vonPeter Strack 04.07.2026

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Seit einigen Monaten ist Herlan Ayreyu Cuellar Direktor des Plurinationalen Instituts für indigene Sprachen. Es gehört zum bolivianischen Bildungsministerium. Der Guaraní wurde in Eity geboren, einer der 22 Gemeinden der Capitanía Gran Kaipependi Karovaicho im Süden der Tieflandregion von Santa Cruz. Dort wird noch Guaraní gesprochen und das Territorium ist im Gemeinschaftsbesitz. Der heute 63jährige Ayreyu ist von Beruf Lehrer. Zudem hat er Linguistik an der Andenuniversität von Puno studiert und einen Diplomstudiengang in interkultureller bilingualer Schulbildung an der staatlichen Universität San Simón in Cochabamba absolviert. Ayreyu könnte sich pensionieren lassen. Doch seine Leidenschaft für interkulturelle Schulbildung hat ihn motiviert, noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen.

Von Herlan Ayreyu Cuellar

Schon in jungen Jahren, Ende der 1980er, habe ich Initiativen für interkulturelle zweisprachige Bildung ergriffen. Damals begann das Jahrzehnt der indigenen Völker. Es war eine Bewegung zur Sichtbarmachung dieser Kulturen und ihrer Sprachen. Bis dahin war in der bolivianischen Verfassung nichts davon anerkannt. So als würden alle Spanisch sprechen.

Landschule in der Region der Guaraní, Foto: Lilian Vargas

Start mit traditionellen Liedern

Abstrakt wurde damals zwar über bilinguale interkulturelle Bildung geredet. Es gab aber keine dafür ausgebildeten Lehrpersonen. Ich hatte selbst gerade mein Abitur gemacht. Das reichte für eine Lehrerstelle auf dem Land. Da wollte kaum jemand hin. Mein Schulleiter hatte an einer Veranstaltung zu zweisprachiger Erziehung teilgenommen. Die Idee leuchtete ihm ein. Da ich noch keine Ausbildung zum Lehrer hatte und als Guaraní war ich offen für seine Anweisungen.

Ich begann auszuprobieren, ob das Guaraní für die Schulbildung nützlich sein kann. Wir sangen zunächst im ersten Schuljahr Lieder auf Guaraní. Dann schwappte das schnell auf die höheren Klassen und die Dorfgemeinde über. Die hatte ihre traditionellen Lieder in den vergangenen Jahren nicht mehr gesungen. Und nun hörte man wieder Kinder diese Lieder am Tümpel singen, während die Mütter die Wäsche wuschen. Mit der Musik ging es schneller als mit der Schrift. Die Ergebnisse waren deutlich: Die Kinder gingen lieber in eine Schule, in der ihre Sprache gesprochen wurde. Auch bei Kindern mit Behinderungen gab es keine Schulabbrecher.

Schulverwaltung in Charagua um die Jahrtausendwende, Foto aus: Diethelm Busse, „Schule bei den Guaranies in Bolivien- indigene Identität und Zukunftsfähigkeit“

Es gab aber keine Texte auf Guaraní. So forsteten wir die spanischen Schulbücher durch und übersetzten einzelne Abschnitte. Damals bekamen die Schulen von US-Aid Säcke mit Mehl oder Haferflocken. Die haben wir aufgeschnitten und zu Schulmaterialien verarbeitet. Wir haben natürlich nicht den Elefanten für den Buchstaben E verwendet, oder olla (Topf) für das O, sondern haben Guaraní-Begriffe und eigene Inhalte gesucht.

