Archive for März, 2012

30.03.2012 von Christian Ihle
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Kochen und Theater mit Ja, Panik: Ein Ei so groß wie ein Kürbis zubereiten!

von Christian Ihle

ja panik theater


Das Ja-Panik-Imperium wächst und wächst. Dieses Wochenende spielen die Österreicher am Berliner HAU-Theater live zu einem Theaterstück von Patrick Wengenroth, das Rainald Goetz und Franz-Josef Wagner gegeneinander antreten lässt: KATARAKT/BRIEF AN DEUTSCHLAND VON RAINALD GOETZ/FRANZ JOSEF WAGNER.

Nicht genug damit beschäftigt, die Hochkultur zu erobern, haben Ja, Panik zu Beginn des Jahres beschlossen, den Kapitalismus mit eigenen Mitteln anzugreifen. So wurde folgerichtig der Jein-Ganik-Laden im Internet gegründet, bei dem die Gruppe Ja, Panik neue Maßstäbe im Bereich Band-Merchandise setzt und so beginnt am Boy-Division-Thron zu kratzen. Die Hamburger Band hatte bisher mit ihrem einklappbaren und überall mithinnehmbaren Schnapsglas des Popblogs liebsten Merch-Artikel feil geboten.





Im Jein-Ganik-Laden finden sich nicht nur ein flauschiges Wurstvogel-Stofftier oder handbeschriebene und mit Rotwein überschüttete T-Shirts (“Die Baumwollshirts werden erst mit einem Eddingweiter lesen

29.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (486): das Saarland

von Christian Ihle

Klar, Saarland-Bashing ist billig und einfach. Aber geht halt auch immer, vor allem wenn von der guten Caro Korneli vorgetragen:

“Das Saarland ist die hässliche Schwester der hässlichen Schwester. Kurz: die Claudia Roth unter den Bundesländern.
So beliebt wie Carsten Maschmeyer, so insolvent wie Schlecker.”



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27.03.2012 von Christian Ihle
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We begin bombing in five minutes: Ronald Reagen, Bootsy Collins und die Talking Heads. Bonustrack: Ramones.

von Christian Ihle

Aufgrund der Mikrofonpanne von Obama sei mal wieder an Ronnie Reagens augenzwinkernde Atomkriegsankündigung von 1984 erinnert. Aus dem Sample “My fellow Americans, I’m pleased to tell you today that I’ve signed legislation that will outlaw Russia forever. We begin bombing in five minutes” haben einst Bootsy Collins und Jerry Harrison von den Talking Heads (und vorher Modern Lovers) einen schönen Funk/Postpunk-Song unter dem Namen Bonzo Goes To Washington gebastelt:


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Der “Bonzo” im Projektnamen “Bonzo Goes To Washington” ist übrigens ein Spitzname von Ronald Reagan, der sich auf seinen Film “Bedtime For Bonzo” bezieht – in jenem Film spielt Reagan zwar mit, der gute Bonzo ist aber ein Schimpanse…





Den Spitznamen “Bonzo” griffen auch die Ramones in ihrem Song “Bonzo Goes To Bitburg”… weiter lesen

27.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (485): Die Tribute von Panem (The Hunger Games)

von Christian Ihle

Dieses Wochenende hat The Hunger Games in der US-Filmindustrie für verblüffte Gesichter gesorgt und selbst die hohen Erwartungen hinsichtlich der Wiederholung der Twilight-Erfolge praktisch pulverisiert – das drittbeste (nicht inflationsbereinigte) Startwochenende der Filmgeschichte ist zu verzeichnen. Batman, Harry Potter und The Hunger Games heißt es nun auf dem Startwochenendentreppchen.



