vonChristian Ihle 11.10.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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11. Thirteen Women von The Renegades

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Diese britische Garage-Rock-Band fand ihr Zuhause in Finnland und wurde dort dank eines Quasi-Covers von „Brand New Cadillac“ (1964) sowie dieses Monstergaragenhits „Thirteen Women“ von 1966 zum Star. Kein Wunder also, dass in Filmen von Aki Kaurismäki immer wieder die Renegades zu hören sind, ist doch diese Rocknroll-Pastiche von der dunklen Seite des Glücks wie gemacht zur Untermalung von Kaurismäkis lakonischen Loser-Hymnen auf den Humanismus.

12. It’s All Over Now Baby Blue von Them

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Die Mitte der 60er bleiben Dylans Jahre. Wie schon 1965 sind nicht nur seine eigenen Aufnahmen in meiner Bestenliste vertreten, sondern auch Coverversionen und Soundalikes. „It’s All Over Now Baby Blue“ ist in dieser Them-Version möglicherweise sogar dem Dylan’schen Original überlegen, erhöht doch deren rauher R&B-Sound die Dringlichkeit von Dylans Lyrics, die mit zu seinen besten gehören und ist Van Morrissons Soul-Stimme dem Song dienlicher als Dylans Raspelknödelei.

Zwei Fun Facts zu Thems Version: kennengelernt habe ich das Lied mit 13 Jahren auf „Kuschelrock Vol. 4“ zwischen Richard Marx und Reo Speedwagon und die Jahrzehnte später gekaufte 7inch-Single ist aufgrund des großen deutschen Biker-Films „Rocker“ 1973 wiederveröffentlicht worden – allerdings ist auf dem Plattencover auch noch der Filmtitel mit „Die Rocker“ falsch benannt.

13. What Becomes Of The Brokenhearted von Jimmy Ruffin

https://www.youtube.com/watch?v=uJj5iVKYj5Q

Eine der größten Motown-Balladen aller Zeiten und ein Entlieb-Lied, wie kaum ein anderes: „All that’s left is an unhappy ending / Now, becomes of the broken-hearted / Who had love that’s now departed? / I know I’ve got to find / Some kind of peace of mind“.
Ursprünglich auf Jimmy Ruffin bin ich übrigens durch die Dexys Midnight Runners gestoßen, singt Kevin Rowland doch im bittersüß-nostalgischen „Reminisce Part Two“ (1985) über seine damalige Jugendliebe, wie er die Kinks verehrte und sie Jimmy Ruffin: „Well, she won“.

14. One Of Us Must Know (Sooner Or Later) von Bob Dylan

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Die Lead-Single von Dylans Doppelalbum „Blonde On Blonde“ und einer der besten Orgel-Einsätze in einem Dylan-Song überhaupt. Besonders liebe ich, wie sich Dylan hier immer weiter steigert und seine ja durchaus auch manchmal kritisierte nasal-nörgelnde Stimme sich beim Chorus um 4.08 in eine selbstgewisse, aber auch wehmütige Arroganz steigert.

B-Seite der Single war übrigens „Queen Jane Approximately“. Kann man machen, wenn man’s hat.

Weitere 1966-Top-Kandidaten von Dylan: „I Want You“ und „Stuck Inside Of Mobile With The Memphis Blues Again“

15. Bang, Bang von Nancy Sinatra

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Von mir jahrelang fälschlicherweise für das Original gehalten, ist dieser „Kill Bill“-Titelsong von Nancy Sinatra eigentlich von Sonny Bono für Cher geschrieben worden. Ich bevorzuge aber dennoch Nancys Aufnahme, die in ihrer Reduziertheit das gespenstische „Bang bang, I shot you down / Bang bang, you hit the ground / Bang bang, that awful sound“ besser einfängt – und natürlich untrennbar mit Quentin Tarantinos Einsatz in „Kill Bill“ verbunden ist.