Das Guaraní-Alphabet hat 12 Vokale

Man hatte damals noch nicht viel darüber nachgedacht, dass das Spanische zum Beispiel nur fünf Vokale hat. Im Guaraní sind es zwölf. Nach zwei Jahren hatten wir dann aber ein eigenes Alphabet fertig. Das wurde 1984 von den politischen Autoritäten genehmigt. Es gab drei unterschiedliche Varianten des Guaraní-Alphabets, so wie es in Bolivien drei verschiedene Formen gibt, Guaraní zu sprechen: Ava, Simba und Isoceño. Und die Politiker, die keine Linguisten waren, haben sich dann auf eine Version geeinigt, die ein Fachmann ausgearbeitet hatte. Sicher hat die ihre Schwächen. Es ging aber darum, eine einzige Schrift zu haben. Anders als im Quechua oder Aymara. Das mag zu Verlust von Vielfalt führen. Aber damals wie heute ist eine einheitliche Schrift nötig, so lange man die Unterschiede zwischen den Dialekten respektiert. Denn die Vereinheitlichung betrifft nicht das Denken. Das Awa wird von zwischen 80.000 und 100.000 Menschen in Bolivien gesprochen (dies als Mutter- oder Zweitsprache, das Statistikamt nennt eine nur halb so große Zahl, Anm. d. Übers.), das Izozeño und das Simba von je etwa 8000. Immer wenn eine Sprache verschriftlicht wird, geht etwas von der oralen Kultur verloren. Aber die Linguisten sollten da keine Einwände erheben. Und die Menschen müssen verstehen, dass die Schrift eine wichtige Stütze ist, um die Kultur zu stärken und sich überregional zu verbünden. Die Aussprache wird immer individuell unterschiedlich sein.

Herlan Ayreyu leitet das IPELC seit einem halben Jahr, Foto: P. Strack

Das Plurinationale Sprachen-Institut

Ich leite das Plurinationale Institut für Sprachen und Kulturen seit einem guten halben Jahr. Seit inzwischen fünfzehn Jahren arbeitet die Behörde zu den 36 in der Verfassung anerkannten Sprachen. Jede hat ihr eigenes Büro zum Studium und zur Verbreitung dieser Sprache. Nun kommen noch zwei Sprachen hinzu, die bislang nicht anerkannt waren. Insgesamt sind es jetzt also 38 Sprachen. Es geht vor allem um ihre Wiederbelebung oder Rückgewinnung und die Förderung der Kulturen. Das geschieht in Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium, zu dem wir gehören. Drei Sprachen sind noch sehr lebendig: das Aymara, das Quechua und das Guaraní. Die anderen haben Schwierigkeiten oder sind gar vom Aussterben bedroht.

Die Menschen in Santa Cruz kommen aus den unterschiedlichsten Regionen

Laut Lehrplan muss auch in den Städten eine indigene Sprache unterrichtet werden. In Santa Cruz ist das Guaraní. Tatsächlich kommen aber Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen nach Santa Cruz: Quechua, Aymara, Guaraní, Kroat*innen, Russ*innen, Chines*innen, Japaner*innen… In den Randvierteln unter der ärmeren Bevölkerung ist es eine Mischung aus Aymara, Quechua, Chiquitano und Guaraní. So war das auch in der Schule, in der ich bis Dezember noch selbst unterrichtet habe. Laut Lehrplan müssen sie gemäß des Territoriums unabhängig von ihrer Muttersprache in Guaraní als Zweitsprache unterrichtet werden. Laut Gesetz ist es auch möglich, zwischen Lehrpersonal und Eltern eine andere einheimische Sprache zu vereinbaren. Lesen und Schreiben wird in der Stadt allerdings auf Spanisch unterrichtet. Fachliche Fragen haben in den letzten Jahren aber keine so große Rolle gespielt, da die Basisorganisationen sich vor allem um Parteipolitik gekümmert haben. Vor allem ging es ihnen darum, wie sie in Machtpositionen gelangen, Bürgermeisterämter übernehmen oder Abgeordnete werden.

Mehr als Studien und Gesetze

Um die Sprachen zu beleben, reicht es nicht, Studien durchzuführen oder Gesetze zu verabschieden. Man muss praktische Aktivitäten in den Gemeinden durchführen. Und über die Schulen kommt man bis in die letzten Ecken Boliviens. Ein entscheidender Faktor war für die indigene Bewegung, dafür Lehrpersonen aus den eigenen Reihen zu haben. In der Region der Guaraní habe wir das auch erreicht. So könnte die Alphabetisierung eigentlich in der eigenen Sprache stattfinden. Das Spanische könnte als Zweitsprache gelehrt werden, dafür beides aber richtig. Doch die Schulbehörde hat dafür in den letzten Jahren wenig getan. Der Unterricht in der Guaraní-Region ist heute zumeist Spanisch und die Zweitsprache Englisch, obwohl die Lehrpersonen weder richtig Englisch noch Spanisch sprechen.

