https://blogs.taz.de/popblog/wp-content/blogs.dir/1/files/2018/01/Samuel_Zeller_Fallback.png

vonChristian Ihle 10.01.2012

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

Alabama Shakes

alabama shakes

Ach, das ist doch mal wirklich wunderschön: während alle Welt nach Amy-Winehouse-Nachfolgern sucht und doch nur bei blassen Damen landet, denen eine Mark-Ronson-Version von Stax-Soul übergestülpt wird, singt sich auf der anderen Seite des Atlantiks Brittany Howard dermaßen wild die Seele aus dem Leib, dass alles Suchen von nun an eingestellt werden kann und wir eine neue Amy oder eben wenigstens Sharon Jones wiedergefunden haben. Wenn Welt gerecht etc pp, dann sind Alabama Shakes in einem Jahr da, wo Rox (erinnert sich noch jemand?) leider nie gelandet ist: ganz ganz oben.
„I Found You“ hatte übrigens schon Platz 12 in unseren Jahres-Songs-Charts belegt:


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=cnVSUH6_oBY&feature=related[/youtube]




Howler

howler

Auch im Jahr Elf nach „Is This It“ ist der Einfluß der Strokes auf die Indierockszene nicht geschwunden. Auf ihrer tatsächlich ziemlich makellosen Debüt-EP „This One’s Different“ klingen Howler in ihren besten Momenten eben genau wie die New Yorker damals zu „Modern Age“-Zeiten (und in etwas schwächeren Momenten wie die ganz frühen Razorlight, die – man vergisst das ziemlich schnell, wenn man Johnny Borrell vor dem geistigen Auge hat – tatsächlich auch mal richtig gut angefangen hatten). Das Debütalbum soll dem Vernehmen nach in den Strokes-Cocktail noch ordentlich Jesus & Mary Chain’schen Psychocandy einrühren, so dass auch die Brücke zum aktuelleren amerikanischen Indierock mit seiner Lo-Fi-Faszination geschlagen wäre. Auf’s erste Hören: der potentiell größte „klassische“ US-Indie-Rock fürs neue Jahr!


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=lKkcBb4EFQs[/youtube]




Devin Therriault

Ebenfalls ordentlich strokesyfiziert kommt uns Devin Therriault vor, allerdings noch ungebremster als Howler – so dass nicht nur die Rockabilly/Chris-Isaak-Frisur an Dan Sartain und Elvis Costello denken lässt. Brooklyn ist die Heimatstadt des Rocknrollsingersongwriters, im November ist seine Debüt-EP auf FrenchKiss Records erschienen.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=FUwIKbT3dtg[/youtube]




TV Girl

Mancherorts, zum Beispiel im britischen Guardian, wird Joel Williams aka TV Girl bereits als der neue Beck gefeiert – und zwar als der gute neue Beck, also der wilde Samplist und intelligente Country-Grunge-Hiphop-Slacker, als der Beck Mitte der 90er auf den Plan getreten war. TV Girl bedienen sich dabei nicht unbedingt obskurer Samples. Allerdings mag Bob Dylan noch Konsens sein, bei Todd Rundgren nimmt die nickende Zustimmung schon ab. Höhepunkt bisher ist fraglos „Benny & The Jetts“, was natürlich a) auf Elton John Bezug nimmt und dabei b) auf einem Bob-Dylan-Sample beruht.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=56h5pAmuvsI[/youtube]




Fort Lean

Der Kleidungs- und Frisurenstyle ist so Brooklyn-Hipster, dass es beinah schon schmerzt, aber das soll nicht davon ablenken, dass hier schön melödiöser Rock für Indiediscos geschrieben wird, der – jaja, schon wieder – nicht allzu weit von den jüngeren Strokes-Songs entfernt ist. Und was statements of intent angeht, fällt es schwer, diesen Satz auf Fort Leans Facebookpage zu schlagen: „Fort Lean is about getting too drunk at your own picnic“.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=j4GH9Nzc920[/youtube]




Exitmusic

exitmusic

Um diese Believe-The-Hype-Folge nicht beinah ausschließlich mit Strokes-Reminiszenzen zu verbringen, wollen wir auch noch einen Blick auf Exitmusic werfen, die sich eher im Sphärischen als im Schmuddeligen wohlfühlen und Dream-Pop mit leicht den Achtzigern geschuldeten Refrains präsentieren. Die erste EP ist auf Secretly Canadian erschienen und Heimatstadt des Duos ist die scheinbar tatsächlich nie versiegende Quelle Brooklyn.
Um dann aber doch nicht ganz ohne Strokes-Referenz diesen Beitrag beenden zu müssen, haben Exitmusic netterweise ihren besten Song wenigstens „Modern Age“ genannt:


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=dOuQ93GmeZg[/youtube]




Die anderen Folgen der Jahresvorausschau:
Folge 1: UK Indie Rock
Folge 2: Pop
Folge 4: Folk und Singer/Songwriter

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/popblog/2012/01/10/believe-the-hype-3-us-indie-rock-we-still-heart-the-strokes/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.