vonChristian Ihle 03.03.2016

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Mit ihrem zweiten Album „Suicide Songs“ löst die nordenglische Band Money alle Versprechen ein, die der wunderbare „Goodnight London„-Siebenmminüter auf ihrem Debüt gegeben hatte.

Song um Song ist ein großen Sehnen und Wehklagen, aber so faszinierend produziert und gespielt, dass eben kein radiokompatibler Adele/Coldplay-Schmachtfetzen daraus entsteht, sondern ein vielschichtig strukturiertes Songgebilde, das sich dem einfachen Weg verweigert und in dieser Hinsicht durchaus an WU LYF, die große verlorene Band der jüngeren Manchester-Vergangenheit erinnert.
Gut, und Adele würde halt auch weder über ein „Cocaine Christmas“ noch ein „Alcoholic’s New Year“ singen.

In solchen Momenten wirkt es, als hätte Money das Herz von Shane MacGowans Lyrics freigelegt und sie von all dem Fiddelydiddely des Irish Folk entkernt:


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And I’ve wasted all my time
On cocaine at Christmas
And bottles of wine
And I’m as happy as a child
Because you don’t have to ask me why

I’m in love with the season
I’m in love with the drunks

I am Marylin Monroe
I am a cocktail party
I am someone ugly, beautiful
Like Jean Genet


Wem „A Cocaine Christmas And An Alcoholic’s New Year“ etwas zu sehr mäandert, sollte Moneys „Suicide Songs“ dennoch eine Chance geben, denn an anderer Stelle – wie im ebenfalls wunderbar betitelten „You Look Like A Sad Painting On Sides Of The Sky“ oder im „Suicide Song“ – werden die Nordengländer etwas griffiger. Das bisher beste britische Album des Jahres.


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Bisherige Songs der Woche:
* Falscher Ort, Falsche Zeit – Power Pop & Mod Sounds from Germany, Austria & Switzerland 1980-1990
* Pet Shop Boys – Pop Kids
* Drangsal – Allan Align
* Josh T Pearson – Sweetheart I Ain’t Your Christ
* Beat Happening – Bewitched
* Fat White Family – Whitest Boy On The Beach
* Die Nerven – Barfuß durch die Scherben gehen
* Fehlfarben – So hatten wir uns das nicht vorgestellt
* The Libertines – Heart Of The Matter
* Fidlar – 40 Oz On Repeat
* Isolation Berlin – Isolation Berlin

Photo credit: Joe Wilson

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