Miguel Angel Crespo ist von Haus aus Betriebswirt, hat sich aber auf Mikrobiologie und Schädlingskontrolle spezialisiert. Als Gründungsmitglied der Nichtregierungsorganisation PROBIOMA forscht er dort seit 33 Jahren zu Agroökologie und Biotechnologien, die über Bolivien hinaus wegweisend sind.
Während die Agroindustrie Lobbyarbeit für mehr gentechnisch verändertes Saatgut und Pestizidpakete macht, bietet PROBIOMA natürliche Formen der Schädlingskontrolle und Pilzbekämpfung, sowie von Düngemitteln und Stimulanzien für das Pflanzenwachstum an. Sie kosten weniger und sind dazu umweltverträglich. Aber ähnlich wie der Goldbergbau in Bolivien weiter das hochgefährliche Quecksilber einsetzt, obwohl es kostengünstigere und umweltschonendere Alternativen gibt, greift die Agroindustrie nur zögerlich zu diesen Alternativen. Und die Behörden bremsen.
Wer dies als Symptom einer institutionell schwachen und wenig rational handelnden „Bananerepublik“ sieht, der sei nur an das Gezerre in Deutschland beim Ausstieg aus den fossilen Energien erinnert. Wie es aussieht, verhelfen angesichts der Klimakatastrophe die Marktkräfte selbst nun wenigstens einer der ökologischen Alternativen zum Durchbruch. Auch wenn Miguel Crespo mahnt: Die biologischen Agrarbetriebsmittel sollten die chemischen Produkte nicht nur ergänzen, sondern ersetzen.
Wie ist PROBIOMA zur natürlichen Schädlingskontrolle gekommen?

Vor 36 Jahren haben wir bei einer Bestandsaufnahme den hohen Einsatz von chemischen Schädlingbekämpfungsmitteln in kleinbäuerlichen und indigenen Gemeinden festgestellt. Wir schulten sie im integrierten Pflanzenschutz, der verschiedene Mittel der Schädlingskontrolle verbindet und den Einsatz von Chemikalien reduziert. Aber in der Praxis wurde selbst das nicht umgesetzt. Denn die Agroindustrie, die die Chemikalien vermarkten, interessierte das nicht. Das Ergebnis ist, dass 533 Unkrautsorten in aller Welt inzwischen resistent gegenüber Herbiziden geworden sind, 59 allein gegen das Glyphosat, und 632 Insektensorten resistent gegenüber Insektiziden. Das wird zu einem Teufelskreis.
Zwischen den Jahren 2000 und 2020 stieg der Einsatz von Agrarchemikalien in Bolivien von 16,1 Kg auf 44,8 kg pro Hektar, also um 178 Prozent, während die Produktion nur um 16 Prozent von 4,9 Tonnen auf 5,7 Tonnen pro Hektar gestiegen ist. Während im Jahr 2000 noch 3,8 kg Agrarchemikalien für eine Tonne Ernte eingesetzt wurden, waren es 20 Jahre später bereits 8,6 kg. Zumeist sind das Importe, die wertvolle und knappe Devisen verschlingen.
Deshalb haben wir uns für die Kontrolle durch Mikroorganismen entschieden. Bolivien gehört zu den elf artenreichsten Ländern der Erde. Aber diese Biodiversität wurde viel zu wenig für eine nachhaltige Entwicklung genutzt.

Biologische Schädlingsbekämpfung auch für Großplantagen
Früher glaubte man, biologische Schädlingsbekämpfung wäre nur etwas für kleine Flächen. Aber wir haben eine Biotechnologie entwickelt, die die mikrobiologische Schädlingsbekämpfung auf Tausenden Hektar großen Flächen erlaubt, also auch bei mittleren und Großbetrieben, etwa durch Besprühung mit Hilfe von Flugzeugen oder Drohnen. Wir haben eine Technik entwickelt, um Mikroorganismen als Pulver oder Flüssigkeit fertig für den Gebrauch anzubieten, etwa in Rucksack-Kanistern. Das ist alles fertig zubereitet. Denn vor allem die Kleinbauern und -bäuerinnen, aber auch die Agronomen der Großbetriebe wenden die Instruktionen der Produktbeschreibungen häufig nicht an. Wir wollten nicht nur ein ökologisches und effizientes Produkt, sondern auch eines, das einfach zu handhaben und billiger ist als die chemischen Produkte.
