28.01.2009 von Helmut Höge

Diesen Kegelpoller mit Unterwasserverankerung (im Bild nicht sichtbar), der in Norddeutschland manchmal auch Boje genannt wird, hat der patriotisch gestimmte New Yorker Hafenmeister zur Feier der Amtseinführung von US-Präsident Obama mit einer Fahne geschmückt, auf der eine Anzahl Morgensterne abgebildet ist sowie eine Reihe von Kometenschweife. Er hat damit ein äußerst kriegerisches Emblem vor die Hafeneinfahrt gepflanzt. Das kann heiter werden! Photo: Peter Grosse.
P.S.: Bisher wurden die übers Meer, aber auch aus der Luft in New York Angekommenen eher freundlich begrüßt, jedenfalls vordergründig: An der New Yorker Freiheitsstatue und am Kennedy-Airport befinden sich z.B. Tafeln mit den Gedichtzeilen von Emma Lazarus aus dem Jahr 1883: “Kommt zu mir, ihr müden und armen / Gedrängten Massen, die ihr nach freiem Atmen euch sehnt … /Schickt sie zu mir, die Heimatlosen, Sturmverwehten: / Ich hebe meine Fackel am goldenen Tor.”
Die drei Punkte stehen für eine Zeile, die… weiter lesen
28.01.2009 von Helmut Höge
1.
Hiermit möchte ich dich/euch zu einer Veranstaltung
des Modellkaufhauses für Waren aus genossenschaftlicher Produktion (Le
Grand Magasin) in der Neuköllner Kommunal-”Galerie im Saalbau”,
Karl-Marx-Straße 141 – am Donnerstag, den 21.1.um 20 uhr, also morgen -
einladen. Das Thema heißt “Alternativbetriebe”.
Angehängt findet sich dazu eine – etwas mäandrierende – Rezension des
Buches “Kleine geile Firmen” von Arnd Neumann, den wir auch schon zu
einer Veranstaltung eingeladen hatten, da ging es jedoch nur am Rande um
seine Thesen. (Hier im blog befindet sich die Rezension seines Buches im
Eintrag vom 13.10.2008.
Eingeladen wurden für morgen:
Elisabeth Voß (Contraste)
Holm Friebe (Intelligenzagentur)
Andreas Bull (taz-geschäftsführung)
Hans-Gerd Nottenbohm (innova eG)
Adam Page (Künstler in einem langjährigen Soziokulturprojekt in
Prohlis/Dresden)
Sie haben auch schon zugesagt. Und wir sorgen für Bier, Rotwein und
Salzgebäck.
Mit freundlichen Grüssen
2.
Lieber… weiter lesen
22.01.2009 von Helmut Höge
Rosa-Luxemburg-Kongreß/Antifa-Treffen gegen Nato/ Volksfront-Initiative
“Die immer tiefer gehende Finanzkrise hinterläßt im Leben der Völker unheilbare Wunden.” (KP der Türkei, Auslandsorganisation)
Der R-L-Kongreß wurde von jungen Genossen dominiert. Neben verschiedenen KP-Sprechern hatte die Junge Welt heuer auch Vertreter ihrer Jugendverbände geladen, die in der Urania über die NATO stritten. Darüber diskutierten gleichzeitig auch die Antifas im “Böcklerpark”. Während der ehemalige JW-Mitarbeiter Jürgen Elsässer im “Max & Moritz” mit einer neuen Initiative die transatlantische Orientierung Deutschlands in eine eurasische wenden wollte.
Auf dem R-L-Kongreß ging es um den “Internationalismus” angesichts der Weltwirtschaftskrise, die ausgehend vom Ghaza-Krieg ein Weltkrieg zu werden droht. Eine Sprecherin des US- “Action Centers” meinte: “Der Ghaza-Streifen ist das Warschauer Ghetto heute!” Der Senegalesische KP-Chef Ahmat Dansokho bezeichnete den Widerstand gegen den “US-Imperialismus”, in Athen z.B., als noch zu schwach: “Wir müssen uns stärker verbünden.” Leider wäre das Netz der Globalisierungsgegner zu heterogen, dazu kämen die (stalinistischen) Fehlentwicklungen im… weiter lesen
22.01.2009 von Helmut Höge

