Archive for April, 2010

30.04.2010 von Christian Ihle
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My Favourite Records mit Fehlfarben

von Christian Ihle

Da wir diesen Blog ja nach dem epochalen Fehlfarben-Debütalbum benannt haben, ist es natürlich eine ausgesprochen große Freude, erstmals auch die Fehlfarben in unserer My Favourite Records – Rubrik begrüßen zu dürfen. Beantwortet hat unseren Lieblingsplattenfragebogen Frank Fenstermacher, der neben seiner Fehlfarben-Tätigkeit auch noch Chef des Ata Tak Labels ist und früher ebenfalls in Der Plan aktiv war:

Die drei besten Punksongs/-singles?

** Iggy Pop – The Passenger
** Cure – Play For Today
** Wire – Sand In My Joint

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* Ein Song, der dich immer zum Tanzen bringt?

Iggy Pop – Lust for Life

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* Der beste Film über Musik?

Phantom im Paradies“, Regie: Brian de Palma (1974) … weiter lesen

29.04.2010 von Christian Ihle
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Tourtagebuch (2): We Were Promised Jetpacks

von Christian Ihle

Nach ihren ersten Erfahrungen in Hamburg besuchten unsere Lieblingsschotten von We Were Promised Jetpacks Münster, Köln und Wiesbaden…

DAY 3 – Münster (Gleiss 22)

Today’s drive from Hamburg to Münster was quite a long one so we all got settled into the back of the van and watched a few movies. The layout of our van means that only 5 or 6 people can see the TV. Unfortunately I got to the van a wee bit late and had to sit in the rubbish seats with no telly. While the rest of the people in the back watched Eternal Sunshine of the Spotless Mind, I set up the laptop and watched Law Abiding Citizen. A bit of a ridiculous film but it was an entertaining watch! When that was done, I took control of my Leeds … weiter lesen

28.04.2010 von Christian Ihle
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Schmähkritik (322): Uli Hoeness über den Geschäftsführer von 1860 München

von Christian Ihle

“Ich denke, Herr Stoffers ist der schlechteste Geschäftsführer, den 1860 je hatte – der gaukelt doch denen nur was vor, das ist ein Scharlatan. Mein Bauch sagt mir, der Mann hat gemerkt, dass er den TSV 1860 voll an die Wand fährt, und jetzt versucht er, mit Attacken gegen den FC Bayern davon abzulenken. Die versuchen, alle Probleme auf das Stadionthema abzuwälzen. Das Problem bei 1860 heißt Stoffers. Solange so ein Mann da arbeitet, haben wir keinen Grund, noch ein Wort mit denen zu reden. Seitdem er im Amt ist, hat er doch noch gar nichts erreicht.
(…)
Da hat man ein vernünftiges Gespräch (mit Vizepräsident Franz Maget, Anm.) – und dann kommt ein paar Tage später genau das Gegenteil herum? Da fehlen mir die Gehirnwindungen. Bei 1860 weiß die … weiter lesen

27.04.2010 von Christian Ihle
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A Single Man (Regie: Tom Ford)

von Christian Ihle

Wo: aktuell im Kino.

singleman

1. Der Film in einem Satz:

Ein wunderschön anzusehender, letzter Tag im Leben eines gebrochenen Mannes.

2. Darum geht‘s:

Time to say goodbye: der schwule Uniprofessor George (Colin Firth) ist es leid, jeden morgen eine Maske aufzusetzen und ein bürgerliches Leben vorzuspielen seit sein Lebenspartner bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und sein Herz für immer gebrochen wurde. An seinem letzten Tag begegnet er alten Freunden und (womöglich) neuen Lieben – und vielleicht erreicht ihn doch noch eine dieser Begegnungen so klar und tief dass er wieder Zutrauen ins ewig Neue des Leben schöpfen kann? … weiter lesen

26.04.2010 von Christian Ihle
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Schmähkritik (321): Joni Mitchell über Bob Dylan

von Christian Ihle

“Bob is not authentic at all. He’s a plagiarist, and his name and voice are fake. Everything about Bob is a deception. We are like night and day, he and I.”

