Archive for the ‘Schmähkritik’ Category

29.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (486): das Saarland

von Christian Ihle

Klar, Saarland-Bashing ist billig und einfach. Aber geht halt auch immer, vor allem wenn von der guten Caro Korneli vorgetragen:

“Das Saarland ist die hässliche Schwester der hässlichen Schwester. Kurz: die Claudia Roth unter den Bundesländern.
So beliebt wie Carsten Maschmeyer, so insolvent wie Schlecker.”



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27.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (485): Die Tribute von Panem (The Hunger Games)

von Christian Ihle

Dieses Wochenende hat The Hunger Games in der US-Filmindustrie für verblüffte Gesichter gesorgt und selbst die hohen Erwartungen hinsichtlich der Wiederholung der Twilight-Erfolge praktisch pulverisiert – das drittbeste (nicht inflationsbereinigte) Startwochenende der Filmgeschichte ist zu verzeichnen. Batman, Harry Potter und The Hunger Games heißt es nun auf dem Startwochenendentreppchen.



Inhaltlich war aber nicht jeder begeistert:


“You know the feeling you get when you wrap a waist belt around your femoral artery and tauten it until you start to experience fatigue, discomfort, and extreme frustration? Such is the sensation derived from viewing the lavishly praised and mega-hyped adaptation of The Hunger Games. (…) Director Gary Ross orchestrates the action and the human drama accordingly, falling into nearly every trap of lazy storytelling and phony sentiment that he sets for himself. (…) The Hunger Games falls short in pursuing all available avenues: It isn’t convincing enough to move those looking for naked emotion, political enough to please those in search of biting commentary, nor even stirring or hard-boiled enough to masquerade as a serviceable action vehicle. Those who had been expecting this to be our generation’s Blade Runner will quickly find themselves struggling with the same reality that befell those who were once convinced that M. Night Shyamalan would be the next Hitchcock.”


(Asawin Suebsaeng in MotherJones)

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21.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (484): Björk

von Christian Ihle

Stellvertreterschmähung via Katz und Goldt:


20.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (483): Madonna

von Christian Ihle

“Noch öfter allerdings fällt das Wort “Girl”.”Girl Gone Wild” heißt das erste Stück, “Some Girls” das sechste, in einem Bonustrack bezeichnet sie sich als Birthday Girl. Doch wenn man überlegt, wofür beides steht, dann hätte man gern ein paar Girls durch ein paar Bitches ausgetauscht: Ja, wird diese Frau denn nie erwachsen? Fühlt sie sich wirklich immer noch wie mit 16? Und damit wie ihre Tochter? Kann mal jemand einen Therapeuten für Lourdes buchen? Oder ist das längst passiert?

Der Rest des Albums ist das gewohnte Madonna-Konglomerat aus Teenie-Inhalten: Dancefloor-Stories, “sins”, “love”, “beauty” und tanzbare Clubtunes im Deppentechnoformat. “MDNA” liefert sozusagen Remixe, bevor die Stücke da waren. Fitnessstudiomusik ohne Studio. Oder sogar mit: Bei einem Song wie “Superstar” mit seinem Refrain “Oooh la la you’re my superstar” sieht man den Crosstrainer förmlich qualmen, und es wird einem klar, dass ein solches Werk genau dort drauf entstanden sein muss. (…) Oder einfach mal die Begleitmusik relevanter gestalten? Einen Siebenerakkord reinschmuggeln? Einen Beat mitnehmen, zu dem nicht auf der Eins und Drei gestampft wird?

(…) Doch Madonna traut sich seit Jahren nichts mehr, weil sie fürchtet: Lasse ich einmal auch nur kurz die Poledance-Stange los, lässt mich keiner mehr ran. Und wahrscheinlich stimmt das sogar. Auf “MDNA” jedenfalls gibt sie vor allem das biegsame Disco-Funkenmariechen, dazu ein kleines bisschen (in “Ray of Light”-artigen Songs wie “I’m a Sinner” und “Falling Free”) die Eso-Hexe. Und oft und gern jene merkwürdig unpassende “bitch”, die zum Beispiel einem “Beautiful Killer” verfällt, der ihr in Oralsex-Symbolismus die Pistole in den Mund schiebt. (…) Dazu gibt’s von M.I.A. weggesampelte Pistolenmagazingeräusche und den Spruch “If you gonna act like a bitch, you’re gonna die like a bitch”. Das hat die Übermutter garantiert in irgendeinem Gangsta-Rap-Video erlauscht. Oder bei Bushido.”