Ayreyu nimmt im Gespräch in seinem Büro in Santa Cruz kein Blatt vor den Mund, Foto: Peter Strack

Die neoliberalen Regierungen haben vielleicht mehr für interkulturelle Erziehung getan als die MAS

Wenn man heute auf die Dörfer geht, merkt man, dass die Schülerinnen und Schüler nur ein sehr reduziertes Vokabular haben. Auf Spanisch ebenso wie in der eigenen Sprache. Auch der Priester sollte sein Predigt in der einheimischen Sprache halten. Gleichwohl wird Spanisch immer die offizielle Sprache sein, mit der man seine Geschäfte abwickelt oder an der Universität studiert. Selbst geheiratet wird auf Spanisch, Nur ganz selten kommt es vor, dass der Priester dafür die einheimische Sprache verwendet.

Die neoliberalen Regierungen haben vielleicht mehr für die interkulturelle Bildung getan als die Regierungen der MAS. Finanziert wurde das damals zunächst von der dänischen Regierung: Die Fortbildung von Lehrpersonen, ein Wörterbuch und eine Grammatik und die Implementierung in ausgewählten Schulen. All das allerdings nur für den Grundschulbereich. Aber wenn man die Sprache erst einmal von der Leine lässt, ist ihre Wirkung ungeheuer. Sie nimmt dich ein und bestimmt dich. 1992 begann auch die Alphabetisierungskampagne auf Guaraní, bei der diverse Probleme ans Tageslicht traten. Etwa mit den Guaraní, die noch in einer Art der Leibeigenschaft lebten. Da wurde das Konzept des „Iyambae“ behandelt. Wir alle sind Menschen, die in niemandes Besitz, sondern frei sind. Das hat damals auch die Gemeindeorganisationen und den Zusammenhalt gestärkt. Auf einmal haben Präsidenten und Minister den Guaraní zugehört.

Unterricht auf Guaraní, Foto: Lilian Vargas

So wurde das Projekt der interkulturellen Schulbildung dann 1994 im Rahmen der Erziehungsreform mit dem Gesetz 1565 zum Modell auf nationaler Ebene erklärt. Bei der Ausweitung konnten die Standards aber immer weniger eingehalten werden. Wir schrieben die Texte, aber andere Dozent*innen, die sich damit nicht so auskannten, gaben die Fortbildungen. Wir hatten keinen Kontakt zu ihnen. Ich weiß nicht, was sie unterrichtet haben.

Parteipolitische Instrumentalisierung des Schulwesens

Später wurde das Gesetz 1565 durch die MAS-Regierung durch das Gesetz 070 ersetzt. Das Schulwesen wurde politisiert und zur Wahlpropaganda genutzt. Alle Entscheidungsträger der Schulverwaltung und auch die Schulleiterinnen und Schulleiter sollten Mitglieder der Regierungspartei sein. Fachliche Aspekte spielten eine untergeordnete Rolle. Die neue Regierung unter Rodrigo Paz ist noch zu kurz im Amt, um sagen zu können, ob sich das geändert hat.

Elternabend in Kurupaiti, Foto: Lilian Vargas

Zumindest ist ein neues Schulgesetz in Planung. In den letzten Jahren hatten die Eltern einen starken Einfluss.Wenn ihnen der Lehrer oder die Lehrerin nicht gefiel, wurden diese entlassen. Die Kinder wurden sehr behütet. Man durfte nicht laut werden, kaum Hausaufgaben aufgeben, keine schlechten Noten geben. Wert wurde auch darauf gelegt, dass keine Kinder die Schule abbrechen. Die Lehrpersonen wurden nach der Menge des im Unterricht behandelten Stoffs bewertet und wie viele Kinder ins nächste Schuljahr versetzt wurden. Aber es wurde nicht darauf geschaut, ob die Kinder den Stoff auch gelernt hatten. So sind einige mit sehr fraglichen Lernfortschritten bis ins siebte Schuljahr gekommen.

