Archive for November, 2009

30.11.2009 von Christian Ihle
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LEt’s GO fucking mental – der erste Lego-Zombie-Thriller

von Christian Ihle

Zugegeben, es ist bei weitem nicht der erste Song, der mit Legofiguren bildlich umgesetzt wird, aber was hier zum Sound von “Let’s Go Fucking Mental” der amerikanischen (und wahlberliner) Indierock-Legende Brian Jonestown Massacre aufgefahren wird, beeindruckt doch enorm.

Ein wunderbarer fünfminütiger Kurzfilm, der mit Lego-Figuren die gute alte “Virus-bricht-aus-und-Zombies-machen-ordentlich-Mayhem”-Geschichte nachspielt – nie mussten mehr Legofiguren ins Plastikgras beißen!

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29.11.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (273): Bambi-Verleihung und Katarina Witt

von Christian Ihle

“Auch das Publikum im Saal schien von einer lähmenden Fassungslosigkeit ergriffen zu sein und reagierte auf das, was es sich da ansehen und anhören musste, indem es sich über weite Strecken totstellte. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass sich auch Regisseur und Aufnahmeleiter entweder erhängt oder ins Ausland abgesetzt hatten – vielleicht waren sie aber auch nur damit beschäftigt, hinter der Bühne Autoren und Verantwortliche zu würgen. Nun soll man ja mit Superlativen vorsichtig sein, und die Reihe misslungener Preisverleihungen ist lang, aber dieser Abend war in seiner Furchtbarkeit etwas besonderes. Anstelle von Moderatoren führten die DDR-Eiskunstläuferin Katarina Witt und der Sportkommentator Tom Bartels mit der Geschmeidigkeit sehr großer Eisberge durch den Abend. (…) Peter Maffay hatte gerade mit einer Schar traumatisiert wirkender “Kinder der Einheit”, die aussahen, als hätte man sie mit der Androhung lebenslangen Eis- und Computerentzuges zu diesem Auftritt genötigt, “Über sieben Brücken musst Du gehen” gesäuselt, als Witt versehentlich treffend kommentierte: “Immer wieder zum Weinen schön.” Dann fügte sie allerdings hinzu: “Die einfühlsame Interpretation unseres Karat-Songs”, und das klang auf eine Art schnippisch, dass man sich man sich fast wünschte, es gäbe noch ein Drüben, wohin man sie zurückschicken könnte.”
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28.11.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (272): Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften / Rammstein

von Christian Ihle

Im Rahmen eines Textes über ein Rammsteinkonzert schmäht die FAZ die Bundesprüfstelle für jugendgefähredende Schriften wegen ihres Verbots von zwei Songs der deutschen Marschkombo:

“Wer weiß, womöglich wird es in diesem Windschatten sogar möglich, zuzugeben, dass Till Lindemann als Texter zumindest mehr Sinn für die deutsche Sprache hat als das meiste, was jedes Jahr in Klagenfurt so auftritt. Nur die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat keinen Genuss gefunden und die aktuelle Platte indiziert. Aber nicht wegen Deutschtümelei, Josef-Fritzl-Moritaten, Mord und Vergewaltigung, sondern wegen zweier Lieder über einvernehmlichen Sex. Das muss man sich einmal vorstellen. Sitzt unsere Bundesprüfstelle irgendwo in Texas? Werden Grimms Märchen auch verboten? Und macht das Spaß, Zahnpasta in die Tube zurückzufummeln?”

Nicht schmähend (oder vielleicht doch, dann aber Rammsteinkritiker), aber sehr schön ist auch jene Stelle in Peter Richters Artikel über das Münchener Rammsteinkonzert:

“Das Phänomen Rammstein mag überall auf der Welt eines der ausverkauften Hallen sein, in Deutschland ist es zuallererst eines der Kritik und besteht aus zwei Teilen. Der erste ist eine erstaunliche Inversion des (von Boris Groys einmal so genannten) Pop-Geschmacks: Wo bei anderen die enorme Popularität zum ästhetischen Faktor wird, wird sie im Falle von Rammstein zum Beleg der Bedenklichkeit. Denn, zweites Subphänomen, was Rammstein speziell im deutschen Hörer weckt, ist eine überwältigende Fürsorgeanmaßung wider seinen Nächsten: Man selbst durchschaut das Ganze ja noch, aber schon mit Blick auf den unmittelbaren Stehplatznachbarn überwiegt die Sorge, der könnte nach dem Konzert in Polen einmarschieren.” … weiter lesen

27.11.2009 von Christian Ihle
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My Favourite Records mit Thomas Meinecke (F.S.K.)

von Christian Ihle

Dieses Wochenende ist Berlin fest in den Händen von Thomas Meinecke, dem F.S.K.-Mastermind.
Am Samstag abend wird eine neue Folge der tollen Plattenspieler-Reihe im Hebbel Am Ufer zu erleben sein und Sonntag abend findet in der Berliner Schaubühne eine Lesung von Meineckes neuem Buch “Jungfrau” inklusive Legung statt.