(Jenni Zylka bei SPIEGEL Online über das neue Madonna-Album)

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14.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (482): Frank Castorf (Berliner Volksbühne)

von Christian Ihle

“Im Hinblick auf die materielle Absicherung seiner Existenz im Alter ist Castorf, man muss es so uncharmant sagen, der Christian Wulff des deutschen Stadttheaters – mit dem Unterschied, dass seine Jahresgage vermutlich über Wulffs Ehrensold liegt (…) So gelangweilt und im offensiven “Mir-kann-eh-keiner”-Stil, wie es sich nur jemand leisten kann, der ausgesorgt hat, serviert Frank Castorf dann auch seine Volksbühnen-Premiere (Anm.: von Marquise von O.)
(…)
Dann versackt die Show in die müde Provinztheater-Parodie dessen, was einst die große, die leuchtende Volksbühne war. Es paart sich der Wunsch, schnell einzuschlafen zu dürfen, mit dem Zustand des peinlichen Berührtseins.”


(Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung über Frank Castorfs Inszenierung von Kleists “Marquise von O”)


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07.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik classic: Jim Reid (Jesus & Mary Chain) über Iggy Pop, Johnny Rotten & David Bowie

von Christian Ihle

“I’ve met Iggy Pop, and the guy’s a sad old pathetic shit. We went to a rehearsal studio and Johnny Rotten was there and he was just this completely pathetic zero. He’s a sad old comedian. I thought, “Well at least we’ve done more than that fucking scumbag.” Bowie is responsible for the worst side of music, The New Romantics. What a fucking scumbag. Someone should’ve killed him. If he’d died in ‘72 music would be a lot healthier now.”


(Jim Reid The Jesus and Mary Chain in einem Interview mit SPIN Magazine, December 1989)


via Suicidewatch, mit Dank an Markus!

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05.03.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (481): Zlatan Ibrahimovic über Pepe Guardiola und den FC Barcelona

von Christian Ihle

In seiner Biographie “Jar Är Zlatan” (“Ich bin Zlatan”) spricht der schwedische Stürmer Zlatan Ibrahimovic über seine unglückliche Zeit beim FC Barcelona. Da Ibrahimovic für vieles bekannt ist, aber sicher nicht für seine Bescheidenheit und Fähigkeit zur Selbstkritik, wundert es auch wenig, dass in erster Linie sein Ex-Trainer Pepe Guardiola an allem schuld war. Einige Zitate:

“I felt like crap when I was sitting in the locker room with Guardiola staring at me like I was an annoying distraction, an outsider. It was nuts. He was a wall, a stone wall. I didn’t get any sign of life from him and I was wishing myself away every moment with the team. (…) Then Guardiola started his philosopher thing. I was barely listening. Why would I? It was advanced bullshit about blood, sweat and tears, that kind of stuff. (…) Mourinho is Guardiola’s opposite. If Mourinho brightens up the room, Guardiola pulls down the curtains and I guessed that Guardiola now tried to measure himself with him.”

“I would walk into a room; he (Guardiola, Anm.) would leave. He would greet everyone by saying hello, but would ignore me. I had done a lot to adapt – the Barca players were like schoolboys, following the coach blindly, whereas I was used to asking ‘why should we?’. (…) At Barca, players were banned from driving their sports cars to training. I thought this was ridiculous – it was no one’s business what car I drive – so in April, before a match with Almeria, I drove my Ferrari Enzo to work. It caused a scene.”

“(Guardiola) was staring at me and I lost it. I thought ‘there is my enemy, scratching his bald head!’. I yelled to him: ‘You have no balls!’ and probably worse things than. I added: ‘You are shitting yourself because of Jose Mourinho. You can go to hell!’. I was completely mad. I threw a box full of training gear across the room, it crashed to the floor and Pep said nothing, just put stuff back in the box. I’m not violent, but if I were Guardiola I would have been frightened.”


