30.09.2010 von Christian Ihle
Das ist doch mal eine schöne Nachricht: des Popblogs liebste neue Band 2009 und des Popblogs liebste neue Band 2010 werden in einem Kurzfilm vom wunderbarsten Fotografen des jungen Amerikas, Ryan McGinley, festgehalten. Während des Pitchfork Festivals in diesem Sommer filmte McGinley die blutjungen Smith Westerns und die frisch kurzhaarigen Girls:

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In einem weiteren Feature für das Onlinemagazin Nowness führt McGinley auch ein Interview mit … weiter lesen
29.09.2010 von Christian Ihle
Der dritte und vorletzte Teil unserer die besten Filme der letzten Dekade – Liste. (Teil 1: Plätze 50 – 35 und Teil 2: Plätze 34 – 21, Teil 4: Plätze 10 – 1)
20. Der Knochenmann (Regie: Wolfgang Murnberger, Österreich 2009)

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Jetzt ist schon wieder was passiert. Und immer wenn es passiert, ist zufälligerweise der Brenner in der Nähe, um als muffiger, lebensmüder und bis an die Schmerzgrenze zynischer Privatdetektiv den Mörder zu finden. Wie ist die Kinowelt eigentlich bis zum Jahr 2000 ohne das österreichische Dreiergespann Wolf Haas (von ihm stammen die Buchvorlagen), Wolfgang Murnberger (Regisseur) und Josef Hader (spielt den Brenner) ausgekommen? Mit seinem dritten Brenner-Film hat das Trio dem Ganzen die Krone des schwarzen Humors aufgesetzt. „Der Knochenmann“, gespielt von Josef Bierbichler, bringt um, was ihm nicht in den Kram passt und lässt die Leichen praktischerweise von seinem Häcksler für Schlachtabfälle zerkleinern. Antiheld Brenner versucht aus Langeweile, den Fall zu lösen – er hat eh nichts Besseres zu tun. Er betrinkt sich ordentlich, verliert einen Finger und sein Herz und enttarnt am Ende des Maskenballs einen Zwitter. Derbste Szene des Films: Das mitternächtliche Gulasch, das der Brenner vor den wohlwollenden Augen des Wirts verspeist. Es enthält kein Tierfleisch. Österreich, bitte gib uns mehr von davon! (SW)
19. Kill Bill Vol. 1 (Regie: Quentin Tarantino, USA 2003) … weiter lesen
28.09.2010 von Christian Ihle
Der NME über den desaströse Guns’n'Roses Auftritt als Headliner beim Reading Festival:
“Axl looks like a hamster trying to be a mobile disco DJ, in silver blazer, black Stetson, and stretched-to-bursting face. He may be corn row-free, but he still looks like a dick. (…)
When Dizzy Reed does a 10-minute piano solo there’s gasps of horror, and hundreds actively start fleeing to LCD Soundsystem or Marina & The Diamonds (die parallel spielten, Anm.) on the other stages. But those people missed out; the sound of embarrassed silence when Reed finishes is priceless.
Those remaining are either grimly fascinated by the sheer awfulness … weiter lesen
27.09.2010 von Christian Ihle
Gerade erst entdeckt, ein fantastisches Interview im SPIEGEL mit Peter Hein über Punk, die Glorifizierung und das Jetzt:

