29.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Auf tausend Dankschreiben kommen laut ewiger Statistik immer ein Prozent Meckerer. So beschwerte sich gerade ein Mann (!) über unsere phallischen Reminiszenzen an die hippiesken Zeiten der Promiskuität in unserer Serie ›Making of Pornography: Love Love‹. Dem Beschwerdeführer sei folgende Passage aus Karl Philipp Moritz’, ›Götterlehre oder Mythologische Dichtungen der Alten‹ ins Stammbuch geschrieben.
»Da bei den Alten noch nichts unheilig war, was die Natur gebeut, und das Geheimnis der Erzeugung und Fortpflanzung von ihnen als etwas Göttliches betrachtet wurde, wodurch die Gattung bei dem immerwährenden Abfall durch Alter und Krankheit sich in ewiger Jugend erhält, so hatte auch die sonderbare Götterbildung des Priapus mit einem ausgestreckten großen männlichen Zeugungsgliede für sie nichts Anstößiges.
Zuweilen aus Stein, zuweilen nur aus Holz gearbeitet und von den Hüften bis zum Fuß wie ein spitz zulaufender Pfeiler gestaltet, mit einem krummen Gartenmesser in der Hand,… weiter lesen
27.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Das burleske Hippie-Bilderbuch ›LOVE LOVE‹ aus dem Jahr 1971 werden wir jetzt in Fortsetzungen bringen. Die Hardcore-Fotos im soften Jasmin-Stil machte Rosa Camerada. Ebenso wie ›Lucys Lustbuch‹ sorgte dieser Titel für Abmahnungen, Verbote und andere juristische Querelen. Die näheren Einzelheiten stehen in der 2. Folge von ›Schröder erzählt‹ mit dem Titel ›Eine Million und fuffzig‹.
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26.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
Ist doch immer schön, wenn man mal wieder was gelernt hat, zum Beispiel das neue Wort › Mockumentary‹.
Und noch schöner, wenn man das Vergnügen hatte, in solch einer Filmsatire avant la lettre mitzuwirken. Jedenfalls hat soeben Titanic in ihrer Kolumne ›Humorkritik‹ den Film ›Die MÄRZ Akte‹ über den grünen Klee gelobt. Wir freuen uns darüber, denn wenn Hans Mentz lacht, dann darf gelacht werden.
Ebenfalls unter einer kryptischen Titelzeile, nämlich ›Bücher und Bauwesen‹ bespricht Martin Büsser den Film in der Jungen Welt. Was es mit dem ›Bauwesen‹ auf sich hat, verraten wir nicht.
(BK / JS)
24.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
In den Jahren 1989 bis 1996 lebten wir in der Nähe von Landsberg am Lech. 2001 erschien dann ›Ratten und Römer‹, eine Folge von ›Schröder erzählt‹, in der wir über dieses ›bayerische Argentinien‹ berichten.
Aus Anlaß des Erscheinens von ›Er stand in Hitlers Testament‹ über Karl-Otto Saur, den Planer des Projekts ›Ringeltaube‹, bringen wir unsere Landsberg-Erzählungen in Fortsetzungen.
Uns so geht es weiter: Das letzte Landsberg-Kapitel handelt vom »She’ erit Hapletah«, dem »Rest der Geretteten«, wie die Überlebenden der Konzentrationslager sich selbst nannten. Gleich nach ihrem Einmarsch brachte die amerikanische Armee die befreiten Juden in der Saarburgkaserne unter. In dieses ›Camp for Displaced Persons‹ – kurz DPs – wies man ebenfalls verschleppte Ost- und Zwangsarbeiter ein. Aber auch deutsche Flüchtlinge wurden hier aufgenommen, es gab sogar einige ehemalige KZ-Wächter aus der Ukraine. Deshalb kam es zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Deutschen. Diese Zustände… weiter lesen
22.11.2007 von Schröder & Kalender
Es ist schon dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
Tagebuch 22. November: Fünf turbulente Tage liegen hinter uns. Am Freitag fand die ›Schicht!‹-Lesung im Palais am Festungsgraben statt, danach saßen wir bis sechs Uhr mit Johannes Ullmaier, Bernd Klöckener und Klaus Sander in Mitte, vor uns die schrecklichsten chinesischen Nudeln der Welt. Am Samstag Abend hatten wir Johannes und Klaus zum Essen eingeladen. O-Ton des O-Ton-Verlegers Klaus Sander um sechs Uhr morgens nach einer intensiven Absinth-Nacht: »Ich bin hier oben«, er zeigte auf seine Stirn, »ganz klar. Wie spät ist es eigentlich? Ich schätze ein Uhr.«
Sonntags schliefen wir bis zwölf und bereiteten die nächste Lesung vor. Am Montag gab es dann ein gutes italienisches Essen begleitet von munteren Gesprächen bei Sisa und Peter Glaser in Spandau. Mit am Tisch saß Marina Kern, eine ehemalige Chip-Produzentin und Künstlerin, über die Peter Glaser in ›Schicht!‹ berichtet hat.
Am Dienstag… weiter lesen
20.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Voriges Jahr im Oktober schrieb Helmut Höge einen Kommentar zu unserem Blog ›Making of Pornography‹ (15), darin stand der Satz: »Gudrun Ensslin und andere linke Frauen, aber auch Männer, spielten in Pornofilmen mit.« Wir antworteten ihm: »Gudrun Ensslin hat nie in einem Pornofilm mitgespielt. Der Schwarz-Weiß-Film, bei dem sie mitgewirkt hat, ist ein Kurzfilm mit dem Titel ›Das Abonnement‹, die Examensarbeit eines iranischen Studenten der Filmhochschule: Ein Paar liegt nackt im Bett, meist unter der Decke, es kommt lediglich zu keuschen Zärtlichkeiten. Hauptsächlich langweilen sich die beiden, gehen auf die Toilette und essen Eier, während durch den Briefschlitz in der Tür Zeitungen und Briefe ins Zimmer fallen.«
Damit hat die Sache ihr Bewenden, dachten wir, im Eifer des Bloggens kann man sich ja mal irren.
Aber wir hatten Helmut Höge unterschätzt, der jede passende oder unpassende Gelegenheit nutzt, uns etwas am Zeug… weiter lesen
19.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Morgen abend wollen wir die 50. Folge von ›Schröder erzählt‹ feiern. Dieses Mal enthält sie eine Blütenlese aus unserem tazblog: ›Wie der Bär flattert‹. Wir werden einige Texte daraus lesen, und Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag will mit uns über 17 Jahre Desktop Publishing sprechen. Wir werden über die Schwierigkeiten reden im Netz Roß und Reiter zu nennen, Stichwort: Abmahnanwälte.
Außerdem werden einige Szenen aus der ›März Akte‹ gezeigt, die soeben als DVD neu veröffentlicht wurde.
20. November 2007, um 20:30 Uhr
›Monarch‹, Skalitzerstr. 134, neben dem Festsaal Kreuzberg, in Berlin. Eintrittspreis: 4 Euro
Während wir diese Ankündigung schreiben, kommt eine Mail von unserem Subskribenten Jürgen Dohmen:
»Beste Morgenwünsche aus Köln. Ich habe die Folge am Wochenende gelesen. Die Blogballung macht doch einen anderen Eindruck als die Bloglektüre in Häppchenform. Glückwunsch zur gelungenen Folge.
Einen Tip zur Seite 23… weiter lesen
15.11.2007 von Schröder & Kalender
Es ist bald dunkel, wir sehen aber noch, daß der Bär in östlicher Richtung flattert.
Auf zur langen Lesenacht! Morgen wird von 19:00 bis 1:00 Uhr im Palais am Festungsgraben (Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte) über Arbeit gelesen und geredet. Von den siebzehn Autorinnen und Autoren, die in ›Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit‹ vertreten sind, lesen neun in Berlin. Hier das Programm:

