vonChristian Ihle 12.11.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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7inch #recordoftheday
Steve Harley & Cockney Rebel – Make Me Smile (Come Up and See Me)
1973, EMI / Charts: UK #1, D #20, US #96

„Make Me Smile“ ist einer der großen Breakup-Songs der Rockgeschichte – und zwar nicht wie zum Beispiel Dylans „Idiot Wind“ über das Ende einer Liebe, sondern das Ende einer Band („You’ve done it all, you’ve broken every code… You spoilt the game, no matter what you say“).
Steve Harley schrieb den Song nachdem sich die erste Inkarnation von The Cockney Rebel über Songwriting-Rechte während einer Tour 1974 zerstritten hatte. Daher auch die offizielle Betitelung: im Gegensatz zu früheren Releases, die unter The Cockney Rebel liefen, ist „Make Me Smile“ die erste SIngle, die als „Steve Harley & The Cockney Rebel“ erschien (dass Harley bis dahin neue Rebels um sich geschart hatte, versteht sich von selbst).

Harleys ursprüngliche Version klang allerdings wie ein Blues-Stampfer, laut eines Uncut-Interviews um 4 Uhr morgens nach einer Flasche Brandy geschrieben. Erst Produzent Alan Parsons überzeugte Harley, daraus den nun bekannten Uptempo-Glam-Hit zu machen, der bis an die Spitze der UK-Charts kletterte und 1,5 Millionen Einheiten verkaufte.

Insbesondere in Großbritannien ist der Song bis heute noch ein Hit, wurde von mehr als 120 Bands gecovert – von Wedding Present bis Duran Duran – und chartete mehrere Male in den letzten zwanzig Jahren aufs neue aus den unterschiedlichsten Anlässen. So war „Come Up And See Me“ schon Untermalung für eine Viagra-Werbung (clever!) oder Bestandteil einer Kampagne der britischen Schnelle-Autos-Show „Top Gear“, deren Moderator seine Zuschauer aufforderte, den Song zu kaufen, damit Harley eine Verkehrsstrafe bezahlen kann, die er für Tempoübertretung kassiert hatte…

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kommentare

  • Schöne Reminiszens. Ich erinnere mich gut an die erste LP von Cockney Rebel mit dem verstörenden Track „Sebastian“, sowie an die zweite LP, die hieß glaube ich „PSYCHOMODO“, die richtig gut war, man kann sagen Roxy-Music-Style.
    „Make Me Smile“ und andere spätere Stücke von Steve Harley waren dann eher leichterer Stoff und fanden entsprechend ihren Weg in das Formatradio.

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