Die Fotografin Stefanie Peter schreibt zu diesem Bild: Hausmeister Sherif el Selim hat seinen Lada in Kairo ganz knapp neben dem Poller geparkt, den er selbst aus einer mit Erde gefüllten Plastiktonne gefertigt und mit einer Pflanze verziert hat. Mit Palmen und anderen Gewächsen gefüllte Poller sind nicht nur eine Besonderheit
der Hauptstadt Ägyptens, sondern man begegnet ihnen auch sehr häufig in der Küstenstadt Alexandria.
14.01.2009 von Helmut Höge
Er wird gemeinhin auf die Frage verkürzt, ob Angelerntes vererbt werden kann. Der Wiener Amphibienforscher Paul Kammerer hat dazu vielversprechende Experimente mit Salamandern und Grottenolmen – ihre Färbung bzw. Sehfähigkeit betreffend – angestellt – bis die Darwinisten ihn gewissermaßen aus dem (wissenschaftlichen) Verkehr zogen.
Mit einer anderen Form von Lamarckismus haben wir es zu tun, wenn z.B. Hund und Herrchen sich mit der Zeit immer ähnlicher werden: da verändert der Einfluß, das Affizieren und Affiziert-Werden, die ganze Physionomie. Auf die nämliche Weise bekommen wir es auch mit immer mehr “Look-Alikes” zu tun.
Bereits kurz vor der Wende eröffnete die ehemalige Borsig-Chefsekretärin Rosemarie Fieting im Berliner Märkischen Viertel die erste deutsche “Look Alike Agentur” – mit einer Lizenz vom Arbeitsamt. Sie vermittelt ihre “Künstler” in “weisungsgebundene Tätigkeiten”, d.h. diese treten – weil sie irgendeinem Prominenten zum Verwechseln ähnlich sehen und gegebenenfalls auch so gekleidet sind und so reden, singen oder tanzen… weiter lesen
09.01.2009 von Helmut Höge
1. Evoluzzer-Prosa
“Biologie ist der Versuch, transversale Beziehungen zu anderen Arten aufzunehmen.” (Luis Bec)
Goethe soll einmal gesagt haben: “Wer eine Million Jahre nicht überblickt, für den ist es, als hätte er nicht gelebt.” Nun habe ich Richard Dawkins “Geschichten vom Ursprung des Lebens” durch – und dabei rund 3,5 Milliarden Jahre überblickt. Das hatte einige erhebende Momente! Der Oxforder “Ultradarwinist” orientiert seine Entwicklungsgeschichte an Geoffrey Chaucers “Canterbury Tales”, eine volkssprachliche Erzählung aus dem 14. Jahrhundert. Es geht darin um eine buntgemischte Gesellschaft, die eine Pilgerreise unternimmt. Die Pilger bei Dawkins, das sind wir – von den letzten Menschen bis zu den ersten Bakterien. Und seine Reise führt uns vom Jetzt bis sozusagen zum Urschleim. “Bewegen wir uns rückwärts, können wir anfangen, wo wir wollen, immer feiern wir am Ende die Einheit alles Lebendigen. Bewegen wir uns vorwärts, freuen wir uns über die Vielfalt.” Die Bewegung zurück, für den sich… weiter lesen
09.01.2009 von Helmut Höge

“Die bestgelauntesten Hausmeister Kairos arbeiten im Stadtteil Zamalek, auf der Nilinsel. Ahmed Ibrahim (hier mit Sonnenbrille und Wasserflasche) ist Hausmeister und zugleich Schülerlotse für die Port Said Schulen. Damit die ABC-Schützen jeden Mittag nach Unterrichtsschluß sicher in die Schulbusse gelangen, sperrt er eine Ein- und Ausstiegsszone ab. Dazu verwendet er einen selbstgebauten Poller bestehend aus einem zerbeulten, mit Beton ausgegossenen Metallkanister, in dem eine Eisenstange steckt. Außerdem eine Kette und ein Absperrgitter. Die Schüler warten brav hinter der Kettenlinie auf ihren Bus,” merkte Stefanie Peter zu ihrem hier geblogten Photo an.
07.01.2009 von Helmut Höge
…So hießen en bloc die Kommunen und Kollektive, die sich ab Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika gründeten. Es war darüber schon an anderer Stelle die Rede.
Mit der Beatnik-, Hippie- und Studentenbewegung ab den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts entstanden erneut viele Kollektive, Cooperatives und (Land-)Kommunen. In den Achtzigerjahren formierten sich die Reste davon zur “New Age-” und “Ökologie-Bewegung” um, es stießen neue Intellektuelle dazu.
Was ist daraus inzwischen geworden? Das wollten Barbara und Gunter Hamburger-Langer aus Konstanz wissen. Die Diplompsychologin leitet seit 20 Jahren “Visionssuchegruppen” und ihr Mann, Geschäftsführer des Diakonischen Werks in Konstanz, mindestens ebenso lange “Open Space Konferenzen”. Knapp ein Jahr waren die beiden unterwegs. Anschließend veröffentlichten sie ihre “Weltreise auf der Suche nach Samen für die Zukunft” als Buch: “Ein Stern sei mein Wagenlenker – Eine Weltreise auf der Suche nach Samen für die Zukunft”, Edition Octopus, Münster 2008.
Als erstes besuchten sie ein Camp von… weiter lesen
02.01.2009 von Helmut Höge
Ende Dezember schrieb eine Frau, dass sie ihr Öko-Jahr in einem sie fürchterlich unterfordernden Bioladen im Wedding ableiste, der nun auch noch dicht mache, so dass sie nicht weiß, wie weiter. Deswegen bat sie die taz um einen (kostenlosen) Job, andernfalls werde sie ihre Arbeitskraft dem Springerstiefel-Konzern schräg gegenüber anbieten. Eine Drohung. Deswegen setzte ich mich auch dafür ein, Ihren Brief zu beantworten – und das nicht abschlägig.
Als jemand den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann oder wie er heißt zur Blattkritik einlud, gab es so massiven Protest von allen Seiten in der taz, dass es glaube ich nicht dazu kam.
Zwei Tage hatte ich jetzt an Tagen Hausmeisterdienst, da so gut wie niemand im Haus war, so dass ich die meisten Türen umsonst auf- und zuschloss. Im vierten Stock fand ich eine alte “Cicero”-Ausgabe, vom Dezember, also noch gültig quasi.
Darin schrieb ein gewisser Christian Meier, von der WamS (Welt am… weiter lesen