Slime
18 Jahre sind schon in einem normalen Menschenleben eine lange Zeit: Volljährigkeit, unterstelltes vernünftig werden, erwachsen sein etc pp… aber 18 Jahre für eine Punkband? Eine Ewigkeit! Slime veröffentlichen tatsächlich Mitte Juni ihr allererstes Album seit 18 Jahren und natürlich ist die Spannung groß, was aus einer der ganz großen Legenden des deutschen Punk nach so langer Zeit geworden ist. In zwei Wochen wissen wir mehr!
* Die drei besten Punksongs/-singles?
Christian:
** Aheads – Solid Gold Promises
** Refused – New Noise
** Devo – Mongoloid

ELF:
** Dead Kennedys: Holiday in Cambodia
** Sex Pistols: Anarchy in the UK
** The Clash: Complete Control
http://www.dailymotion.com/videox6du8
* Ein Song, der Dich… weiter lesen
Die Rock’n'Roll Detektive legen los. Eben noch arbeiteten Max Mandel und Sigi Singer als Musikjournalisten beim Rock’n'Roll Express und interviewten Popstars. Jetzt sind sie arbeitslos. Mandel und Singer beschließen ein Detektivbüro zu übernehmen und belegen bei der IHK einen Kurs, um das Zertifikat “staatlich geprüfter Detektiv zu erhalten”…

Ganz ehrlich, was einleitende Promotexte zu Büchern angeht, steht obiger auf der Skala von “sofort zum Buch greifen!” zu “erst wenn mein letztes TKKG – Buch gelesen ist” schon sehr klar in der TKKG-Ecke. Aber damit tut man “Mandels Büro” tatsächlich unrecht, handelt es sich doch bei Berni Mayers Debütroman um einen lakonischen, gut zu lesenden, kleinen Krimi, der in der Musikindustrie spielt und mit schönen, eingeschobenen Slayer-Analysen aufwartet.
Mayer, früher Chefredakteur bei MTV, spielt schön mit den Rock-Klischees und versucht sich an einem Wolf Haas’schen Tonfall, auch wenn sein Mandel sicher… weiter lesen
Songs des Monats April (2): Graham Coxon, Jack White, MitteKill, Kommando Elefant, Kabeedies
von Christian IhleBevor wir bald die besten Songs des Monats Mai vorstellen, hier noch fünf Hörtipps aus dem letzten Monat, die – mit Ausnahme von Jack White natürlich – zu Unrecht untergegangen, aber absolut hörenswert sind:
6. Graham Coxon – Seven Naked Valleys

Während Kollege Albarn sich Red Hot Chili Peppers anlacht und African Funk nach England bringt, spielt sich Blur-Gitarrist Coxon wieder einmal durch seine eigene Vergangenheit. Das neue Album “A+E” ist bei aller Rauheit und im besten Sinne Unproduziertheit neben seinem großen Pop-Wurf “Happiness in Magazines” sein zugänglichstes Solo-Album. Vorausgesetzt man schätzt Blurs orangenes Album, ihr an den US-Indie-Rock angelehntes, unterschätztes Meisterwerk von 1997.
Soundcloud-Link
7. Jack White – Hip (Eponymous) Poor Boy

Endlich. Endlich vertrödelt Jack White… weiter lesen
Die kanadische Band Nickelback destilliert seit etlichen Jahren all das, was an Grunge widerlich war, in ihre eigenen Songs. Dave Grohl, dank seines Schlagzeugjobs bei Nirvana, nicht unschuldig an der Grunge-Explosion will sich aber offensichtlich nicht den Schuh anziehen, auch für alle fürchterlichen Nachfolger verantwortlich zu sein:

Ich muss ja ehrlich selbst zugeben: für mich war H-Blockx immer die Band, die um 1994 mit “Risin’ High” und “Move” zwei der größten Single-Hits des deutschen Crossover hatte. Dass die Gruppe noch existiert, klar, aber dass sie tatsächlich alle ihre folgenden sechs Alben seit diesen beiden Singles in den deutschen Top 20 platzieren konnte, das hatte mich beim Nachschlagen dann schon überrascht. Nun ist also das neue Album am Start und wie schon bei den Donots letzte Woche muss ich auch hier sagen: das ist eine amtliche, gut gemachte Single, die die alten Herren mit “Can’t Get Enough” da vorab veröffentlichen.
* Die drei besten Punksongs/-singles?