Das erste, was wir mit der neuen Regierung nun erreichen wollen, ist, dass die Kinder vom ersten Schuljahr an wenigstens Lesen und Schreiben sowie mathematisches Denken lernen. Auch muss das Benotungssystem geändert werden. Obwohl die vorherige Regierung Pro-Indigena war, tauchte die indigene Sprache genauso wenig wie das Englische im Zeugnis auf. Für alle Sprachen wurde einfach ein Durchschnitt errechnet. Und die Schulmaterialien, Bilder und Ideen, handelten vor allem vom andinen Hochland, nicht von unserer Region.

Sprachunterricht nach dem jeweiligen Territorium

Nun liegt es an uns, die Leitlinien zu entwickeln, wie in den städtischen und wie in den ländlichen Schulen mit den indigenen Sprachen gearbeitet werden soll; wie mit den Muttersprachler*innen und wie mit den anderen. Die indigenen Sprachen werden auch in den pädagogischen Hochschulen und den indigenen Universitäten gelehrt. Allerdings wurde in den letzten 15 Jahren nicht darauf geachtet, dass die Unterrichtenden auch pädagogisch dafür geschult waren. Es reichte, dass sie die Sprache sprachen. Und in den Schulen sah es so aus wie in meiner Schule im Plan 3000 (ärmeres Vorstadtviertel von Santa Cruz de la Sierra). Laut Gesetz wurde auf Spanisch unterrichtet und als indigene Sprache Guaraní, obwohl im Kurs alle möglichen Volksgruppen vertreten waren: Quechua, Aymara, Chiquitano, Guaraní, Ayoréode. Für mich war es kein Problem, Guaraní zu unterrichten. Aber von den 20 Lehrerinnen und Lehrer waren 18 Quechua oder Aymara.

Unterricht in Ipatí de Ingre, Foto: Lilian Vargas

Unser Institut hat immer wieder Kurse zum Erlernen des Guaraní organisiert. Denn das Gesetz schreibt vor, dass alle Staatsangestellten eine indigene Sprache sprechen müssen. Das waren aber keine ernsthaften Prozesse. Es war eher ein Geschäft. Unsere Haushaltsmittel des Ministeriums reichen nur für die Gehälter. Die Kurse müssen sich selbst finanzieren und damit auch Equipment bezahlt werden. Kein Wunder, dass die Zertifikate verkauft wurden.

Reformen mit dem alten Personal

Wir versuchen, das nun in Ordnung zu bringen. Wir haben zwar nicht das ganze Personal entlassen, so wie es bei früheren Regierungswechseln üblich war. Aber wir untersuchen, wo die Schwachstellen gelegen haben. Dafür hat man mich eingestellt. Ich habe zwar die letzten 40 Jahre für die Stärkung der indigenen Kulturen gearbeitet, war aber nie Funktionär ihrer Organisationen oder in der Politik aktiv. Wenn ich es nicht schaffe, den Laden hier in Ordnung zu bringen, oder wenn man mich politisch instrumentalisieren will, dann gehe ich lieber nach Hause.
Ich war gerade zwei Monate im Amt und schon wollten sie den zweiten schriftlichen Bericht. Das geschieht gewöhnlich nur, wenn sie deine Geduld auf die Probe stellen oder dich loswerden wollen. Und es sind nicht einmal die Karai (Weißen), sondern Indigene. Die kommen mit ihren Listen, wen sie entlassen oder eingestellt haben wollen. Weil sie von denen dann den Zehnten abkassieren können. Das ist lästig für mich. Ich hätte es natürlich so machen können, wie es früher gelaufen ist und mir einfach einen Bericht aus den Fingern saugen können. Aber das bringt nichts. So arbeite ich lieber langsam, aber sicher.

