vonChristian Ihle 17.12.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Belle & Sebastian – The BBC Sessions

BelleSebastian

Klar, ein Eisen muss geschmiedet werden, so lange es noch heiß ist. Und während Stuart Murdoch gerade an einem Belle & Sebastian-Musical samt geplanter Verfilmung arbeitet, wollen und sollen die sympathischen Schotten Belle & Sebastian in aller Ohren bleiben. Deshalb wohl der vorweihnachtliche Release der BBC-Sessions, die in den Jahren 1996 bis 2001 (also größtenteils noch mit Gründungsmitglied Stuart David) entstanden sind.
Man kann ihnen das krumm nehmen, denn nach dem eher nur mittelmäßig abgefeierten und arg poppigen Album „The Life Pursuit“ hätte man den Glasgowern eine Pause bis zum nächsten Album schon gegönnt.
Aber drauf gepfiffen. Da stellt man sich halt auch ein „neues“ Album in den Schrank, auf dem frühere Perlen wie „Like Dylan in the Movies“, „The Stars of Track & Field“, „Judy and the Dream of Horses“ und „Lazy Jane“ in nahezu Studioalbum-gleichen Versionen vertreten sind.
Bekommt man ja mit „Live in Belfast“ gleich eine zweite CD in die Hülle gepackt, auf dem sich der Mitschnitt eines Konzert von 2001 inklusive einiger Coversongs („Here comes the Sun“, „I´m waiting for the Man“, „Boys are back in Town“) befindet. Da sagt man artig „Danke“ und harrt der Dinge, die da passieren, bis das Belle & Sebastian-Musical „God help the Girl“ erscheint. (Säm Wagner)

Anspielen:
* Like Dylan in theMovies
* The Boy with the Arab Strap
*Me and the Major

Weiterlesen im Popblog:
Die Enttäuschungen 2006

Im Netz:
* Indiepedia
* Homepage
* MySpace

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The (International) Noise Conspiracy

TINC

Dennis Lyxzén taugt zur Ikone, das wird mit jedem Album deutlicher. T(I)NC stellen sich zwar ganz gern uniformiert auf die Bühne, aber ohne ihren Frontmann wären sie wahrscheinlich bloß eine weitere gute skandinavische Punkrock-Mucker-Band. Das Bindeglied zwischen Popkultur, Kapitalismuskritik, Sexyness, Kunst, Aktionismus und Genialität stellt eben Lyxzén dar. Auch auf „The cross of my calling“ muss man gerade mal das psychedelische Intro abwarten, knapp zwei Minuten, und dann poltert sein Organ los. „Assassination of Myself“ ist T(I)NC in Reinform.

Die Highlights muss man, wie schon auf „Armed Love“, nicht lange suchen. Mehr noch als auf früheren Werken suchen die Schweden hier die Herausforderung. „Arm Yourself“ orgelt sich an den Doors ab und macht dabei noch nichtmal eine schlechte Figur. Zu klug sind T(I)NC, um auf billige Effekthascherei zu setzen. Dass ihnen dabei manchmal die Puste ausgeht, zwischen all den politischen Anspielungen der Texte und dem dreckigen Rock, das ist nichts neues. Schon für „Washington Bullets“ aber lohnt sich die Anschaffung dieses linken Musik-Fanals. Hut ab vor Dennis Lyxzén, sich nach all den Jahren noch so agil zu zeigen und seine Band nach vorn zu treiben. Muss wohl an der Ernährung liegen… (Robert Heldner)

Anhören!
* Arm Yourself
* Hiroshima Mon Amour (hier)
* Washington Bullets (hier)

Im Netz:
* Indiepedia
* Homepage
* MySpace

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