28.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Fünf Jahre lang beschäftigte uns die Verwertungsgesellschaft Wort mit einem Prozeß, den sie schließlich verlor.
Die Sache hat aber ein Nachspiel: Seit fast fünf Jahren bemüht sich der Urheberrechtler Albrecht Götz von Olenhusen die Aufmerksamkeit des Deutschen Patent- und Markenamtes (DMPA) auf die Praxis der VG Wort zu lenken – bisher ohne Erfolg. Nun hat der Freiburger Rehtsanwalt den Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages angerufen. Für Juristen und Liebhaber virtueller Bleiwüsten bringen wir seine Petition im Volltext:
An den Petitionsausschuß des
Deutschen Bundestages
Platz der Republik
11011 Berlin
Freiburg, 24. März 2008
Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA) Aufsichtsbehörde über Verwertungsgesellschaften nach dem Urheberrechtswahrnehmungsgesetz (UrhWG)
Aktenzeichen des Patent- und Markenamts: 3601/20 – 4.3.4 – III/57
Sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages,
mehrere Jahre lang habe ich als anwaltlicher Vertreter des Schriftstellers Jörg Schröder, Berlin, ihn in… weiter lesen
26.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert heftig in östlicher Richtung.
Die Künstlerin Marina Kern stellte ihre neue Hutkollektion vor. Es wurde ein munterer Abend in der Knobelsdorffstrasse 39, Freunde und Gäste spielten begeistert Modell, wir knipsten sie dabei:

Aki Takase, Jazzpianistin und Komponistin, trägt das Modell: Dolores
Aki erzählte uns, daß eine Freundin ihr zum Geburtstag einen Band mit Gedichten von Paul Klee schenkte. Klees Gedichte regten sie zu einem neuen Projekt an, welches sie zusammen mit Sven-Åke Johansson und Alexander von Schlippenbach entwickelte. Im Dezember 2007 fand in Bern die Premiere statt in der die Besetzung: Sven-Åke Johansson, Paul Lovens, Alex von Schlippenbach, Axel Dörner und Werner Dafeldecker.

Ursula Kranz, Goldschmiedemeisterin, trägt das Modell: Sonny

Alexander von Schlippenbach, Jazz-Pianist und Komponist, trägt das Modell: Alighieri

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21.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
Im Jahr 1970 berichtete mir Otto Jägersberg, der damals manchmal als Scout für die Olympia Press tätig war, von einem Pornoalbum aus bürgerlichem Schweizer Nachlaß. Es handelte sich um Fotos aus der Zeit der Jahrhundertwende, und wer annimmt, man habe damals ›sauberer‹ gelebt, der irrt.
Ich bat den Autor, die Fotos auf Verlagskosten zu kaufen, wir veröffentlichten sie mit einem Vorwort von Göran Göransson – ein Pseudonym, das Otto Jägersberg gewählt hatte und später selbst lüftete. Das Schweizer Album – nur etwa die Hälfte ist eidgenössischer Provenienz – erschien 1971 unter dem Titel ›Oldtimer‹. Diese Bilder bringen wir jetzt in unserer Serie ›Making of Pornography‹.
Das Zitat, welches Otto Jägersberg dem Band voranstellte, sagt mehr über die Bedeutung ›galanter‹ Literatur und Bilder für die höheren Stände um die Jahrhundertwende als dickleibige Sittengeschichten.
»Sich ängstlich umsehend, angelte Simon Jakovlevitsch Horizont aus der inneren Rocktasche Photographien,… weiter lesen
19.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, fordert seine eigene Bestrafung. Wir sind dafür. Zehn Jahre Knast wären angemessen.
(BK / JS)
18.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
Tagebuch 15. März: Um 11 Uhr mit der S-Bahn zum Westkreuz und dann nach Potsdam. Heike und Peter Oeltze von Lobenthal holen uns vom Bahnhof ab. Wir fahren zum Markt am Nauener Tor gegenüber vom Holländischen Viertel. Eine Luxusmeile mit viel Bioprodukten und schönen Ziegenhaar-Staubwedeln, auf der dann an diesem schönen Morgen auch prompt Herr Joop mit Hund Käse einkaufen. Wir trinken einen Espresso, Heike kauft Feldsalat, Portulak und Eichblattsalat zur Sicherheit, falls das Sammeln am Schwielowsee nicht genug Ertrag bringen sollte. Zum dritten Mal wollen wir vor Ostern Frühlingskräuter für unseren Salat sammeln, und Ostern fällt dieses Jahr sehr früh.
Dann fahren wir zum See, Heike und Barbara beginnen mit dem mühsamen Einsammeln der jungen Pflänzchen. Während die beiden kräuterkundigen Frauen sammeln, reden Peter und Jörg über alles mögliche. Am Heimatmuseum vor dem Schloß Petzow redet aber fast nur noch Herr… weiter lesen
17.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
Tagebuch 14. März: Gestern war ein turbulenter Tag. Der Plakatkünstler und März-Autor Gunter Rambow rief an und wollte zum Frühstück kommen. Er lehrte in Kassel und an der HFG Karlsruhe und lebt, seit er vor fünf Jahren emeritiert wurde, im mecklenburgischen Güstrow. Seit 1987 – als Jörg im Fachbereich visuelle Kommunikation der Uni Kassel einen Lehrauftrag absolvierte – hatten wir Gunter nicht mehr gesehen. Rambow logierte traditionsbewußt im Hotel Bogota in Charlottenburg. In diesem Haus wohnte und arbeitete von 1925 bis 1938 die Fotografin YVA, sie wurde 1942 von den Nazis ermordet. Helmut Newton war 1936 bis 1938 bei ihr Lehrling.

