31.01.2012 von Christian Ihle

Zu seinen besten Zeiten (“Monaco Franze”!) war Helmut Dietl sicher einer der scharfsinnigsten und amüsantesten Beobachter des Landes. Nun kommt sein neuer, gemeinsam mit Benjamin von Stuckrad-Barre geschriebener Spielfilm “Zettl” in die Kinos, der grob da weiter macht, wo einst “Kir Royal” stehen geblieben war.
Dass im alten Dietl immer noch hintersinniger Witz steckt, zeigt er jedenfalls in einem Interview mit dem SPIEGEL, in dem er sehr geschickt – a propos of nothing – einen subtilen Seitenhieb über seine Entdeckung Veronica Ferres versteckt:
Helmut Dietl: “Ich kenne Bettina Wulff. Sie ist sehr nett, ich habe sie auf Partys getroffen.”
SPIEGEL: Darf man eigentlich fragen, ob unsere First Lady sexy ist?
Dietl: “Weiß ich nicht. Ich persönlich finde sie sexy. Aber ich kann mich täuschen, ich habe ja auch Veronica Ferres schon mal sexy gefunden.”
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30.01.2012 von Christian Ihle
A$AP Rocky

Angesichts der Tatsache, dass A$AP Rocky gerade einen 3-Millionen-Dollar-Plattenvertrag bei Sony unterschrieben hat, muss man den Rapper aus Harlem ja auf eine Jahresvorausschau-Liste setzen. A$AP steht übrigens für Always Strive And Prosper – und fast ist es schade, dass Rocky nicht unter seinem echten Namen Rakim Mayers auftritt, wurde er doch tatsächlich von seiner Mutter nach dem “Eric B & Rakim” – Rakim benannt…
Will man A$AP Rocky nun nicht als den Dreimillionendollarmann allein abqualifizieren, reicht ein Blick auf sein im letzten Jahr veröffentlichtes LIVELOVEA$AP – Mixtape, auf dem mit „Peso“ und „Trilla“ gleich zwei ordentliche Hits zu finden waren – und das letzten Endes bei Stereogum auf Platz 9 in den Jahrescharts landete. Für uns Indiekids gab es übrigens auch gleich noch ein The Verve – Sample:


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28.01.2012 von Christian Ihle
Bevor die Mediengruppe Telekommander, die selbsternannten deutschen Beastie Boys, ihr letztes Konzert überhaupt am 3. Februar in Berlin spielen und ihre schöne Karriere kurzknackig beenden, hören wir uns noch mal das fantastische “Trend” an und den beiden Telekommandern zu, wenn sie uns von ihren Lieblingsplatten erzählen:
* Die drei besten Punksongs/-singles?

** Big Black – The Power of Independent Trucking
** Abwärts – Beim ersten mal tut’s immer weh
** PIL – Poptones
* Ein Song, der Dich immer zum Tanzen bringt?

States Of Mind – Elements of Tone (John Acquaviva Mix)
* Die interessanteste / beste „neue“ Band ist?

Death Grips
Dieser minimale, experimentelle Zugang zum Hip Hop und Rap!
Extrem energetische… weiter lesen
27.01.2012 von Christian Ihle
Vielleicht muss man Respekt vor Gottschalk haben, dass er tatsächlich in seinem für einen Berufsjugendlichen beinah biblischen Alter noch einmal etwas Neues versucht (und im Grunde etwas Neues, an dem er – zu späterer Stunde – schon einmal fürchterlich gescheitert ist). Seine tägliche Talkshow (?) auf einem traditionell undankbaren Quotenplatz zu bestreiten und aus dem heimeligen Wettendass-Nest in die rauhe Tageswirklichkeit zu wechseln, das ist fraglos mutig. Deshalb wollen wir auch gar nicht den Quotenmesser heranziehen, um Gottschalk abzuurteilen, aber was beispielsweise die gestrige Sendung geboten hat, war dermaßen unter aller Kanone, dass ein Offener Kanal sich schämen würde, eine so unausgegorene Show auf den Bildschirm zu lassen.

Kardinalfehler der Sendung ist die Idee, sie aus zwei zentralen Elementen zu bestücken, die eben genau nicht Gottschalks Sache sind. Zunächst kommt eine Art Stand-Up-Comedy, die in all… weiter lesen
26.01.2012 von Christian Ihle

“The first song I fell in love with was “Wind Of Change” by Scorpions. I remember sitting in the ballroom on holiday as a teenager, waiting for a girl to invite me to dance, but it never happened. It was during what in France you call the “american quarter”, when you had 15 minutes where they just play slow songs.” (Gaspard)
“It’s probably the most efficient music – what they call the “power slow”. If you think about the best song by Metallica, it’s probably “Nothing Else Matters”. Extreme? “More Than Words”. Guns’n'Roses? “Don’t Cry”. Scorpions? “Wind Of Change”.” (Xavier)
…so die beiden französischen Electro-Idole Xavier de Rosnay und Gaspard Augé von Justice in einem NME-Interview.
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25.01.2012 von Christian Ihle

