Archive for März, 2009

30.03.2009 von Schröder & Kalender
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Wolfgang Neuss liest die Mauersprüche

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Die Feiern und Gedenkstunden zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer mehren sich, im November werden sie ihren Höhepunkt erreichen. Da wundert es uns, daß bisher die ›größte Wandzeitung der Welt‹ auf der westlichen Seite des antifaschistischen Schutzwalls ein Dasein als Mauerblümchen fristet. Im Sommer 1983 schrieb Ronald Steckel auf seiner Wanderung entlang der Klagemauer alle diese Texte ab und ging mit dem Manuskript zu Wolfgang Neuss. Der las, flüsterte und brüllte das gesamte Volksvermögen auf seine unnachahmliche Weise.


v.l.n.r.: Wolfgang Neuss, Assistent Burkhard, Ronald Steckel

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So entstand dieses zwerchfellerschütternde Dokument Westberliner Befindlichkeit, bevor die Mauersprüche – leider, leider! – durch farbige Sprühgrafitti überdeckt wurden.

Wir schlagen vor, daß Steckels Mauer-Hörspiel am 9. November in allen Schulen gespielt wird, denn es ist eines der raren historischen Dokumente, bei denen Witz und Wahrheit zusammenfallen. Wolfgang Neuss und… weiter lesen

29.03.2009 von Schröder & Kalender
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Die großen amerikanischen Vermögen

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Zum Titelfundus des März Verlags gehören neben den Originalveröffentlichungen und Übersetzungen der Gegenwartsliteratur auch einige Nachdrucke älterer Werke. Dazu zählt  ›Die großen amerikanischen Vermögen‹ von Gustavus Myers, das 1916 in deutscher Übersetzung zuerst im S. Fischer Verlag erschienen war. Ich fand den Titel in einem Antiquariat und plante einen Nachdruck im Melzer Verlag. Nach der Sezession veröffentlichte ich das Werk als eines der ersten Bücher im gerade gegründeten März Verlag.

Gustavus Myers, ›Die großen amerikanischen Vermögen‹ in zwei Bänden. Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einer Einleitung versehen von Max Schippel. Engl. brosch,  800 Seiten, März Verlag 1969 (nur noch antiquarisch erhältlich). Nach der gelben März-Ausgabe erschien das Buch zehn Jahre später noch einmal unter dem Titel ›Money‹ als März-Buch im Vertrieb Zweitausendeins und erlebte zwei Auflagen.

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Gustavus Myers war einer der ersten sozialistischen Analytiker des amerikanischen Großkapitals. Dieses Werk der Kapitalismusforschung hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Nach Jahren intensiver Studien und Nachforschungen stellte Myers die skandalösen, vertuschten und manipulieren kriminellen Hintergründe der Entstehung des Großkapitals, der Astors, Rockefellers, Vanderbilds und anderer minuziös dar.  Eindrucksvoll und faszinierend an diesem Buch ist, daß es Myers gelang, die Zusammenhänge so darzustellen, daß sie Laien, die nicht geübt sind mit wissenschaftlichen Texten umzugehen, einleuchtend und ohne Schwierigkeiten zugänglich sind. … weiter lesen

26.03.2009 von Schröder & Kalender
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Billige Banken

von Schröder & Kalender

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Es ist schon dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Eine Bank oder eine Aktiengesellschaft muß nicht teuer sein. In Delaware kostet eine Incorporated nur 100 Dollar

und eine Bankfiliale auf den Antillen bekommt man für schlappe 20.000 Dollar. Mehr haben auch die Deutsche Bank und andere Big Player nicht für ihre Offshore-Filialen bezahlt, über die sie Milliardenströme laufen lassen. Das sollte wissen, wer am 28. März für Transparenz demonstriert. Mehr darüber heute in unserer Kolumne in der jungen Welt.