(Joni Mitchell in einem Interview mit der LA Times über Bob Dylan)

Weitere Bob Dylan – Schmähkritik: Nr. 232
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25.04.2010 von Christian Ihle
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Schmähkritik (320): Patrick Wolf über Kasabian

von Christian Ihle

“That group Kasabian, they’re awful. Dreary, laddy, macho bullshit – they should all be castrated to give them a bit more grace.”

(Patrick Wolf im NME über Kasabian) … weiter lesen

24.04.2010 von Christian Ihle
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Tourtagebuch (1): We Were Promised Jetpacks

von Christian Ihle

Firstly I’m going to introduce everyone on the tour to you before you read this so you know who everyone is. There are 2 bands on the tour, Dupec and We Were Promised Jetpacks. In WWPJ we have myself (Darren Lackie), Adam Thompson, Sean Smith and Michael Palmer. Dupec consists of James Yuill, Jamie Steel and Paul Bannon. Stuart Burnside is our merchandise man with the plan and in charge of us all is Andrew Bush a.k.a. big anders.

Day 1 – Hamburg (Knust)

After a night off spent in Cologne, which involved karaoke bars, big zombie cocktails and failed attempts to get a DürumDöner Kebab, we headed for Hamburg.

Upon arrival we were greeted with big trays of cheese and ham, and a lovely little basket of rolls. They know how to please us in Germany.
After soundcheck we went across to a little restaurant with Dupec and our promoter Phillip, where I had spaghetti with pesto… which wasn’t … weiter lesen

23.04.2010 von Christian Ihle
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Crystal Castles live in concert: Violent Dreams.

von Christian Ihle

Alice Castles 1

Berlin, 22. April 2010, Ritter Butzke.

Muss man auch erst einmal schaffen: mit quietschig-krachig-bunter Popmusik, bei der kein einziges Wort zu verstehen ist, derart zu polarisieren. Auf der einen Seite die Zyniker, die mit verschränkten Armen weit hinten stehen, sich das Spektakel Alice Castles anschauen und natürlich alles schon einmal so gehört und gesehen haben. Die das Abkupfern in der Musik erkennen und die Falschheit der Performance unterstellen. Andererseits die Jünger in der ersten Reihe, die mit fassungsloser Faszination Alice bei ihrer Einmannperformance zusehen.

Alice Castles 2

Zwar mag Ethan Castles die Songs „schreiben“ oder ein Schlagzeuger irgendwo im dunklen Nichts auf der Bühne zu verorten sein, eine Liveperformance im Stroboskopfeuer bietet nur Alice – und das obwohl sie der eigentlich überflüssigste Part wäre: ihre Vocals sind schon auf den Alben kaum zu verstehen, live könnte man ihr auch das Mikrofon wegnehmen und im Soundwall wäre kaum ein Unterschied zu merken.
Und doch ist es ihre Präsenz, dieses unglaubliche Charisma und der Wille, sich – und hier wirklich buchstäblich – in diese Songs zu werfen, die Crystal Castles derzeit zum besten Live Performance Act weltweit machen.

Alice Castles 4

In diese kohlschwarzen Augen zu sehen, während sie auf dem Gitter steht, während sie über die Hände der Zuschauer rollt, während sie unverständliches Kauderwelsch in ihr Mikrofon schreit – es ist nicht in Worte zu fassen, was natürlich die Idee, ein Review über ein Crystal Castles – Konzert zu schreiben, von vornherein zum Scheitern verurteilt. In diesen Augen und ihrer Performance findet sich eine Faszination des Kaputten, dieses Paradox von dystopischer Schönheit – vergleichbar vielleicht mit den ersten Szenen aus Blade Runner, wenn wir in eine Welt des Verfalls und der Unmenschlichkeit geführt werden und uns trotz der Leere und Hoffnungslosigkeit, die diese Bilder bereits vermitteln, nicht des erhebenden Gefühls von „Schönheit“ erwehren können.

