Posts Tagged ‘Fehlfarben’

21.06.2012 von Christian Ihle
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Fehlfarben: Bleibt nach der Revolution die Küche kalt?

von Christian Ihle

NICHT VERSÖHNT Das Frühwerk am Hals wie ein Mühlstein. Und wenn schon, die Fehlfarben veröffentlichen mit “Xenophonie” ein fantastisches neues Album: Seine Dringlichkeit, seine Wucht klingen unverschämt gut. Was auch ein Verdienst von Peter Hein ist, dem einzigen deutsch singenden Grantler von Rang


VON CHRISTIAN IHLE


Fehlfarben


Fehlfarben sind die Blind Faith der deutschen Punkszene, eine “Supergroup” aus Mitgliedern von Bands der ersten Stunde, die ab 1977 rund um den “Ratinger Hof” in Düsseldorf entstanden waren. Die Fehlfarben waren ihrer Zeit voraus. Nicht zufällig wurde vergangenes Jahr ihr 1980 erschienenes Debütalbum “Monarchie & Alltag” vom Rolling Stone zum besten deutschsprachigen Album aller Zeiten gekürt. Die Kraft der Musik und der Texte waren stilbildend. Und sie sind es noch. Bis heute sind die Fehlfarben die einflussreichste Band aus jenen frühen Tagen des deutschen Punk und New Wave… weiter lesen

11.06.2012 von Christian Ihle
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Songs des Monats Mai: Fehlfarben, Masha Qrella, The Cribs, Santigold, Boy Division und Superpunk

von Christian Ihle

1. Fehlfarben – Lang Genug


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“Xenophonie” ist das beste Fehlfarben-Album seit dem “Knietief im Dispo”- Comeback vor zehn Jahren – und während die erste Single aus diesem Album mit “Platz Da” eher ein öder Stampfer ist, zeigt b-Seite und Albumtrack “Lang genug” warum: das Saxophon ist wieder so irritierend präsent wie auf “Monarchie & Alltag”, die Band spielt lebendiger denn je und Peter Hein hat bei aller Egalheit wieder genug Wut gesammelt, die er uns entgegenbrüllt.
Hein gelingt in einem der schönsten Momente des Albums gleichzeitig an der Tatenlosigkeit der Masse zu verzweifeln, zur Revolution aufzurufen, den Herrgott zu beschimpfen und sich in typisch Hein’scher Lakonie letztendlich einfach nur das nächste Bier herbeizuwünschen. “Was passiert in Bankenland? / Wann werden Banken wieder niedergebrannt? / Hört hier wer einen Aufruf zur Gewalt? /Bleibt nach der Revolution die Küche kalt? /weiter lesen

08.06.2012 von Christian Ihle
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German Blind Date mit LIARS

von Christian Ihle




LIARS, everybody’s favourite weirdos, spielen an diesem Sonntag abend in der Volksbühne in Berlin und veröffentlich ihr neues Album “WIXIW”(nein, wir auch nicht). Da die Band um Sänger Angus Andrew Mitte der letzten Dekade auch einige Jahre in Berlin verlebte, bietet es sich natürlich an, sie zu einem German Blind Date einzuladen – und erstaunlicherweise hören Liars auch tatsächlich die Fehlfarben-DAF-Verwandtschaft heraus, chapeau!


Fehlfarben – Apokalypse (1980)


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My first impression of this was that of a more sentimental/poetic, less vivid version of DAF, one of my favorite artists on Mute. Upon further research I found that they started only a year after DAF, and seemed to have shared a bass player. Admittedly a shallow reason, it made me like it a bit more, though I would rather listen to DAF. While I… weiter lesen

02.03.2012 von Christian Ihle
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My Favourite Records mit Pyrolator

von Christian Ihle

Kurt Dahlke aka Pyrolator ist so etwas wie der Zelig der deutschen Post-Punk-/Avantgarde-Geschichte. Er war Mitglied in Der Plan wie in Fehlfarben, hat DAF ebenso mitgegründet wie das Plattenlabel Ata Tak und mehr als 250 Platten produziert – und natürlich unter dem Namen Pyrolator einige wegweisende Alben für deutsche Experimentalmusik veröffentlicht. Die ersten beiden – Inland und Ausland – von 1979 bzw. 1981 werden dieser Tage nun wiederveröffentlicht.

* Die drei besten Punksongs/-singles?


