Archive for Mai, 2007

30.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Album des Monats Mai / Platz 3: Muff Potter – “Steady Fremdkörper”

von Christian Ihle & Horst Motor

Muff Potter leben uns seit nunmehr 14 Jahren eine ausgemachte Hybridexistenz vor. Der klassischen Independent-Szene waren die Rastlosigkeit vermittelnden Songs von einst oftmals zu brachial – oder sie nannten das Songwriting einfach „pointless“ – den Politniks zu unpolitisch, den Pogo Punks zu unpogopunk. Ist der Gestus nicht eindeutig definiert, so manövriert sich eine Band in jene Situation, die beim Schach nur kurz vor matt kommt: das ungebunden Dastehen. Einer orientierungswütigen Musikszene erscheint so ein Phänomen natürlich erst einmal als suspekt. Das ist genauso traurig wie nachvollziehbar.
… weiter lesen

28.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (17): Wir Sind Helden

von Christian Ihle & Horst Motor

“Diese Band hat keinen Stil, also bemüht sie sich auch um keinen. Ärger noch ist Holofernes’ Mädchengekiekse, aber nicht einfach, weil es auf Dauer nervt. Schlimmer, es dementiert alle Schärfe in den Texten, so die nicht eh zur Verniedlichung neigen: Die Lyrics schon des ersten Liedes “(Ode) An die Arbeit” sind pures Kinderfernsehdeutsch. Es ist dieses Eigentlich, das Wir sind Helden so ungreifbar macht: Eigentlich haben wir was mitzuteilen. Eigentlich ist die Welt schlecht. Eigentlich müssten wir was tun. Eigentlich sollten wir erwachsen sein.”

“Man könnte dies das Prenzlauer-Berg-Paradoxon des Deutschpop nennen, der damit nur in Tönen nachvollzieht, was sich lebensweltlich besonders in Berlin entwickelt hat: Je unüberschaubarer die Welt angeblich ist, desto größer die Neigung zum Rückzug in althergebrachte Strukturen, in Familie und eherne Werte – doch das äußert sich nicht wie früher symbolisch in
Stadtflucht, im Gegenteil. Man verbarrikadiert sich stattdessen in den luxussanierten Kulissen urbaner Vergangenheit,… weiter lesen

23.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Pressemitteilung des Hurricane-Festivals oder wie man zwischen den Zeilen zugibt, die Besucher zum Narren zu halten

von Christian Ihle & Horst Motor

Das Southside/Hurricane- Festival veröffenlichte eine Pressemitteilung anläßlich der Ausweitung der Kapazität:
… weiter lesen

22.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (16): Intro

von Christian Ihle & Horst Motor

“Lange galt die Intro als lesbare Umsonstversion des Intelligenzblatts Spex, und bis heute schaut sie gleichsam aus einer nur leicht erhöhten Fan-Perspektive auf das Musikgeschehen mit langsam verbesserter Textqualität.”

(Dirk Peitz, Süddeutsche Zeitung)

16.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (15): Elton & Oliver Pocher

von Christian Ihle & Horst Motor

“(…) dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Fernsehpraktikant Elton zur fröhlichen Runde stößt, das ultimative TV-Pfannkuchengesicht des dritten Jahrtausends, eine unendlich oft zu klonende Mehrzweckwaffe im Kampf gegen die letzten Reste menschlicher Denktätigkeit im Universum.
(…)
Wir sagen Nein zur brüllenden Gegenaufklärung, Nein zur Ölpest des Comedy-Wahns, Nein zum besinnungslosen Dauerlachen.

Wir sagen: Lieber mit Harald Schmidt untergehen als mit Oliver Pocher weiterleben. “Mit dieser Welt gibt es keine Verständigung; wir gehören ihr nur in dem Maße an, wie wir uns gegen sie auflehnen”, sagte Theodor W. Adorno in einem etwas anderen Zusammenhang.

Aber er hatte Recht. Wir lehnen uns gegen die Oliver-Pocher-Welt auf – bis zum letzten Atemzug!”

