03.02.2012 von Christian Ihle

Januar 2011 hatten wir die Cloud Nothings in unserer Jahresvorausschau – und kaum 12 Monate später erscheint bereits das zweite Album der amerikanischen Band, die im Grunde ein Ein-Mann-Projekt von Dylan Baldi aus Cleveland, Ohio ist:
1. Your three favourite Punk singles/songs?
** Dow Jones & The Industrials – Indeterminism
** Electric Eels – Agitated
** Dicks – Hate The Police

A record that will make you dance?
Thin Lizzy – Jailbreak
Your favourite song lyrics?
Television – See No Evil
Your favourite song by The Strokes?
Not sure I really know any aside from Last Nite
The best “new”… weiter lesen
02.02.2012 von Christian Ihle
“Die Frisurenbuben aus Schweden mit einem so überflüssigen wie karriereumspannenden Überblick über ihren Resterampen-Indierock. Beim Durchhören des Albums kann man sich kaum des Eindrucks erwehren, hier beispielhaft den Niedergang der Indie-Kultur in den letzten zehn Jahren vorgeführt zu bekommen. Man kann sich aber auch zehn Kannen Bier in den Kopf stellen und die Labsale solch ungelenker Bremsbirnen-Zeilen wie „I’m falling in love with your favorite song /
I’m gonna sing it all night long” genießen. Oder erneut feststellen, dass der just zitierte Song klingt wie Tom Jones’ in Flammen stehender Toilettenvorleger. Für alle, die nach „Schlag den Raab” noch die Ikeamöbel beiseite schieben wollen, um zuhause ein bisschen zu schwofen. Faszinierend banal.”
(Dieser wundervolle Verriss findet sich in Eric Pfeils FAZ-Blog)
Mit Dank an Daniel!
01.02.2012 von Christian Ihle

1. Der Film in einem Satz:
Goodbye James Bond, Bonjour Tristesse, Hallo Paranoia!
2. Darum geht‘s:
Wir sind in den 70ern, mitten im Kalten Krieg. Der Chef des britischen Geheimdienstes vermutet, dass sich unter seinen engsten Vertrauten ein Doppelagent tummelt, der den Sowjets intimste Informationen liefert.
Als ein Versuch der Enttarnung in Ungarn scheitert, müssen “Control” (der Chef, gespielt von dem alten Faltenhund John Hurt) und “Smiley” (seine rechte Hand, Gary Oldman in einer außergewöhnlich zurückgenommenen Performance) ihren Hut nehmen. Doch als der Verdacht sich nicht aus der Welt räumen lässt, wird Smiley reaktiviert und soll gegen seine eigenen ehemaligen Kollegen ermitteln, um den Maulwurf aus seinem Loch zu locken…

Regisseur Tomas Alfredson hatte mit seinem letzten Film für einen Paukenschlag gesorgt. “So Finster Die Nacht” (“Let… weiter lesen
31.01.2012 von Christian Ihle

Zu seinen besten Zeiten (“Monaco Franze”!) war Helmut Dietl sicher einer der scharfsinnigsten und amüsantesten Beobachter des Landes. Nun kommt sein neuer, gemeinsam mit Benjamin von Stuckrad-Barre geschriebener Spielfilm “Zettl” in die Kinos, der grob da weiter macht, wo einst “Kir Royal” stehen geblieben war.
Dass im alten Dietl immer noch hintersinniger Witz steckt, zeigt er jedenfalls in einem Interview mit dem SPIEGEL, in dem er sehr geschickt – a propos of nothing – einen subtilen Seitenhieb über seine Entdeckung Veronica Ferres versteckt:
Helmut Dietl: “Ich kenne Bettina Wulff. Sie ist sehr nett, ich habe sie auf Partys getroffen.”
SPIEGEL: Darf man eigentlich fragen, ob unsere First Lady sexy ist?
Dietl: “Weiß ich nicht. Ich persönlich finde sie sexy. Aber ich kann mich täuschen, ich habe ja auch Veronica Ferres schon mal sexy gefunden.”
… weiter lesen
30.01.2012 von Christian Ihle
A$AP Rocky

Angesichts der Tatsache, dass A$AP Rocky gerade einen 3-Millionen-Dollar-Plattenvertrag bei Sony unterschrieben hat, muss man den Rapper aus Harlem ja auf eine Jahresvorausschau-Liste setzen. A$AP steht übrigens für Always Strive And Prosper – und fast ist es schade, dass Rocky nicht unter seinem echten Namen Rakim Mayers auftritt, wurde er doch tatsächlich von seiner Mutter nach dem “Eric B & Rakim” – Rakim benannt…
Will man A$AP Rocky nun nicht als den Dreimillionendollarmann allein abqualifizieren, reicht ein Blick auf sein im letzten Jahr veröffentlichtes LIVELOVEA$AP – Mixtape, auf dem mit „Peso“ und „Trilla“ gleich zwei ordentliche Hits zu finden waren – und das letzten Endes bei Stereogum auf Platz 9 in den Jahrescharts landete. Für uns Indiekids gab es übrigens auch gleich noch ein The Verve – Sample:


weiter lesen
28.01.2012 von Christian Ihle
Bevor die Mediengruppe Telekommander, die selbsternannten deutschen Beastie Boys, ihr letztes Konzert überhaupt am 3. Februar in Berlin spielen und ihre schöne Karriere kurzknackig beenden, hören wir uns noch mal das fantastische “Trend” an und den beiden Telekommandern zu, wenn sie uns von ihren Lieblingsplatten erzählen:
* Die drei besten Punksongs/-singles?

