vongnu 01.06.2019

GNU – Literarische Grotesken

Damals wie Heute das zynische Lächeln über die menschliche Irrfahrt. | © Fabian Fox Fotografie

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In der Vorstadt sterben Jugendträume.
Der Moment, alleine auf einer Parkbank und die strömenden Passantenfluten.
Die Nostalgie der Sehnsucht an vergangene Tage.
Ein Türschlag und das Glück eines Autos, in dem der Zündschlüssel steckt und die Türen nicht verschlossen sind.
Unbedachtes Losfahren. Glück gehabt.
Der Instinkt führt auf die Straßen der Linienbusse.
Fremde Gesichter.
Herzklopfen zwischen RnB-Balladen, Eskapaden und süßen Haschischduft.
Die Spuren der Vergangenheit liegen in den orangenen Lichtreflexen der Straßenbeleuchtung.
Dumpfe Scheinwerfer markieren den dampfenden Asphalt der verlassenen Landstraße.
Entrückte Langatmigkeit heißer Sommernächte.
Einsamkeit, die schmeckt.
Ein Riegel Zartbitterschokolade schmilzt in erwärmten Handflächen.
Erwartungsvolle Blicke werden im Rückspiegel des Fahrzeuges gebrochen.
Blicke die sich kreuzen und Momentaufnahmen, die nie eintreten werden.
Weiche Zartbitterschokolade benetzt den Rachen.
Geschichten werden geschrieben. Geschichten, die zurückführen.
Eine Bar und kühles Pils.
Der Zapfhahn läuft, doch es bleibt bei Geschichten.
Gespenster bleiben Gespenster oder Gespinste.
Beschwören lassen sich keine von Beiden.
Der Schlüssel zur Zukunft liegt in der Vergangenheit.
Gegenwart, die nicht existiert ist fade.
Der Zündschlüssel knarzt, Laub wird aufgewirbelt und das knittrige Papier eines Schokoriegels fliegt aus dem verspiegelten Fenster eines Wagens.
Mechanisch folgt ein Auto dem inneren Kompass und windet sich in ausgefahrenen Kurven.
Zurück zu dem Ort, von wo es kein zurück gibt.
Zurück zu dem Halter des Fahrzeugs.
Ein Gesicht versinkt zwischen strömenden Passantenfluten.
Regen prasselt auf eine Parkbank.

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