen Küste, mit großen ökologischen Schützgebieten. Auf einer Leinwand werden die Sinne umworben. Dschungel, Andenhochland, Galapagosinseln, Schnee bedeckte Berge. Und Zahlen: die größte Vielfalt bei Wirbeltieren, fünftgrößte Artenvielfalt bei Schmetterlingen, mehr als ein Fünftel der Landesfläche ist Naturschutzgebiet …
Gelungener Balztanz
„Ecuador ist wundervoll“, fasst Correa schließlich seine schwindelerregenden Zahlenreihen zusammen. „Wir Ecuadorianer und Ecuadorianerinnen haben der Natur Rechte zugesprochen. Damit sind wir Vorreiter des Umweltschutzes und des Kampfes gegen die Erderwärmung. Diese Rechte sind in unserer Verfassung verankert. Bisher ist es die erste, die der Natur Rechte einräumt“, so Rafael Correa, der… weiter lesen
08.04.2013 von Knut Henkel
Seit 25 Jahren kämpft Alberto Lescano Rivero für den Erhalt seines Sees, des Titicaca. Der größte Süßwassersee Lateinamerikas steht seit einem Jahr auf der Liste der bedrohten Seen. Ein Erfolg für Rivero, denn so hofft er Schlimmeres zu verhindern.
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