14.03.2013 von Christian Ihle
Velvet Two Stripes

Wenn unsere Breitengrade jemals eine würdige Nachfolgeband für The Kills produziert haben, dann sind das die drei jungen Schweizerinnen Velvet Two Stripes, deren rauher Garagenrock wie bei den Kills durch die unterkühlte sexyness des weiblichen Gesangs ebenso aufgewertet wird wie durch den unbedingten Drang zum tatsächlich tanzbaren Rhythmus in all dem Krach.
Soundcloud-Link
Zucker!

Während die Velvet Two Stripes also aus der Schweiz stammen, aber den Kills nacheifern, stehen Zucker! – Christin Elmar Schalko und Pola Lia Schulten aus Hamburg – klar in der Tradition der vielleicht bedeutendsten schweizerischen Band überhaupt, den Postpunk-Avantgardisten von Kleenex (bzw. später Liliput). Wie Kleenex klingen Zucker! kämpferisch und zugleich abstrakt, melodiös und doch verstörend. Die ersten Songs wurden von Tobias Levin produziert… weiter lesen
31.01.2013 von Christian Ihle
Factory Floor

Man glaubt’s ja fast nicht mehr, aber 2013 soll nun tatsächlich das Debütalbum von Factory Floor erscheinen. Die britische Elektroband hatten wir bereits in den beiden vergangenen Jahren auf unseren New-Bands-Mixtapes, wagten kaum noch auf ein Album zu hoffen. Doch 2013 wird nun brutal zurückgekloppert: wir sind sehr gespannt wie sich der minimalistische, düstere Sound von Singles wie REAL LOVE auf Albumlänge übertragen lässt – selten war ein Bandname jedenfalls passender gewählt.

Organs Of Love

Aus einer ähnlichen Schule stammen “Organs Of Love”, nur sind die Landsleute von Factory Floor nicht ganz so kompromisslos in ihrem Sound und weben sogar ein wenig Lo-Fi-Wärme der großen Young Marble Giants in ihren Industriebodenelektro. Kompromisslos ist dafür das Video, vor das wir zartere Gemüter warnen wollen.… weiter lesen
24.01.2013 von Christian Ihle
Einer meiner persönlichen Favoriten für 2013 findet sich in der Singer/Songwriter-Kategorie: der große Gabriel Bruce. Kommerziell womöglich erfolgreichere Kandidaten sind Kollegen wie Tom Odell, aber generell spannt sich das Feld weit, vom DIY-Funk-Songwriting eines Child Of Lov, zum Piano-Coffee-Table-Pop von Odell hin zu einem Wahnsinnigen wie Gabriel Bruce:
Gabriel Bruce

Das erste Mal bin ich mit Gabriel Bruce unwissentlich in Kontakt gekommen: dank der wunderbaren Single von Emmy The Great namens, eben, “Gabriel”. Wie Emmy mir dann später in einem Interview erzählte, hat sie diesen Song über Gabriel Bruce geschrieben und mir vor eineinhalb Jahren auf den Weg gegeben, ich solle auf den achten, “der wird mal was”.

Und wie recht sie hatte! Seine erste Single “Sleep Paralysis” kam limitiert mit… weiter lesen
17.01.2013 von Christian Ihle
Ein Ausblick auf mögliche Popstars 2013 – wobei wir Pop hier möglichst weit fassen möchten, eher im ursprünglichen Wortsinn von populär und natürlich auch nach Chartsrelevanz auswählten. So zählen wir im folgenden Vertreter von Indie-Electro-Pop und Bartflaumi-Stadionrock ebenso auf wie Urban Pop – Artists, die sich dem Pop sowohl von der downbeat-Seite aus nähern als auch zum Bizarrophänomen 2012, “K-Pop”, nicht nein sagen:
AlunaGeorge

England hat sich in jüngerer Vergangenheit als Förderer delikater Langsamkeit hervorgetan und dabei jedes Jahr Überraschungserfolge produziert, denen wir ehrlich gesagt zum Jahresbeginn den Durchbruch nicht zugetraut hatten, angefangen mit The XX, weitergemacht mit Alt-J. Deshalb springen wir über unseren Schatten und droppen AlunaGeorge, auch wenn sich uns der Zauber bisher nur so halb erschließt. Das ist leicht neben der Spur laufender Urban Pop, der – natürlich – auch mal Dubstep gehört hat, aber dabei immer popgefällig bleibt. Mal sehen, ob… weiter lesen
16.01.2013 von Christian Ihle
Hip-Hop is alive & kicking, mehr als je zuvor. Abseits des Mainstream-Bling-Blings sind im letzten Jahr eine ganze Reihe hervorragender Acts mit zumeist kostenlos veröffentlichten Mixtapes auf den Plan getreten. Was zudem auffällt ist die Bandbreite in Attitude und Sound, die der amerikanische Hip-Hop im Untergrund derzeit auffächert. Vom harten Minimalismus von Angel Haze und Zebra Katz zu Samplewahnsinn bei Joey Bada$$, von Le1fs offen schwulem Hip-Hop zu Rap mit Punkattitude der Gruppe Ratking um Frontmann Wiki reicht die Palette.
Wenn man nun noch in Betracht zieht, dass die große Hoffnung des vergangenen Jahres … weiter lesen
14.01.2013 von Christian Ihle
Auch wenn wir in der letzten Woche leise die Hoffnung geäußert hatten, dass die britische Gitarrenszene 2013 dank Savages, Peace und Splashh vor einer Renaissance steht, müssen wir doch konstatieren: was dagegen die Geschwister auf der anderen Seite des großen Teichs für 2013 auffahren, das klingt noch überzeugender. Potentielle Lieblingsbands galore im Folgenden:
Merchandise