Was kann man sich darunter konkret vorstellen?
Wir haben Mikroorganismen aus den Böden und Wäldern isoliert und haben jahrelang experimentiert, um eine eigene Technik zu entwickeln, die Schädlinge auf Quinoa oder Gemüsefeldern, aber auch Soja-, Mais-, Zuckerrohr-, Mohn-, Kaffee-, Kakao- oder Sonnenblumenplantagen auf natürliche Weise kontrollieren oder das Pflanzenwachstum fördern.

Trichoderma – Ein Superpilz
Wir haben circa 400 Bakterien, Viren, Pilze in der Natur gefunden. Etwa den Trichoderma-Pilz. Er ist ein Wunder der Natur. Er bekämpft alle schädlichen anderen Pilzarten und bedeckt Saatgut und Wurzeln mit einer Schutzschicht, damit Schadstoffe sie nicht attackieren.
Hat er schädliche Nebeneffekte?
Nein. Als wir ihn vor dreissig Jahren gefunden haben, hatte ihn noch niemand auf der Rechnung. Heute ist er in aller Munde und gehört zu den weltweit am stärksten nachgefragten Pilzen zur Schädlingsbekämpfung. Er verbessert auch die Bodenqualität, in dem er das Wurzelwerk der Pflanzen zur Wassersuche vergrößert und den Gehalt von Stickstoff, Pottasche und Phosphor im Boden verbessert. Er beschleunigt das Sprießen der Samen und ist imstande, Pestizidrückstände (Organochloride) sowie Kontaminierung durch Erdöl im Boden abzubauen. Das haben wir mit dem brasilianischen Erdölkonzern PETROBRAS erfolgreich getestet, der unser Produkt gekauft hat.
„Man sollte denken, ich müsste ein reicher Mann sein“
Bei einem solchen Wundermittel sollten die Erdölunternehmen und die agroindustriellen Betriebe ja eigentlich jetzt Schlange stehen, um Ihre Produkte zu kaufen?
Es wird durchaus gekauft. Wir sagen den Betrieben aber nicht, sie müssten jetzt auf biologische Produktion umstellen. Das interessiert sie nicht. Die Ökologie hat dort kein gutes Image. Sondern wir fragen nach ihren Problemen. Das kann zum Beispiel eine Erkrankung einer Soja-Saat sein. Dann präsentieren wir unsere Lösung. Der Unternehmer kauft das Produkt und wendet es an. Der Befall verschwindet, dazu werden auch noch die Wurzeln gestärkt. Das motiviert ihn. Selbst wenn er weiter auch Pestizide verwendet. Aber er fragt dann, ob wir auch Düngemittel im Angebot haben. Und wir haben ein Mittel, das den Pflanzen hilft, die Nährstoffe besser aufzunehmen. Wir brauchen am Anfang gar nicht gleich mit dem ganzen Paket zu kommen. Wenn ein Mittel wirkt, öffnet es die Türen für die anderen.
Aber wir stehen in einer harten Auseinandersetzung mit den multinationaen Konzernen. Sie haben Kapital, haben Berater, geben Kredite… Wir sind darauf angewiesen, direkt bezahlt zu werden. Hinzu kommt, dass PROBIOMA als Nicht-Regierungsorganisation keine Geschäfte machen darf. Wir haben deshalb dafür eine Firma namens PROBIOTEC gegründet.

Sie arbeitet inzwischen unabhängig und ist für Produktion und Vermarktung zuständig. Ein Problem sind allerdings weiter die Kosten für die Forschung, die Isolierung, die biologische Erprobung und die ganze Kette bis ein Stoff produktionsreif ist. Alle Gewinne werden in den Entwicklungsprozess reinvestiert.
Wie weit werden ihre mikrobiologischen Produkte inzwischen eingesetzt?
