28.09.2012 von Christian Ihle

“There is nothing worse than the people who decide once a year that drinking is a fun thing to do. These foul people get in the way of us seasoned drinkers. They clutter up the pavement as they stumble around glassy eyed their bodies unable to stand the amount of drink they have imbibed, they are an ugly sight. Ocotberfest is full of these cunts. They need to leave drinking to the professionals, understand that it is a full time job and to stay the fuck out of my way.”
(Eddie Argos von Art Brut auf dem Blog seiner neuen Band Lo Fi Punk Rock Motherfuckers über das Oktoberfest)
Bonus Track:
Wer Gefallen daran findet, Bayern und ihre Bräuche zu schmähen, findet auch hier bei Georg Seeßlens letztjährigem Text über “Tracht und Niedertracht”… weiter lesen
27.09.2012 von Christian Ihle

Bernadette Hengst stammt aus Bad Salzuflen und ist einst im Umfeld des dortigen “Fast Weltweit” – Labels groß geworden. Fast-Weltweit-Kollegen in den späten 80ern waren Bernd Begemann, Die Sterne, Jochen Distelmeyer oder Michael Girkes Band “Jetzt!”. Danach war La Hengst zunächst in “Die Braut haut ins Auge” aktiv und startete vor zehn Jahren ihre Solokarriere. Nachdem auf dem letzten Album ein alter Jetzt-Song “Das Dorf Am Ende Der Welt” gecovert wurde, sind dieses Mal Rocko Schamoni und Knarf Rellöm Gäste auf der aktuellen Platte.
* Die drei besten Punksongs/-singles?

** 6 Jahre sind genug: Angeschissen
** Sheena is a punkrocker: Ramones
** Wenn ich ein Turnschuh wär: Die Goldenen Zitronen

* Ein Song, der Dich… weiter lesen
26.09.2012 von Christian Ihle
1. Bonnie Prince Billy – I See A Darkness

Es ist wohl an der Zeit festzustellen: “I See A Darkness” von Will Oldham ist eines der herausragenden Lieder der letzten Dekade. War die ursprüngliche Variante noch ein überaus fragil hingehauchtes Todesliedchen, so ist aus dieser Vorlage in der Folge robuster, melancholischer Country (die Johnny Cash – Coverversion) ebenso entstanden wie Electropop (via Acid Pauli) und nun eben eine seltsam beschwingte Eigencoverversion von Oldham auf seiner neuen EP “Now Here’s My Plan”. Ein schöner Service: man kann nun zu jeder Tageszeit ganz nach aktueller Stimmungsschwankung zu einer Version von “I See A Darkness” greifen. Ein Soundtrack der Bipolarität.
2. Chromatics – These Streets Will Never Be The Same

“Kill For Love”,… weiter lesen
25.09.2012 von Christian Ihle

Jörn Morisse und Oliver Koch, ehemaliger Bassist der Band Tomte und jetztiger Herausgeber des Magazins OPAK, haben Gespräche über das Älterwerden im Jugendlichkeitswahnbusiness Pop geführt. Eine Sammlung dieser Interviews mit Künstlern wie Animal Collective, Jaki Liebezeit (Can), Justine Frischman (Elastica) oder Conor Oberst (u.a. Bright Eyes) ist in dem Buch “Never Get Old?” erschienen – heute nacht sendet Deutschlandradio Kultur zudem ein einstündiges Feature zu diesem Projekt:
Mi., 26.September 2012, 0.05 Uhr
Deutschlandradio Kultur
Never get old?
Vom Älterwerden im Pop
Feature von Jörn Morisse und Oliver Koch
Regie: Johanna Olausson
Die beiden Autoren haben uns ihre Interviews mit Conor Oberst und Justine Frischman zur Veröffentlichung bereitgestellt.
Conor Oberst – oder irgendwas mit pferden
conor oberst wurde am 15. Februar 1980 in Omaha, Nebraska, geboren… weiter lesen
24.09.2012 von Christian Ihle
“Sabberpop von jungen Rentnern: Finger weg vom neuen Killers-Album! Es sei denn, Sie haben auf eine Platte gewartet, die das Schlimmste von Chris de Burgh, U2, Bryan Adams, Smokey und Foreigner vereint.
Es ist schwer zu sagen, was schlimmer ist: Chris de Burgh zu sein oder wie Chris de Burgh zu klingen. (…) Eine Kampfansage gegen den guten Geschmack. Ein Affront.
Schließlich haben sie ihr neues Album mit Battle Born betitelt, und das klingt so erbarmungswürdig nach dem irischen Minnesänger mit der Burg im Namen, dass man nach jedem der 13 Stücke eine Coverversion von Lady in Red erwartet.
(…)
Denn wer durch den klebrigen Sabberpop The Way It Was tatsächlich dösige Smokey-Keyboards suppen hört oder im Anschluss Bryan-Adams-Gitarren über Here With Me; wer angesichts von A Matter Of Time die Hooters doch für vergleichsweise independent hält und nach dem öden Deadlines and Commitments… weiter lesen
21.09.2012 von Christian Ihle
Anlässlich des Buches “Wintzenfried” von Karl-Heinz Ott über den französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau findet sich in der Buchbesprechung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von Oliver Jungen eine schöne Rousseau – Schmähkritik:
“Alles an ihm ist Überschwang, Liebe wie Hass peinlich exaltiert. (…) In der Tat prädestiniert die skurrile Eitelkeit und die absurd gigantische Wirkung Rousseau unter allen Größenwahnsinnigen zum Romanhelden: ein Menschenfeind, den die Philanthropen liebten und den Artverwandte verfluchten. Nietzsche, Hammer-Philosoph, Pferdeküsser und Gekreuzigter, wollte bekanntlich ebenfalls zurück zur Natur, allerdings zur vernichtenden, weshalb er den Autor des „Gesellschaftsvertrags“ verdammte als „Missgeburt, die sich an die Schwelle der neuen Zeit gelagert hat“: Alles von ihm Geschriebene sei „falsch, gemacht, Blasebalg, übertrieben“, geradezu unerträglich sein moralischer Idealismus. (…) Ott stutzt den Popstar der (Anti-)Aufklärung auf Menschenmaß zurück, zeigt ihn als talentierten Aufschneider und sozial Inkompetenten, der bemitleidenswert durch eine Moderne stolpert, die ihn nicht nötig hatte. Dabei hält es der Autor wohl am ehesten mit Friedrich Kittler, der Rousseau kurzerhand als „dümmsten, paranoischsten und folglich politisch folgenreichsten aller Aufklärer“ charakterisiert. (…) Um die Mordgerüchte, die … weiter lesen
19.09.2012 von Christian Ihle
Ach, war das ein wildes Hauen und Stechen in den letzten ein, zwei Wochen. An allen Ecken knallt es!
Erfrischend war die Schimpftirade von Olli Schulz gegen alles und jeden in der Sendung Roche & Böhmermann. Während Roche ihre Version von einem Max-Herre-Eklat aus der Vorwoche erzählte, reißt Schulz das Gespräch an sich und verteilt Breitseiten an Juli, die Böhsen Onkelz, Rammstein-Fans und letzten Endes die Menschen im Generellen: “Es gibt nun mal mehr Arschlöcher als gute Menschen auf diesem Planeten”:

