vonChristian Ihle 02.09.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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11. The Good, The Bad & The Ugly (Regie: Sergio Leone)

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Deutlich besser als „Für eine Handvoll Dollar“, aber für meinen Geschmack mit gut 3 Stunden dann doch überlang.
Die Bilder sind fantastisch, der Showdown tatsächlich faszinierend (und viele Male schlechter kopiert), aber die Groteskheit des Civil-War-Settings, die Unzugänglichkeit aller drei Protagonisten und die doch etwas zu häufigen Deus-Ex-Machina-Momente und Zufälle (meine Güte, das Land, das Leone zeigt, ist ja nun wirklich fucking weit, aber dennoch laufen sich alle ständig gegenseitig über die Füße!) machen mich dann doch zu einem der Wenigen, der hier nicht höchsten Lobpreis singt.

12. Tokyo Drifter (Regie: Seijun Suzuki)

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„Tokyo Drifter“ ist ein Yakuza-Film, den Seijun Suzuki in subversivem Protest gegen sein Studio zur existentialistischen Farbenexplosion ummodellierte und der deshalb vor allem über seine Schauwerte funktioniert. Zuweilen wirkt „Tokyo Drifter“ als wäre Melvilles „Le Samourai“ (erst ein Jahr später gedreht!) in einen Farbeimer gefallen. Inhaltilch muss man mit den verqueren Ehrenkodices der Yakuza klar kommen, um überhaupt den Fortgang der Handlung oder die Motivation der Charaktere zu verstehen, weswegen mich abgesehen vom fantastischen Look „Tokyo Drifter“ emotional auch nie erreichen konnte.

13. Alfie (Regie: Lewis Gilbert)

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„Alfie“ ist drei Jahre vor „The Italian Job“ und fünf vor „Get Carter“ der Film, der Michael Caine auf die Karte der FIlmgeschichte setzte. Alfie – und damit Caine – ist ein Charmeur und Schlawiner, ein Casanova und Rumtreiber. Nicht alles an „Alfie“ ist gut gealtert, sicherlich ist das Frauenbild gleich in mehrfacher Hinsicht heute nicht mehr nachvollziehbar, aber der Charme von Caine und das London der 60er bleibt.

14. Fahrenheit 451 (Regie: Francois Truffaut

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Francois Truffauts Adaption von Ray Bradburys dystopischem Roman war Truffauts erster Farbfilm und hat in seinen Farbmalereien auch seine größten Stärken.

15. Ein Mann zu jeder Jahreszeit (Regie: Fred Zinneman)

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Der Oscargewinner von 1967 und fünfterfolgreichster Film des Jahres 1966 ist ein aus heutiger Sicht etwas staubiges Kostümdrama um Henry VIII. versus Thomas More vor dem Hintergrund der Scheidung von Henry mit Catherine von Aragon und neuerlicher Heirat mit Anne Boleyn, was zum Zerwürfnis der britischen Krone mit der katholischen Kirche führte.

„Ein Mann zu jeder Jahreszeit“ ist durchaus unterhaltsam, leidet aber daran, dass seine Hauptfigur Thomas More ein solcher Saubermann ist, dass Meister Propper dagegen wie eine Drecksau wirkt. Paul Scofield spielt seinen Thomas More mit leidender Ernsthaftigkeit, was aber 1967 für einen Oscar als bester Schauspieler reichte – die viel interessantere Figur ist dagegen der von Robert Shaw gespielte Henry VIII. (immerhin: Oscarnominierung), dessen Gefühlsschwankungen man nie recht einordnen kann und der so vielschichtiger wirkt als Scofields More.

16. Sword Of Doom (Regie: Kihachi Okamoto)

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„Ebenso bitteres wie blutiges Samurai-Drama, das längst zum Klassiker des Genres geadelt wurde. Furiose Schwertkämpfe, eine überwältigende Kameraführung und die Ahnung vom Verlust eines Lebens in Ehre verdichten sich zum packenden Porträt eines Mannes und einer Zeit, die glaubt, ihrer Zukunft verlustig geworden zu sein.“
– Lexikon des internationalen Films

17. Ride in the Whirlwind (Regie: Monte Hellman)

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Ein Counter-Culture-Film im Kleid eines Westerns: Jack Nicholson, der auch das Drehbuch geschrieben hat, als von den Autoritäten unschuldig verfolgter Cowboy, der sich des Ganovens Harry Dean Stanton erwehren muss.

18. Jahrgang 45 (Regie: Jürgen Böttcher)

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Vom italienischen Neorealismus beeinflusster DDR-Film, der letztendlich dort nie erscheinen durfte, da er der Staatsführung die beneidenswerten Seiten eines Lebens in der DDR-Diktuatur zu wenig goldglänzend hervorhob.

Aus heutiger Sicht lässt einen dieser Bann schon wundern, wirkt „Jahrgang 45“ auf den ersten Blick wirklich nicht wie ein BIlderstürmer, sondern erzählt seine Geschichte einer Scheidung und eventuellen Wiederversöhnung eines jungen Paares im Prenzlauer Berg mit schlichten, unaufgeregten Szenen. Anscheinend waren aber die echt wirken Sequenzen in den grauen Straßen und den noch nicht fertig gebauten Hochhäusern schon genug, um den Osten in ein schlechtes Licht zu stellen.

Das ist auch deshalb schade, weil gerade diese Szenen die größte Stärke des Films sind: immer wenn „Jahrgang 45“ in die Jugendkultur der Mitt60er abtaucht und vorsichtig ein BIld von Driftern und Halbstarken zeichnet, lebt er auf. Wohingegen die zentrale Entliebegeschichte wenig Eindruck hinterlässt und bestenfalls auf der Subtext-Ebene des Driftens auch in Herzensdingen von Belang scheint.

19. Wie klaut man eine Million? (Regie: William Wyler)

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Etwas zu sehr auf der augenzwinkernden Seite gelagerte Heist-Komödie mit einem tollen Peter O’Toole, aber einer zu überzogen spielenden Audrey Hepburn. Leidlich unterhaltsam, aber kein großer Wurf wie beispielsweise „Charade“.

Retrospektive 1966:
1966: Die besten Alben des Jahres #15 – #6
1966: Die besten Filme des Jahres #19 – #11
1966: Die besten Filme des Jahres #10 – #1
Retrospektive 1965: Songs, Alben, Filme

Im Rahmen einer groß angelegten Retrospektive, die auf eine Idee meines Freundes Lassie zurückgeht und in einem der letzten Podcasts mit Horst Motor zur Umsetzung gebracht wurde, blicken wir gemeinsam auf ein Jahr zurück und nominieren die besten Songs, Alben und Filme. Wer die Rankings der beiden ebenfalls lesen will und zudem die schöner aufbereiteten Listings finden will, kann sich hier auf motorhorst.de direkt vergnügen.

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