vonChristian Ihle & Horst Motor 31.01.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Appaloosa ist das neue Ding, zumindest mal das neue Ding aus dem Hause Max Krefeld.

Max, den man entweder durch sein hübsches Weirdo-Debüt „ABC“(tatsächlich 26 Stückwerke nach dem Alphabet betitelt) bei den Münchnern von Echokammer oder durch seinen sehr guten Remix für The Aim of Design is To Define Space oder durch seine zahlreichen Auftritte in Berlin mit seine mittlerweile wohl verblichenen Band Achtung Liebeautomat kennt, hat nicht nur die Band, sondern auch gleich die Stadt gewechselt, residiert nun mit Freundin und Korg in London und schraubt seinen Elektropop nun der Pariserin Anne Laure unter die Stimme.

Schon wie die beiden sich kennengelernt haben, eine fantastische Geschichte: beim Karaokesingen in Kreuzberg nämlich. Ein gutes dutzend Demos sind daraufhin in Max’ Berliner Wohnung entstanden und das Echo, auf das die Aufnahmen getroffen sind, ist beeindruckend. Dave Allen von Gang of Four lobt Appaloosa in seinem Blog als „updated Nico“ plus „Retro-Euro-Pop“, ein anderer Rezensent fühlt sich an den 80er Sci-Fi Film „Liquid Sky“ und dessen „heroin-fueled alien love story“ erinnert und Cat Power hat der Band wol nicht nur das MySpace-Gästebuch mit Lob vollgeschüttet, sondern Max und Anne für ihre Tour durch die großen Säle der Welt – erst Paris, nun in London im Shepherd’s Bush Empire, alsbald in den USA – gebucht.

Ehrlich gesagt: Es gibt vielleicht Bands, die beim doch eher hemdsärmeligen Cat-Power-Publikum vielleicht auf größeren Zuspruch zählen könnten. Wer Chan Marshalls Zauberstimme und die geölte Folkpopband hören wollte, war an eben diesem Abend im Shepherd’s Bush Empire im Westen Londons vom rauen Charme von Sängerin Anne Laure und Max Krefelds vielseitigem Elektropop möglicherweise überfordert. Sonst aber war an Appaloosa nichts auszusetzen: Cool und melodisch wie die Pet Shop Boys, eigen und zerbrechlich wie CocoRosie in letzter Zeit, bisweilen eben tatsächlich raubeinig wie Nico von The Velvet Underground, aber von der Retro-Abklatscherei der vergangenen Jahre doch weit entfernt.

An Referenzen und Gönnern mangelt es damit sicherlich nicht. Und es wäre tatsächlich ziemlich verwunderlich, wenn sich nicht auch bald die Labels auf Appaloosa stürzten. Fragt sich nur noch, wann Anne und Max sich in Deutschland blicken lassen. (Daniel Erk)

Anhören!
* The Day We Fell In Love (mp3)
* Intimate (mp3)
* Fantasy (mp3)
* Sinister (mp3)
* The Aim Of Design Is To Define Space: Geboren im Winter (Max Krefeld Summer Mix)
(mp3)

Surfen:
* MySpace

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https://blogs.taz.de/popblog/2008/01/31/im-a-appaloosa-baby/

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