31.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
Was dem Berliner der mit Senf gefüllte Pfannkuchen, ist dem Griechen sein Ouzo Satyros.

Also, liebe Freundinnen und Freunde, alles Gute im Jahr 2008 und vielleicht die eine oder andere »griechische Überlegenheit« wünschen Euch Barbara Kalender und Jörg Schröder
(BK / JS)
30.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Dieter Roth · Ohne Titel
Geht der Winter wieder mal so schlicht
Über meine Breite und die Länge auch.
Sag ich wieder mal ein klein Gedicht,
Denk ich an der Oma strickt behaarten Bauch,
Denk ich wieder mal an meinen Sack,
Wenn’s den friert, dann wird er klein und alt –
Nehm ich meine Sorgen huckepack,
Frühling, Frühling wird es sicher bald.

Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Rückblicke anstehen, stellt sich immer die Frage: Schon wieder ein Jahr vorüber, was haben wir eigentlich die ganze Zeit gemacht?!
Und dann fängt man an, es sich an den Fingern abzuzählen: Im Januar und Februar der ›Bericht des braven Zöllners Sascha‹ für den ›Schicht!‹-Band in der edition suhrkamp; im März die Planung zu einem Achtundsechziger-Projekt der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin, von dem wir dann doch zurücktraten. Es… weiter lesen
29.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Das burleske Hippie-Bilderbuch ›LOVE LOVE‹ aus dem Jahr 1971 werden wir jetzt in Fortsetzungen bringen. Die Hardcore-Fotos im soften Jasmin-Stil machte Rosa Camerada. Ebenso wie ›Lucys Lustbuch‹ sorgte dieser Titel für Abmahnungen, Verbote und andere juristische Querelen. Die näheren Einzelheiten stehen in der 2. Folge von ›Schröder erzählt‹ mit dem Titel ›Eine Million und fuffzig‹.
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28.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in schwach nordöstlicher Richtung.
Die Zigarre an Silvester war sozusagen unsere letzte Zigarette. Wir blieben bei dem Vorsatz, im neuen Jahr nicht mehr zu rauchen. Das war am ersten Tag noch kein Problem, wir hatten sowieso einen dicken Kopf, pennten bis Mittag, aber dann begann der Entzug, fürchterlich! Wir unterhielten uns ständig über die Raucherei, waren gereizt, schlecht gelaunt. Zudem fing Monsieur Guy an, uns zu nerven, er schickte plötzlich Boten ins Hotel, wo wir denn blieben. Deshalb besuchten wir ihn, um ihm zu sagen, daß wir nicht mehr zum Reiten kämen. In seinem Garten trafen wir einen deutschen Architekten, der Häuser in der Provence baute, und seinen Freund; die beiden inhalierten genußvoll – also ganz normal – ihre Marlboros. »Diese Raucher eben haben mich richtig verrückt gemacht«, sagte Barbara auf der Rückfahrt ins Hotel, »als die so gierig an ihren Lullen zogen, hatte ich eine Halluzination.… weiter lesen
27.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.

›Hella‹ und ›Doris‹ sind Arbeiten des Malers Berndt Höppner aus dem Jahr 1970. Der Künstler gehörte zur Kölner Gruppe ›Exit‹, die in den Jahren 1968 bis 1971 mit Rolf Dieter Brinkmann und Ralf Rainer Rygulla zusammenarbeitete. Einige Motive der ›Exit‹-Künstler benutzte Jörg Schröder für seine März-Bücher zum Beispiel ›Doris‹ für das in Antiquariatskreisen salopp »Mösenbuch« genannte Werk des Fotografen Gunter Rambow.
Zur Zeit sind die Bilder ›Hella‹ und ›Doris‹ in der Kölner Ausstellung ›POP am Rhein‹ zu sehen. Deshalb veranstalten wir in den nächsten Wochen wieder eine ›net exhibition‹ und zeigen Arbeiten der MalerinEvelin, die sie uns für die Zeit, in der die Leihgaben an den Wänden fehlen, ausgeliehen hat.

