vonChristian Ihle 05.06.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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1. Pierrot le fou / Elf Uhr Nachts (Regie: Jean-Luc Godard)

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„Pierrot Le Fou“ (aka „11 Uhr nachts“) ist nach „Bande à part“ wohl mein liebster Film von Jean-Luc Godard.
Nicht mit der wilden Naivität der Außenseiterbande, aber dafür mit dem Beweis, dass Kunstkino (und verdammt noch mal, wieviele Einstellungen in „Pierrot Le Fou“ schreien Kunstkino und wurden in den Folgejahrzehnten kopiert!) auch flott und unterhaltsam, durchgeknallt und liebenswert, spannend und mitreissend sein kann.
Und was für ein Farbenrausch!
Und Anna Karina!
Oh, Anna Karina.

Wie sagt Jean-Paul Belmondos Ferdinand doch so treffend in einer Art Selbstbeschreibung des Films:
„Tender and cruel… real and surreal… shocking and mocking… nocturnal and diurnal…. usual and unusual… handsome as can be.“

2. Mirage / Die 27. Etage (Regie: Edwards Dmytryk)

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Neben dem etwas surrealeren „Der Mann, der zweimal lebte“ von Frankenheimer ist Edwards Dmytryks „Mirage“ (aka „Die 27. Etage“) einer meiner liebsten Paranoia-Filme der Mitt-60er. Dmytryk spielt hier in der Hitchcock-Liga: durchgehend spannend und mysteriös.

Das einzige, was – wie fast immer bei Filmen prä68 – stört, ist die Frauenfigur, die aus heutiger Sicht einfach nicht mehr schlüssig wirkt. Ansonsten ist es von bemerkenswerter Konsequenz, wie Dmytryk uns mit dem Protagonisten in diese völlige Unsicherheit wirft und dem Zuschauer eben gar keine Zusatzinfos liefert, sondern miträtseln lässt, warum alles gerade überhaupt passiert.

3. Ekel / Repulsion (Regie: Roman Polanski)

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Polanskis deep dive in die beängstigenden Dinge, die innerhalb des eigenen Kopfs vor sich gehen können. Ein Horrorfilm, der umso verstörender ist, weil es nicht die Außenwelt ist, die das Grauen bringt, sondern es sich dort in Rissen und Unebenheiten nur manifestiert: „Repulsion’s depiction of a young woman’s dissolution into madness is one of the most harrowing mental descents ever depicted onscreen“ (Marjorie Baumgarten). Wie später „Rosemary’s Baby“ einer der Urtexte des modernen Horror.

4. Mord im Fahrpreis inbegriffen (Regie: Costa Gavra)

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Costa Gavras Debütfilm von 1965 heißt: „Mord im Fahrpreis inbegriffen“. Der französische Öffentlichepersonennahverkehr war also schon in den 60ern mit All Inclusive Angeboten unterwegs, als die deutsche Bahn von Free WiFi noch nicht mal zu träumen wagte. Typisch! Danke Merkel!

Jedenfalls, im Schlafwagen fahren sechs Passagiere in Marseille los, doch in Paris kommen nur fünf davon lebend an. Was nach einer klassischen Hitchcock meets Agatha Christie – Ausgangslage riecht, wird bei Costa Gavras zu einem flott inszenierten, durchaus etwas Nouvelle Vague beeinflussten Unterhaltungsfilm, in dem so viel geredet wird, als wär Robert Altman der Dialogcoach gewesen.
Trotzdem ist „Mord im Fahrpreis inbegriffen“ angenehm frisch, erstaunlich schnell erzählt und beeindruckend besetzt (Yves Montand, Simone Signoret und ein fantastisch schwitziger Michel Piccoli). Wenn mir jemand das für mich äußerst random erscheinende Ende erklären könnte, wäre ich dennoch sehr verbunden.

5. James Bond 007 – Feuerball (Regie: Terence Young)

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Einer der großen James-Bond-Filme aus der klassischen Sean-Connery-Ära. Gemeinsam mit „Goldfinger“ (1964) begründet „Feuerball“ viele der mythischen Elemente, die die James-Bond-Reihe von den Agentenfilmen seiner Zeit so abhob. Die Megalomanie ist dem Bösewicht Emilio Largo genauso eingeschrieben wie der Produktion des Films und Sean Connery definiert die Rolle des ‚coolen Actionhelden‘ in „Feuerball“ für alle Zeit.

Ein Jahr 1965:
<* Die besten Songs 1965: Die Plätze 30-45
* Die besten Filme 1965: Die Plätze 7-12

Im Rahmen einer groß angelegten Retrospektive, die auf eine Idee meines Freundes Lassie zurückgeht und in einem der letzten Podcasts mit Horst Motor zur Umsetzung gebracht wurde, blicken wir gemeinsam auf ein Jahr zurück und nominieren die besten Songs, Alben und Filme. Wer die Rankings der beiden ebenfalls lesen will und zudem die schöner aufbereiteten Listings finden will, kann sich hier auf motorhorst.de direkt vergnügen.

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