12.02.2012 von Hildegard Willer
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Wenn Conga kommt, geht Ollanta

von Hildegard Willer

Gut 10 000 Bergbaugegner sind am Freitag, den 10. Februar durch Lima marschiert, um im Parlament zwei Gesetzesentwürfe abzugeben: einer soll den Bergbau in Wasserquellgebieten untersagen; der andere Bergbau mittels Zyanid und Quecksilber (was bei der momentanen Technologie einer de-facto-Einstellung des Gold- und Silberbergbaus entsprechen würde). Das letzte Mal waren soviele Menschen Ende Mai 2011 auf den Strassen Limas, um gegen die Kandidatin Keiko Fujimori zu protestieren und für den Kandidaten Humala. Dieses Mal sind es  Bergbaugegner aus ganz Peru, die  ihre Forderungen auf die Strassen der Hauptstadt tragen.

Am Protestmarsch haben vor allem Bürgerinitiativen aus ganz Peru teilgenommen, die sich gegen Bergbauprojekte auf ihren Gebieten wehren. Konkreter Anlass für den Protestmarsch sind die Auseinandersetzungen um das geplante Goldabbauprojekt “Conga” in Cajamarca, im Norden Perus. In einem 10-tägigen Fussmarsch waren gut 500 Bauern aus Cajamarca nach Lima gekommen , um gegen das von der Regierung Humala unterstützte Projekt zu… weiter lesen

10.02.2012 von Gerhard Dilger
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Xingu

von Gerhard Dilger

Wer sich dieser Tage in Berlin näher mit Geschichte und Gegenwart des brasilianischen Amazonasgebiets beschäftigen möchte, hat gleich mehrere Möglichkeiten.

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Äußerst sehenswert ist Cao Hamburgers neuer Spielfilm “Xingu”, der ab morgen mehrfach im Berlinale-Panorama gezeigt wird.

Und am kommenden Donnerstag lädt der Frankfurter Dokumentarfilmer Martin Keßler zu Werkstattpräsentation seiner Produktion “Count–Down am Xingu II” über den Megastaudamm Belo Monte ins Kino Babylon, Berlin–Mitte. Hierzu hat uns Keßler, der gerade wieder vor Ort war,  folgende Ankündigung zugesandt:

Für die Indigenen des brasilianischen Amazonasgebietes ist der Xingu ein heiliger Fluss. Doch dieser Tage wird ihr Fluss geschändet. Der bislang völlig unberührte Riesenstrom wird umgeleitet und zu einer gewaltigen Talsperre aufgestaut – zum drittgrößten Wasserkraftwerk der Welt: „Belo Monte“. Damit das aufstrebende Schwellenland Brasilien und internationale Aluminiumkonzerne mit „billigem“ Strom aus Wasserkraft versorgt werden können. Dafür werden rund 600 qkm Urwald geflutet,

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10.02.2012 von Benjamin Kiersch
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Lateinamerika – auf dem Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung?

von Benjamin Kiersch

Ines Freier hat uns den folgenden Gastbeitrag geschickt:

Rio plus 20 wirft seine Schatten voraus: Das Institut für Nachhaltigkeitsstudien (IAAS) veranstaltete in Potsdam eine Vortragsreihe zu nachhaltiger Entwicklung in Lateinamerika. Eine gute Gelegenheit, eine Rückschau auf die Entwicklung des Themas in der Region zu halten…

Nach der ersten UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung 1992 beschäftigte ich mich mit Konzepten für nachhaltige Entwicklung in Lateinamerika. Die Rio-Konferenz 1992 betonte die Grenzen von Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit. In Chile brannten derweil die Wälder oder  besser,  was davon übrig war, wenn es nicht zu Holzschnitzeln für den Export verarbeitet wurde. Wirtschaftswachstum wurde um jeden Preis angestrebt.

