In Rumänien herrscht (wegen der Chinesen?) chronischer Schrottmangel, so dass immer mehr Hausmeister bei ihrer Pollerproduktion auf Beton zurückgreifen (müssen). Dieser Hausmeister eines Mehrzweckgebäudes in Bukarest, in dem früher die Partei untergebracht war und nun u.a. eine Bank, hat sich für rechtwinklige Betonkästen entschieden, die seine Frau hernach mit Erde und Grassamen füllte, auch strich sie die Kästen weiß an. Im Gegensatz zu den Metallpollern müssen diese nun aber mindestens einmal täglich gegossen werden. Und das werden sie auch. Photo: Stefanie Peter
Archive for August, 2008
Die gewerbliche Produktivgenossenschaft in Deutschland
Ein theoriegeschichtlicher Beitrag von Werner Kruck (aus: Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen, Bd. 43, 1993)
I. Vorbemerkung
Aufgrund der deutschen Wiedervereinigung wird die Genossenschaftstheorie aus zwei Richtungen erneut mit dem Thema »Produktivgenossenschaften« konfrontiert. Auf der einen Seite zeigt sich deutlich, daß ein wirtschaftlicher Umbau Ostdeutschlands, der sich einzig auf die Initiativkräfte der West-Unternehmen stützt, nur zögerlich zustande kommt[1]. Es gilt somit, das Spektrum möglicher einzel- und gruppenwirtschaftlicher Aktionsformen auf Selbsthilfe- und Innovationspotentiale hin zu prüfen, um zu einer funktionsfähigeren Aufbaukonzeption zu finden[2]. Gleichzeitig hat sich im Zuge der Vereinigung eine gesamtdeutsch veränderte Realität dadurch eingestellt, daß sich aus den Selbsterhaltungsbemühungen der ehemaligen Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) heraus, zwischenzeitig eine neue produktivgenossenschaftliche Infrastruktur gebildet hat[3]. Die früher quasi vernachlässigbare Anzahl westdeutscher Produktivgenossenschaften hat im Westen nur noch wenige Wissenschaftler zugunsten dieser Unternehmensform wirken lassen[4]. Im Einklang linker und rechter politischer Grundüberzeugungen wird überwiegend der… weiter lesen
Der Hausmeister dieses alten Gewerbekomplexes, Herr Kinkel, hat sich von der Beuys-Aktion zur documenta 7 “Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung – 7000 Eichen” (inklusive 7000 Basaltsäulen) inspirieren lassen. Der Stadtbaum stand schon da, wenn auch keine Eiche, die kleine Basaltsäule besorgte ihm sein Schwager, der – ebenfalls als Hausmeister – in einem Basaltwerk in der Rhön arbeitete. Und das Schöne: die Stadtverwaltung ließ es geschehen. “Sieht ja auch aus wie echte Kunst,” so Kinkel. Photo: Peter Grosse
“Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?”
(Hannah Arendt 1958)
Im Anschluß an den Berliner Kongreß “Solidarische Ökonomie” verfasste Werner Ruhoff eine Kritik an Genossenschaften, hier einige Auszüge daraus:
“Solidarische Ökonomie” im Kapitalismus – Genossenschaften ein Ansatz?
Das Thema Genossenschaft war als Querschnittsthema in vielen Bereichen enthalten: z.B. Gesundheit/Heilung, Sozialbetriebe, Wir-eGs statt Ich-AGs, Vergenossenschaftlichung privatisierter Bereiche (z.B. kommunale Wasserversorgung u.v.a.), Selbstverwaltung statt staatlicher Bürokratie;
Wie solidarisch sind Genossenschaften?
Dazu ein Rückblick: Genossenschaften wurden von Einigen als ein Lösungsansatz angesehen, die juristisch-ökonomische Trennung von Lohnarbeit und Kapital durch eine demokratisch verfasste Gruppeneigentumsform aufzuheben bzw. abzumildern, sprich Gleichheit (wie weit ?) und Solidarität innerhalb eines Betriebes herzustellen.
Hier greift m.E. der Einwand, dass bisher alle traditionellen Genossenschaften und auch die in den siebziger/achtziger Jahren gegründeten Alternativunternehmen sehr starken Anpassungszwängen von… weiter lesen
“Wie ist das holländische wort für poller nochmal,verflixt,”
schrieb Peter Grosse zu diesem, seinem Bild. Das Wort, das
ihm nicht einfiel – zu der lesenden Amsterdamerin am
Kanalufer, war “Amsterdammertje”, es heißt jedoch übersetzt
“Kleiner aus Amsterdam”. Das war wohl nichts, Grosse, dachte
ich, aber dann las ich: “Seit 2000 werden jährlich etwa
2.000 Amsterdammertjes entfernt. Im Jahr 2003 waren nur
noch 37.616 Amsterdammertjes von einst über 100.000 übrig.”