(Zlatan Ibrahimovic in Jar Är Zlatan, Quelle)


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27.02.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (480): Markus Lanz

von Christian Ihle

“Markus Lanz meets Philipp Rösler. Gemeinsam ziehen sie eine Show ab, die den „tiefsten Tiefpunkt“ (Rudi Völler) des deutschen Journalismus und den Marianengraben politischer Wahrhaftigkeit markiert. Es ist ein sagenhaftes Theater, Rösler gibt den Parzival, der den Gral endlich gefunden hat, ins Narrenkleid ist derweil der steigbügelhaltende Moderator Lanz gerückt. (…)
Bei Markus Lanz wird es zum Kasperltheater, zur großen Sause, zum Jux. Das Textbuch dafür gibt die „Bild“-Zeitung vor. Wer dazu den passenden Auftritt im Fernsehen sucht, der geht zum netten Herrn Lanz, der sich so schlau dünkt.

Denn bei ihm wird das Machtkalkül zum gespielten Witz. Er redet so süß über „die Angela“ und „den Philipp“, dass einem schlecht wird. Erst fasst Rösler Lanz am Arm, wie Gauck es mit ihm gemacht habe, dann Lanz „den Philipp“. „Jetzt mal ehrlich,“ sagt der Markus dann, „die Angela“, die „ham Sie doch über den Tisch gezogen.“ Über den Tisch gezogen werden an diesem Abend aber alle, die diese Sendung sehen. Denn es wird ihnen eine Heldengeschichte erzählt, die von vorn bis hinten nicht stimmt. Hintergründe und Handlungsmaximen werden hier in ihr Gegenteil verkehrt.
(…)
Lanz hat schon lauter lustige Videos eingespielt, die zeigen sollen, dass Philipp Rösler nicht nur ein liberaler Held, sondern auch ein Witzbold von Gnaden ist.

Erzählt er doch vor johlender Bierzeltmenge, dass es „die Angela“ inzwischen auch als Barbie-Puppe gebe, für dreihundert Euro. Die Puppe selbst sei preiswert, aber die vierzig Hosenanzüge kämen teuer. Für eine solchen Gag würde man selbst bei der Mainzer Fastnacht ausgebuht. Im Mainzer Spätabendprogramm gilt das hingegen als kolossal.”

…so Michael Hanfeld in der FAZ
Und Stefan Niggemeier zum gleichen Thema:


“Michael Hanfeld ist relativ leicht zu erregen, und ich würde nicht jede Wertung in seinem Artikel unterschreiben. Aber beim Lesen habe ich mich daran erinnert, wie sehr auch mich beim Zuschauen ein Gefühl von Ekel überwältigt hatte und wie real mir die Sorge erschien, dass, wenn ich das zuende gucken würde, ich später in meinem eigenen Erbrochen zu mir käme.

Es hat ja nicht nur die Ebene der politischen Propaganda, wie sie Hanfeld beschreibt. Es ist auch die Dimension der Boulevardisierung von Themen und Infantilisierung von Kommunikation im Fernsehen, die hier sichtbar wird. Angesichts der Vorarbeit von Leuten wie dem Seelenprokler Reinhold Beckmann und dem Vaselineartisten Johanns B. Kerner müsste es eigentlich schwer sein, da noch neue Tiefen auszuloten. Lanz gelingt es mühelos.”



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23.02.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (479): Azealia Banks über Kreayshawn

von Christian Ihle

Unsere beiden Pop-Tipps für 2012 gehen aufeinander los:

“@Kreayshawn: You’re a dumb bitch. And you can’t rap. I’ll sit on your face. Fall back slut.”

…so Azealia auf ihrem Twitter-Account mit einer Nachricht an Kreayshawn. Musikalisch dürfte Azealia auf jeden Fall die Nase vorn haben:

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vs.
04.02.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (477): Berlin

von Christian Ihle

“Berlin sei die Stadt mit der meisten Energie der Welt, hat Nick Jones festgestellt, Gründer und Chef der Soho-House-Gruppe. Das ist nett, aber falsch. So was kann nur ein Zugereister sagen. Berlin schläft nie – aber besonders energiegeladen ist es nicht. Zürich zum Beispiel ist viel schneller, aktiver, hektischer als Berlin. Berlin ist wie ein immerwacher Punk, der dir ständig erzählt, was er morgen so alles vorhat.”

(Der Autor Philipp Tingler über Berlin in einer Reportage über das Soho House in Berlin im Business Punk Magazin)

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