Joschka Fischer gibt seinen Namen für die Southstream-Pipeline her und Gerhard Schröder für die Northstream-Pipeline. Die beiden Rohrleitungen transportieren Gas aus Zentralasien in die europäischen Zentren des Schweinesystems. Die nördliche durch die Ostsee ist von Russland (Gazprom) geplant und die südliche gegen Russland. Die eine wie die andere Trasse braucht alle paar hundert Kilometer eine Verdichterstation, wo das Gas gereinigt, komprimiert und weiter durch die Gasrohre gedrückt wird. Diese Verdichterstationen sehen so aus wie auf diesem Photo. Es gibt zwei Dörfer – eins an der Trasse der Southstream-Pipeline in Griechenland – und eins an der Trass der Northstream-Pipeline in Brandenburg, die direkt von einer solchen Verdichterstation betroffen sind, weil sie direkt vor ihrer Nase gebaut werden. Beide Dörfer haben zur Abwehr dieser Scheiße eine Bürgerinitiative gegründet. Die in Brandenburg nennt sich “Baruth minus Opal” (Opal ist ein Tochterunternehmen der zukünftigen Betreiber-GmbH “Wingas” und die wiederum ist eine gemeinsame Tochter… weiter lesen
Archive for März, 2010
Poller-Wächter
Bekloppte Dienstleistungen
Nach dem betrieblichen “Outsourcen”, d.h. der Vergabe von immer mehr Arbeitsbereichen und Funktionen in einem Unternehmen an andere Firmen (vor allem im Dienstleistungsbereich) kommt es nun auch vermehrt zum Outsourcen privater Bereiche – über das Wohnungsputzen, Essenkochen, Wäschewaschen und Kinderbetreuung hinaus.
Schon gibt es professionelle Hundeausführer, Hochzeitsplaner, Eventbegleiter und Büchervorleser (nicht mehr nur im Film). In “Das Argument 285″ berichtet die US-Soziologin Arlie Russell Hochschild noch über ganz andere Dienstleister: “Vater-Verleih”, “Bruder-Verleih” und “Rent a Mama” z.B.. Darüberhinaus listet sie all jene Selbständigen auf, die “spezielle Nischenbedürfnisse erfüllen” – wie Speed-Dating, Evaluation der Elternrolle, Erstellung von Familienalben, Geburtstagsfeiern ausrichten und Partyunterhaltung. Die Soziologen sprechen inzwischen von einer regelrechten “Auslagerungskultur”. Die vielbeschäftigte Unternehmensberaterin Chris Watson z.B. überlässt sogar das “Ausfiltern von aussichtsreichen Dates Dienstleistern” – sie meint: “Mich in Clubs oder Partys unter die Leute zu mischen, ist keine besonders sinnvolle Nutzung meiner sehr begrenzten Zeit für… weiter lesen
Glühbirnen-Regal in einem Istanbuler Lampenladen (Photo: Antonia Herrscher). So sah es früher in den entsprechenden Läden der EU-Länder ebenfalls aus. Heute gibt es hier jedoch fast nur noch diese Scheiß-Energiesparlampen, die die Schweinekonzerne Osram und Philips auch noch so camoufliert haben, dass sie für sehschwache Omas wie Glühbirnen aussehen.
Die Photographin schreibt zu diesem Bild:
Ich war auf der Suche nach Glühbirnen. In der Nacht war ein grünes Ufo über der Strasse aufgetaucht und hatte mein Zimmer taghell erleuchtet, um dann irgendwann unverrichteter Dinge zurück zur Großbaustelle zu schwenken. Am nächsten Morgen hatten 3 Birnen den Geist aufgegeben. Doch nirgends ein Glühbirnengeschäft. Irgendwann habe ich zwei gammlige Dinger erstanden, die in einem Regal eines Elektroniklädchens rumlagen und die drei Angestellten mussten erst mal rumtelefonieren, um herauszufinden, dass die eine 75 Kurus und die andere 1 Lira kostete. Eigentlich wollten sie mir eine viel teurere und klimafreundliche Energiesparlampe andrehen, die… weiter lesen
(Our Equipment at night)
Poller-Pause
Es gibt eine Theorie – aus Frankfurt am Main, wonach die Bürohäuser nachts miteinander kommunizieren, und zwar über Lichtstrahlen. Wir haben noch nicht gelernt, ihre “Sprache” zu entziffern. Man weiß aber inzwischen, dass in den abends verlassenen Hochhäusern mal hier und mal da irgendwelche Lichter an- bzw. ausgehen, dass plötzlich ein beleuchteter Fahrstuhl – leer – nach unten oder nach oben fährt – und Ähnliches geschieht. Es gibt eine ganze Schule – um Micky Reemann, die sich um ein Verständnis dieser nächtlichen Bürohaus-Unterhaltung bemüht.
