Da sind sie wieder, die Puristen, die aufstöhnen, sobald eine Platte mal nicht so produziert ist, als habe man mit der E-Gitarre an der kahlen Betonwand gekratzt. Man hört es auch bei Leslie Feist allerortens: zu glatt, zu sexy, zu Biedermeier. Und irgendwelche Verrückte sahen Feist gleich als seichte After-Work-Erscheinung, die sich gerade noch zur netten Hintergrundbeschallung und für Kuschelabende eigne.
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Archive for April, 2007
Im Rahmen des Britspotting-Festivals war unter anderem das sehr aufschlussreiche Portrait „Strummer“ von Julien Temple zu sehen. Auf der Reise durch Erinnerungsorte der Band The Clash blickt ein ehemaliges Bandmitglied vom Hochhausbalkon über das nächtliche Treiben der Stadt: „Siehst du das da unten? Das ist Krieg! Und genauso klingt auch unsere Musik!“, so zitiert er sinngemäß eine Situation aus dem Gedächtnis. Das mag zwar pathetisch sein, es ist zugleich wahr. Wenn auch in sehr unterschiedlicher Stärke, beeinflusst die unmittelbare Umgebung, wie auch das klingende Umfeld, das Schaffen einer Band auf die ein oder andere Weise. Was nicht nur erklärt, wieso Musik manchmal eben nicht so klingt, als sei sie von Bewohnern eines französischen Landhauses aufgenommen worden, es lässt auch eine erste Annäherung an den Sound von Blonde Redhead zu.
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Knut, Knut, Knut schallt es durch die Gazetten und als mehr oberflächlicher Freund der Flora und Fauna steht man dieser Massenhysterie etwas ratlos gegenüber. Knut hat Zahnschmerzen, Knut hat Morddrohungen und nun hat Knut auch noch seine erste offizielle Single namens „Knut geht’s gut“, die die Plattenfirma Universal mit Segen des Berliner Zoos letzte Woche in die deutschen Single-Top-100 brachte.
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Wenn der Regisseur der besten Musikdokumentation aller Zeiten („The Filth And The Fury“) einen Film über das legendärste Festival der Welt dreht, erwartet man Großes – und freut sich umso mehr wenn es Julien Temple gelingt im Schweinsgalopp durch die Jahrzehnte und Jugendkulturen in 135 wirren Minuten dreieinhalb Jahrzehnte Festival in Reduktion auf die Leinwand zu bringen.
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Kinostart: 26. April 2007
Spätestens seit „Lost Highway“ haben wir es uns abgewöhnt, David Lynchs Gedankengänge verstehen zu wollen. Man könnte eine ganze Bibliothek mit Interpretationen zu seinen Filmen füllen. Endlose Kneipendiskussionen über die Ausgänge seiner Geschichten führen – am Ende dieser langen Nächte, wenn jeder logische Gedanke vom vielen Bier vernebelt ist, kommt man der Aussage seiner Werke vielleicht noch am nächsten. Es geht hier nämlich nicht um Logik oder Kontinuität. David Lynch ist zurück.
Die Handlung seines Mystery-Dramas „Inland Empire“ ist schnell erzählt. Die Schauspielerin Nikki Grace (Laura Dern, die Lula aus „Wild at Heart“) soll die Hauptrolle in einem Kinofilm über eine verhängnisvolle Affäre mit einem Südstaaten-Gentleman spielen. Bald findet sie heraus, dass es sich bei dem Film um ein unautorisiertes Hollywood-Remake handelt, welches zudem schon einmal gedreht wurde. Die Dreharbeiten konnten jedoch nie abgeschlossen werden, da die beiden Hauptdarsteller auf mysteriöse Weise ermordet wurden. … weiter lesen
“Alles schön und gut, doch mehr als der Appell ist da nicht. “The Boy with No Name” klingt oft wie das akustische Pendant eines sonnendurchfluteten Bioladens, in dem rotwangige Burschen große Käselaibe umherrollen.”
(Eric Pfeil, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, über das neue Album von Travis)
Heute: I Was A Teenage Frankenstein (USA, 1957. Regie: Herbert L. Strock)
Tagline: “Body of a boy! Mind of a monster! Soul of an unearthly thing!”

(Bis am 16. Juni endlich Quentin Tarantinos neuer Film “Death Proof” – die eine Hälfte des Grindhouse-Double-Features mit Robert Rodriguez’ “Planet Terror – in die deutschen Kinos kommt, präsentiert der Popblog zu Ehren dieser Hommage an die blutspritzenden B-Movies der 60er und 70er einige der besten Filmplakate und Taglines des Genres.)
Christian Ihle
Muss man mit sich im Reinen sein, um Nagels Roman zu lesen? Diese Frage stellt sich zwangsläufig, denn dieses Buch zu lesen heißt, sich massiven Identitätsproblemen auszusetzen, einer prekären Existenz durch den psychischen Spagat zwischen Euphorie und dem Gefühl absoluten Scheiterns zu folgen.
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Britspotting. Das Britische Filmfestival in Berlin / München / Stuttgart.
von Christian Ihle & Horst MotorZum achten Mal findet das britisch-irische Filmfestival „Britspotting“ in Berlin statt, das in den letzten Jahren weithin gefeierte Insel-Filme wie „Bloody Sunday“ des in diesem Jahr oscarnominierten Paul Greengrass, „I’ll Sleep When I’m Dead“ des „Get Carter“-Regisseurs Mike Hodges, „24 Hour Party People“ von Michael Winterbottom oder – letztes Jahr – „Layer Cake“ mit Neu-Bond Daniel Craig im feinen Programm vorzuweisen hatte.
Eine kurze Vorausschau auf das 2007er Programm:
Höhepunkt des diesjährigen Programms sind zweifelsohne die beiden Dokumentationen des britischen Punkurgewächses Julien Temple. Am Freitag (acud, 22h) wird dessen Dokumentation über das wichtigste Musikfestival der Welt, „Glastonbury“, gezeigt. Aus über 900 Stunden Filmmaterial bastelt Temple in sinnüberflutender Gänze eine wahrhaft erschöpfende Geschichte dieses riesigen Festivals, das immer noch verzweifelt versucht, den Spagat zwischen Hippie-Ursprüngen und unausweichlicher Kommerzialisierung verträglich zu gestalten. Von Doherty zu Bowie, Pink Floyd zu Primal Scream, Morrissey zu Prodigy, Radiohead und Pulp sind Festivalauftritte aus den letzten 35 Jahren zu sehen. … weiter lesen
Kinostart: 19. April 2007
Als Danny Boyle vor gut zehn Jahren „Trainspotting“ in die Kinos brachte, war er mehr oder minder eigenhändig für die Wiedergeburt des britischen Films zuständig. Vier Jahre später floppte jedoch „The Beach“, das erste richtige Hollywood-Werk des Briten, so dass seine bis dahin stetig nach oben führende Karriere ins Stocken geriet bis Boyle ausgerechnet auf dem nun wirklich zu Tode beackerten Feld der Untoten-Filme mit dem brillanten „28 Days Later“ reüssierte.
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