30.10.2010 von Christian Ihle
Subkulturen im Ruhrgebiet der frühen 80er! Ein weites Feld. Nachdem wir uns kürzlich ausführlich mit Punks in Duisburg 1981 beschäftigt haben, werfen wir einen Blick auf Dortmund- und Schalke-Fans 1983. Wobei sich eventuell die Frage stellt, ob man überhaupt von Subkultur sprechen kann… Stilistisch oftmals atemberaubend, finden sich schöne O-Töne (“Mein Name ist Uwe, von Beruf asozial. Wir sind an Karfreitag gegründet worden, weil da eh nichts los war und der Hund begraben war.”) und ein zunächst faszinierendes Länderrätsel, das sich bei weiterem Nachdenken in Wohlgefallen auflöst.
Nachdem der Herr Schnauzbart sein Fußballfanstatement vor einem Banner mit dem Union Jack gegeben hat…

…auf dem “RUSSENFRONT” stand, war ich zunächst verblüfft: welches politische Statement soll sich hinter dieser seltsamen Allianz aus Großbritannien und Russland verbergen, das zudem mit der fragwürdigen Gestaltung der beiden “S” auf dem RUSSENFRONT-Banner einherging? Bis mir auffiel, dass sich nicht Borussen-Uwe ein wirres Banner zusammengestickt hat,… weiter lesen
29.10.2010 von Christian Ihle
Im Rahmen des Audiolith-Labels, das ja gern entweder die blutjungen Künstler oder die, die zumindest so klingen möchten, bei sich vereint, ist das Züricher Elektro-Duo Saalschutz schon mit Alte-Hasen-Charakter zu versehen. Nach neun Jahren ist in diesem Oktober nun das dritte Album veröffentlicht worden. Unsere Fragen nach ihren Lieblingsplatten beantworteten gleich beide Saalschützer, sowohl DJ Flumroc als auch M T Dancefloor.

* Die drei besten Punksongs/-singles?

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Flumroc:
** Richard Hell & The Voidoids: Blank generation
** The Ramones: Sheena is a punk rocker
** The Sonics: Keep a knockin
MTDF:
** X-Ray Spex: Identity
** The Ramones: I wanne be your Boyfriend
** The Diodes: Time Damage

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* Ein Song, der Dich immer zum Tanzen bringt?
Flumroc: Tenor saw: Pumpkin Belly (Tenor Saws Version von Wayne Smiths “under me sleng teng”)
MTDF: Back in Black von AC/DC. Wenn Devil Horns zeigen und Headbangen als Tanzen gilt.
** Die interessanteste / beste „neue“ Band ist?* … weiter lesen
28.10.2010 von Christian Ihle
Nachdem alle in hektischer Aufregung ihre Jahrzehntcharts zusammenstellten, zog sich das Popblog in ein einsames Programmkino zurück und tüftelte einige Monate an seiner definitiven “Die besten 50 Filme der letzten zehn Jahre” – Liste. Ausgiebiges Debattieren und Abstimmen später ist die “besten Filme des Jahrzehnt”- Liste nun vollständig.
(Die bisherigen Folgen Platz 50 – 35, Platz 34 – 21 und Platz 20-11 verbergen sich hinter den jeweiligen Links)
Der Countdown kann beginnen:
10. Oldboy (Regie: Chan-Wook Park, Südkorea, 2003)

“Oldboy” war ein Ungetüm. Auf den ersten Blick war der koreanische Cannes-Sieger nur ein Genrefilm, ein Vengeancemovie, ein Rachestreifen. Doch als uns Chan-Wook Park nach 40 Minuten mit der Auflösung des “wer?” zum ersten Mal den Boden unter den Füßen weggezogen hatte, dämmerte uns, dass wir hier keinem Film, sondern einem Ereignis beiwohnen – in dem (selten genug!) nach einem “warum?” gefragt wird. Und der koreanische Meisterregisseur, vielleicht der talentierteste Bilder-Arrangeur seiner Generation, hat auch in den kommenden eineinhalb Stunden seiner Geschichte von shakespear’schen Ausmaßen nicht nachgelassen, uns zu überraschen, zu überwältigen und – wie die Hauptfigur selbst – sprachlos zurückzulassen, weil uns das offene Ende, nach allen möglichen Brutalitäten zuvor, aus dem Kino hinauslächelte und wir nicht wussten, ob wir gerade tatsächlich das letzte verbliebene Tabu gut heißen sollten.

