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vonMesut Bayraktar 18.11.2018

Stil-Bruch

Blog über Literatur, Theater, Philosophie im AnBruch, DurchBruch, UmBruch.

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Es ist soweit! Das alle zwei Jahre stattfindende Stuttgarterter Europa Theater Treffen wurde am 16. Nov’18 mit der „dadaistischen Soirée“ »TO DA OR NOT DO DA?« (Inszenierung: Damianos Konstandinidis) eröffnet. Internationale KünstlerInnen sammeln sich gegenüber vom Hegel-Haus in der Tribühne und tragen allerlei Kunstenergie mit über zwanzig Aufführungen in die Landeshauptstadt. Das diesjährige Thema ist die Rolle der Frau sowie die Kritik an den patriarchalen Verhältnissen. Um die Dringlichkeit dieses Themas neben der #MeToo-Debatte, der frauenfeindlichen Rhetorik autoritärer Politiker, der Versklavung von Jesidinnen in Syrien oder der sozialen wie politischen Diskriminierung auf einem bestimmten Feld zu präzisieren: Es heißt, eine Weisheit besage, dass im Krieg die Zivilisten die größten Opfer erbringen und das meiste Leid auf sich nehmen müssten. Das ist nicht ganz richtig. Hinzuzufügen wäre: Unter den Zivilisten sind es die Frauen, die dabei das größte Opfer des Kriegs sind.
Und nun lassen wir die Festivalleitung zu Wort kommen:

14. STUTTGARTER EUROPA THEATER TREFFEN / 16. NOV. – 9. DEZ. 2018

Europa pur? Nein! Natürlich treffen sich in Stuttgart nicht nur europäische Theaterleute. Theater war schon immer Welttheater. Denn was die Welt bewegt, bewegt immer auch das Theater. Die Ensembles kommen aus England, Ungarn, der Türkei, Griechenland, Italien, Georgien, Mosambik, Deutschland. Und bei den deutschen Produktionen sind KünstlerInnen dabei, die ihre Wurzeln haben in: Chile, Venezuela, Kolumbien, Belgien, Kurdistan und im Irak. Sie zeigen Virtuoses, Vergnügliches, Verblüffendes und Visionäres.

Bäuerinnen aus Anatolien mit selbst geschriebenen Stücken und weltberühmte Musiker mit einer Stradivari im Gepäck, in gleichem Maße engagiert. Denn die Bühne betreten bedeutet für alle, sich zu engagieren für ein friedvolles Miteinander in einer globalisierten, vom Patriarchat geprägten Welt.

Die Kritik an den patriarchalen Verhältnissen kommt natürlich in erster Linie von den Frauen. Und sie stehen im Mittelpunkt dieses Festivals: Autorinnen, Regisseurinnen, Schauspielerinnen, Musikerinnen, Sängerinnen, Kabarettistinnen, Performerinnen, Professorinnen und Köchinnen. Und sie halten es mit dem Philosophen Blaise Pascal: »Man hat eine Wahl. Entweder gibt man die Hoffnung auf und lässt das Schlimmste eintreten, oder man entscheidet sich für die Hoffnung, dann besteht die Möglichkeit, etwas zu verbessern.«

Vor diese Alternative gestellt, gibt es für die Frauen eigentlich keine Frage, wie zu wählen ist. In diesem Sinne versprechen wir Ihnen spannende, bereichernde und unterhaltsame Theatererlebnisse.

Edith Koerber / Stefan Kirchknopf
(Festivalleitung)

Weitere Informationen unter: https://www.sett-festival.eu
PROGRAMM: https://www.sett-festival.eu/programm


*Titelbild vom Festival

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