Archive for Oktober, 2007

29.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Schmähkritik (39): Arminia Bielefeld

von Christian Ihle & Horst Motor

“Überraschende Neuigkeiten aus Ostwestfalen. Gemäß einer Umfrage unter 14- bis 65-jährigen Fußballinteressierten in Bielefeld und Umgebung glauben an den Meistertitel für Arminia Bielefeld in dieser Saison: null Prozent.
Das Ergebnis hat Gründe. Erstens spielen die Bielefelder seit Wochen einen solch traurigen Fußball, dass es schon ein Zeichen von Wohlwollen war, dass es bei der Umfrage nicht zu Handgreiflichkeiten seitens der 14- bis 65-jährigen Fußballinteressierten gekommen ist.
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28.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Album des Monats September / Platz 2: Two Gallants – Two Gallants

von Christian Ihle & Horst Motor

Faul sind sie wirklich nicht, die beiden Gallants: 2006 veröffentlichten sie ihr zweites Album, vor einem guten halben Jahr eine weitere EP mit neuen Songs und nun steht schon Album Nummer Drei im Regal. War die letzte Platte „What The Toll Tells“ noch auf halben Weg zwischen Punk und Folk, zeigte die EP eine Richtungsänderung an: die krachenden Gitarren wurden eingemottet und zu akustischer Begleitung Moritate aus den Weiten des amerikanischen Landes gesungen. … weiter lesen

26.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Love Music Hate Racism

von Christian Ihle & Horst Motor

In der aktuellen Ausgabe des britischen NME findet sich eine CD, die in Zusammenarbeit mit der antifaschistischen, antirassistischen Londoner Initiative Love Music Hate Racism zusammengestellt wurde.
Neben der dem Heft beiliegenden CD steht der zweite Teil des Doppelalbums – ebenfalls kostenlos – im Internet zum Download bereit.

Grund der Aktion ist auf den verstärkten Zulauf rechtsextremer Parteien in England aufmerksam zu machen. Bei den Wahlen im Mai 2006 wurden 7 % der Stimmen für das rechtsextreme Spektrum abgegeben und die British National Party (BNP) ging nun dazu über, eine kostenlose CD mit fragwürdigen bis fremdenfeindlichen Texten vor Schulen zu verteilen.
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25.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Schmähkritik (38): Oliver Pocher und Manuel Andrack

von Christian Ihle & Horst Motor

“Guckt mal, wie er sich freut! Da vergluckst er wieder die halbe Pointe, weil er so sensationell lustig findet, was er gleich sagen wird. In seinem Bühnenprogramm wirft ihn sein eigenes Gekicher regelmäßig aus der Rolle, die er gerade spielt. Und als er bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises auf der Bühne steht und alle im Saal abwatscht, die abgewatscht gehören, müssen sich die guten bösen Worte mühsam einen Weg durch eine Art Schluckauf aus Aufregung und Begeisterung bahnen. Das ist erstmal eine feine Sache, wenn jemandem die eigene Arbeit offenkundig so viel Vergnügen bereitet wie Oliver Pocher.

(…)

Und selbst das merkwürdig pubertäre Dauergegluckse hat sein Gutes: Weil Pocher die ganze Zeit selber über sich lacht, braucht er keinen Manuel Andrack, der es für ihn tut.”

(Stefan Niggemeier, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

24.10.2007 von Christian Ihle
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Radiohead: Die Relevanz erstreckt sich auf den Marketingsektor.

von Christian Ihle

Am Ende des Regenbogens findet sich ein Töpfchen Gold, sagt die Legende. Radiohead beweisen dank geschicktem Marketing mit “In Rainbows” wie wahr dieser Satz auch für das Musikbusiness 2007 sein kann.

Dank einer Reihe unumstrittener Albummeisterwerke (von The Bends bis Amnesiac) erreichten Radiohead eine sakrosankte Stellung in der heutigen Musikszene. Sänger Thom Yorke gerierte sich dabei immer als Vorkämpfer für eine bessere Welt, als ein thinking man’s Bono, gegen das eigentlich auch nichts einzuwenden ist.
Doch das grundsätzliche Radiohead-Problem lag darin, dass sie nie bereit waren den gleichen Weg zu gehen, den sie predigten – zumindest nicht bis zum Ende. Jede Radiohead-Aktion, die ihr politisches Gewissen offen legen sollte, hatte immer den Ruch eines Marketing-Gimmicks. Als ein schlagendes Beispiel soll nur Radioheads „Zelttour“ durch England genannt werden, bei der peinlich genau darauf geachtet wurde, dass keine „großen“, bösen Firmen ihre Produkte verkaufen, sondern alle Lizenzen an mit Naomi-Klein-Unbedenklichkeits-Siegel versehene Unternehmen ging. Prinzipiell eine lobenswerte Sache, wird sie aber doch völlig entwertet, wenn Radiohead sich auf der anderen Seite nicht scheuen, für eine horrende Summe den Headlining-Slot bei Rock im Park zu übernehmen, dem durchkommerzialisiertesten Festival auf deutschem Boden.
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23.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Im Plattenladen im September (2): Athlete, Irene, Rooney

