02.11.2012 von Hildegard Willer
Zwei der faszinierendsten Orte der peruanischen Hauptstadt sind den Toten vorbehalten: die Friedhofstadt “Presbítero Maestro” in Barrios Altos sowie der Friedhof “Nueva Esperanza” (Neue Hoffnung) im Süden Limas.
Presbítero Maestro hiess der Architekt, der 1808 den Friedhof erbaute, in dem die peruanischen Noblen ihre letzte Ruhestätte finden sollten. Heute ist die Totenstadt etwas versteckt im übel beleumdeten Viertel Barrios Altos, nicht unweit der historischen Altstadt. Umgeben von baufälligen Lehmhäusern und abenteuerlichen Holzbauten und einer Strasse voller Hupen, Tuten und Ausrufern, wird es hinter der Friedhofsmauer auf einmal ruhig . Der Besucher findet sich ins Lima des 19. Jahrhunderts zurückversetzt. Villenartige Mausoleen im neoklassizistischen Stil beherbegen die Gebeine der einst mächtigen Familien Limas. In Mauergräbern ruhen die Überreste von Einwanderern jeglicher Provenienz, wie die deutschen, italienischen, slawischen, chinesischen und japanischen Namen verraten. Mitten in der Totenstadt steht das Pantheon, die Ruhmeshalle für die im Pazifikkrieg gegen Chile vor über 100 Jahren… weiter lesen
05.05.2012 von Gerhard Dilger
Das Video aus Buenos Aires – und eine Reaktion in London.
25.03.2012 von Knut Henkel
Am 23. März sind in Bolivien alle Freizeitkapitäne auf den Beinen. Dann ist der „Tag des Meeres“ und wie jedes Jahr hat Präsident Evo Morales auch diesmal versprochen, dass Bolivien in absehbarer Zeit seinen Zugang zum Meer erhalten werde.
„Die Chilenen wären verrückt, wenn sie uns auch nur einen Zipfel zurückgeben würden. Sie verdienen doch gut damit“, erklärt Richard Udler und lässt eine Blaskapelle der Marine an sich vorbeiziehen. Am 23. März ist Marschmusik angesagt rund um das Verteidigungsministerium, das heute mit zwei riesigen Transparenten dekoriert ist. Ein großes Frachtschiff ist auf dem einen zu sehen, auf dem anderen ein Kriegschiff. Der Tenor auf den beiden bunten Bannern ist der Gleiche. „Wir wollen unseren souveränen Zugang zum Meer wiederhaben“, lautet er und glaubt man Präsident Evo Morales, dann stehen die Chancen dafür gar nicht schlecht.

- Evo Morales grüßt die Militärkapellen zum Tag des Meeres
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13.03.2012 von Peter Strack
Am 13. Maerz, kurz nach Mitternacht ist die legendaere Bergarbeitersprecherin Domitila Chungara im Alter von 75 Jahren gestorben. “Fuer alles musst Du kaempfen” war der Titel des Buches ueber die terre des hommes Frauenkonferenz in Mauloff, auf der die Kinderhilfsorganisation wichtige Impulse bekam fuer die Projektarbeit mit Frauen und Maedchen. Und sich derer zentralen Rolle bei der Durchsetzung von Rechten klar wurde. Eine der prominentesten Teilnehmerinnen damals: Domitila Chungara. Das ganze Leben von Domitila Chungara war ein Kampf. Angefangen mit dem Ueberlebenskampf in den Bergwerken von Lllalagua/Siglo XX, wo sie Sprecherin der Hausfrauenkomitees war (hier eine Radio-Reportage “Fuer eine Handvoll Zinn” ueber die “Stadt der Revolutionaere” auf deutsch mit O-Toenen, in der Domitila erzaehlt) .
An der Seite von Luis Espinal und anderer Gewerkschafter gehoerte sie zu den mutigen Menschenrechtlern, die Ende 1978 mit ihrem unbefristeten Hungerstreik nicht unwesentlich zum Ende der Banzer-Diktatur, zur Rueckkehr der Exilierten und zur Ausschreibung von Neuwahlen… weiter lesen
22.02.2012 von Gerhard Dilger
Ein bedauerlicher Irrtum? Eine Ironie der Geschichte? Oder doch mehr als ein Zufall? Noch immer streiten sich manche Gelehrte, ob der amerikanische Kontinent seinen Namen zu Recht nach Amerigo Vespucci (1451-1512) trägt – jenem Kaufmann und Seefahrer, der heute vor 500 Jahren gestorben ist.
Fest steht: Wie sich die Europäer in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts die “Neue Welt” vorstellten, geht maßgeblich auf die in vielen Variationen erschienenen Reiseberichte Vespuccis zurück.
1507 veröffentlichte der Freiburger Kartograf Martin Waldseemüller seine Weltkarte, auf der sich zum ersten Mal die Bezeichnung “America” findet – dort, wo heute Brasilien liegt. Begleitet wurde die kunstvoll gestaltete Weltkarte von 2,28 mal 1,25 Metern Größe von einer Einführung in die neue Weltkunde des Entdeckungszeitalters und einer kleinen Globus-Segmentkarte. Die gedruckten Einzelteile ergaben – ausgeschnitten und auf eine Holzkugel geklebt – einen Globus.