Und begriff: Er wollte mit seiner Bildunterschrift sagen:
Da wo jetzt die Amsterdamerin sitzt, stand früher ein
Amsterdammertje. Das war bevor in Amsterdam das
“Entpollerungsprogramm” griff.
Als ich 2000 einmal in einem mecklenburgischen Bauernhof,
der zu einem toskanischen Seehotel umgebaut worden war,
übernachtete, las ich dort in einer herumliegenden
Broschüre, das dieses Haus, in dem man sich die ganze Nacht
mit italienischem Wein selbst… weiter lesen
I. CIVE Glasproduktion in Vinci (Besuch: Freitag 20. Juni, 9 Uhr 30)
Interview auf Englisch mit der Acquisemanagerin Margarita Sack (Buying Office) – statt wie anvisiert mit der Direktorin Monica Garofari oder dem Präsidenten der Genossenschaft Claudio Calugi Die Genossenschaft wurde 1950 von einer Gruppe Gläsbläser gegründet, 2001 fusionierte sie mit einer anderen Gläser herstellenden Genossenschaft in Empoli und zog in neue Produktionsstätten nach Vinci, wo nun außerdem noch neue Gebäude errichtet werden und noch alles hergerichtet werden muß, auch draußen auf dem Firmengelände. Deswegen sollten wir nichts filmen oder photographieren. Frau Sack bestand darauf, vorher müsse der Präsident um Erlaubnis gebeten werden, dieser antwortete jedoch nicht auf unsere Mail. Wir sollten nicht einmal Außenaufnahmen machen, weil dort noch keine Bäume gepflanzt und kein Rasen angelegt wurde. Wir machten ein paar Tage später trotzdem noch einige Photos von außen, heimlich quasi.
Die Genossenschaft hat derzeit 40 Mitarbeiter und bildet fünf… weiter lesen
Hier hat der Hausmeister in Dubi, an der Abzweigung der Straße von Teplice nach Zinnwald, ein ganzes Pollerensemble aufgebaut, es soll den Verkehr nicht abweisen, sondern im Gegenteil anlocken: “Das Objekt markiert die Zufahrt zum Bordell, die dahinter sitzenden drei Damen wollten nicht mit aufs Bild,” schreibt die Photographin Alena Stolpe.
Auf der European Social Science History Conference 2004 hielt Catherine Albrecht ein Referat über “Nationalism in the Cooperative Movement in Bohemia, 1880-1914“, in der Vorankündigung schrieb sie dazu:
With a population that by 1900 was 37 percent German and 62 percent Czech, Bohemia was the site of inten-sive national conflict. It was also one of the most advanced provinces of the Habsburg monarchy, experiencing rapid industrialization and urbanization during the late nineteenth and early twentieth centuries. Credit cooperatives played a significant role in both economic development and national conflict in the last decades of the nineteenth century. Czech and German nationalist parties relied on a network of small-town confidants and organizers that included the managers and supervisors of local credit cooperatives and savings banks. As a result, local cooperatives were highly politicized. This paper will focus on the nationalist activities of two types of cooperatives: those based on the ideas… weiter lesen
Besuch beim Genossenschaftsverband sowie bei drei Produktivgenossenschaften (für Leder- und Metallprodukte, Textilien und Spielzeug) – in Südböhmen und Mähren. Andreas Wegner photographierte, Stepan Benda dolmetschte und filmte.
Wir begannen unsere Interviewtour in Prag – bei:
1. JAN WIESNER, Präsident des Verbandes der böhmischen und mährischen Produktivgenossenschaften. (Prag, Wenzelsplatz) – SCMVD
Interview-Fragen (vorab notiert):
a) Aufgabe des Verbandes/Und Verhältnis zu den Mitgliedsgenossenschaften
b) Entwicklung der tschechischen Genossenschaften aus dem Sozialismus heraus
c) Sind diese aufgrund ihrer Erfahrung mit dem Sozialismus besonders unideologsch und pragmatisch?
d) Besteht die Gefahr, dass sie sich irgendwann nicht mehr von anderen Firmen unterscheiden – und ggf. die juristische Form dann auch wechseln (GmbH oder AG)?
e) Wieviel verdienen die Geno-Mitarbeiter und wieviel die -Manager: 1:6? Und gibt es eine Gewinnbeteiligung?
f) Geht es in den Genossenschaften auch um Soziales, d.h. darum, dass die Mitglieder sich allseits bilden und in der Lage sein sollen, alle möglichen Kopf-… weiter lesen
Dieser Poller steht zwar an der Wand, ist aber dennoch ein Verkehrsabweiser, indem er jedem unbefugten Einparker sofort signalisiert: Hier nicht, Freundchen, sonst kriegst du es mit dem Hausmeister zu tun. Und der brüllt einen dann an: “Können se nich lesen?!” Photo: Parwez Hosseini Gebäudereinigung, Flein bei Heilbronn