SPIEGEL ONLINE: Sie haben mal gesagt, nichts habe den Punk so gekillt wie die “Humorlosigkeit seiner Protagonisten – außerhalb Düsseldorfs natürlich”. War Punk in der Karnevalshochburg Düsseldorf heiterer als anderswo?
Peter Hein (Sänger von Mittagspause, Fehlfarben und Family5): Auf jeden Fall. Natürlich gab es auch in Berlin oder Hamburg ein paar Leute, die eine uneingestandene Sehnsucht nach dem rheinischen Karneval hatten, die sie zu Hause nicht ausleben durften. Und auch in Düsseldorf haben sich irgendwann die Humorfreien breitgemacht; die Schäferhund-Fraktion, die alles schneller, lauter und stacheliger haben musste. Da wurde es dann so stumpf wie überall. (…)
Wir haben ja nicht mitgemacht. Wir haben gemacht. Für uns war Punk, nicht Punk zu sein. Die Lederjacken-Kluft war für uns nach einem halben Jahr vorbei, danach haben wir Anzüge, Jacketts und andere Sachen getragen. Wenn sich etwas durchsetzte, wollten wir gleich was anderes machen. (…) Natürlich haben wir die Klappe aufgerissen: “Ist alles scheiße, muss alles Punkrock werden!” Aber wenn wirklich alles Punkrock geworden wäre, wäre das furchtbar gewesen. Das wollte niemand wirklich, man tut immer nur so.
SPIEGEL ONLINE: Seit dem Erfolg von Jürgen Teipels Punk-Geschichtsbuch “Verschwende deine Jugend” hat auch Düsseldorf erkannt, dass DAF, Fehlfarben oder Kraftwerk zum kulturellen Erbe gehören.
Hein: Ich finde das durchaus gerechtfertigt, wenn man Sachen bewahrt, die mal gemacht worden sind. Uns war damals nicht bewusst, dass es was Historisches sein könnte. Die kopierten Flyer und Fanzines landeten im Papierkorb. Dass die dann doch jemand aufgehoben hat, tja – das sind eben die Briefmarkensammler dieser Welt. … weiter lesen
25.09.2010 von Christian Ihle
“Let’s not talk about the message! It makes me cringe, this kind of New Age sort of thing! I’m allergic against New Age, like I’m allergic against group sessions of yoga.”
(Der deutsche Regisseur Werner Herzog ist in einem Interview eingeschränkt begeistert über James Camerons Hippie-Message in “Avatar”) … weiter lesen
24.09.2010 von Christian Ihle

Bereits 15 Jahre ist die Band aus Münster nun bereits unterwegs und veröffentlicht dieser Tage ihr achtes Album “Krokus”
Die drei besten Punksongs/-singles?

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Jerry Lee Lewis – Whole Lotta Shaking Going On
Stranglers – Golden Brown
Public Image Ltd – Rise

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Der beste Song von Pete Doherty? … weiter lesen
23.09.2010 von Christian Ihle
Schwer zu sagen, ob sich Groove Armadas Blogeintrag über ihre Kings-Of-Leon-Erlebnisse backstage bei einem Festivalauftritt für eine Schmähkritik wirklich eignen, aber man kann doch zwischen den Zeilen herauslesen, dass sie für die Zukunft ausschließen, freundlich zu den Kings zu grooven:
“Over in the artist area there was already a queue for the washrooms.
Then I noticed the empty shower block just the other side of some temporary fencing.
A couple of us found a gap in the barrier. Out of nowhere came a very large man. “Reserved for the Kings of Leon” he said, “and so is this half of the artist toilets”. It’s hard to believe that someone actually phoned their agent and said “listen I know that Paul Weller, Kasabian, Florence, Stereophonics, Groove Armada + co are all sharing the artist village and facilities, but we require that you put a fence down the middle of the toilets and showers and put a large man there to keep them just for us.” But somebody did. (…)
Backstage again, we were outside the catering tent, about to cross … weiter lesen
22.09.2010 von Christian Ihle

1. Der Film in einem Satz:
“2010 – A Mind Odysee” für die Generation Fucked Up.
2. Darum geht‘s:
Oscar lebt in Tokio und versucht sich die Erinnerungen an den tödlichen Unfall seiner Eltern mit Drogen wegzuschießen. Um sein Leben zu finanzieren und vor allem seine jüngere Schwester ebenfalls nach Japan holen zu können, wird er Gelegenheitsdrogendealer. Verraten von einem Freund, selbst voll auf Drogen, gerät er in einen Hinterhalt und wird erschoßen.