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** Wire – 12 X U
** Ramones – Blitzkrieg Bob
** X-Ray Spex – Art-T-Ficial


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* Ein Song, der Sie immer zum Tanzen bringt?


Dirty Vegas – Days Go By

* Der interessanteste neue Künstler ist?
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27.09.2010 von Christian Ihle
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Words Of Wisdom: Peter Hein über Punk und die Schäferhundfraktion

von Christian Ihle

Gerade erst entdeckt, ein fantastisches Interview im SPIEGEL mit Peter Hein über Punk, die Glorifizierung und das Jetzt:

SPIEGEL ONLINE: Sie haben mal gesagt, nichts habe den Punk so gekillt wie die “Humorlosigkeit seiner Protagonisten – außerhalb Düsseldorfs natürlich”. War Punk in der Karnevalshochburg Düsseldorf heiterer als anderswo?

Peter Hein (Sänger von Mittagspause, Fehlfarben und Family5): Auf jeden Fall. Natürlich gab es auch in Berlin oder Hamburg ein paar Leute, die eine uneingestandene Sehnsucht nach dem rheinischen Karneval hatten, die sie zu Hause nicht ausleben durften. Und auch in Düsseldorf haben sich irgendwann die Humorfreien breitgemacht; die Schäferhund-Fraktion, die alles schneller, lauter und stacheliger haben musste. Da wurde es dann so stumpf wie überall. (…)
Wir haben ja nicht mitgemacht. Wir haben gemacht. Für uns war Punk, nicht Punk zu sein. Die Lederjacken-Kluft war für uns nach einem halben Jahr vorbei, danach haben wir Anzüge, Jacketts und andere Sachen getragen. Wenn sich etwas durchsetzte, wollten wir gleich was anderes machen. (…) Natürlich haben wir die Klappe aufgerissen: “Ist alles scheiße, muss alles Punkrock werden!” Aber wenn wirklich alles Punkrock geworden wäre, wäre das furchtbar gewesen. Das wollte niemand wirklich, man tut immer nur so.

SPIEGEL ONLINE: Seit dem Erfolg von Jürgen Teipels Punk-Geschichtsbuch “Verschwende deine Jugend” hat auch Düsseldorf erkannt, dass DAF, Fehlfarben oder Kraftwerk zum kulturellen Erbe gehören.

Hein: Ich finde das durchaus gerechtfertigt, wenn man Sachen bewahrt, die mal gemacht worden sind. Uns war damals nicht bewusst, dass es was Historisches sein könnte. Die kopierten Flyer und Fanzines landeten im Papierkorb. Dass die dann doch jemand aufgehoben hat, tja – das sind eben die Briefmarkensammler dieser Welt. … weiter lesen

30.04.2010 von Christian Ihle
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My Favourite Records mit Fehlfarben

von Christian Ihle

Da wir diesen Blog ja nach dem epochalen Fehlfarben-Debütalbum benannt haben, ist es natürlich eine ausgesprochen große Freude, erstmals auch die Fehlfarben in unserer My Favourite Records – Rubrik begrüßen zu dürfen. Beantwortet hat unseren Lieblingsplattenfragebogen Frank Fenstermacher, der neben seiner Fehlfarben-Tätigkeit auch noch Chef des Ata Tak Labels ist und früher ebenfalls in Der Plan aktiv war:

Die drei besten Punksongs/-singles?

** Iggy Pop – The Passenger
** Cure – Play For Today
** Wire – Sand In My Joint

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* Ein Song, der dich immer zum Tanzen bringt?

Iggy Pop – Lust for Life

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* Der beste Film über Musik?

Phantom im Paradies“, Regie: Brian de Palma (1974) … weiter lesen

08.04.2010 von Christian Ihle
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Fehlfarben in concert 2010

von Christian Ihle

Man sollte doch denken, dass über 30 Jahre Bühnenerfahrung einen Sänger zur Entertainmentmaschine werden lassen. Doch bei Peter Hein, in seiner Karriere Frontmann von gleich vier deutschen Punk-Institutionen wie Charley’s Girls, Mittagspause, Family 5 und nun wieder Fehlfarben, ist es bei jedem Konzert das Gleiche: er wirkt immer, als kämpfe er mit sich, überhaupt auf der Bühne stehen und ein erwartetes Programm abspulen zu müssen. Zugegeben, es hat sich im Vergleich zu Auftritten in den letzten Jahren etwas normalisiert, aber immer noch scheint sich Hein gegen die Entertainmentmaschinwerdung zu wehren. … weiter lesen

16.03.2010 von Christian Ihle
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Album des Monats Februar / Platz 1: Fehlfarben – Glücksmaschinen

von Christian Ihle

Respekt? Respekt? Na dann viel Spaß! Respekt? Respekt? Wofür denn das! Respekt? Respekt? Na dann viel Spaß! Dein scheiß Respekt, was bringt das? Respekt? Respekt? Verpiss dich bloß! Ehre? Ehre? Wenn ich das schon höre! Ehre? Ehre? Wenn ich so einen Scheißdreck höre! Jetzt hör mir mal zu, du Arsch!