von Christian Ihle & Horst Motor

Athlete – Beyond The Neighbourhood

Dass Athlete mit ihrem Zweitwerk “Tourist” schlagartig die Fahrtrichtung änderten und mal eben um zwei generationen alterten, ließ sich schwer verkraften. “Beyond The Neighbourhood” möchte nichts geradebiegen. Ist aber trotzdem ziemlich reizend.

Wenn man sich heute die Videos zu “El Salvador” und “You Got The Style” ansieht, mag man kaum glauben, was Athlete heute für eine Band sind. Ungestüm, dreckig, mitreißend und funkelnd war das Debüt “Vehicles And Animals” – traurig, elegisch, dumpf und pathetisch war dann “Tourist”. Vekauft haben sich beide Alben mehrere hundert tausend mal. Hierzulande krebsen die Engländer nachwievor herum. Und das, obwohl der Coldplay-regler mittlwerweile auf zehn hochgedreht wurde.
Jetzt ist also der Weg festgeschrieben: der ausufernde Popsong wird gesucht. Geboten wird: ein komplett eigenproduziertes Album. Kein Lo-Fi, kein Grandaddy, aber auch kein Flaming Lips. “Beyond The Neighbourhood” gibt sich erwachsen. “Hurricane” ist Stadion-Pop galore, hat eine hübsche Melodie und… weiter lesen

21.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Schmähkritik (37): George W. Bush

von Christian Ihle & Horst Motor

“Sometimes it seems the only way to make sense of the Bush administration is to imagine that it’s a vast experiment concocted by mad political scientists who want to see what happens if a nation systematically ignores everything we’ve learned over the past few centuries about how to make a modern government work.”

(Paul Krugman, New York Times)

19.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Popblog goes Undertube

von Christian Ihle & Horst Motor

Die feine Internetsendung “Undertube”, deren Konzept es vorsieht, mit der U-Bahn durch Berlin zu fahren und dabei über Musik zu reden und einen Künstler zu interviewen, hat in ihrer aktuellen Ausgabe den Popblog zur Gastmoderation eingeladen:

alternativer Link, Folge 26

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18.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Schmähkritik (36): Der Film Pornorama

von Christian Ihle & Horst Motor

“Alles was einen am deutschen Kino in Verzweiflung treiben kann, lässt sich an diesem Film illustrieren. Nur das eine nicht: “Pornorama” ist wenigstens ein guter Titel. Er klingt fast wie eine Verheißung, wenn man dazu nimmt, dass der Film sich lose an die Karriere des deutschen Sexfilmkönigs Alois Brunner anlehnen sollte, über den Syberberg 1969 die Dokumentation “Sex Business – Made In Passing” gedreht hat. Es fehlt auch nicht an großen Namen: Benno Fürmann ist dabei, Tom Schilling, Karoline Herfurth, Michael Gwisdek. Produziert hat Bernd Eichinger, Regie führt Marc Rothemund, der in “Sophie Scholl” gezeigt hat, dass er auch ernstere Themen stemmen kann.

Da hätte ja mal ein deutsches Boogie Nights herauskommen können. Oder so was wie “Larry Flynt”. Oder irgendetwas, das ein Minimum an Ambition hätte erkennen lassen. Stattdessen ist “Pornorama” eine Klamotte, die an Verklemmtheit die Sexfilme der Sechziger noch übertrifft, aber auch als Hommage ohne Sinn… weiter lesen

17.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Album des Monats September / Platz 3: The Weakerthans – Reunion Tour

von Christian Ihle & Horst Motor

Diesem Text gehen drei Stunden voraus, in denen ich mich auf die Texte der neuen Weakerthans-Platte konzentrierte. Sinn der Aktion war, dass ich mit einem einfachen Zitat aus „Reunion Tour“ hier einen Eingang finde, mit dem ich Euch auf die Seite dieser Band ziehe.
Ich fand mich irgendwann auf meiner Couch wieder, vertieft in der Lyrik von John K. Samson und mir selber völlig im Klaren, dass ein oder zwei (vielleicht drei) Zeilen hier gar nicht erzählen können, was wirklich passiert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn „Reunion Tour“ auch nur als Buch erschienen wäre (oder auch jede andere Platte der Weakerthans), ich wäre absolut begeistert davon.
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