Archive for April, 2010

28.04.2010 von Helmut Höge
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“Pollerforschung”/Zwischenergebnis

von Helmut Höge

Bet-Poller (Photo: Peter Grosse)

Die “Pollerforschung” ist der erste Band einer Triologie der Universität Siegen – neben “Flittchenforschung” und “Glühbirnenforschung”. Der Band “Pollerforschung” wurde zusammengestellt und kommentiert von Philipp Goll und enthält Texte über Poller sowie Poller-Photos von Helmut Höge. Das Buch hat 220 Seiten und kostet 4 Euro.

Es wird am Freitag, den 30. April um 20 Uhr in der “Freien Internationalen Tankstelle”, Schwedter Straße 262, vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine kleine benzinfreie Tankstelle, die der Pilonenforscher Dida Zende als Kunstprojekt betreibt. Zur Buchvorstellung schreibt er:

Der POLLER ist eine der widerständigsten
Spezies des Großstadtdschungels.
Häufig ist er in BERUHIGTEN Straßenbereichen
anzutreffen, oder in den
ungastlichen ZONEN zwischen Bürgersteig und
Hauptverkehrsstraße.
Ansonsten wissen wir wenig über diesen
Zeitgenossen.
Unklar ist bis heute: Ist er ein Feind des
 Menschen oder ein Freund?
Müssen wir uns ihm ordnungsgemäß UNTERORDNEN
 oder sollten wir ihm mit
WIDERSTAND begegnen? Ist er

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23.04.2010 von Helmut Höge
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Spatzenforschung

von Helmut Höge

Der “taz-Hedge-Fonds” reichte für vier Heckensträucher – zwschen Straße und Café-Garten, damit die Spatzen von dort im Gebüsch aus über die Krümel auf den Tischen herfallen können. Die Sträucher sind inzwischen gepflanzt und auch schon drei mal gegossen worden. Nun geht es morgen weiter mit einem Vortrag von Peter Berz und mir über Spatzen – in der  Berliner Galerie “Morgenvogel Real Estate”. Die Veranstalter,  Maria-Leena Räihälä und Manuel Bonik, schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

am Samstag, den 24. April, um 20 Uhr laden wir ein zu dem Vortrag “Die Metaphysik der Spatzen”

1958 kam es im Rahmen des “Großen Sprungs nach vorne” in China zu einer Hygienekampagne, die eine Ausrottung der “vier Übel” zum Ziel hatte:
Ratten, Fliegen, Mücken, Spatzen. Die ARD erinnerte kürzlich daran: “Mao Tse tung wollte Ernteausfälle bekämpfen und rief zum Krieg gegen die
Schuldigen auf, die angeblich zu viel Getreide… weiter lesen

20.04.2010 von Helmut Höge
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taz-sachen

von Helmut Höge

“Die homogene Welt aufreißen! Täglich die Kacke des Seins umgraben!”

Als sich Anfang 1978 auf dem “Tunix-Kongreß” in der TU die bundesdeutsche Linke zu einer letzten Manöverkritik traf, wurde u.a. die Gründung einer “alternativen Tageszeitung” vorgeschlagen und diskutiert. Damals gab es in fast jeder Stadt eine linke Wochenzeitung und darüberhinaus noch einige maoistische Parteiblätter sowie den “Informationsdienst für unterbliebene Nachrichten” (ID). Aus diesen Reihen kamen Gegenstimmen zum geplanten “taz-Projekt”: Sie bezweifelten zwar nicht, dass es den Staatsorganen gelungen war, in der durch die RAF ausgelösten Terrorangst und durch Fahndungsdruck die bürgerliche Presse quasi “gleichzuschalten” (was man dann den “Deutschen Herbst” nannte), und dass man kollektiv etwas dagegen tun  müßte. Aber vor allem die antiautoritäre Linke lehnte ein zentrales “Organ” zur Gegenversammlung  ab. Einige befürchteten – zu Recht, wie sich dann herausstellte, dass all die dezentralen linken Medien dem neuen Zentralorgan zum Opfer fallen würden. Die Projekt-Befürworter ließen sich jedoch von… weiter lesen

19.04.2010 von Helmut Höge
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Die letzten Indianer und Büffel

von Helmut Höge

Das letzte Kälberpflegerinnen-Denkmal in Sachsen-Anhalt (vorm Eingang einer ehemaligen Kolchose)

Gerade las Peter-Paul Zahl (PPZ) in Westberlin mehrmals aus seinen gesammelten Werken vor. Der 1944 geborene Anarchist (“Wut ist der Schlüssel”) verbrachte “9 fette Jahre” in Feldberg, wo Hans Fallada nach 1945  Bürgermeister war, dann “11 magere Jahre” im Rheinland, anschließend ebenso viele “fette Jahre in Westberlin”. Dort gab er als Drucker die Zeitung “Fizz” heraus – benannt nach dem Geräusch, dass die abbrennende Zündschnur eines Terroristen macht. Darauf folgten “10 miese Jahre im Knast” (er hatte als RAF-Sympathisant auf der Flucht einen  Polizisten angeschossen). Während der Haft verfaßte er u.a. den Schelmenroman “Die Glücklichen”.