Wegen des Streiks fuhren keine U-Bahnen, deshalb hatten wir Gunter gebeten, die junge welt mitzubringen, in der eine Rezension von Jamal Tuschik über ›Schröder erzählt‹ angekündigt war. Gunter kam um zehn ohne Zeitung und… weiter lesen
14.03.2008 von Schröder & Kalender
Es ist dunkel, wir sehen also nicht, wie der Bär flattert.
Eigentlich wollten wir in der vergangenen Woche nur an der ›Schröder erzählt‹-Folge ›Eitelkeit auf Eitelkeit‹ arbeiten. Wir hatten also den festen Vorsatz gefaßt, uns von nichts ablenken zu lassen. Um mal zu zeigen, was uns während einer Woche so auffällt und aufhält, wenn man eigentlich am Text arbeiten will, hier unsere Tagebuch-Notizen:
6. März: Martin Eberle fotografiert regelmäßig die Frühjahrs- und Herbstkollektion des Brillen-Avantgardisten ic! und braucht zu diesem Zweck Locations, außen und innen. Für seine aktuelle Session bat er uns für ein paar Stunden unser Dachstudio nutzen zu können. Do, ut des. Martin fotografiert ab und zu uns sowie unsere schönen Dinge zum Künstlerlohn – das heißt um Gotteslohn.

Also rückte um zehn Uhr das Team an, Martin mit Assistentin, das Graphic-Design-Department von ic! in Gestalt von Anne Böttger (auch in Niederschönhausen geboren) mit ihrem… weiter lesen
14.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Die Anwort des Herausgebers Til Schulz auf Peer Schröders Anmerkungen zu ›Propaganda als Waffe‹:

»Liebe Barbara, lieber Jörg,
vielen Dank für die Weiterleitung des Briefes von Peer Schröder.
Mein Textsystem will zur Zeit nicht so richtig, deswegen Schreibmaschine und Fax, das ich Euch zur Weiterleitung schicke. Ich habe selbst in meiner Einleitung auf die umfangreichen Vorarbeiten von Kurt Kersten hingewiesen, so wie dies auch Babette Gross in ihrer Biographie getan hat.
Die Legende, Münzenberg habe selbst nicht schreiben können, wurde von Koestler und Kersten verbreitet – gegenüber einem Autor, der sich gegen diesen Vorwurf nicht mehr wehren konnte. Mein Onkel Hans Schulz, den ich danach fragte, verneinte dies empört und erzählte mir, das erste Kapitel der ›Dritten Front‹ sei ihm – im Zug von Frankfurt nach Berlin – diktiert worden und zwar persönlich. Ebenso sei er mit den… weiter lesen
13.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert auf halbmast in östlicher Richtung.
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Im Februar erhielten wir eine Mail von Peer Schröder zur autorschaft von Willi Münzenberg, die wir hier bringen:
»Liebe Barbara Kalender, lieber Jörg Schröder,
sicherlich interessiert Sie, daß die Autorschaft von Münzenbergs Propaganda als Waffe nicht mehr als gesichert gilt. Sehen Sie, wenn Sie Zeit und Muße haben, in beigefügtem Anhang, was ich vor einigen Jahren recherchierte. An diese historischen Detail erinnerte ich mich, als meine Frau und ich den Buchumschlag in der März Rolle wieder sahen. Gut, dass es die ›März Akte‹-DVD gibt.
Mit freundlichen Grüßen
Peer Schröder
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Während seines Prager Exils reiste Kurt Kersten mehrere Male nach Frankreich. Seine Briefe vom 21. Januar und 9. Februar 1937, sowie die später datierten vom 13. März, 14. April und 24. April 1937 belegen seine Anwesenheit in Paris (Nachlaß Stadtmuseum Kassel). Am 13. Mai 1937 war… weiter lesen
12.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert heftig in nordöstlicher Richtung.
Im Jahr 1970 berichtete mir Otto Jägersberg, der damals manchmal als Scout für die Olympia Press tätig war, von einem Pornoalbum aus bürgerlichem Schweizer Nachlaß. Es handelte sich um Fotos aus der Zeit der Jahrhundertwende, und wer annimmt, man habe damals ›sauberer‹ gelebt, der irrt.
Ich bat den Autor, die Fotos auf Verlagskosten zu kaufen, wir veröffentlichten sie mit einem Vorwort von Göran Göransson – ein Pseudonym, das Otto Jägersberg gewählt hatte und später selbst lüftete. Das Schweizer Album – nur etwa die Hälfte ist eidgenössischer Provenienz – erschien 1971 unter dem Titel ›Oldtimer‹. Diese Bilder bringen wir jetzt in unserer Serie ›Making of Pornography‹.
Das Zitat, welches Otto Jägersberg dem Band voranstellte, sagt mehr über die Bedeutung ›galanter‹ Literatur und Bilder für die höheren Stände um die Jahrhundertwende als dickleibige Sittengeschichten.
»Sich ängstlich umsehend, angelte Simon Jakovlevitsch Horizont aus der inneren Rocktasche… weiter lesen