(BK / JS)

23.03.2009 von Schröder & Kalender
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Die Finanzkrise endlich verständlich erklärt

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heftig in östlicher Richtung.
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Post von Povl aus Dubai, er schreibt: »Anbei ein netter Erklärungsversuch des ›credit crunch‹, deshalb auch
kein Komasaufen im COMA, sondern lieber bei ›Mandy‹.
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Die Ursachen und Wirkungen der Kreditkrise sind schwer zu verstehen. Hier nun endlich ein Erklärungsmodell zur Finanzkrise, das jeder versteht:

Mandy besitzt eine Bar in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft – hauptsächlich Hartz-IV-Empfänger – auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandys Bar.

Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz. Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.

Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®.  Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung ›SPA‹ – Super Prima Anleihen – und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. … weiter lesen

23.03.2009 von Schröder & Kalender
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Alles ist austauschbar

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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In unserer Nachbarschaft gibt es eine Bar, über sie schrieb ein Gast in einem Kneipenforum: »Im ›Coma ist ‘ne neue Barfrau. Als ich sie fragte, wo die anderen Barfrauen sind, die hier sonst immer arbeiten, habe ich eine echt schlechte Antwort bekommen: ›Es ist alles austauschbar.‹ Als ich ihr sagte: ›Aber da werden ja Gäste nicht kommen, die wegen der anderen Barfrauen gekommen sind‹, sagte sie: ›Gäste sind auch austauschbar.‹ Na jemand, der so denkt, sollte lieber woanders arbeiten als im ›Coma‹! Ich gehe da nicht mehr hin!«

(NN / BK / JS)

22.03.2009 von Schröder & Kalender
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Märzrevolution im Ruhrgebiet

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Erhard Lucas, ›Märzrevolution im Ruhrgebiet. Vom Generalstreik gegen den Militärputsch zum bewaffneten Arbeiteraufstand. März / April 1920‹, engl. brosch., 360 Seiten, März Verlag 1970 (nur noch antiquarisch erhältlich), Ein zweiter Band wurde angekündigt, ist aber bei März nicht mehr erschienen.

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»Bundeswehr schießt nicht auf Reichswehr!«, erklärten die Generäle in Berlin in der Nacht zum 13. März 1920, als die Reichsregierung sie aufforderte gegen die Kapp-Putschisten vorzugehen. Die Reichsregierung floh von Berlin nach Dresden, dann weiter nach Stuttgart, während sich die Putschisten in Berlin einrichteten; im Gegeneinander der beiden Regierungen und im Generalstreik gegen den Putsch brach die Verwaltungsmaschinerie zusammen.

Im Ruhrgebiet versuchte der kommandierende General von Watter, die letzten von Militär und Polizei noch nicht besetzten Städte in den Griff zu bekommen. Doch die Arbeiter nahmen den Kampf gegen das einmarschierende Militär auf und blieben schon in den ersten Gefechten siegreich. Aus dem Generalstreik entwickelte sich ein bewaffneter Arbeiteraufstand. Die Arbeiter kämpften nicht nur gegen den Kapp-Putsch; ihr Kampf richtete sich gegen die gesamte Entwicklung nach rechts.

Erhard Lucas legte nach umfangreichen Ermittlungen in den Staats- und Stadtarchiven des Ruhrgebiets eine detaillierte Untersuchung des Aufstandes vor. Sein Buch widerlegt die gängige These, die Weimarer Republik sei zwischen links und rechts zerrieben worden. Als die von der SPD geführte Regierung mit der reaktionären Reichswehrführung einen Pakt gegen die revolutionären Arbeiter einging, hatte sie den Untergang der Republik besiegelt.

