vontaz zahl ich-Team 16.03.2022

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Russland hat den Krieg in der Ukraine flächendeckend entfacht. Die Luftangriffe halten an, die Welt hat mit Sanktionen gegen Moskau reagiert, immer mehr Menschen sind auf der Flucht.

Das taz zahl ich-Team kann sich angesichts dieser Lage nicht freuen. Dennoch möchten wir heute darauf aufmerksam machen, dass wir eine starke und ständig wachsende Community sind, die unsere Berichterstattung erst ermöglicht. Besonders deutlich wird dieser Community-Gedanke immer dann, wenn auf dem Zähler der regelmäßigen freiwilligen Unterstützungen einer dieser numerischen Meilensteine auftaucht, einer wie dieser: 33.333. Alle, die sich vor Kurzem einen Wecker gestellt haben, um nicht zu verpassen am 22. Februar um 22:22 Uhr auf ihr Handy zu schauen, kennen das Gefühl.

Als Dank für die vielen Freiwilligen werden, passend zur Schnapszahl, die originalen taz-Ausgaben vom 8.8.88, 9.9.99, 11.11.11, 22.2.22 und einige weitere zum Download bereit gestellt, um die Unterstützer:innen auf ein kleine Tour durch die taz-Geschichte einzuladen. Die Klimakatastrophe, der Atomaustieg, die Olympischen Spiele in Peking 2008.

Themen der taz – gestern und heute

Bei der Recherche für diese digitale Zusammenstellung ist einmal mehr klar geworden, wie wichtig ein gutes Durchhaltevermögen bei der journalistischen Begleitung der typischen taz-Themen ist. Schon vor Jahrzehnten sind immer wieder ähnliche Konflikte aufgekommen wie heute. Einige haben sich inzwischen zum Besseren gewendet, andere scheinbar kaum.

So wird in der Ausgabe von 1988 darüber berichtet, dass ein rechtsradikaler Lehrer nach einem Urteil des bayrischen Verwaltungsgerichtshofs trotz Holocaustleugnung in den Schulstunden weiter unterrichten durfte. Und obwohl man eigentlich erwarten könnte, dass 34 Jahre Zeit genug für Fortschritt sind, um so etwas heute nicht mehr diskutieren zu müssen, wird in Sachsen seit Monaten eine ähnliche Diskussion um den rechtsradikalen Jens Maier geführt, der nach seiner Zeit als AfD-Abgeordneter wieder in seinen Job als Richter zurück möchte.

Manches besser, anderes traurig

Manches aber, für das damals demonstriert wurde, ist heute politische Realität. „Aussteigen aus der Atomenergie ist möglich“, stand in der taz vom 8.8.88. Und die Demonstrationen und Blockaden am AKW Brokdorf, über die wir damals berichtet haben – „Immer wieder: Auf nach Brokdorf“ – sind heute dem Gefühl des zivilgesellschaftlichen Erfolgs gewichen. Der Atommeiler ging in diesem Jahr vom Netz. 

In der Ausgabe vom 8.8.08, zu Beginn der Olympischen Spiele 2008, dokumentierte die taz 100 Fälle von politischen Gefangenen. „Niemand sollte sich vom olympischen Glanz und der beeindruckenden Modernisierung Chinas blenden lassen und dabei die dunklen Seiten des politischen Systems der Volksrepublik übersehen“, schreibt die taz zu Peking 2008.

Der rote Faden der taz

Andere Einblicke zurück stimmen traurig ob der eigenen Ohnmacht. So thematisiert die taz in ihrer vieljährigen Geschichte immer wieder die drohende Klimakatastrophe. „Mehr Regen, stärkere Stürme, weniger Wasserreserven. Besonders trifft es die Armen“ steht dazu in der taz vom 11.11.11 im Hinblick auf einen Sonderbericht des UN-Klimarats.

Der Blick zurück zeigt, was sich als roter Faden durch die Geschichte der taz zieht: Ein Journalismus mit politischem Rückgrat, kritischem Bewusstsein und Durchhaltevermögen. Klima- und Umweltberichterstattung war dabei schon seit jeher ein Kern der taz.

Wenn auch Sie Teil der taz zahl ich-Community werden möchten, melden Sie sich hier an!

Wenn Sie anschließend auch einen Blick auf die historischen Schnapszahlausgaben werfen möchten, dann schreiben Sie dem taz zahl ich-Team nach der Anmeldung einfach eine Mail an taz-zahl-ich@taz.de

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