Inhaltlich war aber nicht jeder begeistert:


“You know the feeling you get when you wrap a waist belt around your femoral artery and tauten it until you start to experience fatigue, discomfort, and extreme frustration? Such is the sensation derived from viewing the lavishly praised and mega-hyped adaptation of The Hunger Games. (…) Director Gary Ross orchestrates the action and the human drama accordingly, falling into nearly every trap of lazy storytelling and phony sentiment that he sets for himself. (…) The Hunger Games falls short in pursuing all available avenues: It isn’t convincing enough to move those looking for naked emotion, political enough to please those in search of biting commentary, nor even stirring or hard-boiled enough to masquerade as a serviceable action vehicle. Those who had been expecting this to be our generation’s Blade Runner will quickly find themselves struggling with the same reality that befell those who were once convinced that M. Night Shyamalan would be the next Hitchcock.”


(Asawin Suebsaeng in MotherJones)

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26.03.2012 von Christian Ihle
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Love (Regie: William Eubank)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:

Im Weltraum hört dich niemand schluchzen.



2. Darum geht‘s:

Der Astronaut Lee Miller ist die alleinige Besatzung einer Raumstation und verrichtet dort Instandhaltungsarbeiten. Sein einziger Kontakt zur Erde ist die Funkanlage, die ihm Nachrichten und Videobotschaften überträgt. Eines Tages bekommt er keine Antwort mehr und nur eine letzte Nachricht gelangt noch zu ihm: man habe Probleme und er müsste jetzt durchhalten, es könne einige Zeit dauern, bis man wieder Kontakt aufnehmen könne…


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Das ist es dann auch schon, was “Love” an Story bereithält. Ähnlich wie “Solaris” oder auch “Sunrise” ist “Love” eine Reise in die weitest entfernt gelegenen Regionen, aber eigentlich eben vor allem eine Reise nach innen. Das Abreissen des Kontakts zur Welt als Bild für die Unmöglichkeit mit der Außenwelt zu kommunizieren und die sich daraus… weiter lesen

23.03.2012 von Christian Ihle
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German Blind Date: The Stranglers über Die Sterne, Tocotronic, Blue Angel Lounge, Ja Panik

von Christian Ihle

The Stranglers sind tatsächlich immer noch unterwegs und veröffentlich munter neue Platten.
In den späten 70ern waren The Stranglers eine der Punkbands mit einem aus der Masse herausstechenden Sound, der extrem von seinen Basslinien und Orgelklängen getragen war – bestes Beispiele natürlich “Nice & Sleazy”:


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Dann kam eine New-Wave-Phase, in der stark auf Synthies zurückgegriffen und mit “Strange Little Girl” oder “La Folie” erstaunlich zarte Songs veröffentlicht wurden. In den 80ern gab es dann ein großes Pop-Comeback, als “Always The Sun” auf einmal always im Radio war. The Stranglers sind bis heute weiter marschiert und Anfang März ist tatsächlich bereits das 17. (!) Album erschienen. Wir haben ihnen einige deutsche Songs vorgespielt und waren gespannt, was die Punkrockikonen so darüber denken:

1. Die Sterne – Fickt dasweiter lesen

22.03.2012 von Christian Ihle
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Livid (Regie: Alexandre Bustillo & Julien Maury)

von Christian Ihle

1. Der Film in einem Satz:

“Insidious” von den “Inside”-Machern.



2. Darum geht‘s:

Die junge Lucie tritt ihren ersten Tag als Praktikantin in der Seniorenpflege an. Gemeinsam mit der älteren Kollegin Wilson fährt sie zu pflegebedürftigen Alten und stattet zuletzt der in einem verlassenen, verwachsenen Haus wohnenden und dort im Koma liegenden Oma Jessel einen Besuch ab. Nachdem Wilson von einem angeblich dort versteckten Schatz erzählt, wird Lucie hellhörig und macht sich prompt noch in der gleichen Nacht mit zwei Freunden zu einem Einbruch in jenes im Nirgendwo liegende, verwilderte Haus auf.