In den letzten zehn Jahren sind wir auf insgesamt circa 800.000 Hektar Ackerflächen gekommen, pro Jahr zwischen 50.000 und 70.000 Hektar. Die Gesamte Ackerfläche Boliviens liegt bei etwa 4,5 Millionen Hektar. Es handelt sich also nur um jährlich etwa 1,5 Prozent. Aber der Anteil wächst. Es sind inzwischen auch weitere Unternehmen mit solchen Bio-Produkten auf dem Markt. Die fehlende Rechtssicherheit bremst diese Entwicklung jedoch.
Die für die Kontrolle der landwirtschaftlichen Sicherheit und Nahrungsmittelgesundheit zuständige staatliche Behörde SENASAG (Servicio Nacional de Sanidad Agropecuaria e Inocuidad Alimentaria) unterscheidet bei ihren Genehmigungen nämlich nicht zwischen biologischen und chemischen Produkten. Der erwähnte Pilz, der keinerlei schädliche Nebenwirkungen hat, bekommt vom SENASAG zum Beispiel das gleiche grüne Etikett wie das potentiell schädliche Glyphosat. Wir haben deshalb ein Gesetz vorgeschlagen, das die biologischen Betriebsmittel unterscheidet und ihre Entwicklung und Produktion fördern soll.
Was ist der Stand?
Wir haben das Gesetz vor über vier Jahren erarbeitet, als nach Pestizideinsätzen mit Flugzeugen 100 Bienenstöcke eines Imkers vernichtet wurden. Die toten Bienen wurden zur Analyse nach Cochabamba gebracht, aber zwei Wochen liegen gelassen, damit die Bienen sich zersetzten und das Agrargift nicht mehr nachweisbar war. Die Verursacher wurden von der Justiz gedeckt und mussten keine Entschädigung zahlen. Zusammen mit Produzent*innen, Universitäten, Zertifizierungsinstituten, einer großen Gruppe von Menschen, die sich für Agroökologie und organischen Landbau einsetzen, haben wir auf diversen Treffen dann die Vorschläge entwickelt.
Die damalige Senatorin Cecilia Requena hat den Gesetzentwurf mit ihrem Team ausformuliert und eingebracht. Von Seiten der damaligen Regierung gab es keine Einwände, nur ein paar formale Korrekturen. Später wurde der Gesetzentwurf dann auch öffentlich vorgestellt. In La Paz kamen dazu auch Vertreter*innen nationaler und internationaler Entwicklungsorganisationen, Abgeordnete, Wissenschaft, Quinoabauern und -bäuerinnen… In Santa Cruz waren ganz vorne in der ersten Reihe auch Vertreter*innen der Agrochemischen Industrie und der Agroindustrie dabei. Auch sie hatten keine grundsätzlichen Bedenken. Sie schlugen vor, statt einem Gesetz solle man einfach ein Dekret verabschieden. Das ginge schneller. Aber ein Dekret kann von jeder neuen Regierung einfach wieder annulliert werden. Wir informierten die Medien und selbst in Brasilien interessierte man sich für den Gesetzesentwurf.
Besuch aus Brasilien
Ende 2023 kam eine Kommission von Produzent*innen, Regierungsmitgliedern und zwei Senatoren aus Brasilien zu Besuch, um sich anzusehen, wie die Herstellung von agrobiologischen Betriebsmitteln in der Fabrik von PROBIOTEC funktioniert und um mit der Senatorin Requena über den Gesetzentwurf zu reden.

Sie nahmen auch den Gesetzentwurf mit und ein halbes Jahr später verkündete Präsident Lula auf dieser Grundlage das Gesetz für Brasilien. Es hat unserem Nachbarland seither schon Importe in Höhe von 22 Milliarden US-Dollar erspart, während wir in Bolivien weiter darum kämpfen. Dabei waren Bolivien und in diesem Fall PROBIOMA Pioniere in diesem Thema.
Dass ihre Bioprodukte nicht nur besser, sondern auch noch billiger sind, müsste auch jeden Kapitalisten motivieren. Warum geht es in Bolivien so langsam voran?