Evelin ist eine Berliner Szenegröße, die in ihrer unbekümmerten ›Art‹ großäugigen Teenagern die Frage in den Mund legt, ob das, was sie malt, wohl Kunst sei. Die Antwort gibt das… weiter lesen
26.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Im Jahr 1980, kurz vor Weihnachten sagte ich zu Barbara: »Jetzt ist Schluß! Wir fahren irgendwohin, ich muß mal zur Ruhe kommen.« Und weil ich in ›Freizeit im Sattel‹ eine Anzeige gelesen hatte: »Ferien in der Provence auf dem Rücken von Camargue-Pferden … essen wie Gott in Frankreich … unter deutscher Leitung …«, schlug ich ihr vor, in Roussillon Urlaub zu machen und im ›David‹ Silvester zu feiern. Natürlich erzählte ich ihr, daß ich dort schon mal gegessen hatte: nach der verunglückten Besteigung des Mont Ventoux bei der postumen Verleihung des Petrarca-Preises an Rolf Dieter Brinkmann durch die Hubert-Burda-Jury, bestehend aus Bazon Brock, Peter Handke, Nicolas Born und Michael Krüger. Da meinte Barbara: »Das mit dem Essen hört sich gut an, und reiten kann ich auch.« Sie hatte es als Kind auf Befehl ihres ostpreußischen Vaters lernen müssen. Trotz einer Kriegsverletzung, sein… weiter lesen
25.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Endlich mal keine Arbeit, gestern nur durch den Park spaziert, gegessen und gelesen, sogar die Neujahrsgrüße waren bereits verschickt – sonst machen wir das während der Weihnachtstage. Unter der Weihnachtspost war eine Mail von Ralf S. Werder: »Ein Weihnachtslied vom Feinsten, oder?! 4x gesehen ab so anno ’92 …«
Ja, die »Weihnachtsschimpfe« von Knorkator gefällt uns auch: »Das ganze Jahr ein Arschloch und dann für einen Tag, / Beginnt ihr euch zu lieben, daß ich es nicht ertrag …« und das gesungen im Stil eines Thomaners.
(BK / JS)
Da das Lied jetzt nicht mehr zu hören ist, bringen wir hier wenigstens den Text von ›Weihnachtsschimpfe‹ (Album: Unknown)
Ich lass mich nicht verarschen von euch verlog´nem Pack.
Ihr seht das Ende kommen mit jedem neuen Tag.
Bekämpft oder erduldet das allgemeine Leid.
Doch wagt ihr nicht… weiter lesen
24.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert schlaff in östlicher Richtung.

Dieser Weihnachtsmann hinter dem Blutdruckmessgerät im Schaukasten einer Apotheke erinnerte mich schlagartig an eine Begebenheit während unserer Lesung aus der neuen Folge ›Wie der Bär flattert‹, der tazblog-Blütenlese.
Ich hatte mein Pillendöschen geöffnet auf den Tresen gelegt, an dem Barbara und ich saßen und abwechselnd lasen. In dem Döschen gab es harmlose Halspastillen, aber auch Betablocker gegen meine Herzprobleme. Diese senken den Blutdruck drastisch und vermindern die Herzfrequenz. Plötzlich war die Pillendose weg. Irgendein Drogenadept – die Lesung fand im ›Monarch‹ am Kottbusser Tor statt –, wird sie sich gegriffen haben in der Annahme, es handele sich um Happy Pills. Ich stellte mir vor, wie der Typ sich fühlte, nachdem er die Dinger geschmissen hatte – eben wie der schlaffe Weihnachtsmann in der Apotheke.
(JS)
Frohe Festtage wünschen Barbara Kalender und Jörg Schröder
23.12.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert schwach in nördlicher Richtung.

Warum sehen wir alljährlich zur Weihnachtszeit tausende von Elchen an den Fassaden und in den Schaufenstern? Na, ist doch klar, der Schlitten des Weihnachtsmanns wird von den frommen Tieren gezogen, und die sind deshalb fast so lieb wie ein Bambi.
Denkste! in Alaska werden im Jahr mehr Menschen von Elchen getötet als von Bären. Auch sind die Biester ziemlich unverschämt, deshalb ist Elche füttern in Alaska illegal. Ein Elch, der einmal gefüttert wurde, greift jeden Menschen an, der ihm das Futter verweigert. Noch mehr schöne Elchgeschichten stehen hier.
(BK / JS)
22.12.2007 von Schröder & Kalender
Es ist neblig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
Gestern Abend in der Post die übliche Warteschlange, eine Frau kaufte Briefmarken für ein Päckchen und fragte die Postangestellte: »Und wie feiern Sie Weihnachten?« Als Antwort erhält sie die höfliche Floskel: »Ruhig.«Darauf die Postkundin: »Meine beiden Töchter sind ja nun erwachsen und feiern mit ihren Familien. Ich werde also allein mit meinem Freund feiern – ein Ausländer. Die deutschen Männer, die zu meinem Alter passen würden, wollten ja nur Zwanzigjährige. Da muß man sich ja einen Ausländer nehmen.« Angst essen Seele auf.
(BK)