Dass das nicht für alle Beteiligten gut endet, kann sich der Haunted House – Connaisseur natürlich denken. “Livide” bewegt sich – ohne zu viel verraten zu wollen – in Richtung einer Gothic Ghost Story, was erstens Geschmackssache und zweitens einfach schade ist, haben doch die Regisseure und Autoren Alexandre Bustillo & Julien Maury vor gut fünf… weiter lesen

21.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (484): Björk

von Christian Ihle

Stellvertreterschmähung via Katz und Goldt:


20.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (483): Madonna

von Christian Ihle

“Noch öfter allerdings fällt das Wort “Girl”.”Girl Gone Wild” heißt das erste Stück, “Some Girls” das sechste, in einem Bonustrack bezeichnet sie sich als Birthday Girl. Doch wenn man überlegt, wofür beides steht, dann hätte man gern ein paar Girls durch ein paar Bitches ausgetauscht: Ja, wird diese Frau denn nie erwachsen? Fühlt sie sich wirklich immer noch wie mit 16? Und damit wie ihre Tochter? Kann mal jemand einen Therapeuten für Lourdes buchen? Oder ist das längst passiert?

Der Rest des Albums ist das gewohnte Madonna-Konglomerat aus Teenie-Inhalten: Dancefloor-Stories, “sins”, “love”, “beauty” und tanzbare Clubtunes im Deppentechnoformat. “MDNA” liefert sozusagen Remixe, bevor die Stücke da waren. Fitnessstudiomusik ohne Studio. Oder sogar mit: Bei einem Song wie “Superstar” mit seinem Refrain “Oooh la la you’re my superstar” sieht man den Crosstrainer förmlich qualmen, und es wird einem klar, dass ein solches Werk genau dort drauf entstanden sein muss. (…) Oder einfach mal die Begleitmusik relevanter gestalten? Einen Siebenerakkord reinschmuggeln? Einen Beat mitnehmen, zu dem nicht auf der Eins und Drei gestampft wird?

(…) Doch Madonna traut sich seit Jahren nichts mehr, weil sie fürchtet: Lasse ich einmal auch nur kurz die Poledance-Stange los, lässt mich keiner mehr ran. Und wahrscheinlich stimmt das sogar. Auf “MDNA” jedenfalls gibt sie vor allem das biegsame Disco-Funkenmariechen, dazu ein kleines bisschen (in “Ray of Light”-artigen Songs wie “I’m a Sinner” und “Falling Free”) die Eso-Hexe. Und oft und gern jene merkwürdig unpassende “bitch”, die zum Beispiel einem “Beautiful Killer” verfällt, der ihr in Oralsex-Symbolismus die Pistole in den Mund schiebt. (…) Dazu gibt’s von M.I.A. weggesampelte Pistolenmagazingeräusche und den Spruch “If you gonna act like a bitch, you’re gonna die like a bitch”. Das hat die Übermutter garantiert in irgendeinem Gangsta-Rap-Video erlauscht. Oder bei Bushido.”



(Jenni Zylka bei SPIEGEL Online über das neue Madonna-Album)

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19.03.2012 von Christian Ihle
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Viva Riva! (Regie: Djo Tunda Wa Munga)

von Christian Ihle

viva riva


1. Der Film in einem Satz:


Money. That’s what I want.


2. Darum geht‘s:


Riva schmuggelt Benzin von Angola nach Kinshasa. Der dortige Treibstoff-Notstand macht ihn zu einem reichen Mann – was er sich anmerken lässt und Neid, Begierde und Verfolgung nach sich zieht.


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Der kongolesische Film Viva Riva! ist klassisches Genre-Kino, ein Actionthriller mit vielen Wendungen, der immer abwechslungsreich bleibt. Aufgrund des Fehlens einer übergreifenden Vision sicherlich kein großer Wurf wie beispielsweise “City Of God” ist “Viva Riva!” aber kompetentes Actionkino, das im Vorübergehen den Zerfall von menschlichen Beziehungen und die Erosion jeglichen Vertrauens durch die Gier nach Geld in einem armen Land ohne soziales Netz dokumentiert. An Wucht verliert “Viva Riva!” aber durch das zu irrationale Verhalten seiner Hauptfigur, dessen devil-may-care-Attitude in Anbetracht… weiter lesen