30.05.2011 von Christian Ihle
Zwar hat das Popblog bereits vor vier Jahren eine Abhandlung über Radiohead’sche Verlogenheit geschrieben, aber wir freuen uns ja immer wenn die britischen Kollegen vom NME zustimmen. Ein kleiner Ausschnitt aus einem zweiseitigen Artikel des NME über Radioheads “King Of Limbs” – und seine Marketingmasche:
“Radiohead’s views on the music biz are more than simplistic and insulting. (…) Their whole “Us Versus The Music Business Capitalists” schtick is paper-thin rhetoric with zero basis in reality and boils down to nothing more than a marketing gimmick to help them sell more copies of Radiohead albums.
Another fact: everything Radiohead do is a marketing gimmick.
(…) What they are certainly not doing is providing any answers – or going by the new album, any music – with any substance. The truth is they have made a crap album no-one wants to say is crap. (…) Ever
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29.05.2011 von Christian Ihle
“Wenn jetzt Gestalten wie Volker Kauder oder Hermann Gröhe ankündigen, dass die CDU an ihrer “Großstadtkompetenz” arbeiten müsse, um das Lebensgefühl der Großstädter zu treffen, dann hat das etwas von einem Didi-Hallervorden-Sketch, in dem die Ebene der optischen oder akustischen Zeichen in offensichtlichem Konflikt zur Bedeutung des Gesagten stehen. Sowohl Kauder wie Gröhe repräsentieren eine Union, die personell, ästhetisch und lebensweltlich eine denkbar große Ignoranz für das bunte, nur vermeintlich wilde Leben in den Städten an den Tag legt.
(…)
Doch schon die Bestellung des (von Beust-, Anm.) Nachfolgers Ahlhaus … weiter lesen
27.05.2011 von Christian Ihle

Wie sich die Zeiten ändern können: noch vor ein paar Jahren war Indierock in England erfolgreicher als je zuvor (ok, mit Ausnahme der golden years of Britpop), The View auf Platz 1 der Albumcharts, die Pigeon Detectives mit vier Top-20-Singles.

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Nun wurde Rock für tot erklärt und Gitarrenmusik tut sich selbst im Heimatland der Popmusik höllisch schwer noch Einheiten zu verkaufen, doch die Pigeon Detectives bleiben davon unbeeindruckt, machen weiter und veröffentlichen dieser Tage sogar schon ihr drittes Album.
* Your three favourite Punk singles/songs?

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The Buzzcocks – Ever Fallen in Love.
The Clash – Rock the Casbah
Joy Division – Love Will Tear Us Apart

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* A record that will make you dance? … weiter lesen
26.05.2011 von Christian Ihle
Colourmusic: “My ____ Is Pink”

Auch wenn in Albumname (My ____ Is Pink) und Covergestaltung (eh, pink) Einfachkeit leitendes Element ist, lässt das keine Rückschlüsse auf die Kompositionen von Colourmusic zu, die sich an die komplexen Strukturen von Battles (weniger) und HEALTH (mehr) anlehnen. Uns erwarten demnach heftige Gitarrenriffs, noisiges Feedback und vor allem PERCUSSSSSSSION!

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Und – ebenfalls an HEALTH erinnernd – eine eigentlich zu sanfte Stimme, die über all dem komplex struturierten Lärm zu schweben scheint. Im Gegensatz zu ihren Kollegen denken Colourmusic aber innerhalb dieser Struktur immer auch in Richtung Pop, exemplarisch bei den Gary-Glitter-Gedenk-„Hey!“s aus „Tog“ oder dem R&B-Refrain der Black Keys Güte in „You For Leaving“. Kracht, wackelt, macht Pop.
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Cage The Elephant: “Thank You, Happy Birthday”

Hierzulande bewegen sich Cage The Elephant noch ziemlich unter dem Radar, wohingegen weltweit bereits 500.000 Einheiten ihres Debütalbums verkauft wurden, was dieser Tage… weiter lesen
25.05.2011 von Christian Ihle
“One of the worst films of all time, “Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides” has absolutely and utterly no redeeming qualities whatsoever. I wanted to say it’s like watching an enema, but even that’s a good thing: you get rid of the filth. Instead, here, you are force-fed shit, then made to regurgitate it, and then eat it again.
(…)
The film has no scope, no imagination, no sense of wonder. It’s like a circus geek show, but instead of the geek biting the head of a chicken, in this one, he shits in your mouth.
(…)
Stop fucking seeing pieces of shit like this, start demanding better from your gods. Because, if you like this film, you are a cunt.”
(Ali Arikan im Slant Magazine über den 4. Teil des Johnny-Depp-Vehikels Pirates Of The Carribean – Fluch der Karibik)
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24.05.2011 von Christian Ihle
Letzte Woche hätte Joey Ramone seinen 60. Geburtstag gefeiert. Welchen Quatsch man auch als Ikone der Punkkultur so mitmachen musste, zeigt dieser Mitschnitt aus den 80ern.
Andererseits möchte man manchmal dem lieben Punkgott auf Knien danken, dass es Youtube gibt. Wo sonst könnte man eine US-Talkshow entdecken, in der Joey Ramone mit seiner Mutter (!) zum Thema “Heavy-Metal-Moms” (!!) auftritt?
“Now meet four women with a deep, dark secret! They may seem like ordinary american housewives to you, but they have come on the show with a confession to make:”