Aber soziale Gerechtigkeit? Fehlanzeige. Die Gewinne aus dem Export blieben bei wenigen. Bildungs- und Gesundheitswesen waren während der Diktatur privatisiert worden – der Neoliberalismus hatte sein Experimentierfeld gefunden. Die soziale Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung wuchs. In den anderen lateinamerikanischen Staaten sah es in den… weiter lesen

10.02.2012 von Gerhard Dilger
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Alternative Nobelpreisträger gegen Atombürgschaft

von Gerhard Dilger

Monika Griefahn, Co-Vorsitzende der Right Livelihood Award Stiftung (“Alternativer Nobelpreis”), überreichte gestern in Berlin einen offenen Brief von Alternativen Nobelpreisträgern und Mitgliedern des World Future Council an die Bundesregierung. Die Preisträger wenden sich gegen die Übernahme einer staatlichen Hermesbürgschaft für den Bau des brasilianischen Risikomeilers Angra 3. Sie zeichnen gemeinsam mit Vorstands- und Jurymitgliedern der Right Livelihood Award Stiftung. Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, nahm den Brief entgegen.

Chico Whitaker mit einer Anti-Atom-Petition auf dem Weltsozialforum 2012

“Wir gratulieren der Bundesregierung zu ihrem Beschluss, aus der Atomkraft auszusteigen. Allerdings sollte sie dabei konsequent sein und auch nicht mehr den Bau von neuen AKWs im Ausland wie Angra 3 in Brasilien fördern,” erklärt Chico Whitaker Ferreira, Preisträger 2006 und Mitbegründer des Weltsozialforums, “sonst scheint das Leben eines Brasilianers weniger wert zu sein als… weiter lesen

09.02.2012 von Benjamin Kiersch
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Ciao, flaco!

von Benjamin Kiersch

Der grosse Luis Alberto Spinetta, Ikone des argentinischen Rocks, ist tot. Er starb gestern in Buenos Aires. ¡Rezo por vos, flaco!

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06.02.2012 von Peter Strack
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Wie im richtigen Leben

von Peter Strack

International war er die schauspielerische Entdeckung im Kinofilm “Und selbst der Regen”: Juan Carlos Aduviri spielte einen jungen Bolivianer, der sich bei der Bewerbung um die Rolle eines Indigena-Fuehrers in einem Historienfilm ueber die Eroberung Amerikas gleich durch sein energisches Auftreten Aufmerksamkeit verschafft. Im Film geht der Regisseur das Risiko ein, einen charakterstarken Schauspieler zu bekommen, der auch Probleme machen kann. Wenig spaeter ist „Daniel“ im Film als einer der Wortfuehrer in den ebenso historischen „Wasseraufstand von Cochabamba“ verwickelt und das Filmprojekt im Film gefaehrdet.

Mag zwar die fast am Schluss liegende Szene einer rasanten Rettungsfahrt durch die brennenden Barrikaden, die die Cochabambiner Bevoelkerung gegen die Erhoehung der Wasserpreise errichtet hatte, ein wenig unrealistisch wirken – Aduviri scheint nicht nur auf der Leinwand ein Rebell. Sagte er vor gut zwei Wochen aus gesundheitlichen Gruenden noch eine Reise nach Spanien zur Verleihung der Goya-Filmpreise… weiter lesen

04.02.2012 von Peter Strack
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Bolivien: Ein kurzer Moment der Freude

von Peter Strack

„Derzeit ist nur wenig Andrang”, machte mir der schon von wiederholtem Anstehen bekannte Mitarbeiter der Migrationsbehoerde im bolivianischen Cochabamba Hoffnung, als ich ihn letztens zufaellig im Kleinbus traf. Auf dem Weg in seine Behoerde. Und in der Schlange, die an diesem Morgen recht schnell voranrueckte, standen auch kaum mehr als 20 Interessenten, brasilianische Studenten, Priester, Nonnen … Aber als ich nach einer halben Stunde dran war, hiess es nur: Um 14 Uhr 30 wiederkommen!

    Die Wartenummern, mit denen man sich die Zeit ein wenig einteilen koennte, und von denen ein Hinweisschild anweist, sie sich zu besorgen, gaebe es nicht. Fast puenktlich stand ich nachmittags wieder vor dem Buero Nummer 3, das zum wiederholten Male die gleichen Angaben aufnehmen, in den Computer eingeben und ein Foto fuer den neuen Ausweis machen sollte. Die Zahl der Wartenden, die sich um vier Stuehle draengten und immer wieder von Polizisten gebeten wurden, doch… weiter lesen

31.01.2012 von Knut Henkel
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Einheit vor Reform

von Knut Henkel

Kubas Kommunisten haben sich am Wochenende zur Klausur getroffen. Die Debatte der gesellschaftlichen Probleme und die Reformen standen im Vordergrund. Weitermachen lautet das Credo bei den Reformen, aber bitte hüsch langsam. Für Homo- und Transsexuelle sowie die schwarze Minderheit könnte sich die Konferenz jedoch positiv bemerkbar machen.