Was aber ist mit den Geräten im Inneren der Büros? Ich sitze oft nachts alleine im vierten Stock der taz-Zentrale in der Rudi-Dutschke-Straße am Schreibtisch. Wenn ich die Deckenleuchten auslasse, blinken überall im Großraum kleine grüne und rote Lichter: am Kopierer, an den Druckern, an den Cursormäusen der PCs, an den Nicht-abgehörten Anrufbeantwortern, dem Fernseher, dem DVD-Player usw. Und manchmal… weiter lesen
Die Photographin dieses Bildes war noch eingestellt auf die Suche nach provisorischen Pollern als Parkplatzfreihalter. Sie schreibt: “Eben auf der Oranien-Strasse gefunden. Eine Passantin vermutet, dass es sich um ein Bügelseminar handelt, für die Parkplätze frei gehalten werden.” Das war schon fast richtig gedacht, denn es handelte sich dabei um zwei Männer, die wegen des frühlingshaften Wetters ihre angeblich notwendige Hemden-Bügelarbeit kurzerhand auf die Straße verlegt hatten. Als sie zwischendurch eine Pause einlegten – in der Kneipe “Schmidts Katze” – nahmen sie ihre Bügeleisen und die Hemden mit, die Snowbord-Bügelbretter ließen sie jedoch stehen – als Bügelplatzfreihalter.
Wetter-Gespräche
Mit Kachelmann fing alles an. Plötzlich war er da. Mit ihm wurde “der tägliche Blick auf die Wetterkarte” erst zu einem “Content” und dann auch zu einem fast intellektuellen Gesprächsthema. Neulich entdeckte ich zu meiner Erschütterung im Kulturkaufhaus Dussmann schon ein ganzes Regal voller Wetterbücher. Ich hätte es ahnen… weiter lesen
Hausmeisterpoller/Unikate – aus Istanbul

“Der einzige Poller in Tarlabasi – ein Transen-,
Zigeuner, Kurden-, Eierdiebe-Viertel,” so die
Photographin dieser fünf Bilder Antonia Herrscher.
Klischees auf beiden Seiten
Seit geraumer Zeit sagt man in der Öffentlichkeit nicht
mehr “Zigeuner”, sondern spricht von “Roma und Sinti”,
auch wenn einige der von dieser PC-Begriffsreinigung
Betroffenen sich selbst weiter als “Zigeuner” bezeichnen.
In vielen Ländern haben unterdessen die diskriminierenden
Angriffe auf Sinti und Roma zugenommen. So findet man
zum Beispiel bei der Suchmaschine Google unter “Zigeuner-
Bilder” ein Foto von einem völlig überfüllten indischen
Personenzug, aus und an dem überall Leute hängen.
Das Foto illustriert einen deutschsprachigen Artikel
über osteuropäische “Roma-Horden”, die sich nach England
und Irland aufmachen – als “Billigarbeiter”.Dieser
rassistischen Veröffentlichung steht unter anderem eine
Meldung von der Internetseite swissinfo… weiter lesen
“Wein, Weinbund Gesang” hieß es früher, dann “Sex & Drugs & Rock’n Roll” und schließlich “Fressen, Ficken, Fernsehn”
“Der Hausmeister und Hobbyschnitzer Detlev P.aus G.entwickelte diesen Damenpoller, den er hier stolz am Frauentag präsentiert,” schreibt Peter Grosse zu diesem Photo.
Wein oder Weib
Im Jahr 1805/06 veröffentlichte der Populärphilosoph und braunschweigische Hofrath Carl Friedrich Pockels “eines der wichtigsten Werke zum Männlichkeitsdiskurs um 1800″: das zweibändige “Der Mann. Ein anthropologisches Charaktergemälde seines Geschlechts”. Wie fast alle Aufklärer vor und nach ihm kommt er darin zu der Auffassung, dass der Mann seiner Natur nach asozial/egoistisch, aggressiv und unzivilisiert ist, erst durch den Einfluß einer Ehefrau wird aus ihm ein das Soziale nicht mehr gefährdendes Individuum.
2008 hat der Soziologe Christoph Kucklick die Männer-Studien von Pockels, Kant, Hegel, Fichte usw. als eine “Negative Andrologie” zu Beginn der Moderne bezeichnet – in seiner Doktorarbeit: “Das unmoralische Geschlecht”. Pockels machte… weiter lesen