** Big Black – The Power of Independent Trucking
** Abwärts – Beim ersten mal tut’s immer weh
** PIL – Poptones
* Ein Song, der Dich immer zum Tanzen bringt?

States Of Mind – Elements of Tone (John Acquaviva Mix)
* Die interessanteste / beste „neue“ Band ist?

Death Grips
Dieser minimale, experimentelle Zugang zum Hip Hop und Rap!
Extrem energetische… weiter lesen
27.01.2012 von Christian Ihle
Vielleicht muss man Respekt vor Gottschalk haben, dass er tatsächlich in seinem für einen Berufsjugendlichen beinah biblischen Alter noch einmal etwas Neues versucht (und im Grunde etwas Neues, an dem er – zu späterer Stunde – schon einmal fürchterlich gescheitert ist). Seine tägliche Talkshow (?) auf einem traditionell undankbaren Quotenplatz zu bestreiten und aus dem heimeligen Wettendass-Nest in die rauhe Tageswirklichkeit zu wechseln, das ist fraglos mutig. Deshalb wollen wir auch gar nicht den Quotenmesser heranziehen, um Gottschalk abzuurteilen, aber was beispielsweise die gestrige Sendung geboten hat, war dermaßen unter aller Kanone, dass ein Offener Kanal sich schämen würde, eine so unausgegorene Show auf den Bildschirm zu lassen.

Kardinalfehler der Sendung ist die Idee, sie aus zwei zentralen Elementen zu bestücken, die eben genau nicht Gottschalks Sache sind. Zunächst kommt eine Art Stand-Up-Comedy, die in all… weiter lesen
26.01.2012 von Christian Ihle

“The first song I fell in love with was “Wind Of Change” by Scorpions. I remember sitting in the ballroom on holiday as a teenager, waiting for a girl to invite me to dance, but it never happened. It was during what in France you call the “american quarter”, when you had 15 minutes where they just play slow songs.” (Gaspard)
“It’s probably the most efficient music – what they call the “power slow”. If you think about the best song by Metallica, it’s probably “Nothing Else Matters”. Extreme? “More Than Words”. Guns’n'Roses? “Don’t Cry”. Scorpions? “Wind Of Change”.” (Xavier)
…so die beiden französischen Electro-Idole Xavier de Rosnay und Gaspard Augé von Justice in einem NME-Interview.
… weiter lesen
25.01.2012 von Christian Ihle

“As for Mr. Sandler, I have always been interested in what he would do next, and I suppose I still am, especially if what he does next is retire.”
… so einer der renommiertesten Filmkritiker Amerikas, A.O. Scott von der New York Times, nach Ansicht von Sandlers neuem Film “Jack & Jill”, der nun offiziell zu den schlechtesten Filmen der Neuzeit gezählt werden darf, hat er doch in seiner Startwoche auf dem Meta-Filmkritiken-Portal Rotten Tomatoes eine Durchschnittsnote aus allen Besprechungen von 3 Punkten erzielt. Von 100 möglichen.
Ein Best Of aus einigen anderen Kritiken:
“Directed by another longtime cohort, Dennis Dugan (“Grown Ups’’) with all the skill of a blind parking lot attendant, the latest in a string of shapeless, overproduced Sandler messes is even worse than the appalling “Just Go With It” (which humiliated another Oscar winner, Nicole Kidman) earlier this year.”
(Lou Lumenick, New York Post)
“The pic’s general stupidity, careless direction and reliance on a single-joke premise that was never really funny to begin with are only the most obvious of its problems.”
(Andrew Barker, Variety)
“More than 24 hours has passed since I watched the new Adam Sandler movie “Jack and Jill” and I am still dead inside. It made me feel as if comedy itself were a dirty thing.”
(Mary Pols im TIME Magazine)
… weiter lesen
24.01.2012 von Christian Ihle
“Das schlechteste Konzert des Jahres: Mark Knopfler in der Mehrzweckhalle. Unausstehlich in seiner Mischung aus biederer Gelacktheit und angeberischer Virtuosität. Hier war alles falsch, was an Popmusik überhaupt nur falsch sein kann.”
(…)
“…weichlichen Herumgedaddel auf sehr teuren Gitarren mit viel zu viel Hall und viel zu wenig musikalischen Ideen; eine Musik, die auch dadurch nicht besser wird, dass Knopfler sie in seinem jüngeren Solo-Schaffen – so auch im Konzert – mit irischen und schottischen Folk-Elementen, mit Scheunenbodenfiedel und Dudelsack garniert.
Besonders die neueren Stücke an diesem Abend klangen mit ihrem Geigengeschluchze und der wie über ferne grüne Hügel her hallenden Flöte, als habe Knopfler sie direkt für die Deostick- oder Flaschenbierwerbung designt: friesisch herb! Unentwegt zitieren seine Songs historische Stile, vom amerikanischen Blues bis zum britischen Folk – aber sie haben keine Geschichte; es gibt kein Risiko, keinen Wagemut, keine Leidenschaft, kein Begehren. Seit den Achtzigerjahren pflegt Knopfler den immer noch gleichen Yuppie-Blues-Klang für den musikalisch desinteressierten HiFi-Fetischisten, eine Musik, mit der man auch einen FDP-Parteitag vertonen könnte.”
(Jens Balzer in der Berliner ZeitungTeil 1 und Teil 2)
… weiter lesen