… schreit uns Peter Hein in der letzten halben Minute des neuen Fehlfarben-Albums „Glücksmaschinen“ entgegen. Und ganz ehrlich: gibt es etwas beeindruckenderes als eine Gruppe alter Männer, die sich immer noch auflehnen, die eben nicht akzeptieren wollen?

fehlfarben

Und genau darum geht es Fehlfarben 2010. Schon im Titelsong “Glücksmaschinen” seziert Hein Lebenswege früherer Mitstreiter. Damals auf den Barrikaden stehend, heute die Kinder hüten. Den Garten pflegen. Nicht mit Hein, er ist immer noch da draußen, das latent soziopathische seines Charakters schlägt wieder und wieder durch. … weiter lesen

31.12.2009 von Christian Ihle
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Die zehn besten Songs 2009

von Christian Ihle

10. Felice Brothers: “Penn Station”


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So muss es klingen, drückte man dem Dylan von “Positively 4th Street” eine Flasche Whiskey in die Hand und ließe ihn mit einer räudigeren Band trunken closing time – Songs aufspielen. In gewisser Weise sind die Felice Brothers damit auch ein New Yorker Äquivalent zu den Pogues (man achte übrigens bei obigem Video unbedingt auf das Ende!).


9. Fehlfarben: “Nichts erreicht meine Welt” (live)


Im Großen und Ganzen bleibt zu konstatieren: die nun auch schon sieben (!) Jahre andauernde Fehlfarben-Reunion hat mehr Gutes als Schlechtes gebracht. Und das allein ist schon bewundernswert bei einer Band, die ein so großes Denkmal wie “Monarchie & Alltag” zur freien Beschädigung vor sich hätte. In diesem Jahr erschien kein reguläres Album, aber ein eigenwilliges Livedokument der aktuellen Tour, auf dem ausgerechnet einer der Songs aus der “blinden” Fehlfarben-Phase (also jener Zeit Anfang der 90er als eine erste Fehlfarben-Reunion völlig unbeachtet blieb) alle anderen turmhoch überstrahlt: “Nichts erreicht meine Welt”.


8. Julian Casablancas: “11th Dimension”


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Vielleicht hat man Julian Casablancas Solo-Debüt doch nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit versehen … weiter lesen

29.09.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (245): Die Fantastischen Vier

von Christian Ihle

“Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Herren Smudo & Co. erscheint eine “Hommage” an Fanta 4, die in ihrer Künstlerauswahl und Qualität der nachgespielten Songs eine neue Dimension des Schwachsinns einläutet, die man in dieser Art und Weise für nicht möglich gehalten hätte. Fools Garden, Pur, Peter Maffay, Thomas Anders, Sebastian Krumbiegel – man möchte gar nicht so sehr auf den beteiligten Untoten herumhacken, denn diese tun ja nur das, was sie schon immer getan haben: einfältigen Rumpel-Pop mit verkitschtem Zuckerguss abliefern.

Viel schlimmer sind die Interpretationen von Clueso, Juli, Revolverheld, Xavier Naidoo und Konsorten, selbst vom “Hoffnungsträger” Scooter, Fehlfarben und Extrabreit, die den Songs zielsicher und mit hundertprozentiger Treffsicherheit jegliche Relevanz entziehen. Ein schockierendes Dokument absoluter Irrelevanz, dem Mario Barth in der ihm so eigenen unsympathischen Weise noch das Sahnehäubchen aufsetzt. 36 Songs, die einem mit ostentativer Grausamkeit Lebenszeit entziehen, dass einem die Luft wegbleibt. Wer nach 25 Jahren Musikhören glaubt, er habe schon ins Auge der Belanglosigkeit geblickt, wird hier eines Besseren belehrt. Unglaublich, wahrlich unglaublich.”
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