Wir haben drei Hauptaktionslinien. Zum einen die Alphabetisierung in der indigenen Sprache. Das muss in den Gemeinden, in denen diese Sprache noch lebendig ist unterschiedlich gehandhabt werden als in denen, in denen die Sprache vom Aussterben bedroht ist, wie dem Guarasug’we. Die zweite Säule unseres Plans ist die interkulturelle Schulbildung in indigenen Gemeinden. Die dritte Säule ist die Fortbildung des Lehrpersonals in den städtischen Schulen und den pädagogischen Hochschulen für den Fremdsprachenunterricht: Erarbeitung von Material, Curriculum-Entwicklung und Unterrichtstechniken, damit sie die indigenen Sprachen gut vermitteln können. Das können wir über Kooperationen mit Universitäten erreichen, die zu interkultureller Bildung arbeiten, etwa der staatlichen Universität San Simón von Cochabamba.

Ipati de Ingre, Foto: Lilian Vargas

Suche nach Unterstützung

Wir haben uns gleich zu Beginn mit einem Netzwerk von Schulleitungen des Plan 3000 zusammen gesetzt, um sie in den Prozess einzubeziehen. Die vertreten etwa 700 Lehrpersonen. Die regionale Schulbehörde von Santa Cruz kam aber nicht, als wir sie eingeladen haben. Geplant sind jedoch Treffen mit der Distriktbehörde und der Gewerkschaft, die uns darum gebeten haben. Sie sind durchaus offen, denn das Problem ist nicht fachlicher Art. Das Problem war, dass unser Institut bislang eher einem Wahlkampfbüro glich. Ohne Parteiausweis wurde man nicht beschäftigt. Auch die Indigenen sahen es eher als eine Arbeitsvermittlung, weshalb jetzt von ihnen auch viel Kritik kommt. Inzwischen haben sie keinen so großen Einfluss mehr in der Regierung und sind auch in der Vergangenheit gespalten worden. Es zahlte sich aus, sich zum Büttel der Regierung zu machen. Aber bei Sprache und Kultur darf der Parteienstreit keinen Platz haben. Denn in den letzten zehn Jahren hielt sich die Identifikation mit den indigenen Kulturen zwar relativ stabil, aber die Sprachkenntnisse nahmen rapide ab.

Die indigenen Dachverbände müssen zurück an die Basis gehen. In meinem Dorf wissen die Leute gar nicht, wer sie vertritt, obwohl die indigenen Abgeordneten angeblich nach eigenen Sitten und Gebräuchen gewählt wurden. Die funktionieren aber nur auf Gemeindeebene. Die indigenen Organisationen müssten sich unsere Vorschläge zu eigen machen. Sie sollten sie in ihren Gemeinden unterstützen und auch gegenüber der Regierung einfordern, wenn nötig mit einer massiven Mobilisierung. Ich habe dem Ministerium gegenüber deutlich gemacht, dass wir über die Personalkosten hinaus auch Finanzierung für die operativen Tätigkeiten benötigen. Für alles leiht sich die Regierung Geld, warum nicht auch für die Förderung der indigenen Sprachen in den Dörfern?! Die Regierung sagt uns aber, dass die Vorschläge meine persönlichen Vorlieben seien. Und es sei kein Geld dafür vorhanden. Höchstens die Alphabetisierung interessiert sie. Dabei ist ist es ihnen egal, ob das auf Spanisch oder in einer einheimischen Sprache geschieht. Für alles andere sind wir auf die Basisorganisationen oder ausländische Unterstützung angewiesen. Aber auch da macht die Regierung eine Einschränkung: Wir dürfen nur Geldgeber ansprechen, die nicht bereits die Regierung unterstützen. Wir sollten kreativ sein, sagen sie.

Der Text von Ayreyu basiert auf einem Gespräch aus dem März 2026, das Peter Strack bearbeitet und übersetzt hat. Siehe auch diesen früheren Beitrag auf Latinorama mit dem Lehrer und der Guaraní-Autorität Indolencio Zambrana.

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