Man sollte ja eigentlich nicht glauben, dass wir 2013 gespannt auf das Album einer Band warten, die wie eine Mischung aus The Jesus & Mary Chain und den Smiths klingt, aber Merchandise aus Florida verfallen weder der in den letzten Jahren (zu) oft nachgespielten Bubblegum-Surfrock-Idee von JAMC noch sind sie einfache Morrissey-Kopisten mit Jingle-Jangle-Sounds, sondern schaffen beinah bedrohlich klingende Sounds, zehnminütige Stücke, die so hermetisch abgeriegelt sind, dass sie doch bei aller Verortung im Jahr 1986 komplett eigen klingen. Das erste Mini-Album aus… weiter lesen
10.01.2013 von Christian Ihle
Man merkt es den Briten regelrecht an, wie sie unruhig werden und mit den Füßen scharren: so lange schon keine Kracher-Gitarrenband mehr am Start gehabt! 2013 soll die Welt aber wieder auf die Insel schauen und eine handvoll Bands wird dafür verantwortlich sein:
Savages

Auch wenn die große Post-Punk-Phase der “noughties” vorbei ist, einem so irre guten Hybriden aus frühen Siouxsie & The Banshees und The Cure kann man halt nicht widerstehen. Auf der Debütsingle von Savages waren mit “Husbands” und “Flying To Berlin” gleich zwei hervorragende Tracks enthalten. Ersterer zeigt die aggressive Seite der all female Band aus London, “Flying To Berlin” ist dagegen atmosphärischer, etwas zurückgenommener. Dass Sängerin Jehnny Beth (zweite von links) 2013 die Cover der Magazine zieren wird, das sollte keine Frage sein. Mit Sicherheit die charismatischste Frontfrau, die das Königreich seit… weiter lesen
13.03.2012 von Christian Ihle
Die Heiterkeit

Die Heiterkeit aus Hamburg sind die vielleicht beste neue Band des Landes: drei Damen, die wunderbar lakonische Songs singen, die manchmal an The Smiths mit Nico am Mikrofon und Mo Tucker an den Drums erinnern. In unseren Jahres-Top-10 konnten Die Heiterkeit mit “Die Liebe eines Volkes hat mich zur Königin gemacht” zurecht einen Platz ergattern, aber auch alle anderen drei Songs ihrer Debüt-Single sind formidabel. Das Debütalbum wird auf dem Label unserer österreichischen Freunde der Gruppe Ja, Panik erscheinen – und wer sich an Hans Unsterns “Kratz dich raus”, die erste Veröffentlichung auf dem Ja, Panik – Label “Nein, Gelassenheit” erinnert, weiß, dass man auf die Trüffelschweintalente der wahlberliner Burschen vertrauen darf.

Sleeping Policemen

Im Proberaum neben Die… weiter lesen
30.01.2012 von Christian Ihle
A$AP Rocky

Angesichts der Tatsache, dass A$AP Rocky gerade einen 3-Millionen-Dollar-Plattenvertrag bei Sony unterschrieben hat, muss man den Rapper aus Harlem ja auf eine Jahresvorausschau-Liste setzen. A$AP steht übrigens für Always Strive And Prosper – und fast ist es schade, dass Rocky nicht unter seinem echten Namen Rakim Mayers auftritt, wurde er doch tatsächlich von seiner Mutter nach dem “Eric B & Rakim” – Rakim benannt…
Will man A$AP Rocky nun nicht als den Dreimillionendollarmann allein abqualifizieren, reicht ein Blick auf sein im letzten Jahr veröffentlichtes LIVELOVEA$AP – Mixtape, auf dem mit „Peso“ und „Trilla“ gleich zwei ordentliche Hits zu finden waren – und das letzten Endes bei Stereogum auf Platz 9 in den Jahrescharts landete. Für uns Indiekids gab es übrigens auch gleich noch ein The Verve – Sample:


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18.01.2012 von Christian Ihle
Milk Music

Die mit weitem Abstand beste, interessanteste Band der heutigen Vorstellungsrunde – und vielleicht sogar das beste next big thing überhaupt: Milk Music aus Olympia, USA. Ihre Debüt-EP “Beyond Living” ist pure Wucht, die sich am Besten des US-Undergrounds der 80er, frühen 90er orientiert – bevor die Grungewalze alles platt gemacht hat. Also Mudhoney statt Pearl Jam, Hüsker Dü statt Soundgarden. “We’re like the ultimate outsiders: too straight for hippies, too far-out for punk” sagt Sänger Alex Coxen nicht zu unrecht. Kein MySpace, kein Facebook, aber dafür sechs Hits auf Vinyl gepresst. That’s the spirit!

NO

“Stay With Me” von NO hat Hit mit dickem Edding aufgeschrieben. Dreaming auf Feeling zu reimen mag nicht unbedingt eine Nominierung für den Literaturnobelpreis rechtfertigen und so… weiter lesen