19.05.2012 von Hans-Ulrich Dillmann
In der Dominikanischen Republik sind am Sonntag (20. Mai) rund 6,5 Millionen stimmberechtigte BürgerInnen aufgerufen, den neuen Präsidenten des Landes zu wählen. Der bisherige Amtsinhaber Leonel Fernández von der Partei der Dominikanischen Befreiung (Partido de la Liberación Dominicana – PLD) darf aus Verfassungsgründen nicht wieder kandidieren.

Wahlkampf um das Präsidentschaftsamt, alle Fotos: Hans-Ulrich Dillmann
Die Nachfolge soll ein ehemaliger Weggefährte, Minister seines Kabinetts und Mitglied des Zentralkomitees seiner Partei antreten, der 60 Jahre alte Ökonom Danilo Medina. Um das Amt der Vizepräsidentin bewirbt sich für die Morados, mit den lila Fahnen, die Frau von Fernández, Margarita Cedeño de Fernández (44). … weiter lesen
25.06.2011 von Hans-Ulrich Dillmann
31 Jahre terrorisierte Rafael Leonidas Trujillo Molina die Dominikanische Republik. 50.000 Menschen fielen dem Regime des Diktators zum Opfer, der im Mai 1961 einem Attentat erlag. Fünf Jahrzehnte später streitet man im Urlaubsparadies über den richtigen Umgang mit der blutigen Vergangenheit.
Ein Beitrag von Brigitte Kleine in Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Dillmann in ARD, Sonntag, den 26. Juni 2011 um 23 Uhr
http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,gxwec2cimgqvc9ob~cm.asp
09.04.2011 von Hildegard Willer
Am 1. April stellte das Ehrentribunal der obersten peruanischen Wahlbehörde (JNE) folgendes klar: es läge kein Beweis dafür vor, dass sich der Präsidentschaftskandidat Pedro Pablo Kuczynski (PPK) aus wahlkampftaktischen Gründen unsittlich betasten habe lassen. Das Ehrentribunal ermahnte des weiteren die Bevölkerung, seinen Kandidaten aufs höchste Amt im Staat den gebührenden Respekt zu erweisen.
Ein peruanischer Aprilscherz ? Weit gefehlt!
Das unziemliche Ereignis geschah Ende Februar. Der “Gringo” Kandidat PPK – ein 73-jähriger Peruaner europäischer Abstammung und US-amerikanischer Doppelbürger – hatte gerade eine Wahlkampfveranstaltung in der Hafenstadt Callao hinter sich und begab sich in die Volksmenge. Eine schon etwas ältere Frau mit Baselball-Mütze näherte sich ihm und fasste ihm an seine besten Teile, angeblich ein Zeichen ihrer Wertschätzung und, wie sie später sagte, weil sie fühlen wollte, wie es bei einem Gringo unten herum bestellt sei. PPK lächelte dazu und nahm die Sache mit Humor. Zufällig (?) war eine Kamera zugegen,… weiter lesen
07.04.2011 von Hildegard Willer
Eine junge Leserin stellte mir die Frage, warum die Peruaner eine so grosse Abneigung gegenueber Hugo Chávez haben, wenn er doch sonst als Held präsentiert wird ?
Eine gute Frage. Nun ist mit Hugo Chávez heute kein grosser Staat mehr zu machen. Sein Status als Revolutionsheld a la Che Guevara verfällt immer mehr. Seit George W. Bush als hemdsärmliger Gegenspieler von der politischen Weltbühne abgetreten ist, steht Chávez heute ziemlich isoliert da als Haudegen mit diktatorischen Allüren in der politischen Landschaft Südamerikas. Seine Verbündeten sind zunehmend Diktatoren oder demokratisch gewählte Autokraten: Fidel Castro, Daniel Ortega, Gaddafi. Vor allem aber: Seinem Land, Venezuela, geht es trotz seines Ölreichtums, wirtschaftlich immer schlechter – nicht gerade ein Leistungsausweis für den bolivarianischen Sozialismus.
Dennoch ist die Frage der Leserin berechtigt, denn in Peru mochte man Hugo Chávez noch nie. Auch nicht zu den Zeiten, als der Bolivarianismus a la Chávez noch als hoffnungsvoller Gegenentwurf… weiter lesen
04.04.2011 von Hildegard Willer
“Ich wähle natürlich Keiko”, teilte mir Antonio im Brustton der Überzeugung mit. Antonio repariert seit einem halben Jahrhundert alte Fahrräder am Markt von Pueblo Libre in Lima, und ich dachte, er sei die Ausnahme im Heer von Alejandro Toledo-Sympatisanten. Der galt vor ein paar Wochen schon fast als nächster Präsident Peru . Spätestens als Miguel, mein langjähriger Vermieter, ein ernstes Gesicht aufsetzte, um mir zu erklären, wem Peru seiner Meinung nach den sozialen Frieden und die wirtschaftliche Stabilität zu verdanken habe – nämlich Alberto Fujimori – , wurde mir klar, dass man bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen mit ihr zu rechnen hat. Keiko Fujimori, die Tochter des wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten Alberto Fujimori. Der war von 1990 – 2000 Präsident von Peru, setzte sich vor dem grössten (dokumentierten) Korruptionsskandal der jüngsten peruanischen Geschichte nach Japan ab, verrechnete sich fünf Jahre später beim Versuch, von Chile aus in… weiter lesen
12.01.2011 von Hans-Ulrich Dillmann
Michael Kühn über unfassbares Glück und Leid sowie über politisches Versagen

Michael Kühn ist Politikwissenschaftler und arbeitet bei der Welthungerhilfe als Referent für Klimapolitik. Der 49-Jährige war drei Jahre Regionaldirektor der Welthungerhilfe in Haiti. Über die Entwicklung des Landes seit dem Erdbeben sprach mit ihm für ND Hans-Ulrich Dillmann.