* Die drei besten Punksongs/-singles?

** THE CONTORTIONS: CONTORT YOURSELF
** TEENAGE JESUS AND THE JERKS: THE CLOSET
** PUBLIC IMAGE LTD: PUBLIC IMAGE

* Die schlechteste Platte, die Du dir dieses Jahr gekauft hast?

THE MATTHEW HERBERT BIG BAND

* …der beste Song in diesem Jahr dagegen ist?

CAETANO VELOSO: POR QUEM?

* Welche Band sollte sich sofort auflösen?

THE MATTHEW HERBERT BIG BAND

* Der beste Song von Pete Doherty?

BABYSHAMBLES: LA BELLE ET LA BETE

* Deine liebste Textstelle in einem Song?

“What do you think I’d see if I could walk away from me?”
(The Velvet Underground, Candy Says)

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* Das beste Buch über Musik? … weiter lesen

26.11.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (271): Campino

von Christian Ihle

“Zeigt sich da bei Ihnen neuerdings so etwas wie Altersweisheit? “Beim Flirten fühl ich mich oft wie ein Idiot”, sagten Sie jetzt in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Wenn sich dieses Gefühl demnächst noch beim Singen, Protestieren, Texten und Artikulieren allgemein einstellt, werden Sie merken, wie gut Selbsteinsicht tun kann.”
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25.11.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (270): Berliner Staatsoper

von Christian Ihle

“Die Berliner Staatsoper blamiert sich mit der Fledermaus. (…) Alle Kudamm-Bühnen, Gripstheater und Studentenbretter dieser Welt würden sich dafür in Grund und Boden schämen. Der eigentliche Skandal aber ist, dass die Verantwortlichen an der Staatsoper so etwas überhaupt passieren lassen. Offenbar fühlt sich hier niemanden mehr recht verantwortlich. (…)

Ihren Tiefpunkt erreicht die Aufführung übrigens gleich im ersten Akt, wenn der Tenor Alfred seiner früheren Flamme Rosaline zu “Glücklich ist,wer vergisst” eine Botox-Spritze an die Stirn setzt. Als hätte das Krisenjahr 2009 zum Vulkan, auf dem hier getanzt wird, tatsächlich nichts mehr zu sagen. Als glaubten wir allesamt an gar nichts, zuallerletzt an die Raffinesse und Klugheit der Musik. (…) Die neue, vom Unglücksregisseur Christian Pade und seinem Dramaturgen Oliver Binder angefertigte Dialogfassung ist so peinlich, dass man sogar im Programmheft lieber das Original abdruckt. (…)

Und wer immer für die übrige Besetzung verantwortlich ist, den hat das nicht die Bohne interessiert. (…) wahlloser, charakterfreier lässt sich eine “Fledermaus”-Besetzung kaum zusammenschustern. Was für eine Blamage. (…) … weiter lesen

24.11.2009 von Christian Ihle
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Album des Monats Oktober / Platz 1: Mumford & Sons – Sigh No More

von Christian Ihle

Ganz sicher haben Mumford & Sons weder den Folk-Rock neu erfunden, noch wandeln sie auf Neil Youngs Spuren – ganz sicher aber haben sie als Speerspitze der Londoner New-Folk-Szene ein beängstigend perfektes Album aufgenommen. Perfekt heißt hier: jede gezupfte Note, jeder Banjo-Ton sitzt genau dort, wo er sitzen soll. Alles zusammen halten Marcus Mumfords kräftige Stimme und die gelungene Produktion von Markus Dravs, der schon für Arcade Fire, Björk und Coldplay Arrangements zurechtgerückt hat. Dazu gesellt sich ein Major – Island Records – der den langen Atem und das Kapital besitzt, Mumford & Sons das gebührende Airplay zu verschaffen.

mumford … weiter lesen

23.11.2009 von Christian Ihle
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Im Plattenregal im Oktober (2): Morton Valence, Mary Onettes

von Christian Ihle

Morton Valence – Bob and Veronica ride again

MV
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22.11.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (269): Patrick Wolf über Jay-Z

von Christian Ihle

“That sounds all very conventional. I can’t believe that people call him the Bob Dylan of hiphop. He’s the Take That of the genre.”

(Patrick Wolf in der intro mal wieder im Bitch-Modus über Jay-Z )
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21.11.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (268): Malcolm Middleton über die Editors

von Christian Ihle

“Is this Interpol? An Interpol tribute band then? No? Really? Bands like this make music to avoid having to get jobs in the real world. And people are willing to invest money into this. The world is wrong.”

(Der schottische Songwriter Malcolm Middleton im Intro Magazin über die Editors)
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