(Reinhard Mohr, Spiegel Online)

14.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Pranger 2.0: Pocher, Nena und Stefan Remmler (1)

von Christian Ihle & Horst Motor

Web 2.0, die Entwicklung weg vom passivem Konsum hin zur Gestaltung des Internets durch jeden Einzelnen, ist bereichernd, bricht Meinungsmonopole und stärkt das Individuum. Soviel zu den Vorteilen. Der Nachteil: es gibt private Rezensionen auf amazon und User-Kommentare auf youtube. Dort duellieren sich Ignoranz, Legasthenie, ungebremstes Fantum und hanebüchener Schwachsinn bis Geschmack, Sprache und Stil blutend am Boden liegen.
… weiter lesen

10.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Im Plattenladen im April (3): Fehlfarben, The Kilians, Money Mark, Travis

von Christian Ihle & Horst Motor

Fehlfarben – Handbuch für die Welt

Nun ja, wer seinen Blog nach dem Album einer Band benennt, steht natürlich unter Fanverdacht. Richtig ist auch, dass das Fehlfarben-Debüt „Monarchie & Alltag“ für den werten Schreiber das wichtigste Album deutscher Sprache war, ist und wohl auch bleiben wird.
Richtig ist aber auch, dass man in der Popblog-Redaktion allen Reunions mit 12 Meter großer Skepsis gegenüber tritt, weil Pop NOW! und eben keineswegs „weißt du noch!“ ist. Das gilt gerade wenn einst Erderschütterndes produziert wurde.
Das letzte Fehlfarben-Album „Knietief im Dispo“ war eine durch und durch freudige Überraschung. Keine alten Männer, die gelangweilt auf der Bühne stehen, sondern wilder, guter Pop mit einem noch weiter desillusionierten Janie als Sänger, der uns die Wahrheiten der Straße entgegenschleuderte.
… weiter lesen

09.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Auf Tour: Benjy Ferree hits Germany, April 2007.

von Christian Ihle & Horst Motor

Ende April absolvierte der amerikanische Singer-Songwriter Benjy Ferree einige wenige Shows auf deutschem Boden. Was von Lande übrig blieb hier in seinem exklusiven Tourdiary für den Popblog:

hamburg, april, 28th, at michelle recordstore and molotow

my experience in hamburg was lovely.i met with my old friend jan and he took me to a record store.i played a few songs for a lovely small crowd. everyone was in deep thought looking at the door. i wondered what they were all thinking about. they seemed like peaceful thoughts and some chewed on the corner of their mouths.they had a huge assortment of treats in the backroom. … weiter lesen

08.05.2007 von Christian Ihle
blogavatar

Pet Shop Boys. 23 Jahre im Pop: eine Geschichte.

von Christian Ihle

23 Jahre sind nun bereits ins Popland gezogen, seit Chris Lowe und Neil Tennant erstmals zusammen in einem Aufnahmestudio standen und als Pet Shop Boys sich anschickten, Pop in der Welt und die Welt mit Pop zu verändern. Zeit genug, nach den Gründen zu suchen, warum die beiden Briten die einzige Popband bleiben, die innerhalb des Pop und nach den Regeln des Pop immer wieder aufs Neue ihre Relevanz bestätigt.

Sieht man vom Offensichtlichen ab, dass die Pet Shop Boys sich bis zum heutigen Tag ein sagenhaftes Händchen für die richtige Popmelodie und -Single bewahrt haben, ist der zentrale Punkt in der Geschichte der Pet Shop Boys ihre Subversivität. Das alte Gerede, dass der Marsch durch die Institutionen, die Möglichkeit das System von innen heraus zu verändern, ein Königsweg zu einer besseren Welt sein könnte, haben die Pet Shop Boys innerhalb des Pop über die letzten 20… weiter lesen

06.05.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Die schlechtesten Liedtexte aller Zeiten. Ungefähr.

von Christian Ihle & Horst Motor

Letzte Woche veröffentlichte die BBC in England Umfrage-Ergebnisse zum Thema „Die schlechtesten Songlyrics aller Zeiten”. Diese Aufzählung war sehr amüsant zu lesen und erinnerte daran, dass auch in der internationalen Popsprache nicht alles gülden glänzt.

Da uns ein Abtippen der Liste doch zu unoriginell gewesen wäre (im Laufe der Woche dann…), hier nun des Popblogs Äquivalent: die schlechtesten Texte deutscher Bands. Da wir genügend Unrat vor der eigenen Tür wegzukehren haben, beschränken wir uns tatsächlich auf mehr oder minder aktuelle Bands, die allesamt Gitarren in der Hand halten. Denn Jeanette Biedermann neben Sarah Connor ans Kreuz zu nageln, fetzt ja auch nicht wirklich: sind die Ziele zu einfach zu treffen, macht ja schon das Zielen keinen Spaß.

Langer Vorrede, kurzer Sinn… die Elf des Tages, meine Damen und Herren:

11. Jeans Team – T.Y.T.T.S.

I cannot shit in Paris
I cannot shit in Rome
Places where I can shit
I call home.
… weiter lesen