Archive for the ‘Wie der Bär flattert’ Category

19.04.2012 von Schröder & Kalender
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Hörst du mein heimliches Rufen

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert schwach in nördlicher Richtung.
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Jörg Schröder vor dem Bundesplatz-Kino

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Endlich konnten wir die Folgen von ›Hörst du mein heimliches Rufen‹ zur Post rollen, wie immer drei Ladungen mit der Sackkarre. Wir verbrauchten einen Liter Weihwasser, um die Sondermarken zu tapezieren. Schließlich durften wir die Sixtinische Madonna doch nicht hinten belecken. Weshalb wir dieses schöne Briefmarkenmotiv für die Sendung wählten, wird sich jedem Leser bei der Lektüre erschließen.

Und so sieht sie aus:

Titelillustration: Thomas Hornemann mit Brigitte Kowarschik, ›Der Schimmel über Berlin‹, Mischtechnik auf Papier, 2009

 

(BK / JS)

17.04.2012 von Schröder & Kalender
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Schwedische Wertarbeit

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Leider müssen wir die Auslieferung von ›Hörst du mein heimliches Rufen‹ verschieben. Nachdem wir gestern 33 Exemplare der neuen Folge gebunden hatten, gab das Bindegerät seinen Geist auf. Es war allerdings auch ein billiger schrottiger China-Klapperkasten, der nur zwei Jahre hielt – und zwar nur bis wenige Tage nach Ablauf der Zwei-Jahres-Garantie. Das Vormodell funktionierte dagegen zehn Jahre lang, es spricht also doch manches für schwedische Wertarbeit.

Deshalb kehren wir reumütig zu Bindomatic zurück, denn mit zwei Geräten von dieser Firma haben wir in zwanzig Jahren ca. 25.000 Folgen von ›Schröder erzählt‹ gebunden. Also bestellen wir jetzt ein neues Bindomatic-Gerät und werden in Zukunft wieder damit arbeiten.

v.l.n.r.: Einbanddecken, erstes Bindomatic-Private-Gerät (hat einen Ehrenplatz neben dem ersten Mac SE), Klapperkasten aus China, Rohbogen der neuen Folge (natürlich ungebunden), leere Postkästen

(BK / JS)

14.04.2012 von Schröder & Kalender
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Servicewunder

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Mit der alten Sonnenbrille fühlte ich (BK) mich schon lange wie ein Maulwurf, und ich (JS) verlege ständig meine Lesebrille. Also auf zu Fielmann – natürlich zur Filiale in der Wilmersdorfer Straße, die wir schon lange als beste Berlins getestet hatten. Der übliche Ablauf: Sonnenbrille mit Spezialtarif, die Lese-Zweitbrille mit einer halben Dioptrie mehr.

Dann zog Barbara ein Nostalgie-Modell vom Flohmarkt aus der Tasche und fragte die Optikerin, ob man die vielleicht reparieren könne, denn die Bügel schlackerten. Frau Steuke betrachtete kritisch das grünglasige Objekt der Begierde, schüttelte den Kopf und bedauerte: »Da ist nichts  zu machen, die Schraubenköpfe der Bügel sind leider ausgedreht.« »Ach, schade«, sagte Barbara traurig, »dann werfen wir sie weg, ich habe ja nur einen Euro bezahlt.« »Na, wenn Sie die Brille so lieben«, meinte Frau Steuke, »sie ist ja wirklich schön, dann… weiter lesen

11.04.2012 von Schröder & Kalender
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In situ

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Vorgestern um halb eins, während wir am alten RIAS-Gebäude entlang spazierten, auf unserem üblichen Gang durch den Volkspark sendete das Deutschlandradio das Feature ›Vom Mythos leben, nicht von der Stückzahl‹. Hätten wir Antennen auf den Mützen gehabt, dann hätten wir das Osterei in situ empfangen können. Soviel zur Einheit von Zeit, Raum und Handlung.

Heute können wir uns beim Autor Florian Felix Weyh nur mit einem Hinweis auf seinen neuen Roman ›Toggle‹ bedanken, von dem ›Neon‹ schreibt: »Weyh hat die Fantasie, aus Nerdfragen einen schnellen und klugen Thriller zu basteln.«

 

(N / BK / JS)

10.04.2012 von Schröder & Kalender
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Schnittpunkt

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Unser Freund Till schickte uns »Neues aus Helmstedt« von seinem Freund Heinrich: »Ein weiterer Friseurtraum, vom Auto aus geknipst, deshalb mit Straßenschild.«


Friseursalon Schnittpunkt in Helmstedt, Foto: Heinrich L.

Man beachte den typographisch schlüssigen Punkt hinter dem ›Schnittpunkt‹.

(HL  / BK / JS)

09.04.2012 von Schröder & Kalender
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Zitat eines Zitats

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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In ihren Memoiren zitiert Claire Goll den Maler Fernand Léger: »Für uns Maler sind die Sujets auf der Straße«, sagte er oft, »Plakate, Motorräder, Wegweiser … Gibt es etwas Schöneres als das Schaufenster eines Friseurs? Und die Autos? Hast du dir mal richtig angesehen, wie ein fabrikneues Auto in der Sonne funkelt? Man muß die Sachen nur so sehen, wie sie sind.«


Friseursalon der Namensvetterin ›Varvara‹ in der Innsbrucker Straße in Berlin, Foto: Barbara Kalender

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Konnte Fernand Léger ahnen, dass dereinst die Schaufenster von Friseuren so aussehen würden, wie mit diesem Zitat eines Zitates?

