30.06.2009 von Christian Ihle
Was dreht sich eigentlich so auf den Plattentellern des Popblogs, losgelöst von allen Release-Notwendigkeiten? On My Stereo:
The Big Pink – Velvet
Lange bin ich den beiden Briten skeptisch gegenüber gestanden (und habe sie einst bewußt bei der Popblog-Jahresvorausschau weggelassen), aber “Velvet” hat mich jetzt doch bekommen. Vielleicht wird das sogar in Deutschland was, denn dem Song sollten doch die Horden an Depeche Mode – Fans etwas abgewinnen können. Die restlichen Songs bewegen sich mehr in Richtung My Bloody Valentine mit elektronischem Drone.
Blur – The Universal
Am Freitag geht es in den Londoner Hyde Park, um den Helden der Adoleszenz zuzujubeln. Blur wiedervereinigt mit Graham Coxon, das wird ein Fest, keine Frage. Von ihren vielen guten Videos ist Blurs Clockwork Orange – Hommage “The Universal” sicherlich eines der schönsten.
Florence & The Machine – Kiss With A Fist
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29.06.2009 von Christian Ihle
Phantom / Ghost – Thrown out of Drama School

Vorneweg: Ich kenne genau drei Menschen, die dieses Album schon vor Release gehört haben. Es war am Tag, an dem die Promos verschickt wurden. Nervös riefen wir uns gegenseitig an. Weil wir wussten: Bei der Vergabe des Titels „Album des Jahres“ muss man heuer gar nicht lange rumfackeln. Wir haben es gerade gehört. … weiter lesen
28.06.2009 von Christian Ihle
“Michael Bay, that prince of unsubtlety, royal rejecter of nuance and regal repudiator of light-and-shade, has returned with another of his mega-decibel action headbangers (…) I found it at once loud and boring, like watching paint dry while getting hit over the head with a frying pan.
(…) he famously calls his cinematic technique “fucking the frame”. That phrase might be brutal, but it’s accurate. And there’s no doubt about it: he really has given the frame a right old seeing-to this time. Bay has turned up at the frame’s flat with some unguent massage oils, scented candles and a hundredweight of Viagra. It isn’t long before the headboard of the frame’s bed is crashing repeatedly against the wall, while the frame gazes up at the ceiling … and I think the frame is faking it.
(…)
For about two-thirds of this mind-frazzlingly dull film, we are led to believe that the “fallen” of the title refers to this resurgent army. But then we find out it kind of means something else, and the storyline completely transforms itself into something even more boring than it was originally. … weiter lesen
27.06.2009 von Christian Ihle
Nachdem die Welt verrückt geworden ist und pünktlich zum Tod von jemandem in kollektive Trauer verfällt, den sie in den letzten 15 Jahren nur verlacht hat, ging das viel zu frühe Dahinscheiden von Steven Wells unter.

(photo: IPC)
Wells war in den späten 80ern und frühen 90ern Journalist beim NME und – das darf man ohne Übertreibung festhalten – der beste Schreiber, den der NME in den letzten 25 Jahren beschäftigte.
Swells, wie er gerne aufgrund seiner ständigen Wut auf alles Falsche genannt wurde, prägte den NME wie kein anderer seit dieser Zeit. Er war ein überzeugter Linker, ein Kämpfer für die Gleichberechtigung, gegen Homophobie, für Punk und gegen weinerliche Indiekids. Legendär sind Auseinandersetzungen mit Stuart Murdoch von Belle & Sebastian oder seine Interviews mit den Manic Street Preachers, die er vor allen anderen auf den Thron hob, weil er wohl Brüder im Geiste entdeckte: … weiter lesen
26.06.2009 von Christian Ihle
Jarvis Cocker – Further Complications

Jarvis ist auf Krawall gebürstet. Und macht jetzt Grunge. Gibt dafür seinen Stil und seine Unfehlbarkeit auf. Behaupten die Gegner von „Further Complications“. Und das sind nicht wenige.
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25.06.2009 von Christian Ihle
“”Transformers: Revenge of the Fallen” is a horrible experience of unbearable length, briefly punctuated by three or four amusing moments. One of these involves a dog-like robot humping the leg of the heroine. Such are the meager joys. If you want to save yourself the ticket price, go into the kitchen, cue up a male choir singing the music of hell, and get a kid to start banging pots and pans together. Then close your eyes and use your imagination. … weiter lesen
24.06.2009 von Christian Ihle
Maren Ades Film “Alle Anderen” ist schon jetzt einer der besten deutschen Filme, die dieses Jahr in den Kinos laufen werden. Warum das so ist? Weil sich das fast zweistündige Beziehungsmosaik durch scharfe Intelligenz auszeichnet und schwerelos alle Klischees umschifft, für die der deutsche Beziehungsfilm so berühmt-berüchtigt ist. Beide Hauptdarsteller, Birgit Minichmayr als Gitti und Lars Eidinger als Chris, haben so gar nichts von der aufdringlichen Art einer Katja Riemann oder dem enervierenden Gestus eines Heiner Lauterbach. “Alle Anderen” ist das Kino einer neuen Generation deutscher Filmemacher…

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23.06.2009 von Christian Ihle
Ok, der Schnauzer ist ab, die Frisur war auch mal schlimmer – kann jetzt noch der Imageberater mit Trittin durchgehen, welche Bands er namedroppen sollte, wenn er cool wirken will?

Jürgen Trittin (Die Grünen) beim Hirn vom Himmel werfen.
DER SPIEGEL: “Beobachten Sie manchmal an sich selbst eine Tendenz zur gediegenen Bürgerlichkeit?”
Jürgen Trittin: “Ich lege demnächst wieder als DJ auf, da spiel ich die “Toten Hosen” und ihr: “Es gibt tausend gute Gründe, auf dieses Land stolz zu sein. Warum fällt uns jetzt auf einmal kein einziger mehr ein?” Wenn Sie das spießig finden – bitte.”
22.06.2009 von Christian Ihle
Letztes Jahr war die Popabilly-Königin Katy Perry ohne Zweifel die Sensation im Popzirkus. Der Erfolg war mächtig und groß: jeweils zwei Nummer-1-Singles in Deutschland und den USA, sowie Platz 1 und 4 im vereinigten Königreich und eine Nennung in den Popblog-Pop-Jahrescharts konnte die 24-jährige verzeichnen.
Bevor Katy Perry aber mit ihrem pseudoprovokativen “I Kissed A Girl” zur Medienbombe und Chartherrscherin wurde, sang sie Christian Rock – Songs unter ihrem richtigen Namen Katy Hudson, den sie – auch – wegen der Verwechslungsgefahr zur Schauspielerin Kate Hudson änderte und als Künstlername den Mädchennamen ihrer Mutter annahm.
Einen ihrer Christian Rock Songs aus dem Jahr 2001 gibt es auf YouTube zu bestaunen:
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21.06.2009 von Christian Ihle
“Wie ist denn die neue CD, wenn man mal ganz direkt fragen darf? Sie ist: obszön.
Was man hier – wohl kalkuliert – dem armen Herrn Hirte hat machen lassen, grenzt an Körperverletzung: die “Winnetou”-Melodie, Heintjes “Mama”, Sinatras “My Way”. Immer in nicht zu überbietender Schlichtheit zu nicht überbietbarem Kitsch arrangiert. Klebriges Manna für alle, die früher auch mal LKW fuhren, mittellos waren oder sich verlassen fühlen. Herrgott, muss es viele vom Leben Gebeutelte geben, die in Michael Hirte ihren Schutzpatron sehen. … weiter lesen