ND: Herr Kühn, was haben Sie am 12. Januar 2010 um 16.53 Uhr gemacht?
Kühn: Ich hatte meine Tochter von der Schule abgeholt und wollte einkaufen fahren. Da ich aber noch ins Büro wollte, fuhr ich sie nach Hause. Das rettete uns das Leben. Das Dach des Supermarktes erschlug mehr als 100 Menschen. Wir hatten unfassbares Glück.
1,2 Millionen Erdbebenopfer leben seit einem Jahr in Zelten. Warum hat sich so wenig geändert?
Etwas anderes war nicht zu erwarten. Haiti ging es ja schon vor dem Erdbeben sehr schlecht, als ärmstem… weiter lesen
05.12.2010 von Knut Henkel
Seit Dezember 2009 sitzt Alan Gross in einer kubanischen Gefängniszelle. Spionage wird ihm vorgeworfen, weil er illegal Laptops und Mobiltelefone in der jüdischen Gemeinde Havannas verteilte – im Auftrag der US-Regierung.
Am 3. Dezember 2009 wollte Alan Gross über den interantionalen Flughafen José Marti von Havanna Kuba verlassen. Doch beim Einchecken griffen die kubanischen Grenzbeamten zu und setzten den Mann, der binnen neun Monaten immerhin fünf Mal mit einer Touristenkarte nach Kuba eingereist war, fest. Alan Gross, ein Mann jüdischen Glaubens mit Rauschebart und im fortgeschrittenen Alter, war im Auftrag der US-Regierung in Havanna im Einsatz. Sein Auftrag sei es gewesen, so Gross Ehefrau Judy in einer Video-Botschaft, „die Kommunikation innerhalb der jüdischen Gemeinde in Kuba und deren Internetzugang zu verbessern“. Dazu war Gross zwischen März und Dezember 2009 gleich fünfmal nach Kuba eingereist. Jedes Mal mit einem einfachen Touristenvisum und im Auftrag von Joint Business Development Center (JBDC).… weiter lesen
20.05.2010 von Hans-Ulrich Dillmann
Bei den Parlaments- und Kommunalwahlen in der Dominikanischen Republik hat die Junta Central Electoral das vorläufig amtliche Endergebnis bekannt gegeben. Danach hat die Partei der Dominikanischen Befreiung (Partido de la Liberaci¢n Dominicana - PLD) 31 der insgesamt 32 Sitze im Senat errungen, bisher waren es 22. … weiter lesen
18.05.2010 von Hans-Ulrich Dillmann
Bei den Parlamentswahlen in der Dominikanischen Republik hat der amtierende Staatspräsident Leonel Fernández seine Macht weiter ausgebaut. Seine Partei der dominikanischen Befreiung (PLD) hat die Mehrheit im Senat und in der Deputiertenkammer erringen können. Auch die große Mehrzahl der Kommunen wird künftig von Gefolgsleuten der PLD regiert. … weiter lesen
17.05.2010 von Hans-Ulrich Dillmann
Der Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) wird die Dominikanische Republik vor dem Menschengerichtshof in San José, Costa Rica, anklagen. Die Kommission will dadurch die dominikanische Regierung zwingen, Auskunft über das Schicksal des am 26. Mai 1994 verschwunden Universitätsprofesoren und Journalisten Narciso „Narcisazo“ González, ein politischer Gegner des damaligen Staatspräsidenten Joaquín Balaguer, zu geben. Gemeinsam mit der dominikanischen Wahrheitskommission, die das Verschwinden des Oppositionellen untersucht, hat das Zentrum für Gerechtigkeit und Internationales Recht (CEJIL) den Fall vor die Menschenrechtskommission gebracht. González war wenige Tage nach den Präsidentschaftswahlen vor 16 Jahren verschwunden. Wegen Wahlfälschungen war es damals zu schweren Unruhen gekommen.
Im Jahre 2002 habe ich dazu Artikel veröffentlicht, die versucht haben, dem Schicksal des Verschwundenen nachzugehen: … weiter lesen