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Als Eintrittskarten hat sich Suhrkamp etwas Passendes einfallen lassen: Es sind Karten, die mit einer Original-Stechuhr gestempelt werden wie in Olims Zeiten an der Pförtnerloge des Fabriktors.
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Wir sind mal gespannt, wann Johannes Ullmaier seine Karte sticht. Der Umweltfundi will sich trotz des Streiks der Lokführer nicht in ein Flugzeug setzen: »Ich bin doch keine Okö-Sau.« So riskiert er eine abenteuerliche Bahnfahrt von Frankfurt nach Berlin. Respekt für so viel Konsequenz!
(BK / JS)
14.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
Das burleske Hippie-Bilderbuch ›LOVE LOVE‹ aus dem Jahr 1971 werden wir jetzt in Fortsetzungen bringen. Die Hardcore-Fotos im soften Jasmin-Stil machte Rosa Camerada. Ebenso wie ›Lucys Lustbuch‹ sorgte dieser Titel für Abmahnungen, Verbote und andere juristische Querelen. Die näheren Einzelheiten stehen in der 2. Folge von ›Schröder erzählt‹ mit dem Titel ›Eine Million und fuffzig‹.
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12.11.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert heftig in östlicher Richtung.
Als wir im Februar 1990 die Einladung zur Subskription von ›Schröder erzählt‹ verschickten, gab es noch keinen Text, sondern nur den Titel der ersten Folge: ›Glückspilze‹. Aber wir hatten ein juristisch wasserdichtes Konzept ausgeklügelt, welches allerdings nur mit Hilfe der neuen Desktop-Technik zu verwirklichen war.

Nach ökonomisch leidvollen Erfahrungen mit dem MÄRZ Verlag wollten wir dieses Mal alles besser machen: Den Text erst erzählen, wenn die Subskribenten bezahlt haben, und kein Lager mehr aufbauen. Das hat bis heute funktioniert, jetzt haben wir die stolze Zahl von 50 Folgen erreicht. Und wir sind in Deutschland vermutlich die einzigen nicht marktkonformen Autoren, die von ihrer Arbeit leben können – im Rahmen nobler Bescheidenheit, versteht sich.

Als im vorigen Jahr im Web 2.0 die Blogs ins Kraut schossen, sprach uns Mathias Bröckers an, der den Internetauftritt der ›tageszeitung‹ relaunchen sollte: »Ihr wart Ende der… weiter lesen