16. No Matter What You Do von Love

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Lange Jahre hätte ich hier „My Little Red Book“ von Love als besten Song genannt und immer noch halte ich jenen Garage-Kracher für einen der größten der Ära (und Inspiration für etliche weniger gute Bands: hallo Jet und „Are you gonna be my girl“!), aber in der Zwischenzeit überragt für mich das wehmütigere „No Matter What You Do“ mit seinen leichten Byrds-Anklängen und dem komplex-schrägen Arrangement den Dancefloor-Hit.

17. For What It’s Worth (Stop, Hey What’s That Sound) von Buffalo Springfield

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Der von Stephen Stills geschriebene Song ist eine Gegenkultur-Hymne „There’s battle lines being drawn / Nobody’s right if everybody’s wrong / Young people speaking their minds / Getting so much resistance from behind“, der einen konkreten Anlass in Jugendprotesten auf dem Sunset Boulevard hatte.

18. 96 Tears von ? & The Mysterians

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Eine der kommerziell erfolgreichsten Garage-Rock-Singles aller Zeiten: #1 in den USA und gar fünfterfolgreichster Song des Jahres. Bei kaum einem Garage-Song steht die Orgel stärker im Mittelpunkt als bei „96 Tears“ und so war es wohl zwangsläufig, dass die große Orgel-Band des Punkrock, die Stranglers, den Song später coverten. Wie wichtig „96 Tears“ trotz seines großen Pop-Hooks für die Punkbewegung war, zeigt auch, dass sowohl X als auch The Cramps den Song in eigenen Liedern zitierten, erstere in „Johnny Hit and Run Paulene“ („96 tears through 24 hours“), letztere in „Human Fly“ („I-I’m a human fly / A-and I don’t know why / I got 96 tears and 96 eyes“). Der Legende nach soll Alan Vega vor einem Cover von „96 Tears“ mit seiner Band Suicide geschrieen haben: “Your national anthem, whether you know it or not!”

Fun Fact: „The Residents recorded a cover of the song for the album The Third Reich ’n Roll as a part of „Hitler was a Vegetarian““

19. Blues Theme von Davie Allan & The Arrows

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Ein Instrumental und Titelstück des Biker-Exploitation-Films „The Wild Angels“ mit Peter Fonda (aus dem das berühmte „Loaded“-Sample von Primal Scream stammt). Ich liebe es, „Blues Theme“ in der 8mm Bar aufzulegen und es ist wohl noch kein Abend vergangen, an dem ich diesen Song nicht gespielt habe. Kurioserweise passt übrigens perfekt als Folgesong „Love Spreads“ der Stone Roses.

20. Eleanor Rigby von The Beatles

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Grundsätzlich bin ich eher ein Lennon-Typ als ein McCartney-Fan, aber das von Paul geschriebene „Eleanor Rigby“ ist schon eines der erstaunlicheren Lieder der Liverpooler Band und in mehrerlei Hinsicht verblüffend: vom Streicherquartett-Arrangement bis zu einem Text, der die Einsamkeit von Senioren besingt, ist „Eleanor Rigby“ doch weit vom üblichen Pop-Song der Mitt60er entfernt. Vielleicht trauten die Beatles selbst dem Braten hier nicht, denn die andere Hälfte der Double-A-Side ist mit „Yellow Submarine“ der stumpfste Song, den die vier je aufgenommen haben. Jedenfalls, neben „For No One“ ist „Eleanor Rigby“ der beste Song auf „Revolver“.
Kurioserweise ist übrigens – mit Ausnahme der Vocals – keiner der Beatles an der musikalischen Aufnahme von „Eleanor Rigby“ selbst beteiligt.

Retrospektive 1966:
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Retrospektive 1965:
Retrospektive 1965: Songs, Alben, Filme

Im Rahmen einer groß angelegten Retrospektive, die auf eine Idee meines Freundes Lassie zurückgeht und in einem der letzten Podcasts mit Horst Motor zur Umsetzung gebracht wurde, blicken wir gemeinsam auf ein Jahr zurück und nominieren die besten Songs, Alben und Filme. Wer die Rankings der beiden ebenfalls lesen will und zudem die schöner aufbereiteten Listings finden will, kann sich hier auf motorhorst.de direkt vergnügen.

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