Archive for Mai, 2009

31.05.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (203): Die Grünen

von Christian Ihle

“Wie die Grünen unverdrossen ihre Schleimspur ziehen und versuchen, sich im gegenwärtigen Wahlkampf als eine Art romantische Plattform in der FDP zu gebärden, verdient Respekt. Keiner anderen Partei gelingt es so überzeugend, dem Klischee zu entsprechen, das es von ihr gibt. Auch daher gilt noch immer das alte Gesetz: Was die Grünen angeht, bleibt bei Menschen mit einem Rest Würde im Leib der Ekel das alle anderen Regungen beherrschende Gefühl.

»Mit WUMS für ein besseres Europa!« ist derzeit auf den Wahlplakaten zu lesen. »WUMS« steht für: »Wirtschaft und Umwelt, menschlich und sozial«. Die damit zur Schau gestellte Mischung aus mutwilligem Infantilismus und inhaltsfreiem Getöse wird gelungen kombiniert mit dem ebenso bemüht-krampfhaft wie peinlich-verlogen auf vermeintlichen Jugendjargon getrimmten Slo­gan »Europa klar machen«.

Allerdings wird die unfassbar armselige Simulation von so etwas wie Frische oder Widerständigkeit, die mit solchen Sprüchen hergestellt werden soll, auf einem Plakat nahezu perfekt ergänzt von der Gestalt und Physiognomie Bütikofers, eines Narkotikums in Menschengestalt, in dem das, wofür die Grünen stehen, gewissermaßen Fleisch geworden ist und der wie kaum ein anderer dazu geeignet scheint, die Ödnis und bürokratische Elendsverwaltung grüner »Realpolitik« widerzuspiegeln.
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30.05.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (202): Der Film “Illuminati”

von Christian Ihle

“…Da der Film das auch gar nicht vorhat – es würde ja die Aura des Mysteriums stören – übernimmt das Entschlüsseln ein Experte. Der Kunsthistoriker nennt sich hier Symbolforscher und verfügt über seherische Fähigkeiten in der Interpretation von Gullideckelinschriften, braucht dann aber wieder irrwitzig lange, um einige der bekanntesten Kirchen in Rom zu finden.

(…)

Das ist durchsichtig und endet in schaler Ersatzbefriedigung: dieser dann eben doch kunstfreie Kinogenuß wirkt wie Talkshowgucken statt mit Freunden am Tisch sitzen, wie Spamlesen statt Liebesbrief.” … weiter lesen

29.05.2009 von Christian Ihle
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Official Secrets Act: Download

von Christian Ihle

Nachdem unsere Freunde von Official Secrets Act schön berichteten, wie es ihnen auf der ersten Deutschlandtour ergangen ist, waren sie in der Folge mit Art Brut und den Rakes gemeinsam auf Tour.

OSA

In Amsterdam wurde ein Zwischenstopp bei einem Radiosender eingelegt und eine exklusive Session aufgenommen, die sie uns freundlicherweise zum Download zur Verfügung gestellt haben:

Download: 2 Meter Session, 2009

Tracklisting:
1. Mainstream
2. So Tomorrow
3. Hold The Line … weiter lesen

28.05.2009 von Christian Ihle
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10 Dinge, die Liam Gallagher hasst

von Christian Ihle

Es ist anzunehmen, dass im Hause Gallagher gestern abend durchaus der eine oder andere Zufriedenheitswhiskey eingeschenkt wurde:

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27.05.2009 von Christian Ihle
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My Favourite Records… mit Sportfreunde Stiller

von Christian Ihle

sportfreunde unplugged

Gott, ist das schon wieder lange her als man die Sportfreunde Stiller damals als Vorband von Miles gesehen hatte! Viele Jahre und einen Nummer-1-Hit später veröffentlichen die drei Münchener ein “MTV Unplugged” Album und beantworten des Popblogs Fragen nach ihren Lieblingsplatten:

* Die drei besten Punksongs/-singles?

** “Anarchy in the UK” – Sex Pistols
** “Don´t call me white” – NOFX
** “Staring at the rude boys” – Gallows

Alles in tüchtig brachialer lautstärke hören! Hopp jetzt!
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26.05.2009 von Christian Ihle
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Schmähkritik (201): Roger Willemsen über Heidi Klum und Germany’s Next Top Model

von Christian Ihle

“Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nazionale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge Entscheidung mitteilt und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man sechs Sorten Scheiße aus ihr herausprügeln – wenn es nur nicht so frauenfeindlich wäre”. … weiter lesen

25.05.2009 von Christian Ihle
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200 Folgen Schmähkritik – Alle Schmähkritiken

von Christian Ihle

200 Folgen haben wir nun schon schöne Verrisse und derbe Kritiken gesammelt. Nachdem wir zum 100. Jubiläum in zwei Folgen auf die schönsten Schmähkritiken verwiesen haben (hier und hier), nun zum Stöbern das komplette Inhaltsverzeichnis der 200 Folgen Schmähkritik:

1. Musiker und Bands:

“Wie taub muss man eigentlich sein, um aus dem jugendfreundlichen, perfide eingängigen und virtuos zusammengematschten Gothic-Schlock der britischen Nummer-Eins-Band White Lies den Todesfunken von Joy Division herauszuhören? Mit geliehenen Gefühlen und lächerlicher Pennäler-Lyrik (“And I’m banging on your door/ So come on and let me in/ I need a place to hide/ I need a place to hide before the storm begins”) sterben Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Lawrence-Brown in Songs wie “Farewell To The Fairground” oder “Death” den Secondhand-Tod. Irgendwo ist immer gerade Beerdigung, und wenn nicht, fällt halt irgendwas vom Himmel oder McVeigh barmt allen Ernstes: “Take my hand tonight, I think we’ll be alright girl.”