Dass Park dazu zweimal eine Neudefinition von Poetik in Kampfszenen lieferte, ist dabei nur eine Randnotiz im Vergleich zur Größe der Geschichte. (CI)
9. 28 Days Later… (Regie: Danny Boyle, UK 2002)

Das letzte Jahrzehnt läutete in mehrfacher Hinsicht das furiose Comeback des britischen Regisseurs Danny Boyle ein, der mit “The Beach” nach Hollywood ausgezogen war, nur um dann mit der … weiter lesen
27.10.2010 von Christian Ihle
“Flowers zimmert aus altbekannten Melodieführungen gefällige Zweite-Hand-Weisen: melodisch höchst einfältige Refrains und Arrangements, bei denen jede Wendung vorhersehbar ist. So etwas wie die Operetten des Gitarrenrock. (…)
Flowers beherrscht den Effekt, das wars dann aber … weiter lesen
26.10.2010 von Christian Ihle
1. Der Film in einem Satz:

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It’s not about the money – It’s about the game.
2. Darum geht‘s:
Michael Douglas gibt wieder den Gordon Gekko, Oliver Stone mal wieder den unbelehrbaren Anti-Kapitalisten – und mitten drinn bemühen sich Youngsters Shia LaBeouf und Carey Mulligan, die reichlich dünne Story nicht vollkommen absaufen zu lassen. Mulligan spielt Gekko’s Tochter Winnie, die während der Haftzeit ihres berühmten Vaters jeglichen … weiter lesen
25.10.2010 von Christian Ihle
“We were playing a festival in Dublin the other week. There was this other group like, warming up in the next sort of chalet, and they were terrible. I said ‘shut them cunts up’ and they were still warming up, so I threw a bottle at them. The bands said ‘that’s the Sons of Mumford’ or something, ‘they’re number five in charts!’. I just thought they were a load of retarded Irish folk singers. … weiter lesen
22.10.2010 von Christian Ihle

Eine der erstaunlicheren Erfolgsgeschichten der Britpopära war der Aufstieg von Ocean Colour Scene zu Millionen-Sellern. Befreundet mit Oasis und Paul Weller hat die Band aus Birmingham die meisten ihrer damaligen Zeitgenossen sogar überlebt.
Gitarrist Steve Cradock legt nun sein erstes Soloalbum vor.
Your three favourite Punk singles/songs?

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* “In The City ” – The Jam
* “Ever fallen in Love” – The Buzzcocks … weiter lesen
21.10.2010 von Christian Ihle
Auch im aktuellen Business Punk Magazin hat das Popblog wieder die Rubrik übernommen, in der neue Bands vorgestellt und erklärt werden. Nach Folge 1: The Drums nun im zweiten Teil die Sleigh Bells:

Wer braucht lästige Bandkameraden, wenn man auch zu zweit schön Krach machen kann? Die White Stripes verfolgen bereits seit einem Jahrzehnt das Zwei-Personen-Prinzip, nun sind Sleigh Bells die Nächsten, die mit Minimalbesetzung maximalen Lärm veranstalten. Während sich Songwriter Derek E. Miller schamlos seinen Vorlieben für 80er-Jahre-Hard-Rock-Gitarrenriffs hingibt, die Regler auf 11 dreht, um die Lo-Fi-Produktion komplett in den roten Bereich zu fahren, singt Sängerin Alexis Krauss mit all der Verzweiflung einer ehemaligen Coffee-Shop-Bedienung über Millers Krachteppiche. World-Pop-Revoluzzerin M.I.A. verliebte sich in das amerikanische Duo und veröffentlicht das Album auf ihrem eigenen Label – plausibel, schließlich feiern M.I.A. und die zwei Garagen-Lofi-Pop-Wunderkinder beide die Vermählung von Kakophonie mit knalligem Pop. Während das Album „Treats“ (Sony) ohne Abstriche zu empfehlen ist, sind sleighbellsche Konzerte kritischer zu sehen: Es stellt sich die Frage, ob der Begriff „Liveauftritt“ bei einer Performance mit etwa zwei Prozent live gespielter Instrumente überhaupt angemessen ist. Dazu kommt noch Alexis Krauss irrlichterndes White-Trash-Auftreten, das den Charme einer betrunkenen Animierdame beim Karaoke versprüht. Sleigh Bells, ein Band gewordenes Argument für die Tonkonserve. … weiter lesen
20.10.2010 von Christian Ihle
Jetzt da Weihnachten unweigerlich naht, vielleicht doch eine Idee, sich für die Liebsten eine der schönen Whoodoo Dolls Puppen zu bestellen.
So kann man beispielsweise per Puppe dem guten Sid Vicious auch nach seinem zu frühen Tod bei seiner Lieblingsbeschäftigung unterstützen und ihn mit Nadeln stechen…

…oder passend zum schmerzhaften Lärm des neuen Grinderman-Albums Nick Cave mit Nadeln malträtieren:

Nicht ganz so gut getroffen, ist dagegen der gute Pete, aber der Hut hilft beim Wiedererkennen dann doch ungemein:

18.10.2010 von Christian Ihle
Der bulgarische Ministerpräsident zeigte sich vor drei Wochen nur eingeschränkt erfreut, dass Lothar Matthäus neuer Trainer der bulgarischen Nationalmannschaft wurde:
“Ich weiß nicht, was er in Bulgarien will. Das Maximum, das er rausholen kann, ist, nochmal zu heiraten.”
(Bojko Borissow über Lothar Matthäus) … weiter lesen