Seit 1985 lebt PPZ in Jamaika – nunmehr “25 fette Jahre”.  Nach seiner Einbürgerung wollte man ihn dort zum “Friedensrichter” ernennen. Er lehnte ab – wegen mangelnder Verwurzelung, kämpfte dafür jedoch juristisch erfolgreich gegen seine automatisch erfolgte Ausbürgerung aus Deutschland. Seitdem hat… weiter lesen

16.04.2010 von Helmut Höge
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Angst essen Faulheit auf/Fordern, Foltern, Fördern

von Helmut Höge

Australien foltert Schafe!

Deutschland foltert angehende Schäferinnen!


Schon gleich nachdem die BRD sozusagen offiziell das ostdeutsche MfS aufgelöst hatte, meinte der Dramatiker Heiner Müller: “Eine Gesellschaft, die Arbeitslose  hat, braucht keine Stasi.” Im Hinblick auf die kapitalistische Wirtschaftsordnung äußerte sich ein US-Regierungsberater ähnlich: “Ohne Arbeitslosigkeit gibt es keine Innovation!” Der Hallenser Psychologe Hans-Joachim Maaz versicherte kürzlich dem Spiegel: “Die meisten Menschen im Osten empfinden die Bedrohung durch den Verlust des Arbeitsplatzes schlimmer als die einstige Bedrohung durch die Stasi.” Und tatsächlich ist die Kontrolle durch die 120.000 Mitarbeiter der Jobcenter heute weitaus umfassender als die durch das MfS, in dem etwa gleich viele Staatsagenten  beschäftigt waren.

Nachdem man 2003 das erweiterte “Hartz”-Gesetz verabschiedet hatte, verkündete der Verbrecher Peter Hartz lauthals: “Was für ein glücklicher Tag für alle Arbeitslosen!” Der Richter am Bundesverwaltungsgericht Uwe Berlit schrieb in den “Informationen zum Arbeitslosen- und Sozialhilferecht” dagegen: Mit diesem Gesetz schaffe… weiter lesen

14.04.2010 von Helmut Höge
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Verlorene Fälle/Felle

von Helmut Höge

1.

Mit “Mau-Mau bei der Wohlfahrtsbehörde” (Tom Wolfe) begann das, was man später den “New Journalism” nannte. Nun sind wir wieder beim ganz “Old Journalism”:

Die FAZ referiert die Tagungsreden der “Vereinigung von Afrikawissenschaften” und kommt dabei ausführlich auf die “Mau-Mau in Kenias Erinnerungspolitik” zu sprechen, vorab werden jedoch mal eben kurz die seit der Postkolonialisierung neue “Art of the States” in Afrika im Hinblick auf ihre “Demokratisierung” (auf der  nach oben offenen Helmut-Kohl-Skala) abgeklopft, das hört sich so an:

“…Einstige Musterschüler wie die Elfenbeinküste wurden zu Sorgenkindern, einst verlorene Fälle wie Sierra Leone und Liberia konsolidieren sich langsam…”

(Zwar wagt es mittlerweile kein Deutscher mehr, einen Chinesen auch nur scheel anzusehen, aber bei den Afrikanern wird das wohl noch mindestens 12 Legislaturperioden (auf der nach oben offenen Obama-Skala) dauern.

2.

Der ehemalige Frankfurter “Sponti” und “Autonomie”-Herausgeber Thomas Schmid, der einst gegen den Springerstiefel-Verlag kämpfte und nun dort… weiter lesen

12.04.2010 von Helmut Höge
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Ein deleuzierendes ABC

von Helmut Höge

Grenzpoller am “Point Alpha” bei Geisa in der Rhön. Die “Point”-Leiterin erklärt hier gerade einer Gruppe Soldaten, die wegen des dort hinverpflanzten Ost-Berliner Mauersegments etwas verwirt sind, in welche Richtung sie schießen müssen – im Notfall.

Unweit von “Alpha” am “Point Pit” diskutiert derweil eine gemischte Ost-West-Gruppe von Anarcho-Kadern, was man gegen die obige Sauerei tun kann.