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Stattgefunden hat der Auftritt in der US-Talkshow “Geraldo“, die als Begründes des Trash Talks der Marke “Jerry Springer” gelten darf.
Happy Birthday, nachträglich, lieber Joey!
23.05.2011 von Christian Ihle

Es reicht ein Blick auf den bärtigen, bärtigen Josh T Pearson, um die Worte „years in the wilderness“ zu begreifen. Einst mit der unterschätzten US-Indie-Rock-Band „Lift To Experience“ für eine kurze Zeit möglicher Retter amerikanischen Rocks, verschwand Pearson für Jahre im Nirgendwo, nur um auf der hervorragenden 8mm-Musik-Compilation mit dem live aufgenommenen Song „THE CLASH“ ein derart fulminantes Lebenszeichen von sich zu geben, dass es einem die Sprache verschlug.

Wieder ein paar Jährchen später kehrt Pearson nun endlich mit einem Album zurück. „Last Of The Country Gentlemen“ erinnert dabei weder an seine alte Band noch an jene 8mm-Aufnahme, sondern ist ein Meisterwerk des kathartischen Countryfolk. Ruhig ist kein Ausdruck! Pearson, eine Akustik-Gitarre und Texte, von einer Heftigkeit und Offenheit, die einen erschaudern lassen. Sollte jemand ein zweites Sequel zum Alten Testament schreiben wollen, bitte unbedingt Josh T Pearson mit einbeziehen.
Musikalisch ist „Last Of The Country Gentlemen“ zudem ein Geschenk für alle, denen Will Oldham in den letzten Jahren doch zu viele Bongo-Trommeln und Streicherquartette im Bart gefunden hat. Erschreckend gut. … weiter lesen
21.05.2011 von Christian Ihle
Im Zeichentrick-Film “Rio” werden einige Figuren von deutscher Prominenz synchronisiert. Neben Roberto Blanco dürfen sich auch Culcha Candela artfremdes Geld verdienen. Eric Pfeil ist davon nicht begeistert:
“Äußerst ärgerlich hingegen fallen zwei Typen der kulturkriminellen Vereinigung Culcha Candela auf, die ebenfalls synchronisierend mitwirken. Wie hier ärgerlich auf „streetwise und locker für Lieschen Müller” gemacht wird, ist beschämender als alles, was ich in letzter Zeit miterleben musste.”
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20.05.2011 von Christian Ihle

Ungefähr im Jahr 2005 sind wir erstmals über die kalifornische Band The Blood Arm gestolpert, als deren Demo und spätere Single “Do I Have Your Attention?” sämtliche verfügbare Strokes-Last-Nite-Knöpfe erfolgreich drückte. Die allererste Version des dreimal veröffentlichten Songs ist bis heute auch immer noch die beste:

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Keine große Überraschung also welche Antwort wir auf unsere Frage nach dem Strokes-Lieblingssong bekamen…
Teile der Band sind nun frisch nach Berlin gezogen und veröffentlichen im Juni das neue Album “Turn And Face Me”.
* Your three favourite Punk singles/songs?

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** “Judy is a Punk” by The Ramones,
** “Oh! Brother” by The Fall, … weiter lesen
19.05.2011 von Christian Ihle

1. Der Film in einem Satz:
Berlin 1998, ein Neon-Rausch aus Drogen, Sex und Gewalt. Und Sex.
2. Darum geht‘s:
Das Berlin der ausgehenden 90er, gesehen mit den Augen einer handvoll Protagonisten. Eine Prostituierte, die ihren Zuhälter betrügt, ein Polizist, der Waffen verkauft, eine Agenturfotografin, die Gelegenheitssex sucht. Alle auf der Suche nach einem Rausch, nach einem wilden Leben in der großen Stadt.
Die kleine Nutte, der korrupte Bulle, der impotente Aufreißer – ja, Angel Express ist der seltene Fall eines gelungenen deutschen Genre-Films. Bei aller Liebe zum Experimentellen gelingt es RP Kahl in seinem Debütfilm sein Händchen für schöne Bilder erheblich besser mit einem Narrativ zu verbinden als im misslungenen Kunstgewichse “Bedways”, das rätselhafterweise einen kleinen Siegeszug durch die Feuilletons angetreten hat.

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Der ursprünglich vor 13 Jahren gedrehte “Angel Express” wurde im Rahmen des “Bedways”-Erfolgs von Kahl neu geschnitten und – nach eigener Aussage – deutlich stärker wieder zu einer Geschichte, … weiter lesen