GEMA vs. Marek Lieberberg
Eine schöne Eskalation gab es bei unserem Stammthema GEMA vs. den Rest der Welt. Nachdem Konzertveranstalter Marek Lieberberg im Magazin Oxmox eine große Plattform gegeben wurde, um schön ausformulierte Kampfesthesen und Aphorismen gegen die GEMA zu platzieren, war im Rahmen der neuen “Gegenschlagsstrategie” (wir berichteten letzte Woche) wohl… weiter lesen
17.09.2012 von Christian Ihle
“Trailer sind der perfekte Film. Sie sind Versprechen, die niemals gebrochen werden.”
(Jean-Luc Godard)
Fünf Filme, auf die man sich freuen kann:
Hansel & Gretel: The Witchhunters (Regie: Tommy Wirkola, u.a. “Dead Snow”)
1. Stil, Satz, Sieg:
Hansel und Gretel will kick your fucking ass.
2. Darum geht’s:
15 Jahre nach den traumatischen Erlebnissen im Lebkuchenhaus laufen wir Hansel (der neue “Bourne”, Jeremy Renner) und Gretel (Bondgirl Gemma Arterton) wieder über den Weg. Um nicht zu Neurosenmonstern zu werden, verarbeiten die beiden Geschwister die Entführungs- und Mästungsvergangenheit auf ihre Art: sie sind weltberühmte Hexenjäger und knallen ab, was ihnen vor die Linse gerät.
Kein Wunder also, dass der Bürgermeister von Augsburg (!) die beiden engagiert, als eine böse Hexe plant, die… weiter lesen
16.09.2012 von Christian Ihle
Ein wenig amüsant ist es ja schon, ausgerechnet Ulf Poschardt das Spießertum beklagen zu hören, aber sein Text zu Bettina Wulff und das Wulffsche Tattoo ist tatsächlich lesenswert:
“Bettina Wulff, die Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten, hat ein Buch geschrieben, das selbst diejenigen verblüfft, die in ihr eine Art unheimliche Supernova sozialer Mobilität vermutet haben. Das Memoirenfragment extrapoliert ihre 15 Minuten des Ruhms zu einem Porträt des Spießers als junge Frau.
(…)
Wenn man einer guten Tradition dieses Feuilleton folgen würde, könnte man vermuten, dass Bettina Wulff lediglich ein Pseudonym eines Autorenkollektivs ist, das versucht im Geiste Heiner Müllers die radikale Entfremdung des Menschen in den Nischen bürgerlicher Etabliertheit zu illustrieren. Mit beeindruckender Konsequenz vermeidet Bettina Wulff originelle Gedanken, normiert ihre Sprache wie eine Drogerie ihr Shampoo-Regal und macht aus dem Ich den gemeinsamen Nenner aller Vermutungen, die man über die so genannte “Bettina Wulff”… weiter lesen
14.09.2012 von Christian Ihle
Dietmar Dath sieht auf dem Filmfestival von Venedig den neuen Film von Terence Malick. Nach dem polarisierenden, aber zum Teil hymnisch gefeierten “Tree Of Life” ist Dath bei “To The Wonder” allerdings skeptisch:
“Terence Malick braucht Urlaub, bevor er sich vor lauter existentieller Spiritualität selbst selig spricht oder verzückt vor ein Auto läuft. (…) Postkartenpanoramen, Supermarkt-Klassik von der Potpurri-CD für 9 Euro, Alten-, Kranken-, und Armenfotografie aus dem Caritas-Wandkalender, abgegriffene Glockeneffekte, präraffaelitische Frauenattrappen, die immer nur tanzen, schmachten. (…)
Wie mahnt die Schrift? Es ist alles eitel.
Eine hilflosere Selbstdemontage dürfte dieses Jahr im Wettbewerb von Venedig nicht zu sehen sein.”
(Dietmar Dath in der FAZ über Terence Malicks neuen Film “To The Wonder”)
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