Nachdem sie zu einem Entschluß gekommen sind, machen sie sich auf den Weg – zu ihrer Propaganda der Tat…Vorausgegangen war Folgendes:

Der Pariser Philosoph Gilles Deleuze wurde 1988/89 von einer mit ihm befreundeten ehemaligen Studentin, Claire Parnet,  über sein Denken und Leben befragt – nach einem zuvor verabredeten Begriffs-Alphabet: von A. wie Animal (Tier) über F wie Frontière (Grenze) und G wie Gauche (die Linke) bis Z wie Zigzag. Dieses noch vor seinem Tod (1995) ausgestrahlte “Abécédaire” wurde Ende 2009 vom Verlag 2001 zusammen mit der Kreuzberger… weiter lesen

03.04.2010 von Helmut Höge
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“Viel Lärm(schutz) um nichts”

von Helmut Höge

“Musik wird störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden,” reimte Wilhelm Busch – zu einer Zeit, als es hierzulande noch kaum Straßen- und Fabriklärm gab und  auch das Wort “Lärmemissionen” nicht, ebensowenig allerorten Bürgerprotest dagegen…

Hier – in der Schlesischen Straße in Kreuzberg, dem zukünftigen Schlachtfeld des Amüsierpöbels – hört man neben dem Krach der an- und abfahrenden Autos an der Aral-Tankstelle auch noch die laute Musik aus der “Anhalt”-Bar – kostenlos. Der Bar-Besitzer hat die beiden  Lärmquellen allerdings mit 8 Naturholzpollern optisch voneinander getrennt. Photo: Antonia Herrscher


Man sagt, der Hannoveraner Philosoph Theodor Lessing habe hierzulande die erste Bürgerinitiative gegen den Lärm gegründet – noch bevor Kurt Tucholsky 1927 sein “Traktat über den Hund sowie über Lerm und Geräusch” veröffentlichte. Spätestens seit den Siebzigerjahren, da der französische Philosoph Gilles Deleuze das Hundebellen zu den schrecklichsten Geräuschen zählte, gibt es jede Menge Bürgerinitiativen gegen… weiter lesen

02.04.2010 von Helmut Höge
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Gänse

von Helmut Höge

“Gänseliesl” von Othmar Rudzicka. Der österreichische Künstler hat sie mehrmals gemalt. Auch für russische Maler war die Gänsemagd lange Zeit ein beliebtes Motiv, sogar noch in der Sowjetunion. Da hieß sie jedoch Geflügelzüchterin. Hier und heute verpflichtet man gerne junge Frauen während ihres “freiwilligen ökologischen Jahrs” zum Gänsehüten.

Es gibt wahrscheinlich hunderte von Bilder, auf denen Mädchen zu sehen sind, die Gänse hüten, jedoch so gut wie keine Interviews mit einer dieser sogenannten Gänseliesel – z.B. darüber, was sie über diese Tiere zu sagen haben. Dafür verbreiten die modernen Gänse-Zucht- und -Mastbetriebe ein zwar spezielles, aber dafür immer tiefer gehendes, d.h. genetisches Wissen über Gänse. Ich komme darauf zurück. Das meiste Wissen verdanken wir heute den Verhaltensforschern – beginnend mit Konrad Lorenz, der dabei wiederum auf Protokolle von Gänsebeobachterinnen zurückgriff. Diese hatten seltsamerweise alle Doppelnamen, waren also wahrscheinlich feministisch inspirierte Ehefrauen mit einer Anstellung in seinem wissenschaftlichen Institut. Manchmal… weiter lesen

01.04.2010 von Helmut Höge
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Mondschein/Bauern

von Helmut Höge

“Es ist ein großer Unterschied zwischen etwas noch glauben und es wieder glauben. Noch glauben, daß der Mond auf die Pflanze wirke, verrät Dummheit und Aberglaube, aber es wieder glauben, zeugt von Philosophie und Nachdenken.”
(Georg Christoph Lichtenberg)

Sobald die Sonne hinterm Berg verschwunden ist…


Mail vom31.März:
lieber helmut, hier ein link zu einer schönen idee…: http://www.der-newsletter-experte.de/newsletter/nl/emailmarketing-nach-dem-mondkalender.php grüsse von der digitalen bäuerin mona Diesen imposanten Schafstall baute der Nebenerwerbslandwirt Pit Mowing aus Niederstetten für seine Herde, nachdem sein Lieblingsbock auf der Grünen Woche 2009 den ersten Preis gewonnen hatte. Er ist nebenbeibemerkt der Meinung, das jedes Pastorat politisch ist, auch das nach Feierabend. Photos: Peter Grosse, der auf den beiden Dias natürlich, möchte man fast sagen, Poller sieht.
Bauer sein/Bauer bleiben

Zusammen mit einigen anderen Institutionen finanzierte die  Bundeskulturstiftung 2007 im Rahmen ihres Programms “Arbeit in Zukunft”… weiter lesen