29.04.2008 von Helmut Höge

“Rumänischer Poller, frisch gebaut und enthüllt (ausgeschalt),” merkt der Photograph Peter Grosse zu diesem Bild an. Es handelt sich bei dem Pollerkünstler, wie sollte es auch anders sein, um einen Hausmeister – Dan Scripcaru mit Namen. Er ist Hausmeister eines kleinen aber feinen Mietshauses mit einer Dachveranda in Bukarest. Und dort stellte er ihn auch erst einmal auf – zur Probe gewissermaßen. Die nächsten zwei Betonpoller sollen dann vor dem Haus, links und rechts der Eingangstür eingepflanzt werden, wobei er die obere Kante abzurunden beabsichtigt, auch will er sie dann zweifarbig anstreichen. Wenn es klappt, mit einer Reise nach Sibiu – früher Hermannstadt – will ich im Spätsommer auf dem Weg dahin einen Umweg über Bukarest machen, um dort eventuell schon die zwei fertigen zweifarbigen Poller zu besichtigen, sie zu photographieren, das will Antonia Herrscher übernehmen, von der auch schon die zwei diesem vorangegangenen Poller-Photos stammen. Hermannstadt gilt im… weiter lesen
29.04.2008 von Helmut Höge
Sie war lange Jahre unsere wunderbare Ärztin, Hausärztin, mit Praxis am Nollendorfplatz in Berlin und gelegentlicher Gast bei uns im Vogelsberg. Jetzt hat Gabriele Goettle sie interviewt, porträtiert. Ich habe, seit sie aufhörte, als Ärztin zu praktizieren, ein schlechtes Gewissen, weil ich mich so gut wie nie bei ihr melde. Kommt noch hinzu, dass sie einmal anläßlich einer 68er-Beilage der taz unter der Regie von Michael Sontheimer einen Artikel schrieb, in dem sie erzählte, wie sie damals am Kudamm mit SDS-Haus wohnte, wo auch Rudi Dutschke mit seiner Frau lebte. Sie arbeitete zu der Zeit als Animierdame in einem Bar nicht weit vom Kudamm entfernt. Dutschke war ein Frühaufsteher und wenn sie morgens von der Arbeit nach Hause kam, frühstückten sie gelegentlich zusammen, manchmal half er ihr auch, irgendwelche Freier, die ihr bis vor die Haustür nachgegangen waren, zu verscheuchen.
An diesen Abschnitt ihrer Geschichte kann ich mich noch erinnern.… weiter lesen
29.04.2008 von Helmut Höge

Der Besitzer dieser Imbissbude in der Skalitzerstrasse (EU/BRD/Berlin/Kreuzberg/S.O.36) war bis 1991 Hausmeister im Kabelwerk Oberspray, 1996 machte er sich mit dieser Bude selbständig. Als er sie dann 1999 gelb anstrich muß irgendwie seine Hausmeisterei mit ihm durchgegangen sein, denn er malte auch gleich noch den Poller vor seiner Bude gelb an.
29.04.2008 von Helmut Höge
Siemens ist wieder jeden Tag in irgendwelchen Zeitungen, vor allem geht es darum, dass eventuell der Ex-Siemenschef von Pierer auch “was gewußt” haben soll. Immer wieder heißt es, “es wird eng um Pierer”, “Wußte er mehr als er zugibt” usw.. Was für ein bürgerlicher Wichsjournalismus!
Die Siemens- und die Osram-Chefs waren immer – seit 1920 – in den Entscheidungsgremien des Internationalen Elektrokartells, sie waren federführend im Kartell, dass sich angeblich Ende 1989 selbst auflöste. Und das Elektrokartell bestimmte, wieviel Schmiergelder wer wofür zahlte. Das waren aber noch die harmlosesten Entscheidungen der IEA, vormals Phoebus S.A. genannt. Aus ihrer “Kriegskasse” wurden noch ganz andere Feldzüge – gegen unliebsame Konkurrenten, Patentbesitzer, etc – finanziert.
Aber im bürgerlichen Idiotenjournalismus geht es um Personen, ihre eventuellen Verfehlungen, ihre Unschuldsvermutung bis zur Verurteilung und dergleichen Mumpitz. Das System – in diesem Fall der im Kartell organisierten Elektrogroßkonzerne – interessiert keinen. Dabei bräuchten diese Dumpfmeister aus… weiter lesen
27.04.2008 von Helmut Höge
Die untenstehende Zeichnung stammt von Gerd Friedrich Marenke, Hausmeister beim DGB und Herausgeber des Kreuzberger Lokalblatts “Kiez und Kneipe”. Seine Zeichnung illustriert einen Artikel über Vogelstimmen, den er unter dem Nom de Guerre “Friedrich Schindler” in der Aprilausgabe seiner Gratiszeitschrift veröffentlichte. Damit wird wieder einmal deutlich, dass und wie die Hausmeister geradezu unter Zwang stehen, einen Poller zu schaffen, wenn es darum geht, kreativ zu werden, also Kunst zu machen. Wir sind weit davon entfernt, diesen “Zwang”, diese scheinbare Notwendigkeit, zu begreifen. Noch geht es hier bloß darum, das Feld erst einmal in “seiner ganzen Breite auszuloten”, wie der Tagesspiegel gerne schreibt. Ausloten kann man natürlich nur etwas in seiner Tiefe, aber egal, wir wissen, was damit gemeint ist: in diesem Fall, den Hausmeisterzwang erst einmal dingfest zu machen – d.h. darzustellen.
27.04.2008 von Helmut Höge
So nennt der Gräzist Gerhard Baudy unseren Balkensepp – in seinem Aufsatz “Zum Brotessen verdammt – durch Brot erlöst”. In den altmediterranen Ackerbaukulten gab es jedoch auch schon vor Jesus solche Brotgötter:
“So offenbarte etwa das Enthüllen einer Getreideähre denen, die sich in die eleusinischen Mysterien einweihen ließen, das größte aller Geheimnisse. Wir wissen das nur, weil der Kirchenvater Hippolytos dieses ‘unsagbare’ Mysterium ausplauderte in der Absicht, sich über die Banalität des heidnischen Konkurrenzkults lustig zu machen. Derselbe Autor teilt uns auch mit, dass die vom Hierophanten unter heiligem Schweigen emporgehaltene Ähre ein männliches göttliches Kind repräsentierte, das von der Ackerbaugöttin geboren worden sei.”
Von der frühgriechischen Gemeinschaft über den christlichen Brotgott bis zum Kommunismus bleibt dieses “Geheimnis” das selbe. So entwickelt Friedrich Engels in seinem Buch “Die Dialektik der Natur” (S. 126ff) das größte Geheimnis des Marxschen Materialismus – nämlich die Dialektik – just am Beispiel der Entwicklung des… weiter lesen
22.04.2008 von Helmut Höge

