vongnu 02.04.2019

GNU – Literarische Grotesken

Damals wie Heute das zynische Lächeln über die menschliche Irrfahrt. | © Fabian Fox Fotografie

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»Schnick-Schnack«, blärrte die Wolke und der Schnee fing an zu weinen.
Grüne Wiese.
Mädchen und Junge tauschen Speichel aus.
Hand schwitzt auf Hand.
Rücken an Rücken. Köpfe gen Sonne.
Junge zu Mädchen: »Siehst du die Sonnenstrahlen, wenn sich die Wolken darunter verschieben, bilden diese den Abschluss, eingerahmt von den äußersten Sonnenstrahlen. Du musst nur die Augen zusammenkneifen, dann siehst du es – das Sonnentor. Die sonnige Zukunft.«
Mädchen zu Junge: »Wenn ich die Wolken betrachte, sehe ich wallende Berge,  fallende Drachen und mähende Schafe. Das Traumtor. Die Ausflucht aus der Gegenwart, solange wie wir warten, damit wir durch das Sonnentor schreiten können.«
Beide blinzeln. Ein Zittern fährt durch Arme, endet in Fingerspitzen.
Alles was bleibt, sind die Wolken.
Woher kommen sie, wer schenkt sie uns?
Es ist die Wolkenindustrie!
Zwei graue Türme husten und pressen unablässig, weißen Schaum in unsere Atmossphäre.
Das Hässliche ist unser Trost.
Junge zu Mädchen: »Wie lange man die Luft anhalten kann, im Schwimmbad waren es früher ganze 60 Sekunden. Ich atme 1 mal pro Minute, dann können die Lungen vielleicht noch länger atmen.«
Mädchen zu Junge: »Dann haben wir noch etwas von unserer Zukunft, wenn das Sonnentor günstig steht.«
Speichel wird ausgetauscht.

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