vonChristian Ihle 16.09.2022

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Eric Pfeil ist Journalist, Schmähkritiklieferant, Musiker und Buchautor. In letzterer Funktion widmete sich Pfeil seiner großen Liebe, der italienischen Musik, und veröffentlichte gerade das empfehlenswerte Buch „Azzurro – Mit 100 Songs durch Italien“!
Das ist natürlich ein hervorragender Anlass, sich mit Eric Pfeil durch seine Lieblingsplatten aus Italien zu hören.

* Die drei besten italienischen Punksongs/-singles?

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Skiantos – „Gelati“

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CCCP – „Curami“

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Alberto Camerini – „Tanz Bambolina“ (eher New Wave als Punk)

* Ein italienischer Song, der Dich immer zum Tanzen bringt?

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Pino D’Angio: „Ma quale idea”. Absolut zeitloses Pionierstück in Sachen Italo Disco. Pino D’Angio verhohnepipelt hier italienische Aufreißer. Außerdem muss ich natürlich Adriano Celentanos „Prisencolinensinainciusol“ nennen, seine Pioniertat in Sachen „Impro-HipHop“ von 1973, und Lucio Battistis „Ancora tu“: Da wellt sich wirklich jede Tanzfläche.

* Die interessanteste / beste „neue“ italienische Band/Künstler ist?

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Madame.
Ach, ich liebe sie so sehr! Madame ist der Künstlername von Francesca Calearo. Sie begegnete mir erstmals im Rahmen des Sanremo Festivals 2021
mit ihrem Song „Voce“. Madame ist 21 und stammt aus dem Veneto. Sie ist eine queere, von HipHop und Trap kommende Künstlerin, die sich zunehmend
unter Bezug auf die Neomelodici-Sänger aus den neapolitanischen Vorstädten und Van Halen (!) der Tradition der donnernden, aufbauschenden Pop-Canzone zuwendet. Bei ihr blenden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinander wie bei keiner anderen italienischen Künstlerin. Als ich sie damals sah, dachte ich nur: „Die italienische Popmusik ist gerettet!“

* Deine liebste italienische Textstelle?

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Ich hab zwei: Einmal Paolo Contes „Un gelato al limon“, ein Liebeslied für seine Frau, in dem er singt:

E ti offro l’intelligenza degli elettricisti
Cosi almeno un po‘ di luce avrà
La nostra stanza negli alberghi tristi
Dove la notte calda ci scioglierà.

„Ich biete dir die Intelligenz der Elektriker
So wird es zumindest etwas Licht geben
In unserem Zimmer in den traurigen Hotels
Wo die warme Nacht uns schmelzen lässt.“

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Und Lucio Dalls „1983“, in dem der Protagonist verkatert aufwacht, in den beginnenden Tag hineinhorcht und ins Sinnieren gerät:

La stanza è piena di animali, sembrano zanzare
Grosse come i cani, ma almeno i cani non sanno volare

“Das Zimmer ist voll mit Tieren, scheinbar Mücken,
groß wie Hunde, aber wenigstens können Hunde nicht fliegen“.

* Der beste italienische Song über Revolte, Aufruhr und Revolution?

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Fabrizio de André: „La guerra di Piero“.

* Adriano Celentano, Lucio Battisti oder Paolo Conte – und warum?

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Celentano war es, der mich mit seinen irren Sachen aus den späten 60ern erst für die italienische Musik erweckt hat. Ich werde ihn immer lieben. Aber niemand schlägt Lucio Battisti. Der kann an einen Punkt der menschlichen Seele rühren, an den weltweit niemand sonst rankommt. Man müsste schon Paul McCartney und Daniel Johnston zu einer Person vereinen, um etwas Vergleichbares hinzubekommen. Manchmal muss es aber auch die Lakonie von Paolo Conte sein. Oder Antonello Venditti oder Mina oder Francesco de Gregori oder Gino Paoli oder Ornella Vanoni oder Franco Battiato
oderoderoder …

* Der beste italienische Film über Musik? Und warum?

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Ich bin großer Fan der sogenannten musicarelli aus den 60ern. Das waren Film- Vehikel, in denen den aktuellen Superstars im Kontext einer dünnen Handlung die Gelegenheit gegeben wurde, die aktuellen Saison-Hits zu schmettern. Der spätere Splatter-Regisseur Lucio Fulci hat einige davon gedreht. Celentano hat anfangs in derlei Filmen mitgespielt, Mina, Little Tony oder Caterina Caselli. Mich hat aber zuletzt Giuseppe Tornatores Doku über Ennio Morricone sehr berührt.

* Deine Meinung zu Maneskin?

Als sie 2021 beim Sanremo-Festival antraten, sah ich sie ganz hinten. Soviel zu meiner Expertise. Am Tag nach ihrem Sieg twitterte Vasco Rossi, der
Weltrekordhalter in Sachen „Konzert mit den höchsten Ticketverkäufen“: „Revolution in Sanremo!“. Mir klingt die Musik zu sehr nach Skunk Anansie
und dergleichen, aber ich bin auch schlichtweg kein Rock-Typ. Ich glaube, Italien brauchte einfach mal wieder eine glamouröse Rockband, und glamourös sind sie ja.

* Das beste italienische Platten-Artwork?

Lucio Battisti – „Il nostro caro angelo”.
Die italienischen Prog-Platten (ein Fall für sich) haben aber auch sensationelle Cover.

* Der beste italienische Song in diesem Jahr bisher ist …?

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Madame: „L’Eccezione“. Ich geh kaputt bei dem Stück.
Platz 2: Tommaso Paradiso: „Piove in discoteca”.

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* Die beste italienische Platte aller Zeiten?

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Lucio Battisti – „Il nostro caro angelo”.

Eric Pfeils Buch über Italopop – „Azzurro – Mit 100 Songs durch Italien“ – ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Lesereise:

18. September 2022 | RINKERODE | Montmartre
22. September 2022 | NEUSÄß BEI AUGSBURG | Bücher Max
27. September 2022 | BERLIN | Popsalon (Deutsches Theater Berlin)
29. September 2022 | BERLIN | Posh Teckel
17. Oktober 2022 | KARLSRUHE | Kohi

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