vonChristian Ihle 14.05.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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15. La Bohême von Charles Aznavour

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Einer der ganz großen klassischen Chansons und Charles Aznavours ewiges Meisterwerk, „Du lässt dich gehen“ hin oder her (just joking)! Dieser wehmütige Rückblick auf die wilden Tage von Montmartre fängt auch heute noch den verruchten Zauber einer wilden Jugend als Bohemian brillant ein.

16. Don’t Let Me Be Misunderstood von The Animals

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Der ursprünglich für Nina Simone geschrieben Song wurde 1965 auch von den Animals um Eric Burdon aufgenommen: „It was never considered pop material, but it somehow got passed on to us and we fell in love with it immediately“, so Burdon.
Ein weiterer 1965er Hit der Animals: „We Gotta Get Out Of This Place“, dessen fantastischer Refrain mich lange hat ringen lassen, welcher Animals-Song nun die Ehren der Nominierung verdient.

17. California Dreamin‘ von The Mamas & The Papas

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Neben den Beach Boys sind The Mamas & The Papas eine der stilprägendsten Vertreter des California Sounds, aber im Gegensatz zu den vor allem in der Frühphase mehr Strand & Party thematisierenden Beach-Boys-Songs durchweht die Mamas & Papas Songs immer auch ein wehmütiges Sehnen. Besonders tritt das in „California Dreamin'“ hervor, das von einem kalten New Yorker Wintertag aus ein Heimweh nach Kalifornien besingt.

18. It Ain’t Me, Babe von Johnny Cash

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Es unterstreicht nur noch einmal, wie cool Johnny Cash schon weit vor seiner späten Wiederentdeckung durch Rick Rubin war: bereits 1965, als die Langhaarigen und Gammler noch Pariahs der Gesellschaft waren und das konservative Country-Establishment der Counter Culture nun wirklich nicht die Hand geben wollte, covert Johnny Cash mit „It Ain’t Me“ einen Bob Dylan – Song, der ein Jahr zuvor auf „Another Side Of Bob Dylan“ erschienen war. Cash, der den Song mit seiner Frau June Carter aufnahm, entwickelt aus dem leicht nöligen „du, ich bin nicht der richtige für dich“-Song von Dylan einen treibenden Countrykracher.

Der Man in Black fand Dylan so gut, dass er auf seinem „Orange Blossom Special“-Album mit „Don’t Think Twice, It’s All Right“ gleich noch ein zweites Cover hinterherschob. Die Zuneigung beruhte auf Gegenseitigkeit, wie man an Dylans Meldung zu Johnny Cashs Tod merken kann: „Johnny Cash war und ist der Nordstern; du konntest dein Schiff nach ihm steuern – der Grösste der Grossen damals und heute“.

Cash ’65 – Ebenfalls hörenswert: „Besser So, Jenny-Jo“ und „Wer kennt denWeg“, zwei von Cash auf deutsch eingesungene Lieder (letzteres natürlichein Eigencover von „I Walk The Line“)

19. Marmor, Stein Und Eisen Bricht von Drafi Deutscher And His Magics

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„Im Oktober 1965 erschien der19-jährige Drafi Deutscher im MusikverlagMeisel undträllerte „dam-dam, dam-dam“. Der Schlagerkomponist Christian Bruhn, der mitdem Verlag zusammenarbeitete, fragte nach der Fortsetzung, worauf Deutscherantwortete: „Det machst du.“Unter dem vorläufigen Arbeitstitel „Marmorstein und Eisen bricht“ schrieb der Autor Günter Loose einen Text, Bruhn sorgte für die Melodie“ erzählt Wikipedia schön die Entstehungsgeschichte dieses Klassikers, der sich allein in Deutschland 800.000mal verkaufte und – inklusive seiner ebenfalls erfolgreichenenglischsprachigen Version namens „Marble Breaks and Iron Bends“ – insgesamt sogar die Millionengrenze an Verkäufen übersprang sowie, Sachen gibt’s!, in den USA bis auf #80 chartete.
Für mich der seltene Fall, in dem der deutscheSchlager und der englische Beat eine glückliche Hochzeit schlossen.