Waldseemüller und sein Kollege Matthias Ringmann begründen in dieser… weiter lesen
16.12.2011 von Knut Henkel
Das er ein Mann der Superlative ist, wussten wir schon immer. Nun haben wir es aber auch schwarz auf weiß. Nun kommt der Comandante en Jefe ins Buch der Rekorde. Fidel Castro hält nämlich nicht nur den Rekord der längsten Rede aller Zeiten, sondern auch der meisten gescheiterten Attentate – 638 sollen es sein. Doch ein bißchen Recherche wäre schon schön.
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25.06.2011 von Hans-Ulrich Dillmann
31 Jahre terrorisierte Rafael Leonidas Trujillo Molina die Dominikanische Republik. 50.000 Menschen fielen dem Regime des Diktators zum Opfer, der im Mai 1961 einem Attentat erlag. Fünf Jahrzehnte später streitet man im Urlaubsparadies über den richtigen Umgang mit der blutigen Vergangenheit.
Ein Beitrag von Brigitte Kleine in Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Dillmann in ARD, Sonntag, den 26. Juni 2011 um 23 Uhr
http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,gxwec2cimgqvc9ob~cm.asp
22.02.2011 von Gerhard Dilger
Ich holte ihn in Genf vom Bahnhof ab, fuhr ihn jeden Tag vom Hotel zur Konferenz, begleitete ihn abends zu Empfängen, und am freien Sonntag spazierten wir durch Chamonix. Wie ein Außerirdischer kam er mir in der Schweiz vor, in seiner Windjacke und auf dem Kopf das Barett mit Kommandantenstern. Er wirkte schüchtern, ironisch, aber man spürte gleich seine Autorität…
… erinnert sich Jean Ziegler an Ernesto “Che” Guevara, der dem “helvetischen Kleinbürger” schließlich einen guten Rat gab.

Dass der streitbare Schweizer nicht nur zornig, sondern auch sehr humorvoll sein kann, zeigt er in diesem äußerst lesenswerten ZEIT-Interview.
Foto: dpa
25.11.2010 von Claudius Prößer
Am Mittwoch (24.11.) ist Sergio Valech in Santiago de Chile im Alter von 83 Jahren gestorben. Valech, katholischer Bischof im Ruhestand, hatte sich nach dem Putsch 1973 im Kampf für die Menschenrechte verdient gemacht. Von 1987 bis 1992 leitete er die Vicaría de la Solidaridad, eine Einrichtung der Kirche, die Opfern von Menschenrechtsverletzungen rechtlichen und menschlichen Beistand leistete (mehr hier). In dieser Funktion weigerte er sich standhaft, von der Vicaría gesammelte Daten der Militärjustiz zu überlassen. Die Regierung von Ricardo Lagos ernannte ihn später zum Vorsitzenden einer Kommission, die schwere Menschenrechtsverletzungen, insbesondere Fälle von Folter, in den Jahren der Diktatur untersuchte – nach ihm auch “Valech-Kommission” genannt. Im Jahr 2004 legte sie ihren Bericht vor: ein Dokument von kaum zu überschätzender Bedeutung für die Aufarbeitung der jüngsten chilenischen Vergangenheit (neben dem “Rettig-Bericht” von 1991, der die Todesopfer des Pinochet-Regimes auflistete).

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14.06.2010 von Claudius Prößer
Jetzt wird’s heftig: nach dem Abgang des Botschafters in Argentinien, Miguel Otero, zeigen sich in Chile immer mehr Verwerfungen zwischen den ewiggestrigen Apologeten der Diktatur und den Vertretern einer halbwegs modernisierten Rechten, die in Wertefragen liberal argumentiert und nicht so gern mit Pinochet in einem Atemzug genannt werden möchte. Unangenehm für Präsident Sebastián Piñera ist die Tatsache, dass sich im allerneuesten Gerangel zwei ihm sehr nahestehende Politiker beharken: sein Innenminister Rodrigo Hinzpeter und sein älterer Bruder José Piñera.


Letzterer, einst Arbeitsminister unter Pinochet, hatte jetzt der argentinischen Zeitung Perfil gegenüber gesagt, der wahre Verantwortliche für das Militärregime sei Salvador Allende: Der sozialistische Präsident habe sich, obwohl demokratisch gewählt, zum Tyrannen gewandelt und die Demokratie gefährdet. Übrigens habe das vor Allende schon mal einer gemacht: Adolf Hitler (Merke: Nazivergleiche sind kein Alleinstellungsmerkmal deutscher Debatten.)
Wem das gar nicht gefiel, war Innenminister Hinzpeter. Im Nachrichtensender Radio Cooperativa… weiter lesen