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Inhalt
Vorbemerkung
Einführung
1. Kapitel: Die Niederlage der Novemberrevolution und die Errichtung der Militärdiktatur
1.1. Die Bergarbeitergewerkschaften und die Hamborner Streikbewegung (November 1918 bis Januar 1919)
1.2. Die sozialistischen Parteien, die Arbeiter- und Soldatenräte und die politischen Entscheidungen in Berlin bis zum Januaraufstand 1919
1.3. die Essener Sozialisierungsbewegung und ihr Ende (Januar / Februar 1919)
1.4. Die Errichtung der Militärherrschaft, die Nationalversammlung in Weimar und der Generalstreik der Bergarbeiter (März / April 1919)
1.5 Das Vordringen der Konterrevolution (Mai 1919 bis März 1920)
a) Arbeit und Kapital
b) Die Arbeiterorganisationen
c) Militär und Polizei
d) die Vorbereitung des Putsches und die Stellung der Verschwörer im Verhältnis der gesellschaftlichen Kräfte … weiter lesen

19.03.2009 von Schröder & Kalender
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Goldene Bank

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert wütend in nordöstlicher Richtung.
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Endlich ein Lichtblick in der Bankenkrise!
Auf unserem Philosophenweg durch den Volkspark Schöneberg sahen wir heute diese Bank, welche Spaßvögel fachgerecht vergoldet mit roten Sitzkissen gepolstert und mit Goldkordel verziert hatten. Sogar der Abfallbehälter wurde nicht ausgelassen.

Ein junges Paar erzählte uns: »Wir wollten auf dieser tollen Bank nur sitzen und die Sonne genießen. Da kam einer von der Parkaufsicht und schnauzte uns an: ›Waren Sie das etwa?! Das ist Sachbeschädigung!‹ Am liebsten hätte er uns verboten, hier zu sitzen.« Berlin – the place to be.

(BK / JS)

18.03.2009 von Schröder & Kalender
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MÄRZ wird 40

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südlicher Richtung.
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Jörg Schröder, gestern auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor

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Am 18. März 1969 wurde der März Verlag in Darmstadt gegründet. Das Gründungsdatum fiel zufällig auf den 18. März, den Tag des Aufstands im Jahr 1848. Auf Barrikaden und in den Straßen kämpften die Revolutionäre gegen die preußischen Truppen, 270 Märzgefallene wurden auf dem Friedhof in Friedrichshain begraben.

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Straßenkampfszene am 18. / 19. März 1848 in Berlin mit der deutschen Trikolore auf den Barrikaden. Kolorierter Stich nach einer Zeichnung von J. Kirchhoff

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Die Datumsgleichheit der Neugründung mit der Märzrevolution war zufällig, der Name des Verlags nicht, Logo und Verlagsgesicht entwarf Jörg Schröder, es war Dada und Vormärz zugleich.

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15.03.2009 von Schröder & Kalender
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Blumen für Hitler

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung
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Cohen, Leonard: ›Flowers for Hitler / Blumen für Hitler. Poems & Songs 1956 bis 1970 / Gedichte und Lieder 1956 bis 1970‹. Aus dem Amerikanischen von Anna von Cramer-Klett und Anja Hauptmann. Engl. Brosch., 232 Seiten, (8°). Umschlaggestaltung: Typographie von Jörg Schröder mit einem Fotos von H. Jäger. März Verlag, Frankfurt a. M. 1971

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13.03.2009 von Schröder & Kalender
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Die einen in Leipzig, die anderen in Berlin

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert munter in nordöstlicher Richtung.
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Gestern haben wir uns in der Burgstraße bei der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken einen Scheck über 1,7 Millionen abgeholt. Das ist zwar nur ein Bruchteil des Betrages, den wir als Opfer der Finanzkrise verloren haben, aber in diesen Zeiten wird man ja bescheiden.

Gleich neben dem Bundesverband deutscher Banken residiert die Buchhandlung Walther König, die größte und bestsortierte Kunstbuchhandlung in Berlin. Dort stehen seit neuestem die fünf Jubiläumskassetten von ›Schröder erzählt‹ in der Vitrine zum Vorzugspreis von 1750,– Euro. … weiter lesen