20. Concrete And Clay von Unit Four Plus Two

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Der einzige richtig große Hit der britischen Band Unit 2+4 war 1965 aber auch wirklich groß: ein Nummer-1-Song in Großbritannien, Top30 in den USA und überall sonst auf der Welt: Coverversionen dieses „unsterbliche Liebe“-Liedes.
Da wollte natürlich auch der deutsche Schlager nicht hinten an stehen und veröffentlichte via Horst Wiegand „Ein Fremder kam vorbei“. Gut 20 Jahre später coverte dann die Berliner Synth-Pop-Band Hongkong Syndicate „Concrete & Clay“ in englischer Sprache, erstaunlich werkgetreu und Un-80ies übrigens.
Noch ein Jahrzehnt später: Dexys Midnight Runner Kevin Rowlands zieht ein kurzes weißes Kleid an und singt „Concrete & Clay“ auf dem legendären/berüchtigten „My Beauty“. „Concrete & Clay“ damit durchgespielt!

21. I’m In The Mood For Ska von Lord Tanamo

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„I’m In The Mood For Ska“ ist Lord Tanamos Ska-Version eines Frances Langford Songs von 1935 und klingt wie die schönsten jamaikanischen Ska-Songs dieser Ära so wunderbar staubig-rumpelig, dass auch diese Version beinah mehr an ’35 als ’65 erinnert. Aus mir nicht bekannten Gründen erlebte „I’m In The Mood For Ska“ 1990 eine kleine Renaissance und kletterte bis auf #58 in den UK-Charts.

22. It’s The Same Old Song von Four Tops

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Dieser Top-5-Hit ist als zweite Single des zweiten Albums der Motown-Band Four Tops erschienen und für mich der bessere ihrer beiden 1965er Hits, ist Vorgänger (und Nummer-1-Hit) „I Can’t Help Myself (Sugar Pie Honey Bunch)“ dann doch die eine Ecke zu süßlich geraten. Der Legende nach ist „Same Old Song“ tatsächlich innerhalb von 24 Stunden geschrieben, aufgenommen und auf Schallplatte veröffentlicht worden. Nimm das, Streaming-Jugend!

23. Laugh At Me von Sonny Bono Sonny’s Group

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„I never thought I’d cut a record by myself but I got somethin‘ I wanna say. I want to say it for Cher and I hope I say it for a lot of people“ beginnt „Laugh At Me“ und tatsächlich sollte „Laugh At Me“ Sonny Bonos einziger Solo-Hit bleiben. Hintergrund des Liedes ist übrigens, dass Sonny Bono wegen hippiesker Erscheinung der Eintritt in ein Restaurant in Los Angeles verweigert wurde.
In seiner Intonation wirkt „Laugh At Me“ klar von Dylan beeinflusst.

24. A Public Execution von Mouse

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A propos 'von Dylan beeinflusst': "A Public Execution", der Hit der Garage-Rock-Band Mouse and the Traps ist so nah an Dylan, dass man sich fast wundert ob es sich um ein Quasi-Cover oder eine Parodie von "Like A Rolling Stone" handeln soll. So oder so: näher an Dylan war wohl kaum jemand wieder.

25. Halbstark von Die Yankees

https://www.youtube.com/watch?v=ewWYGbc3eM8

Deutsche Beat-Bands hatten durchaus immer etwas schlageresques an sich, so auch die Bremer The Yankees mit ihrem Hit „Halbstark“, der seinen Platz zwischen den Biker-Songs der Shangri-Las, Doo-Wop-Harmonien und Beat-Rhythmen einnimmt.