“As for Mr. Sandler, I have always been interested in what he would do next, and I suppose I still am, especially if what he does next is retire.”
… so einer der renommiertesten Filmkritiker Amerikas, A.O. Scott von der New York Times, nach Ansicht von Sandlers neuem Film “Jack & Jill”, der nun offiziell zu den schlechtesten Filmen der Neuzeit gezählt werden darf, hat er doch in seiner Startwoche auf dem Meta-Filmkritiken-Portal Rotten Tomatoes eine Durchschnittsnote aus allen Besprechungen von 3 Punkten erzielt. Von 100 möglichen.
Ein Best Of aus einigen anderen Kritiken:
“Directed by another longtime cohort, Dennis Dugan (“Grown Ups’’) with all the skill of a blind parking lot attendant, the latest in a string of shapeless, overproduced Sandler messes is even worse than the appalling “Just Go With It” (which humiliated another Oscar winner, Nicole Kidman) earlier this year.”
(Lou Lumenick, New York Post)
“The pic’s general stupidity, careless direction and reliance on a single-joke premise that was never really funny to begin with are only the most obvious of its problems.”
(Andrew Barker, Variety)
“More than 24 hours has passed since I watched the new Adam Sandler movie “Jack and Jill” and I am still dead inside. It made me feel as if comedy itself were a dirty thing.”
(Mary Pols im TIME Magazine)
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24.01.2012 von Christian Ihle
“Das schlechteste Konzert des Jahres: Mark Knopfler in der Mehrzweckhalle. Unausstehlich in seiner Mischung aus biederer Gelacktheit und angeberischer Virtuosität. Hier war alles falsch, was an Popmusik überhaupt nur falsch sein kann.”
(…)
“…weichlichen Herumgedaddel auf sehr teuren Gitarren mit viel zu viel Hall und viel zu wenig musikalischen Ideen; eine Musik, die auch dadurch nicht besser wird, dass Knopfler sie in seinem jüngeren Solo-Schaffen – so auch im Konzert – mit irischen und schottischen Folk-Elementen, mit Scheunenbodenfiedel und Dudelsack garniert.
Besonders die neueren Stücke an diesem Abend klangen mit ihrem Geigengeschluchze und der wie über ferne grüne Hügel her hallenden Flöte, als habe Knopfler sie direkt für die Deostick- oder Flaschenbierwerbung designt: friesisch herb! Unentwegt zitieren seine Songs historische Stile, vom amerikanischen Blues bis zum britischen Folk – aber sie haben keine Geschichte; es gibt kein Risiko, keinen Wagemut, keine Leidenschaft, kein Begehren. Seit den Achtzigerjahren pflegt Knopfler den immer noch gleichen Yuppie-Blues-Klang für den musikalisch desinteressierten HiFi-Fetischisten, eine Musik, mit der man auch einen FDP-Parteitag vertonen könnte.”
(Jens Balzer in der Berliner ZeitungTeil 1 und Teil 2)
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23.01.2012 von Christian Ihle

Nach Los Campesinos! und den Walkabouts haben wir nun die schottischen Indierocker We Were Promised Jetpacks genötigt, sich fünf deutsche Songs anzuhören und um ihre Meinung gebeten:
1. Tocotronic – Let There Be Rock (1999):

Oh they’ve used the final countdown riff. they clearly want everyone to talk about that or they wouldn’t have bothered, so let’s do that: that’s a weird thing to do. But it doesn’t make the song interesting at all, it just makes me want to pretend i’m Gob Bluth or watch old Bryan Danielson matches:

2. Ja, Panik – Nevermind (2011):

Slow start but that’s a nice reverb sound on the guitar so it’ll do for now. Unfortunately I’ve no idea what… weiter lesen
22.01.2012 von Christian Ihle

„Denn die Quoten sind im Keller
es ist längst nicht mehr schön
und “Der Stern” gibt uns:
’Hitler – menschlich gesehen’“
…sang Bernd Begemann schon vor etlichen Jahren und es hat sich immer noch nichts daran geändert, dass Hitler auf Spiegel- und Stern-Titelbildern seinen Stammplatz hat, dass Guido Knopp auch noch die xte Nazi-Doku im ZDF unterbringt. Ja, „Hitler’s in the charts again“, um es mit The Exploited zu sagen. Daniel Erk, Autor des Hitlerblogs der TAZ, hat nun sein erstes Buch veröffentlicht und analysiert die mediale Faszination und „warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist“ (so der Buchuntertitel, natürlich eine Anspielung auf Jan Delays Song www.hitler.de). Dabei gelingt es ihm einerseits, Kuriositäten und Fundstücke rund um Hitler zu präsentieren, diese aber immer mit klarer Meinung zu kommentieren, um gerade die Verharmlosung der Geschichte, die dabei unweigerlich geschieht, in den Mittelpunkt… weiter lesen
21.01.2012 von Christian Ihle

Mit den Tribes hat England wieder eine Indie-Rock-Band wie in den Mitt-90ern, als die großen Refrains noch nicht verpönt waren. Dass die Jungs aus Camden kommen, ist da nur logisch.
Wir sind guter Dinge, dass man noch einiges von Tribes hören wird, dürften sie doch das Potential haben, als eine der wenigen britischen Rockbands tatsächlich zur Masse durchzubrechen.
* Your three favourite Punk singles/songs?
‘Pretty Vacant’ by Sex Pistols
‘I Wanna Be Sedated’ by The Ramones
‘English Civil War’ by The Clash
* A record that will make you dance?

‘Pump It Up’ by Elvis Costello.
* Your favourite song lyrics?
‘Freeze, don’t move, you’ve been chosen as an extra in… weiter lesen