Calexico – Carried to Dust
Archive for September, 2008
“Build ’em up, knock ‘em down” hieß es früher in der Welt 1.0 immer über die britische Musikpresse. Erst großes Bohei starten und, nachdem die Sau einmal durchs Musikdorf gerannt war, sich von der Band abkehren.

Dass das keine Eigenheit der Presse sein muss, zeigt die neue Musikwelt, die sich über Blogs mehr oder minder der Notwendigkeit von Musikzeitschriften entledigt hat, wenn es darum geht, das heißeste von Morgen zu entdecken. So macht eine Band in den ersten Blogs die Runde, wird von weiteren aufgeschnappt, bevor die ersten Gegenmeinungen veröffentlicht werden – und die Band den sogenannten Backlash erleidet bevor sie überhaupt ihre erste Platte veröffentlicht hat.
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“Keckes, Kitschiges, Großes, Kleines wird man auf dem neuen Album vergeblich suchen. Vom ersten bis zum letzten Takt herrscht eine niederschmetternde Belanglosigkeit, für die selbst das Wort “Banalität” zu dramatisch wäre. Man hört das einmal und hört es noch einmal und fühlt sich wie an einem Novembersonntag in Halle-Neustadt. … weiter lesen
Lykke Li – Youth Novels
Conor Oberst macht jetzt Solo und ein wenig kann man die Unkenrufe verstehen. Was soll denn da der große Unterscheid sein: Bright Eyes ist ja schließlich Conor Oberst par excellence. Anders ist “Conor Oberst” dann doch geworden, und das hat mehrere einleuchtende Gründe.
Jaja, eigentlich ehren wir keine EPs mit „Album des Monats“-Lorbeeren. Aber andererseits ist die Geschichte der Hamburger Band Lars Bang Larsen schon wieder zu gut: 2004 hatte man sich einen Platz als Vorgruppe des Popblogs liebster Coverband Boy Division erkämpft und nach dem Auftritt sofort einen handgeschriebenen Vertrag der Fidel-Bastro-Labelherren über den Tisch geschoben bekommen.
Ja, es mag vielleicht gewagt sein, ausgerechnet dieser Tage mit einer – zumindest für den deutschen Markt – revolutionären Idee aufzutreten, die das bandeigene Album finanzieren soll und sich des Aktienmarkt-Vokabulars bedient.
“Nun hat »Deutschlands strengster Lehrer« (Bild) nachgelegt und neun Vorschläge zur Rettung des Schulwesens unterbreitet. Von der Pflicht zu führen (Ullstein Verlag) heißt das Druckwerk, und wie der Titel annonciert, kommt das Wort »Führen« darin sehr oft vor, zuweilen in jeder Zeile einmal.
“(…) what I will say is that Johnny Rotten‘s face was never considered as the basis for any alien movie ideas. To me he was always the teenage Hunchback Of Notre Dame, and that’s a project that was green-lit in the form of punk 30-odd years ago.”
“Zu den beliebten billigen Genres gehört auch die Fernsehkritik — bei „Welt Online” zum Beispiel werden tagtäglich irgendwelche Sendungen vom Vortag nacherzählt, gelegentlich auf einem sprachlichen Niveau, das viele Schülerzeitungen beschämen würde. Jenseits von „Spiegel Online”, das immerhin bewiesen hat, dass es möglich ist, ein ordentliches Boulevardmagazin mit großem Erfolg im Internet zu etablieren, gibt es in Deutschland praktisch noch kein funktionierendes Geschäftsmodell für Qualitätsjournalismus im Internet.”
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