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Halt, sagt der liebe Leser, und wundert sich über den Spoiler? Keine Angst, obiger Absatz erzählt nur die ersten 20 Minuten, die restlichen Zweieinhalbstunden führt uns Gaspar Noé in eine Welt außerhalb der unsrigen. Ob halluzinierter Drogentrip im Todesmoment oder tatsächlich Seele auf Abschiedstour – man weiß es nicht und im Grunde ist es auch nicht relevant.
Auch mit seinem dritten Spielfilm sprengt Noé wieder die Konventionen des klassischen Kinos. War “Seul Contre Tous” (“Menschenfeind”, 1998) nur inhaltlich unerträglich, aber noch konventionell erzählt, hatte sein “Irreversible” (2002) schon mit Chronologie jongliert und ist nun “Enter The Void” außerhalb allem, was man … weiter lesen
21.09.2010 von Christian Ihle
Uwe Ebbinghaus in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den Roman “Strohfeuer” von Sascha Lobo:
“Man muss das letzte Jahrzehnt komplett verschlafen haben, um an diesem Roman Gefallen zu finden. (…) Denn die Hoffnung auf gute Literatur erstirbt schon nach den ersten Seiten, auf denen so schwindelerregende Sätze fallen wie: „Sie schien in jedem Augenblick zu wissen, was wann wie und von wem zu tun sei.“ Schnell erweist sich der Autor als erschreckend unbelesen. (…) In den schlechtesten Passagen setzt das Buch auf eine Klassenclown-Prosa, in der jede mögliche Pointe immer gleich reingerufen wird. Wenn es irgendwo von der Decke tropft, ist das gleich „Indoor-Regen“, was ja mal ganz lustig ist, aber ständig fallen, auch auf der distanzierten Erzähler-Ebene, viel zu große Bluffer-Begriffe wie „emotionale Apokalypse“ oder „olfaktorische Todesverachtung“, die mit Sentenzen wie „Aus dem Browserverlauf, aus dem Sinn“ oder „Thorsten lehnte das Konzept Entschuldigung ab“ angereichert werden. In… weiter lesen
20.09.2010 von Christian Ihle
Als Heist-Movies gelten Filme, in deren Mittelpunkt der meisterhaft ausgeklügelte Raubzug steht. Die aktuelle Ausgabe des OPAK Magazins beleuchtet die wichtigsten Heist-Movies der Filmgeschichte, ich selbst arbeitete mich an den beiden Extrempunkten ab: von Stanley Kubricks “The Killing” (1956) zu Bruce Willis Kinderfantasie “Hudson Hawk” (1991)…

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Zentrales Element aller Heist-Movies ist der minutiös geplante, straff ausgeführte Raub, der keine Abzweigungen oder unnötiges Beiwerk zulässt, will er sein Gelingen nicht gefährden. In diesem Sinn ist Stanley Kubricks The Killing wohl das Meisterwerk des Genres, entspricht die Struktur des Films doch selbst der Struktur des perfekten Raubzugs. Kennt man nur ausufernde Kubrick-Werke wie “2001” oder “Barry Lyndon” mag es schwer fallen zu glauben, dass die größte Stärke des jungen Kubrick gerade die Prägnanz und Verdichtung auf das absolut Notwendigste war.
Jede Einzelheit, ob in der Charakterzeichnung oder in der Darstellung, ist einem Zweck unterworfen. Wie der im Mittelpunkt stehende Raub bei einer Pferderennbahn ausgefeilt geplant ist und minutiös abläuft, so ist es auch der eigentliche Film. Sterling Hayden als Bandenboss Johnny Clay kommt dabei die Rolle des Auteur/Regisseurs zu: er schreibt das Drehbuch, nach dem der Raub ablaufen soll, er besetzt seine Mannschaft, der er verschiedene Rollen zuweist, und leitet als Strippenzieher das gesamte Projekt bis zu seinem scheinbar glücklichen Ende – ja, selbst der dicke Produzent, der außer Geld nichts für das Gelingen des Projekts beiträgt, findet in der Rolle des Marvin Unger seine Entsprechung!
Die Klarheit, das Exemplarische in der Anordnung von The Killing ist auch dafür verantwortlich dass von Reservoir Dogs bis Panic Room (die Schlussszene) Jahrzehnte später sich immer wieder Filme an Kubricks … weiter lesen