Es mangelt an Unternehmensgeist auf der Grundlage technologischer Innovation und der Biodiversität, sowie an einer Entwicklungsperspekive, die die natürliche Vielfalt schätzt. Stattdessen dominiert das extraktivistische Denken der Ausbeutung der natürlichen Reichtümer. Es gibt zwar Unternehmen, die interessiert sind, Fabriken für Bioprodukte aufzubauen. Aber es fehlt die Rechtssicherheit. Da kommen der SENASAG oder die Steuerbehörde und bauen Hürden auf. Gewöhnlich dauert es zwei Jahre, um ein Bioprodukt registrieren zu können. Und alles kostet Geld.
Wenn ich einen Mikroorganismus als Beispiel nehme, der 250 verschiedene Insekten kontrolliert, dann fordert der SENASAG für jede einzelne Insektenart und jedes Anbauprodukt ein eigenes Genehmigungsverfahren. Wenn es dann noch um 80 Anbauprodukte geht, dann wäre ich bis zum Jahr 3000 nur mit der Registrierung beschäftigt. So sei das eben geregelt, haben sie mir gesagt. Das macht alles keinen Sinn. Deshalb brauchen wir das neue Gesetz.
Der SENASAG ist eine staatliche Einrichtung. Welche Interessen mögen hinter dieser Blockadehaltung stehen?
Vielleicht die Agrochemische Industrie, die um Marktanteile fürchtet? Jährlich werden Agrarchemikalien im Wert von 500 Millionen US-Dollar importiert. Auch die Regierung der Bewegung zum Sozialismus (MAS) redete zwar häufig vom Schutz der Mutter Erde, aber sie haben stattdessen die Entwaldung gefördert. In der Regierungszeit der MAS wurde das Gesetz 3525 zur Förderung der biologischen Landwirtschaft verbschiedet. Aber es wurde nie umgesetzt. Unter dem derzeit zuständigen Minister Oscar Mario Justiniano Pinto, der aus der agroindustriellen Lobby kommt, wird das möglicherweise auch nicht besser.
Und für die agrochemischen Produkte hatte bereits die Regierung der MAS die Zölle abgeschafft. Die Agroindustrie leistet zwar kaum Abgaben an den Staat, sie hat aber eine starke Lobby. Und so winden sich alle Regierungen drumherum, die Vorgaben der Verfassung umzusetzen.
Nicht einmal die Universitäten sind offen für diese innovative Forschung. Die Biotechnologie ist eine Leerstelle im Curriculum. Stattdessen lernen die Studierenden, Pestizide einzusetzen. Denn nach dem Studium gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten in den Vertriebsstrukturen der Chemie-Konzerne. Das ist der Traum: Über ein Allradfahrzeug und ein Unternehmens-Smartphone zu verfügen und Kommissionen beim Verkauf von Agrarchemikalien zu verdienen.
In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass als Folge des Klimawandels, der weniger kapitalistische Verschwörung als eine Folge der Waldvernichtung und einer wenig nachhaltigen Landwirtschaft ist, die Bodenfruchtbarkeit sinkt. Erosion und Schädlingsbefall nehmen zu. Das führt zur Rodung weiterer Waldflächen und als Folge haben wir nun hurrakanartige Winde, die es früher nicht gab, größere Trockenheit oder Überschwemmungen und vermehrt Hagel. In Bolivien befinden sich 40 Prozent des Landes in einem Verwüstungsprozess.

Da ist es doch erfreulich, dass sie in Bolivien bereits landwirtschaftliche Alternativen entwickelt haben!
Laut einer Studie der Welternährungsorganisation FAO der Vereinten Nationen vor zwei Jahren steigt der Einsatz von biologischen Betriebsmitteln jährlich um 15 Prozent. Das wurde durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine beschleunigt. Und durch den Krieg zwischen den USA un dem Iran stiegen die Preise für Düngemittel und Agrarchemie noch mehr an. Auch die Streichung der Subventionen für Diesel in Bolivien erhöht die Kosten in der Agroindustrie.