Rührend sind die Wikipedia-Notizen zum Erfolg der Band: „Immerhin gewann die Band im Mai 1962 einen Wettbewerb im Jugendfreizeitheim Walle (Bremen). Es wird überliefert, dass die Gitarren-Anlage bis zu diesem Zeitpunkt aus halb-akustischen Gitarren bestand, die über große Röhrenradios verstärkt wurden. Anfang 1963 lernten die Yankees den Elektriker Wolfram Schloenzig kennen. Dieser baute ihnen eine – für damalige Zeiten überdimensionale – Verstärkeranlage mit 100 Watt Leistung, die kaum eine Band in Deutschland vorweisen konnte. Premiere hiermit war am 23. Februar 1963 bei einer Faschingsfeier im Bremer Berufsschulzentrum“.

26. The Sound Of Silence von Simon & Garfunkel

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Nachdem 1964 das erste Album von Simon & Garfunkel gefloppt war, trennte sich die Band. Paul Simon zog zurück nach England, Art Garfunkel ging wieder an die Universität.
Erst nachdem eine Radiostation in Boston anfing, den Song zu spielen, entschied sich der Produzent Tom Wilson, „Sound Of Silence“ neu abzumischen und in dieser abgeänderten Version als Single zu veröffentlichen – ohne dass Simon & Garfunkel davon wussten oder die neu abgemischte Variante kannten. Zum Jahreswechsel 1966 kletterte „Sounds Of Silence“ bis auf Platz 1 in den USA, 1967 dominierte das Lied den Soundtrack zu „The Graduate“ („Die Reifeprüfung“) und der Rest ist, wie man so schön sagt: Geschichte und viel trubbeliges Wasser unter einer Brücke.

27. California Girls von The Beach Boys

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Brian Wilson soll „California Girls“ während seines ersten Acid-Trips geschrieben haben. Obwohl der Song nicht allzu psychedelisch klingt, wirkt er schon wie ein Brückenschlag zwischen den frühen Strand/Surf-Songs und den späteren, opulenten Kompositionen wie „Good Vibrations“. Brian Wilson selbst nannte später „California Girls“ eine Hymne an die Jugend und seinen liebsten Beach-Boys-Song.

28. I Ain’t Marching Anymore von Phil Ochs

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Einer der großen Protestsänger und Erbe des Vermächtnisses von Woody Guthrie bis Pete Seeger. In einem Antikriegslied wie „I Ain’t Marching Anymore“ kann man wiederum deutlich hören, wie Billy Braggs Protestsongs der 80er von Phil Ochs beeinflusst waren, um die Ahnengalerie des kämpferischen Protestsongs vollständig aufzuhängen.

Während des „Trial Of The Chicago 7“ wurde Phil Ochs übrigens auch als Zeuge vor Gericht gerufen, da er während der Ausschreitungen aufgetreten war. Es wurde ihm vor Gericht verboten, „I Ain’t Marching Anymore“ zu singen, woraufhin Ochs die Lyrics rezitierte.

29. I’m So In Love With You von The Techniques

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Die jamaikanische Rocksteady-Gruppe The Techniques, die vor allem durch ihre Harmonien und mehrstimmigen Gesang beeindruckten und noch älter als 1965 klingen. Habe ich einst vor Jahren auf einem der tollen Trojan-Sampler entdeckt.

30. Take A Heart von The Sorrows

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„Take A Heart“, ein düster-grooviger Song in der Art von Thems „Baby Please Don’t Go“, ist der einzige Chart-„Hit“ (#21 in UK) der britischen Freakbeat-Band The Sorrows aus der Mod-Szene.

Ein Jahr 1965:
Die besten Songs:
* Die Plätze 30-45
* Die Plätze 15-29
* Die Plätze 1-14

Die besten Alben:
Die Plätze 1-3

Die besten Filme:
* Die besten Film #6-12
* Die besten Film #1-5

Im Rahmen einer groß angelegten Retrospektive, die auf eine Idee meines Freundes Lassie zurückgeht und in einem der letzten Podcasts mit Horst Motor zur Umsetzung gebracht wurde, blicken wir gemeinsam auf ein Jahr zurück und nominieren die besten Songs, Alben und Filme. Wer die Rankings der beiden ebenfalls lesen will und zudem die schöner aufbereiteten Listings finden will, kann sich hier auf motorhorst.de direkt vergnügen.

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