Der Strandwächter von Waikiki, Abschnitt Süd, Joey Kahlua hat seine Pylonen blau angepinselt, damit sie sich von den normalen – siehe Bild 2 - deutlich unterscheiden und ihm deswegen nicht mehr so einfach geklaut werden können, was ihm zuvor anscheinend immer mal wieder passiert ist. Fotos: Peter Grosse

22.04.2008 von Helmut Höge
Seit dem Zusammenbruch des Sozialismus geht es nicht über diesen hinaus, sondern zurück in die Barbarei. Deswegen ist “Früchte des Zorns”, der 1939 veröffentlichte, dann verfilmte und mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Roman von John Steinbeck, in dem es um von Gutsbesitzern vertriebene Kleinbauern geht, die sich als Landarbeiter in Kalifornien verdingen, wieder hochaktuell. Weltweit beschäftigen immer mehr Groß-Agrarunternehmen Landlose, Wanderarbeiter und Arbeitslose auf ihren Feldern – und während das Überangebot an Erntehelfern und Saisonarbeitskräften
in der Landwirtschaft steigt, sind ihre Löhne derart verfallen, dass vielerorts sogar auf Erntemaschinen verzichtet wird und stattdessen Kinder mitarbeiten müssen. So verdienen Baulwollpflücker in Afrika 25 Cent pro Stunde und in Pakistan sowie auch in Indien sogar nur 10 Cent. Allein auf den Bananenplantagen Ecuadors sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 30.000 Kinder beschäftigt, die teilweise wie Sklaven gehalten werden. Die Bildung von Gewerkschaften wird rigoros unterbunden, Gewerkschafter werden erschossen, gesetzliche Vorgaben für… weiter lesen
17.04.2008 von Helmut Höge

Hier ist der kalifornische Wasserwegewart John McCullen gerade auf dem Weg, um wieder mal einen seiner absurden Wasserpoller zu setzen, d.h. zu verankern (Photos Peter Grosse):

17.04.2008 von Helmut Höge
Die taz hat ein Wander-Reader im Angebot: “Das Glück zu Fuß – Wandern mit der taz”, für schlappe 13 Euro plus Porto. Eigentlich müßte es im Untertitel heißen “Wanderungen von taz-mitarbeitern”. Diese schwärmten aus – im Urlaub meistens, um nahezu überall auf der Welt und in allen Regionen herumzuwandern und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Anschließend schrieben sie darüber einen taz-artikel – und setzten sich dann wieder auf ihren taz-stuhl. Es handelt sich bei diesen Texten also um ein Gehen im Kreis, um eine Kreisbewegung – ohne Aus-Flucht. Diese gibt es für tazler nur noch dort, wo sie von der taz weg zu einer anderen Zeitung GEHEN – die sie dann u.U. besser bezahlt.
Das war einmal ganz anders. Dazu hier ein taz-text vom 8.10. 81 – unter der Überschrift “Moving Targets” und mit dem Motto “Nur die ergangenen Gedanken haben Wert” (Friedrich Nietzsche):
Ich beginne, wie abgesprochen, mit der Rezension… weiter lesen