Auch für die Ausbringung von biologischen Schädlingbekämpfungsmitteln wird Treibstoff benötigt.
Die sind aber 15 Prozent billiger und werden zudem im Land selbst produziert und erfordern daher auch keine knappen Devisen. Und wenn die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen würden, könnten die biologischen Betriebsmittel auch in größeren Mengen produziert werden und würden dann noch kostengünstiger. Es gibt bereits kleine Betriebe. Die können ihr Produkt aber nicht auf den Markt bringen, weil sie beim SENASAG nicht registriert sind. Die Prozedur ist wie erwähnt so langwierig und teuer, dass sie die Genehmigung gar nicht erst beantragen. Die staatlichen Stellen verhindern geradezu, dass wir auf diesem Feld weiterkommen.
Welche Rolle spielt die internationale Zusammenarbeit?
PROBIOMA hat immer wieder an Türen geklopft, um seine Forschung zu finanzieren. Aber die Entwicklungsorganisationen haben andere Prioritäten, etwa Schulungen zum integrierten Pflanzenschutz im kleinbäuerlichen Kontext durchzuführen oder Saatgut und Geräte zur Verfügung zu stellen. Vielleicht glauben sie auch nicht daran, dass wir zu Entwicklung von Biotechnologie fähig sind. Auf einer Konferenz in den Niederlanden fragte mich ein englischer Journalist, wie wir nur auf so eine Idee gekommen seien. Auch in Dänemark und Schweden fiel es den Leuten schwer zu glauben, das wir das alles aus eigenen Kräften erreicht haben. Etwa dass wir diese Mikroorganismen im Schatten drei Monate lang bis zu ihrem Einsatz am Leben halten können, mit Kühlung bis zu einem halben Jahr.
Wenn endlich das Gesetz für biologische Schädlingskontrolle verabschiedet wird, wird das auch zu einer neuen landwirtschaftlichen Sichtweise beitragen. Bei der ist die biologische Vielfalt die Grundlage für eine auch sozial nachhaltige Entwicklung in Bolivien und anderen Teilen der Welt.

Chemiekonzerne beginnen sich zu interessieren
In Bolivien gibt es viele Gesetze, die später nicht angewendet werden…
Die Medien haben uns immerhin geholfen, diese Idee bekannter zu machen und Bewusstsein zu schaffen. Es wird viel davon abhängen, dass die Zivilgesellschaft Druck macht. Auch Bayer, Syngenta (siehe dieses Interview in der kolumbianischen Zeitschrift Semana) und andere haben inzwischen Interesse an den biologischen Betriebsmitteln gezeigt. Einige Labore arbeiten bereits mit solchen Mikroorganismen. Einzelne Produktlinien wurden in den Verkauf gebracht.
Allerdings sehen diese Unternehmen das eher als Ergänzung zu ihrem sonstigen Paket, statt auf ein anderes Modell zu setzen. Und auch wenn es ihnen nicht um den Umweltschutz, sondern eher um ökonomische Interessen geht: Im Jahr 2025 haben die biologischen Betriebsmittel weltweit bereits einen Umsatz von 18 Milliarden US-Dollar erreicht. Man erwartet bis zum Jahr 2030 einen Umsatz von 30 Milliarden US Dollar. Lateinamerika ist da ein Vorreiter. Mit den Problemen bei der Energieversorung und den Kriegen wird sich das vielleicht noch beschleunigen.
Zudem hat die deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz) ihre Bereitschaft bekundet, nach Verabschiedung des Gesetzes im Unterhaus – im Senat wurde es bereits bewilligt- die Reglementierung zu unterstützen. Dann würde unser Gesetzesvorschlag nicht nur auf dem Papier stehen.
Das Gespräch mit Miguel Angel Crespo hat Peter Strack im Oktober 2026 geführt und für latin@rama übersetzt und bearbeitet. Eine Anfrage an die Landwirtschaftskammer des bolivianischen Tieflands CAO zu deren Position blieb bislang unbeantwortet. Siehe auch diese Buchbesprechung auf latin@rama zum „Modell Santa Cruz“.