(FL / CG / BK / JS)

03.04.2012 von Schröder & Kalender
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Wasserbefehle

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Ein Freund, erst seit knapp zwei Jahren begeisterter Vater, mailt uns manchmal Miniaturen seiner Erlebnisse mit dem Knaben: »Neulich lief unser Kleiner schnurstracks vom Spielplatz, die Tore dort überwindet er ganz lässig unter “Auf!”- und “Zu!”-Kommentaren, zum Brunnen hinterm Spielplatz. Er ist einfach losmarschiert, ohne auch nur einmal zu schauen, ob der Papa noch in der Nähe ist. Der ihm natürlich nachgegangen ist bis zum derzeit noch wasserlosen Brunnen. Auf den er schließlich energisch mit dem Finger gedeutet hat und vehement “Wasser! Wasser!” forderte. Geradezu beschimpft hat er den Brunnen: “An! Wasser an!” Im letzten Sommer hatte er die sprühenden Brunnen – auch den im Schöneberger Park – besonders geliebt. Und er war todtraurig, als sie im Herbst plötzlich abgestellt waren. Offenbar erinnert er sich immer noch daran, was ich erstaunlich finde.«

Daraus mussten wir beim Spaziergang im Schöneberger… weiter lesen

31.03.2012 von Schröder & Kalender
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Warum wurden die Hexen verbrannt?

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heftig in südöstlicher Richtung.
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Heinsohn, Gunnar und Steiger, Otto: ›Die Vernichtung der weisen Frauen. Hexenverfolgung, Menschenproduktion, Kinderwelten, Bevölkerungswissenschaft. Beiträge zur Theorie und Geschichte von Bevölkerung und Kindheit‹. Brosch., 368 Seiten mit zahlreichen Abbildungen (8°). Einbandgestaltung: Typographie von Jörg Schröder mit einem Motiv aus ›Der Swangern Frawen und Hebammen Rosengarten‹ von Eucharin Rösslin. März Verlag, Herbstein 1985 (Die März-Ausgabe ist nur noch antiquarisch erhältlich.)
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»Die Vernichtung der Hexen sei, so lautet die zentrale These der Bremer Professoren Gunnar Heinsohn und Otto Steiger, ›nicht nur ein Produkt geisteskranker Hysterie einzelner Staats- und Kirchenmänner‹, sondern von Klerus und Adel aus ›exaktem politischem Kalkül entwickelt‹ worden: um mit den weisen Frauen ›das alte Volkswissen über Geburtenkontrolle auszurotten‹, das von den vorrangig als Hexen verdächtigten Hebammen gehütet und weitergegeben wurde. Durch die gewaltsame Tilgung des Verhütungswissens sollten die Frauen dazu gebracht werden, ›mehr Kinder zu empfangen und aufzuziehen, als sie für die ökonomische Reproduktion ihrer Familien brauchten.‹« (Der Spiegel)
John M. Riddle, Professor für Geschichtswissenschaft an der North Carolina State University und international führende Autorität der Geschichte der Geburtenkontrolle über dieses Buch: »Heinsohn und Steiger haben die These aufgestellt und den schlüssigen Nachweis erbracht, dass es eine Wechselbeziehung zwischen der Unterdrückung der Hexenkunst und dem dramatischen Anstieg der Geburtenraten gab. Eines der großen Rätsel, die für die moderne Geschichtsschreibung ein Problem darstellen, haben die beiden Forscher gelöst. Wir sollten ihren schlüssigen Nachweis als das nehmen, was er ist: eine Theorie, die endlich die Fakten erklärt.«

Gunnar Heinsohn, geb.1943, Professor emiritus für Sozialwissenschaften an der Universität Bremen, lehrt am Management Zentrum St. Gallen sowie am Institut für Finanzdienstleistungen Zug Wirtschaftstheorie in den Master-Kursen.

Otto Steiger, geb.1938, Professor emeritus für Geldtheorie und Makroökonomik an der Universität Bremen. Vorschlagsberechtigter der Schwedischen Akademie der Wissenschaften für die Nobelpreise  für Wirtschaftswissenschaften 1989-1992. Verstorben 2008 in Bremen.
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18.03.2012 von Schröder & Kalender
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Ein nostalgischer Sonntag

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Während Joachim Gauck zum neuen Bundespräsidenten gewählt wurde, saßen wir auf der Südterrasse in der Sonne, und lasen die Zeitungsausrisse, die sich während der Redaktion von ›Hörst du mein heimliches Rufen‹, unserer neuen Folge, angesammelt hatten. Darunter war auch  der Beitrag ›Der Schriftsteller und sein Computer‹ von Johan Schloemann in der Süddeutschen Zeitung. Er berichtete von Matthew G. Kirschenbaums Blog ›Tracking the Literary History of Word Processing‹, sein Projekt wurde durch Friedrich Kittlers Theorie der ›Aufschreibesysteme‹ angeregt, die sich mit dem Übergang von der Handschrift zur Schreibmaschine beschäftigt. Kittlers These war, dass auch die Literatur und die Geisteswissenschaften von den Kulturtechniken abhängen, welche die Autoren benutzen.

Seite aus der Bedienungsanleitung für den IBM-Magnetkartenschreiber MC 82
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Und weil es anfing zu regnen, schreiben wir jetzt dieses Blog: Bereits 1975 kaufte ich (JS)… weiter lesen

05.03.2012 von Schröder & Kalender
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Hair Müller

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in westlicher Richtung.
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Friseursalon ›Hair Müller‹, Invalidenstraße, Foto: Till Kaposty
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Keine Branche, außer Kneipen und Hundesalons, erfindet sich derart seltsame, kalauernde Firmennamen wie die Friseure. Einige davon werden wir von Zeit zu Zeit hier festhalten.

(BK / JS)