White Lies machen schöne Musik für Menschen, die noch nie von den Chameleons oder Echo & The Bunnymen gehört haben. Und Ian Curtis, der sich bereits bei She Wants Revenge einmal im Grab umgedreht hat, liegt nach dieser Platte wenigstens wieder auf der richtigen Seite.”

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23.05.2009 von Christian Ihle
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Fußballweltmeister? Niederlande!

von Christian Ihle

Wer ist der amtierende Fußballweltmeister? Die Niederlande!

Nicht auf den Schlips getreten fühlen, lieber Luca Toni, aber neben eurem Sieg bei diesem kleinen Turnier in Deutschland gibt es ja auch noch den “Unofficial Football World Champion”, der die Idee der Titelkämpfe aus dem Boxen in die Welt des Fußballs überträgt. Ist ja auch wahr: alle vier Jahre einmal einen Schnappschuß der momentanen Leistungsstärke aufzunehmen und dann Italien rätselhafterweise gewinnen zu lassen, ist glücklich, aber nicht fair. Deshalb dachte sich der britische Journalist Paul Brown was kluge Köpfe schon immer wussten: Weltmeisterschaft ist immer und überall!

So entwickelte er das Titelkampfsystem aus dem Boxen für den Fußball. Wir erinnern uns – im Boxen gibt es keine Turniere (auch wenn es sehr schade ist, dass die wunderbare Idee, Graciano Rocchigiani, den Tiger, Sven Ottke und Henry Maske mal einen Turniersieger ausboxen zu lassen, nie umgesetzt wurde), sondern Titelkämpfe. Der Gewinner des Titelkampfes ist neuer Weltmeister bis er sich wieder der nächsten Herausforderung stellen muss, um dort um seinen Titel zu bestätigen. … weiter lesen

22.05.2009 von Christian Ihle
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Im Plattenregal im April (1): Muff Potter, Official Secrets Act

von Christian Ihle

Muff Potter – Gute Aussicht

muffp

“Es gibt kein gutes Leben ohne Blasphemie.” Das haben Muff Potter noch auf dem vergangenen, zwei Jahre alten Album “Steady Fremdkörper” gesungen. Die Blasphemie des neuen Albums “Gute Aussicht” besteht nun in einer neuerlichen Abkehr, einem weiteren Richtungswechsel. Statt Pop und Punk nun Desert Rock, statt Hymnen regnet es Gossenpoesie. Das mittlerweile siebte Album ist ein schwer verdaulicher Brocken geworden, der nur mit viel Medizin herunter gespült werden kann.

“Ich und so” beginnt mit einem brachialen Riff und der wütenden Ansage Nagels, welche Künstler und Helden ihn im Guten wie im Schlechten geformt haben. Vieles erinnert hier an “Bordsteinkantengeschichten” und damit an kratzbürstigere Muff Potter aus früheren Tagen. “Niemand will den Hund begraben” erzählt von der Tristesse sterbender Dorfgemeinschaften, “Ich bin charmant” von der Profilierungs- und Selbstentfremdungssucht unserer Gesellschaft und “Blitzkredit Bop” schelmenhaft vom Hungertuch des Punkrockers.
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21.05.2009 von Christian Ihle
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Die Stone Roses und ihr erster Fernsehauftritt: Amateurs!

von Christian Ihle

20 Jahre sind nun bereits vergangen seit die Stone Roses das vielleicht, vielleicht beste Debütalbum aller Zeiten veröffentlicht haben (ja, ja, wir lieben ja auch Velvet Underground und The Clash, aber…). Daher sei auch einmal auf die Stone-Roses-DVD (mit dem Debütalbumcover) hingewiesen, die vor einigen Jahren erschienen war, und die Roses auf dem Höhepunkt ihres Könnens bei einem Konzert in Blackpool zeigt – und eine Ahnung davon gibt, warum die Stone Roses nochmal diese eine Band aus Millionen anderer waren. Die perfekte Vierer-Besetzung, die scheuklappenfreie Vereinigung unterschiedlicher Genres und Attituden (60ies-Gitarren-Pop meets Acid-House meets Punk meets DJ-Culture), eine wohl selten erreichte Güte einer Rhythm-Section, der beste Gitarrist seiner Generation… und natürlich: Ian Brown. Der Mann, ohne den weder Richard Ashcroft noch Liam Gallagher denkbar wären.

Dass er nicht erst Ruhm & Erfolg brauchte, um auf der Bühne unzerstörbar zu wirken, zeigt ein Mitschnitt des allerersten Live-TV-Auftritts der Stone Roses bei der “Late Show” der BBC, der komplett in die Hose geht. Ein Stromausfall in der Mitte ihres Songs “Made Of Stone” zwingt die vier Jungs aus Manchester, das Lied abzubrechen:

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