Alice Castles 5

Auch die alte Frage der realness, der credibility von Crystal Castles kann man mit einem Rückgriff auf die Vergangenheit beantworten: wie bei den Sex Pistols und Johnny Rotten kann man natürlich problemlos aus sicherer Distanz Songs und Auftreten als fake und gesteuert abheften.

Alice Castles 6

Geht man aber wirklich in der Masse auf, erfasst einen die Aggression und Energie, die in dieser Direktheit von Performance steckt. Crystal Castles gelingt dann nämlich etwas ganz erstaunliches, zumindest bei mir: sie können mir all die Theorie, das Denken über Musik komplett aus dem Kopf blasen und nur noch über kinetische Energie und pure Wucht funktionieren – und das alles ohne Drugs und Trunkenheit.

Alice Castles 4

Angesichts der beinah messianischen Verehrung, die Alice Glass aus den ersten Reihen widerfährt, und ihrer Fähigkeit, wenn schon nicht über Wasser, so doch über nasse, schwitzende Körper zu laufen, möchte ich mir gerne einen Platz beim Abendmahl reservieren.

Alice Castles 3

(Text & Fotos: Christian Ihle)
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22.04.2010 von Christian Ihle
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Die Renaissance des NME

von Christian Ihle

Generell ist es hierzulande in Kenner- und Hipsterkreisen üblich, den NME zu schmähen. Denn wer will schon zugeben, dass ein britisches Wochenmagazin die eigenen musikalischen Vorlieben beeinflusst, das Klatsch, Text und Hype verbindet wie kein Zweites?

Doch immer noch ist – Pitchfork hin, Pitchfork her – der NME Schrittmacher der (gitarrenorientierten) Musik in England… und damit weltweit. Zwar leistet sich der NME manches Mal zuviel der Euphorie, doch andererseits hat er in seinen guten Zeiten Bands tatsächlich erst auf die Landkarte gesetzt. Bestes Beispiel für seinen Wagemut, der im Folgenden dann nicht für einige Monate eine Band zur wichtigsten des Planeten gemacht hatte, sondern im Grunde die komplette Musikwelt auf Jahre umkrempelte, ist die Covergeschichte mit den Strokes im frühen 2001. Als die fünf New Yorker noch nicht mehr als drei Demosongs als „Modern Age EP“ auf dem Indielabel Rough Trade veröffentlicht hatten, der NME aber die Eier besaß, die Strokes trotzdem mit einem (von Legende Pennie Smith geschossenen) schwarz-weiß Foto und der Überschrift „The Strokes. Why New York’s Finest Will Change Your Life – Forever!“ auf den Titel zu heben:

strokes nme

Wie sehr wünscht man sich, dass die deutsche Musikpresse ähnlichen Mut und Willen, sich aus dem Fenster zu lehnen, beweisen würde. Aber wann war zuletzt eine junge deutsche Band vor dem Debütalbum auf einem Cover von Rolling Stone, Spex, Intro oder Visions? Wann überhaupt?

Doch die kulturelle Signifikanz des NME schwand in den letzten Jahren. Einerseits wurde der NME von der Blogosphäre bedroht: die … weiter lesen

21.04.2010 von Christian Ihle
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Album des Monats März / Platz 1: Laura Marling – I Speak Because I Can

von Christian Ihle

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Das Debütalbum der blutjungen Britin Laura Marling war 2008 – etwas überraschend – unser Album des Jahres. Doch bis heute stehen wir zur damaligen Entscheidung: von allen Singer/Songwritern und New-Folk-Künstlern Englands konnte Laura auf Albumlänge überzeugen wie niemand sonst, obwohl in ihrem Umfeld viele Acts ebenfalls beeindruckende Alben (Emmy The Great, Johnny Flynn, Mumford & Sons, Noah & The Whale …) veröffentlichten.

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