** All – Long Distance
** Anarchy in the UK
** Green Day – Basket case
http://www.dailymotion.com/videoxcxbh2
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“Eigentlich sollte an dieser Stelle ein offener Brief an Corinna Harfouch erscheinen. Darin (…) wäre es um die Frage gegangen, wie man als Corinna Harfouch in einen solchen Film hineingerät, ein neunzigminütiges Wachkoma, ohne Charme, ohne Tempo, ohne Dramaturgie, mit den vielleicht peinlichsten Dialogszenen, die das an peinlichen Dialogen nicht gerade arme ZDF-Fernsehen je zuwege gebracht hat. (…)
Wie, wäre also der Gedanke gewesen, ist die rundum verehrte für rundweg grauenhafte neunzig Fernsehminuten zu einer Knallcharge des Krimigenres geworden?
(…) Ja, man war unsicher, ob es tatsächlich so schrecklich ist, was man da sieht. Ob Sätze wie “Knutscht mich grad n Elch?” oder “Sie sehen aus wie mein erster Teddy” tatsächlich so unsäglich blöde sind, dass ein Mario Barth sie nicht in den Mund nähme. (…) Ob es nicht auf beispiellose Weise schäbig ist, dieselben Stadtaufnahmen nicht ein-, sondern gleich dreimal zu zeigen (Spreeufer, Schwenk, Fernsehturm); ob es nicht als Bloßstellung von Frauen gelten muss, wenn eine Kommissarin zu dämlich ist, ihre eigene Autotür zu öffnen oder wenn ein männlicher Kollege sie mit einem Schokodessert ruhigstellen kann.
Wir haben uns bei einer Person unseres Vertrauens, die jedweder herablassender Kritikerattitüde unverdächtlich und Rosamunde-Pilcher-gestählt ist, rückversichert. Und bestätigt gefunden, dass es so schrecklich ist, wie wir meinen und eigentlich an der Zeit für den offenen Brief: “Liebe Kollegen aus Mainz, Glückwunsch, es ist Ihnen gelungen, eine der profiliertesten Darstellerinnen des Landes in ein Szenario zu verstricken, gegen das sich Baumarkt-Werbung ausnimmt wie Nouvelle Vague.”
(…)Wir schrieben den Brief aber nicht, behielten die beschämende Sache für sich, bewahren aber die DVD sorgsam auf, in Hinblick auf mögliche Feinde, die man, unter dem Vorwand, es ginge um Corinna Harfouch, vor den Fernseher locken würde, um sie anschließend in die Verzweiflung zu treiben.”
(Daniel Haas in der FAZ über den ZDF-Fernsehfilm “Schmidt & Schwarz” mit Corinna Harfouch und Michael Gwisdek)
German Blind Date (6): Joe Goddard (Hot Chip) über Die Sterne, Fehlfarben, Justus Köhncke, Tocotronic, Blumfeld, DJ Koze…
von Christian IhleNachdem Joe Goddard gerade in unseren Songs des Monats mit seiner “Gabriel”-Single aufgetaucht ist und die Veröffentlichung des neuen Hot-Chip-Albums bevorsteht, ein guter Zeitpunkt dem Briten einige deutsche Songs vorzuspielen – es zeigt sich mal wieder, dass elektronische Musik aus Deutschland die Grenzen überschreitet und auch in England die KÜnstler ein Begriff sind, während ihm die Gitarrensongs – so gut sie Goddard auch gefallen – völlig neu sind:
Fehlfarben – Es Geht Voran (1980)

This is good. Guitars sound great. The groove is nice. Vocals are quite shouty! Wish I knew what was making the singer so angry.
Die Sterne – Fickt das System (1992)

Love this. Has a great feel, and the vocals sound relaxed and cool. I like the video as well. Somehow the music reminds
“Bap und die Scorpions gelten gemeinhin ja als die schlechtesten Bands, die jemals in Deutschland Musik gemacht haben. (…) Selbst nach intensiven Recherchen und vom Verfasser dieser Kolumne weitgehend furchtlos vorgenommenen Selbst-Hör-Versuchen will sich nicht mal im frühsten Frühwerk von BAP irgendeine Idee von musikalischem Wert, ein künstlerischer Funke oder auch nur ein Zeichen von Lebendigkeit finden. Schon immer haben Bap jene primitiv-maskuline Bluesrock-Doublette gepflegt, für die man sie fürchtet.”
(Jens Balzer in der Berliner Zeitung)
Mit Dank an Daniel!

1. Der Film in einem Satz:
“Zwischennutzung – Das Movie!”
2. Darum geht‘s:
“Berlinized” wirft einen Blick zurück auf jene, bereits mythisch verklärte Zeit nach der Wende, in der das Berlin der Mitt90er mit seinen Leerstände und Freiräume Künstlern aller Couleur Möglichkeiten zuhauf bot, sich und ihre Ideen zu verwirklichen. Ob Mode, Film, Musik oder – klar – einfach nur Party, wer damals dabei gewesen ist, wirft einen nostalgischen Blick auf eine Stunde Null zurück, als Gentrifizierung noch kein Writing On The Wall sein konnte, weil man an diesen Wänden vor lauter Graffiti eh nichts hätte lesen können.

“Berlinized” sammelt die Protagonisten jener Jahre ein, die aber Außenstehenden nicht allzu viel sagen dürften – über Berlin hinaus bekannt wurden Jeans Team und Jim Avignon, währen Kollegen wie Captain… weiter lesen

Hartnäckigkeit zahlt sich aus: seit 16 Jahren veröffentlichen die Donots nun schon Pop-Punk-Platten, aber mit ihrem neuesten Werk “Wake The Dogs” konnten sie tatsächlich letzte Woche ihr erstes Top-Ten-Album der Bandkarriere verzeichnen. Glückwunsch!
* Die drei besten Punksongs/-singles?
Da bleibe ich klassisch und sage:
The Clash – London Calling
Descendents – I’m The One
Ramones – Blitzkrieg Bop

* Ein Song, der Dich immer zum Tanzen bringt?
Alles von Bad Religion, egal ob ich nüchtern oder knüppelvoll bin.
* Die interessanteste / beste „neue“ Band/Künstler ist?
Mein letztes richtiges “Finger-In-die-Luft-Recken-Und-Mitsingen-Erlebnis” hatte ich beim wunderbaren Frank Turner aus England.
Der gute Mann ist smart, hat eine… weiter lesen