Mariela Castro, Kubas prominenteste Kämpferin für Schwulen-, Lesben- und Transsexuellenrechte

 In Kuba ist die Partei das Organ, welches die Geschicke der Insel steuert – wichtiger als die Gesellschaft und der Staat. So steht es in der Verfassung des Landes. Folgerichtig war im Vorfeld der 1. Konferenz der Partido Comunista de Cuba (PCC) spekuliert worden, ob es auf der Konferenz einen neuen Reformschub geben könne. Doch alle Hoffnungen in diese Richtung hatte der 1. Sekretär der PCC und Staatschef Raúl Castro schon im Vorfeld der Konferenz eine Absage erteilt, bei der turnusmäßigen Sitzung des Parlaments Ende Dezember.… weiter lesen

25.01.2012 von Claudius Prößer
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El Famatina no se toca: Protest gegen den Mega-Bergbau in Argentinien

von Claudius Prößer

YouTube Preview ImageEin kleines Dorf in der argentinischen Nordwestprovinz La Rioja leistet Widerstand. Die knapp 5.000 Bewohner von Famatina wehren sich gegen die kanadische Bergbaufirma Osisko Mining Corporation. Die hat von La Riojas Provinzgouverneur Luis Beder Herrera die Erlaubnis erhalten, in dem gleichnamigen Berg Famatina nach Gold, Silber und Kupfer zu suchen. Seither droht den BewohnerInnen in Famatina und Andalgalá eine riesige Mine im Tagebau unter freiem Himmel unmittelbar vor ihrer Haustür. In diesen Tagen soll mit den Erkundungsbohrungen begonnen werden. Seit Anfang Januar blockieren die Dorfbewohner deshalb den einzigen Zufahrtsweg. Der Protest ist bereits auf andere Provinzen und auf die Hauptstadt übergesprungen.

Vor allem in Argentinien bekannten MusikerInnen und SchauspielerInnen haben das Musikvideo “Basta Ya! – Sofort aufhören!” ins Netz gestellt.

Zu sehen und zu hören sind Nacha Guevara, Natalia Oreiro, Axel, Julieta Díaz, Los Pericos, Coti, Corbata, Juanito, Soledad Villamil, Los Tipitos, Artesanales, Nicolás Pauls, La Sole, Lalo… weiter lesen

16.01.2012 von Gerhard Dilger
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Bundestag will Plünderung Zentralamerikas absegnen

von Gerhard Dilger

Presseerklärung

Der Bundestag wird sich übermorgen mit der Unterzeichnung und vorläufigen Anwendung des Abkommens zur Gründung einer Assoziation zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und Zentralamerika andererseits befassen. Es ist absehbar, dass sich mit Inkrafttreten dieses Assoziierungsabkommens die wirtschaftliche, soziale und menschenrechtliche Lage in den zentralamerikanischen Ländern für die Mehrheit der dortigen Bevölkerung dramatisch verschlechtern wird.

Es wäre deshalb wünschenswert, wenn der Bundestag dem weiteren Ratifizierungsprozess des EU-Zentralamerika-Abkommens nicht zustimmen würde. Voraussichtlich werden die Parlamentarier den Abschluss der Verträge jedoch mehrheitlich durchwinken – weitgehend ohne öffentliche Diskussion und ohne zu wissen, worum es eigentlich geht.

Die unterzeichnenden Organisationen arbeiten seit vielen Jahren mit Partnern und Selbsthilfeorganisationen aus dem sozialen, gewerkschaftlichen und kleinbäuerlichen Bereich in Zentralamerika zusammen und lehnen wie diese das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen EU-Zentralamerika ab.

Freihandel darf kein Dogma werden – Freiheit für wirtschaftliche Alternativen und Wirtschaftsformen

Gemeinsam… weiter lesen